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Liebe Autorinnen und Autoren,
derzeit nehme ich keine Anfragen für Rezensionen
entgegen. Buchvorstellungen mit Leseprobe aber gerne jederzeit.

17. Dezember 2014

Florian Tietgen, Aus sich hinaus



Fünf Erzählungen, deren Erzähler eines gemeinsam haben. Ihr Coming out. 
Doch über dieses Bekenntnis zur Homosexualität hinaus haben sie sich weiteren Aufgaben zu stellen. 
Während Kolja wegen einer Wette nicht allein ins Hotelzimmer kommen darf, mus Felix sich mit der Lust daran, sich an anschauen zu lassen, anfreunden. 
Mika, muss sich der Frage nach seinem Vater stellen, Daniel muss die lautstarke Stille überwinden und Simon gleich um zwei Freunde kämpfen, um aus sich hinaus ins Leben gehen zu können und glücklich zu werden. 
Finden sie ihr Glück und ihre Liebe? 
Für Leser ab 14.


Rezension

Zu begreifen, dass man „anders“ ist
als die Freunde, Mitschüler, andere Sehnsüchte in sich trägt, sie selbst erst
verdauen muss, sich dazu zu bekennen, ist eines der Themen in Florian Tietgens Kurzgeschichten. Da geht es um Scham, Mobbing, Erwachen. Auch um pädophilen Missbrauch sowie um Bösartigkeit, deren Basis Verliebtheit ist.

Diese jungen Männer oder Jungs
in den Geschichten möchte ich alle an mein Herz drücken, ihnen ihre Verletzungen abnehmen. Das liegt wohl an der überaus sensiblen Annäherung des Autors an die verschiedenen Protagonisten. Bezaubernd Verehrung, dann Missverständnis und zuletzt wieder Klärung zwischen Maler und Modell (nur als Beispiel erwähnt).

Von intensiven, jedoch nie übertriebenen Bilder
und Emotionen getragen sind die mal kürzeren, mal fast in Länge von Novellen geschriebenen Ereignisse, die schlichtweg berühren. Zärtliche Wünsche, die man nicht wagt, in dem jungen Alter auszusprechen, da ist ein großes Hoffen, der andere möge Gedankenlesen können. Dazu schmerzvolle Erinnerungen an Schreckliches, welches niemals als Tageslicht kommen sollte, aber tränenreich aufbricht, sobald jemand einfach lieb zu der geplagten Seele ist.

Nicht immer geht die Rechnung auf.
In einer langen Geschichte kann einer der Jungs nicht verarbeiten, was ihm angetan wurde, trotz aller Bemühungen wird er letztlich ein tödliches Fazit aus seinem Leben ziehen. Diese Geschichte ist einfach großartig, meine Lieblingsgeschichte.  

Florian Tietgen ist ein ganz besonderer Autor, den ich wärmstens empfehle.


Elsa Rieger


Der Autor
Geboren wurde ich im November 1959 zehn Minuten nach meinem Zwillingsbruder. 1977 erlangte ich die mittlere Reife, an die ich eine Ausbildung zum Erzieher anschloss. Schon im zarten Alter von 13 auf den Brettern, die die Welt bedeuten, durfte ich früh Erfahrungen als Schauspieler, Inspizient, Regieassistent und Autor machen. Das alles trainiert die Empathie, geht es doch im Schauspiel auch darum, sich in Charaktere, in Mensch und Stücke hineinzufühlen und diese Gefühle für andere greifbar und plausibel zu machen.
Als Autor beschäftigte ich mich immer wieder mit der Seele des Menschen, mit den Auswirkungen, die ungewöhnliche und traumatisierende Ereignisse auf das Weiterleben haben. Dabei helfen der Blick auf das Alltägliche und die Fähigkeit, wie ein Schauspieler zu schreiben, sich also in die Rolle eines Protagonisten zu versetzen, sie zu fühlen und aus ihr heraus die Geschichte zu entwickeln.


