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24. März 2015

Martin Bühler, Schattenlicht Teil 2



Lange erwartet die Fortsetzung der Schattenlicht-Trilogie mit dem zweiten Teil
Der Erste Teil war ein Bestseller bei Amazon und lange auf Platz eins in der Kategorie Geschichte Deutschland

Dieser Teil erzählt die Geschichte meines Vaters während des zweiten Weltkriegs.
Mein Vater für den NS-Arbeitsdienst verpflichtet und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Zunächst noch in Deutschland stationiert, gelingt es meinem Vater, neben dem Kriegsdienst das externe Abitur zu erwerben. Sogar Chemie kann er studieren, auch noch während seiner Kommandierung nach Norwegen. Doch dann wird in seinem persönlichen Tagebuch seine Haltung gegen Nazis und Krieg entdeckt, es folgt eine Strafversetzung zu SS-Einheiten an die Ostfront...

Wie kam es zum ersten Teil der Schattenlicht-Trilogie?
Im Jahr 2001 entrümpelte ich nach vielen Jahren den Dachboden im Haus meines verstorbenen Vaters. In einer gut verschlossenen Holzkiste fand ich seine von ihm niedergeschriebene Lebensgeschichte. Ich setzte mich hin und begann zu lesen. Die Geschichten über die nostalgischen 20er Jahre, über die ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht hatte, begeisterten mich. Ich tauchte ein in die Armut der Nachkriegszeit, aber auch in eine Zeit, in der ideelle Werte die oberste Priorität hatten.


Leseprobe:

+++Die liebeshungrige Vermieterin

In meinem Industrieviertel der Firma Bosch gab es kaum einen Vorgarten, kaum einen blühenden Strauch. Graue Steinwüsten und ein kleines Stück Himmel waren alles, was ich zwischen Schlafstelle und Firma sah.
Ich gab eine Zeitungsanzeige auf: Gärtner sucht Wohnung für wöchentlich einige Stunden Mithilfe in der Gärtnerei. Ich stellte mich bei einer Gärtnerei Deihl vor, die auf meine Anzeige geantwortet hatte. Eine attraktive Frau in mittleren Jahren zeigte mir das passable Zimmer. Wir einigten uns auf drei Stunden Arbeit pro Woche. Ich zog um. In der Gemüsegärtnerei stand ich doch wieder mitten in der Natur, sah saftiges Grün und blühende Sträucher. Auch ich blühte wieder auf unter der liebevollen Betreuung meiner Hausfrau. Es ging vier Wochen gut, es ging acht Wochen hervorragend. Meine Hausfrau lud mich noch öfter zum Essen ein, sie verwöhnte mich richtig. Da hatte ich nun mal einen guten Fang gemacht, dachte ich für mich. Jetzt spielt es keine Rolle mehr, wenn ich tagsüber im Büro war. Die Sommerabende waren ja so lange! Und ohne Mietzahlungen ersparte ich mehr Geld für mein Studium.
Auch die mütterliche Betreuung tat mir sichtlich gut. Ohne mir etwas dabei zu denken, wunderte ich mich, dass die Gärtnersfrau immer mit mir alleine arbeitete, dass sie oft nach Feierabend zu mir ins Zimmer kam, belanglose Dinge fragte, dass sie recht ausführlich von ihrem öden Sexualleben erzählte. Ihre jugendlichen Liebeserlebnisse wusste sie so pikant wiederzugeben, dass ich sie nicht ungern hörte.
Ihren Mann, der zwanzig Jahre älter war, behandelte sie recht lieblos. Wenn er seine Rettiche für den Markt nicht schön bündelte, konnte es schon passieren, dass sie ihm ein Bündel an den Kopf warf. Er war ein stiller ruhiger Mann, den seine senile Arterienverkalkung vieles vergessen ließ. Seinen siebzigsten Geburtstag ließ sie nicht feiern, es war ihr peinlich, einen so alten Mann zu haben.
Verwöhnt zu werden ist angenehm, bemuttert zu werden ist schmeichelhaft; beschmust zu werden von einem ungeliebten Partner ist unangenehm.
Dazu war ich wirklich zu naiv, zu bemerken, dass diese – für mich alte Frau Liebesgefühle hegte. Es war für mich furchtbar peinlich und ekelerregend, wenn sie mit ihren gepuderten Wangen mein Gesicht streifte Ich stieß sie weg, wenn sie mich unverhofft in den Arm nahm. Wenn sie mich zum Abendessen einlud, suchte ich immer krampfhaft nach einer Ausrede.
Als Schauspieler hätte ich alles gekonnt. Doch als Privatmann Liebesgefühle für materielle Dinge vorzutäuschen, nein, das konnte ich nicht. Dafür war ich zu stolz. Mit den edelsten Gefühlen spielte man nicht!