Florian Tietgen, Aus sich hinaus

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16. Dezember 2014

Eon Lylac, Marie zwischen den Welten – Die Wächterin Pharea



Ein All-Age-Fantasy-Roman ab 10 Jahren

Nachdem ihre Mutter in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert worden ist, lebt Marie bei der von ihr ungeliebten Tante und deren Familie. Seither hat sich Marie verändert: ihr Haar ist weiß, die Haut fahl und ihre Augen sind schwarz geworden. Es scheint, als wäre jegliche Farbe von ihr abgefallen. Ansonsten verläuft ihr Leben auch nicht besonders gut: sie kämpft mit der rüden Art ihrer Tante, ihre Mitschüler setzen ihr zu und sie träumt regelmäßig von diesem beängstigenden grauen Haus.
Eines Tages taucht ein Mann auf, der ihr weissagt, sie habe eine große Aufgabe vor sich. Marie kann das anfangs nicht glauben, aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Mit ihrem neuen Freund Aron, den sie in der Schule kennenlernt, geht Marie bald auf eine abenteuerliche Reise.
Nach und nach erhält Marie Antworten auf einige ihrer Fragen. Jedoch tauchen immer mehr Rätsel auf, die unmittelbar mit ihrer Existenz zu tun haben: gibt es tatsächlich Parallelwelten? Wer sind diese Kinder, die sie finden soll? Und was ist mit ihrer Mutter wirklich geschehen?


Leseprobe:

Wie ein Geist glitt das Mädchen aus dem Nebel, stolperte vorwärts und versuchte sich zu erinnern, wo es war. Es dauerte ein paar Augenblicke, bevor das Mädchen Marie all die schwer greifbaren Fäden ihrer Gedanken zusammengerafft hatte, um sich bewusst zu machen, was sie hier tat. Benommen, aber wieder auf ihr Ziel konzentriert, folgte sie dem Weg.
Wie jeden Morgen ging Marie die Straße entlang, die von ihrem Haus zur Schule führte. Wie sie es hasste, früh aufzustehen. Ihr Herz schlug für die Nacht. Sobald es dunkel wurde, wuchsen ihre Lebensgeister, bis sie wieder ihre volle Größe angenommen hatten. Also immer dann, wenn es in der normalen Welt Zeit war, zu Bett zu gehen.
Seltsame befremdliche Welt, dachte sie. Warum läuft in meinem Leben alles verkehrt?
Der feuchtkalte Nebel, der die gesamte Umgebung in ein fahles Grau getaucht hatte, konnte ihre Verwirrung und ihre Lustlosigkeit nicht im Geringsten verbessern. Marie schüttelte den Kopf und öffnete krampfhaft die Augen, um ihre tiefsitzende Müdigkeit zu vertreiben. Es war eisig kalt. Sie zog sich rasch den Kragen über die Nasenspitze und stopfte ihr langes, dunkles Haar noch tiefer unter ihren Mantel. Eine unbestimmte Angst war das Einzige, was ihren Puls schneller schlagen ließ. Dieser Tag verhieß nichts Gutes. Müdigkeit, Kälte und Angst. Eine abscheuliche Kombination, die ihr die Entscheidung nicht gerade leichter machte, welchen jener drei Geister sie zuerst loswerden wollte.
Marie schaute sich um. Diese unbestimmte Angst ließ sich nicht abschütteln. Sie sah die lange Reihe der Häuser entlang. Ihr Blick schweifte über die ganze Umgebung, als sie in der Ferne eine Person erblickte. Vier Häuser weiter erkannte sie eine Gestalt. Marie kniff die Augen zusammen, um genauer zu erkennen wer da auf sie zukam. Mitten auf der Straße ging ein Mann und kam langsam näher. Obwohl er nur leichte, weiße Gewänder trug, schien er nicht zu frieren. Er winkte freudig und lachte über das ganze Gesicht. Eigentlich sah er ganz sympathisch aus, befand Marie. Doch Erwachsenen konnte sie nicht trauen.
Sofort verstärkte sich das seltsam anmutende Gefühl, das sie immer dann überkam, wenn Erwachsene vorgaben, etwas Gutes für sie tun zu wollen. In der Regel artete dieser Versuch in eine große Enttäuschung für sie aus.
Nichts wie weg, dachte sie und beschleunigte ihre Schritte. Wenn ich ihn abhänge, dann brauche ich mich erst gar nicht mit ihm zu beschäftigen.
Marie drehte den Kopf und stellte erleichtert fest, dass dieser eigentümliche Mann enttäuscht aufgab, hinter ihr her zu gehen. Er hatte offenbar wirklich versucht sie einzuholen.
Es ist besser so, dachte Marie. Wieso sollte ein wildfremder Mann versuchen, mit mir auf offener Straße zu sprechen? Erleichtert wendete sie sich wieder ihrem tatsächlichen Ziel zu.
Wie so oft war Marie in Gedanken versunken, als ihr Blick auf das graue Haus direkt vor ihr am Ende der Straße fiel. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, und der Anblick ließ die gefühlte Temperatur um ein paar Grade sinken. Dieses graue Ungetüm verlor nicht an Bedrohlichkeit, obwohl Marie beinahe jeden Tag daran vorbei ging. Warum hatte dieses alte, verlassene Gebäude eine solche Macht? Keiner wusste, was es damit auf sich hatte. Viele Bewohner aus der Nachbarschaft konnten so manch schauderhafte Geschichte darüber erzählen.
Am harmlosesten erschienen noch die Erzählungen von Verstorbenen, die sich von der Angst der Menschen nährten und jeden aussaugten, der dem Haus zu nahm kam.
Jedes Mal, wenn sie an diesem grauen Haus vorbei ging, hatte sie jedoch das unbestimmte Gefühl, sie müsse hineingehen. Als ob das Haus sie rufen würde.
In Gedanken versunken stand Marie nun direkt vor dem verfallenen Bauwerk. Ihr Blick wanderte über die unebene Fassade, die trüben Fenster und die verwitterten Fensterbretter. Eine Veranda erstreckte sich über den größten Teil der Front. Der Anblick wirkte beinahe einladend, wären nicht die dunklen Schatten und morschen Balken gewesen, die sich zu bewegen schienen. An den vergilbten Holzbrettern, die die gesamte Fassade überzogen, klebten vertrocknete Ranken einer Pflanze, die früher einmal versucht hatte, diesem Haus etwas Leben einzuhauchen. Marie beobachtete das graue Gebilde, das eine Seele zu besitzen schien. Ihr schauderte ein wenig und sie war gerade im Begriff ihren Weg fortzusetzen, als sie der Drang, dieses Haus von innen zu erkunden, neuerlich überkam. Obwohl es unheimlich war, hatte Marie Zeit ihres Lebens immer mehr Furcht vor Menschen verspürt als vor Geistern und Schauergeschichten. Sie beschloss, jeder Vernunft abzuschwören. Eine aufkommende Neugierde verdrängte ihre anfängliche Angst nahezu gänzlich.
Langsam hob sie einen Fuß und setzte ihn behutsam auf die erste Stufe des Treppenaufgangs. Voller Aufregung blickte sie zur Haustüre hinauf, die sie lautlos, aber nachdrücklich ins Innere des Hauses einlud.
Alles an diesem Haus war grau. Marie stellte sich vor, wie es mit etwas Farbe aussehen würde. Mit jeder Stufe stieg ihre Zuversicht und verwandelte sich zunehmend in erregte Begeisterung.
Wenige Schritte von der Haustüre entfernt hielt sie inne, um sich umzusehen. Neben der Türe sah sie ein Schild, auf dem in schwarzen Lettern etwas geschrieben stand. Neugierig, wem dieses Haus gehören könnte, kniff sie die Augen zusammen, um die Schrift besser lesen zu können. Langsam schienen sich die Buchstaben zu verändern und mit einem Mal konnte sie die Schrift ganz deutlich lesen.
»ZONYAHAMAR - Herrschaftshaus der Zonjasy«, stand da geschrieben. Vibrierend hallten diese Worte in ihrem ganzen Körper nach. ZONYA-HA-MAAAR. Marie zuckte zusammen. Schleichend wurde ihr bewusst, dass sie sich davor gefürchtet hatte, dieses Haus zu betreten. Ihre Angst loderte erneut auf. Eine geheimnisvolle Macht griff nach ihrem Herzen und presste es langsam, beinahe genüsslich, zusammen. Marie stockte der Atem. Tränen flossen über ihre Wangen. Sie empfand eine mächtige Welle des Schmerzes und der Trauer. Dunkle Gesichter und Gestalten tauchten vor ihrem inneren Auge auf. Dieser Schmerz stammte nicht von ihr. Eine unbestimmte Kraft hielt sie zurück, als sie flüchten wollte. Plötzlich strich ihr etwas über den Rücken. Eine leichte Bewegung, die ihr die Nackenhaare erneut aufstellte. Hastig blinzelte sie die Tränen fort und sah sich um.
Sofort setzte sie sich in Bewegung, direkt auf die Haustüre zu, die sie instinktiv anzog, um dort in Deckung zu gehen. Ihre ersten Schritte waren etwas unbeholfen, als wäre sie stundenlang bewegungslos dagestanden. Mit aller Macht zwang sie sich vorwärts, um dieser beklemmenden Situation zu entkommen. Bleischwer fühlten sich ihre Beine an, zogen sie hinab, als wollten sie ihr Vorankommen verhindern.
Schließlich stand Marie vor der Haustüre. Sie klopfte zaghaft. Abermals verstärkte sich der Druck dieser kalten Klauen in ihrer Brust. Nach Luft ringend hämmerte sie panisch an das morsche Holz. Stockend und knarrend öffnete sich die Tür. Marie blickte sehnsüchtig auf diesen dunklen Spalt in der Hoffnung, er möge sich vergrößern und dem Ganzen ein Ende setzen.
Kaum hörbar vernahm sie ein leises Klingeln. Sie blickte sich hastig um. Wo kam es her? Allmählich wurde das Klingeln lauter und plötzlich saß sie schweißgebadet in ihrem Bett. Sie benötigte ein paar Augenblicke, um zu sich zu kommen.
Verdammt, schon wieder dieser schreckliche Traum! Doch so weit wie diesmal war sie noch in keinem Traum an das Haus herangekommen.
(…)