Sie merkte schließlich, dass ich sie mied und diskret, aber bestimmt abwies. Dass verschmähte Liebe in erbarmungslosen Hass umschlagen kann, hatte ich noch in guter Erinnerung aus meinem Verhältnis mit Irmgard. Wie eine so herrschsüchtige Frau im Zenit ihres Lebens so eine Niederlage hinnahm, war umwerfend.
Ich hatte ihr vorsichtig immer wieder zu zeigen versucht, dass sie bei mir keine Liebesgefühle erwecken konnte. Je mehr ich mich zurückzog, desto herausfordernder und aufdringlicher wurde sie. Eine Frau, die außer Liebe alles besaß – Geld, Macht, Recht und Freihheit , die wollte und wollte nicht begreifen, dass sie Gefühle nicht erzwingen konnte. Sie mochte eben die letzten Strahlen der Herbstsonne in vollen Zügen noch genießen. Sie wollte nachholen, was sie im Frühling und Sommer ihres Lebens versäumt hatte.
Diese rechthaberische, energiegeladene Frau konnte bestimmt keine Niederlage einstecken. Sie würde mir das zerbrochene Kaleidoskop ihrer aufgestauten Sehnsucht bestimmt an Kopf werfen. Es herrschte eine beängstigende Funkstille; auch das war mir unangenehm. Ich ahnte Unheil. Die Arbeit schaffte mir ihr Mann an; wenn ich ihr versehentlich begegnete, erstach sie mich mit Blicken. Das Warten auf ein Gewitter war unheimlich, wenn nur endlich einmal der erste Donner grollen würde, damit sich die Atmosphäre entladen konnte. Jedes Gewitter lädt sich in wenigen Stunden mit Energie auf. Dieses Gewitter brauchte nun schon drei Tage um die Kräfte zu ballen, um sich zusammenzubrauen.
Es war Samstagabend um 22 Uhr, ich wollte gerade ins Bett gehen. Meine Hausherrin riss meine Zimmertür auf, stürzte herein, schrie, geiferte wie eine Furie. Ich hörte nur Wortfetzen, weil sich die gellende Stimme überschlug: Diebstahl, Betrug, Polizei heute noch ausziehen.Ich kam im Worthagel nicht zum Reden, bis sie wieder verschwunden war. Das ersehnte Gewitter war auch für meine Nerven zu viel gewesen. Ich konnte nicht schlafen, knipste das Licht an; ich konnte nicht lesen, knipste das Licht aus. Es wurde eine lange, unruhige Nacht.
Zum Glück war es Hochsommer. Bei Tagesanbruch ging ich zur Frühmesse, anschließend auf Wohnungssuche. An den Vermittlungsbüros hingen Schaukästen mit Angeboten. Am Bahnhofkiosk holte ich die Samstagszeitung, ich studierte die Inserate. Ich stellte keine großen Ansprüche bei meiner Wohnungssuche. Einziges Kriterium: Es musste billig sein. Ich hätte fast ein Zimmer gehabt, aber die Schwierigkeit war „für sofort, denn wir befanden uns mitten im Monat.
Erst gegen fünf Uhr nachmittags fand ich in der Nähe meiner Arbeitsstelle einen Raum besser gesagt eine Rumpelkammer. Ich war hochzufrieden und glücklich! Es war doch schwierig, in einer großen Stadt ein Dach über den Kopf zu bekommen.
Mir war mulmig, mit ungutem Gefühl in der Magengegend holte ich meine sieben Sachenab. Das niedere Gartentürchen war erstmalig geschlossen, ich stieg darüber. Die Haustür wurde mir vor der Nase zugesperrt. Ich klingelte, ich klopfte! Niemand öffnete. Wie ich so ratlos um mich schaute, sah ich am Gewächshauseingang meinen Koffer mit den Textilien, Büchern und Habseligkeiten. Ich bugsierte alles über das verschlossene Türchen und legte die Hälfte zur späteren Abholung an den Straßenrand. Es war kein angenehmer Abschied. Die Art des Rauswurfs wurmte mich sehr. Dennoch war ich erleichtert. Ich sagte mir, dass ich froh sein konnte, es überstanden zu haben, einmal wäre der Bruch ohnehin gekommen.
Von wegen überstanden, jetzt begann der Lindwurm erst zu krabbeln. Der Drachen der Rache suchte seine Befriedigung, suchte sein Opfer. Schon zwei Tage später wurde ich in meinem Betrieb zum Rapport bestellt, und zwar nicht zu meinem zuständigen Prokuristen Joos, sondern zum Generaldirektor Kimmich.
Die Anschuldigungen waren schwer. Mietschulden, Diebstahl; ich leugnete; er glaubte mir kaum. Inzwischen erfuhr ich, dass ein Verwandter der Frau Deihle im Führungsgremium saß. Mein zuständiger Prokurist Joos versuchte die betriebliche Belastung für mich zu reduzieren. Doch es kam noch dicker. Mein Hausherr eröffnete mir, dass die Polizei mich besuchen wollte, dass sie morgen nach Feierabend wiederkäme.


Der Autor
Martin Bühler wurde am 01.11.1973 in der kleinen schwäbischen Stadt Krumbach geboren.
Nach seiner Schulzeit studierte er Aquakultur und arbeitete mehrere Jahre in Italien und Spanien.
Seit dem Jahr 2001 lebt er an der westlichen Küste Nordfrieslands in der Nähe der Hafenstadt Husum.
Im Jahr 2011 fing er erstmals an, offen über das Thema Samenspende und Kinderwunscherfüllung zu sprechen und zu schreiben.
2012 schrieb er sein erstes Buch „Der Samenspender Martin1973“, anfangs veröffentlichte er als Selbstverleger, später über den Miller Verlag.
Danach folgten Ratgeber zur Kinderwunschthematik wie „Schwanger ohne Sex“ und „Familienglück durch private Samenspende“.
Zum Thema Kinderwunsch durch Samenspende entstanden zahlreiche Beiträge, u. a. bei Stern TV (RTL), Mona Lisa (ZDF) und Planetopia (SAT1).
Danach erfolgten Berichterstattungen des Axel Springer Verlages, u. a. in Bild der Frau und Bild.de.
Seine Begeisterung, bestehende Tabus in unserer Gesellschaft anzusprechen und öffentlich zu diskutieren, wuchs von Tag zu Tag. Mit seiner provozierenden Art, öffentliche Diskussionen anzuregen, gefällt ihm und wurde zur Passion. Die Themen sind mittlerweile umfangreich und vielschichtig.
Sein Motto ist: Das Leben schreibt die interessantesten
Geschichten.

Die aktuellen Blogs sind:
Weitere Infos über seine Autorentätigkeit finden


Martin Bühler, Schattenlicht Teil 2

eBook und Taschenbuch bei Amazon

21. März 2015

Enya Kummer, Victoria Suffrage, Hanspeter Ludwig, Wenn freche Wölfe Nebel pupsen



Der 1. Band der Reihe: Die Abenteuer von Stups und Moni

Stups ist ein besonderer kleiner Wolf. Fast sogar ein Wunderwolf, meint seine Tante Silberblick. Doch leider sehen es seine Bruder anders und ärgern ihn oft. Als Stups das Menschenkind Moni trifft, das sich verirrt hat, findet er endlich den Freund, den er sich schon lang wünschte. Obwohl es ihm die Wolfseltern verboten haben, nimmt er den kleinen Jungen mit zum Rudel. Als Moni dann auch noch bleiben darf, ist Stups der glücklichste Wolf der Welt. Die beiden Freunde haben viel Spaß. Doch am Tag von Stups' kleiner Wolfsprüfung läuft alles schief. Nicht nur, dass der Wolf die Prüfung vermasselt - gemeinsam müssen die Freunde ansehen, wie das Wolfsrudel entführt wird. Verzweifelt machen sich die beiden auf die Suche. Was werden sie wohl dabei erleben? Werden sie die Wölfe finden? Und wie kann Moni, der nicht einmal weiß, wer seine Eltern sind und sich nur an die Märchen seiner Großmutter erinnert, seinem Freund helfen? Ein lustiges Märchen voller Abenteuer und einer wunderbaren Freundschaft - ab 6 Jahren.


Eine Leseprobe zum Hören:




Rezension:


Ein Kinderbuch, wie ich es mir heutzutage vorstelle 
Keine süßlichen Illustrationen, im Gegenteil, sie sind überaus kraftvoll und eindringlich gestaltet von Hanspeter Ludwig und passen hervorragend zu den durchaus gefährlichen Abenteuern des Wölfchens und des Menschleins. Urängste, die in jedem von ihnen (und uns!) schlummern, werden wach, ohne dass die Leserschaft darunter leidet, aber ganz klar mitfiebert. 

Kinder brauchen Märchen 
schrieb einst Bruno Bettelheim, recht hat er! Bruno Bettelheims Beitrag zur Märchenforschung will Eltern und Lehrer ermutigen, Märchen »wieder die zentrale Rolle im Leben des Kindes einzuräumen, die sie jahrhundertelang innehatten«. Denn das Märchen setzt in einem viel tieferen Sinn als jede andere Lektüre dort ein, wo sich das Kind in seiner seelischen und emotionalen Existenz befindet. 
Und genau deswegen schätze ich Stups‘ und Monis Abenteuer, da auch althergebrachte Volksmärchen ihren Platz in der Geschichte haben. Man sollte diese Märchen nicht vergessen, sie sind wirkungsvoll und weitaus sinniger als die Computerspiele; das Gehirn wird aktiv angeregt. 

Das hat das Trio 
aus zwei Autorinnen und einem Illustrator richtig gut hinbekommen. Man lacht, sorgt sich, hat Angst und spürt Erleichterung, je nachdem, wo man sich gerade in der Geschichte befindet.

Ich hoffe sehr für dieses schöne Buch, dass sich viele kleine Leser finden, dass viele Eltern ihren Kindern das Buch vorlesen. Empfehlung!

Elsa Rieger







Enya Kummer, Victoria Suffrage, Hanspeter Ludwig, Wenn freche Wölfe Nebel pupsen. Maverick Verlag 

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