Über die Autorin
Die Autorin Eon Lylac liebt die Farbe Lila, Tiere, Zeichnen und Schreiben. Viel mehr ist derzeit nicht über sie bekannt. Ist es aber nicht wesentlich interessanter ihre phantasievollen Geschichten zu lesen? Sie erzählen ohnehin mehr über sie, als ein gewöhnlicher Steckbrief. Begleitet sie in ihre Welten, lasst euch von ihren Ideen begeistern und findet neue Freunde in den Figuren, die sie schafft.

Mehr erfahrt ihr auf:


Eon Lylac, Marie zwischen den Welten – Die Wächterin Pharea

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6. Dezember 2014

Martin Bühler, Schattenlicht






Im Jahr 2001 entrümpelte ich nach vielen Jahren den Dachboden im Haus meines verstorbenen Vaters. In einer gut verschlossenen Holzkiste fand ich seine von ihm niedergeschriebene Lebensgeschichte. Ich setzte mich hin und begann zu lesen. Die Geschichten über die nostalgischen 20er Jahre, über die ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht hatte, begeisterten mich. Ich tauchte ein in die Armut der Nachkriegszeit, aber auch in eine Zeit, in der ideelle Werte die oberste Priorität hatten.





Leseprobe:

KINDHEIT
LAND UND DORF

Demjenigen, der im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte, standen turbulente Zeiten bevor. Wer von dieser meiner Generation in Ehren alt wurde, muss seinem Schöpfer danken. In Ehren alt zu, werden heißt in einer Zeit der regierenden Massenbewegung und des Mordens, sein Gewissen nicht belasten, seine eigene Persönlichkeit bewahren und zwischen Gut und Böse unterscheiden. Dafür sind und waren Askese, Selbstbeherrschung und Ehrfurcht vor der Kreatur die Grundlagen. Diese Grundelemente ethischer Begriffe konnten sich nur in einem Elternhaus entwickeln, in dem neben Geborgenheit auch Moral und einfache Frömmigkeit den Alltag prägten. Ich hatte das große Glück, in einem bäuerlichen Elternhaus aufzuwachsen, wo in harter Arbeit der kargen Scholle die Früchte der Erde abgerungen wurden. Die Freizeit bestand aus Gebet und Meditation. Meine Eltern waren nicht Erzieher, sie waren Vorbilder. Wenn man ein Jahr nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg in armselige Verhältnisse hineingeboren wurde, stand einem keine goldene Zukunft bevor.
Deutschland, mein Vaterland, lag siechend darnieder. Die Grenzen waren mit dem Blut der Soldaten getränkt. Wenn bei uns in der schwäbisch-bayerischen Hochebene der milde Westwind wehte, brachte er noch den Geruch verwesender Soldatenleiber aus Frankreich mit.
Diese Hochebene ist ein raues Land. Im Süden halten die Allgäuer Alpen die milden Südwinde ab; nur hin und wieder dringt der warme Föhn über die hohen Bergketten. Dann wechselt eisiger Frost über Nacht mit milder Luft aus dem Süden. Hart und rau ist nicht nur unser Klima; rau und herzlich ist auch dieser keltische Menschenschlag.
Geologisch ist unsere Landschaft geprägt vom Gebirge. Riesige Gletscher wälzten sich vor Jahrmillionen vom Faltengebirge der Alpen nordwärts zur Donau. Sie schufen unsere Täler, weite Täler, schmale Täler, kleine Schluchten, die sich nach Norden verbreitern und im Donauried verflachen. Jedes Tal von der Iller bis zum Lech hat sein eigenes Gepräge, seinen eigenen Fluss oder Bach oder sein eigenes Rinnsal. Im Süden, dem Alpenvorland, stehen die Bauernhöfe wie Burgen auf den Anhöhen. Saftiges Weideland ernährt braune Kühe.
Der Allgäuer Menschenschlag ist gemütlich, wortkarg und von geruhsamer Bedächtigkeit, denn reine Grünlandwirtschaft ist weniger arbeitsintensiv. Je weiter es ins Unterland geht, desto größer werden die Dörfer, desto abwechslungsreicher wird die Vegetation, umso intensiver die Landwirtschaft. In den Tälern hat man Wiesen, auf den Hügeln Ackerland, unterbrochen von herrlichen Wäldern. Hier gibt es für die Bauern keine Ruhepausen. Frühjahrssaat, Heu- und Getreideernte, Kartoffelernte, Waldarbeit. Das folgt drängend auf das andere. Hier im Unterland muss jeder arbeiten, sogar Kinder und Alte. Selbst das kleinste Rinnsal ist eingespannt in den Arbeitsprozess.
Schon tausend Schritte südlich meines Dorfes Balzhausen wird die quicklebendige Hasel gebändigt. Ein Holzwehr versperrt ihren Lauf, ihr Wasser wird in einen engen Kanal gepresst, wo es ein riesiges Wasserrad treiben muss, dessen Kraft mit Transmissionen auf die vertikal schwingenden Sägegatter übertragen wird. Baumstämme der umliegenden Wälder werden scharfkantig zu Balken, Brettern und Latten geschnitten. Das der Kraft beraubte Wasser erholt sich im ausgeaperten Gumpen, kreist ein paar Mal schäumend, bis es ruhelos weiterfließt und neue Kräfte schöpft. Schon am Südrand des Dorfes wartet der alte Müller Karl.
Gemächlich treibt er die Fallen runter, damit die Mühlsteine seiner alten Klappermühle angetrieben werden.
Der Mühlgumpen mit seinen alten Erlen ist Tummelplatz des Dorfes. Enten und Gänse streiten und lieben sich. Kinder baden. An lauen Sommerabenden waschen Bauernknechte ihre Ackergäule von Kopf bis Fuß. Anschließend durften wir Kinder durch die Schwemme reiten. Es war aufregend, wenn das Pferd den Boden unter den Füßen verlor und in Panik seinen Kopf über Wasser hielt und seine Nüstern blähte. Wie oft ist es vorgekommen, dass ein Pferd scheute, den Reiter abwarf, sich an der ausgefransten Böschung hoch strampelte, durchs Erlengebüsch zwängte, bis es wieder festen Boden unter den Beinen hatte und im Galopp durch die Dorfstraße zum heimatlichen Stall preschte, eine Staubwolke hinter sich lassend.
Außerhalb des Dorfes war der Bach frei. Er schlängelte sich durch Wiesen und Auen, mal schmal, mal breit, mal seicht, mal tief. Wenn es ihm unter schattigen Erlen oder buschigen Weiden gut gefiel, verweilte er in tiefen Gumpen. Die Zeit war für ihn kein Begriff. Nur das Gefälle, die Schwerkraft, beflügelte sein Temperament.
Mochte er sein altes Bett nicht mehr, suchte er sich einen neuen Lauf. Niemand steckte ihn in eine Zwangsjacke. Seine Nährväter waren Regen und Schnee. Wenn er wild und wütend war, verweigerte er jede Arbeit. Er überschwemmte Wiesen und Felder, und wenn ihm Müller und Säger seinen Lauf nicht freigaben, zerriss er Wehre und Böschungen. Ein Abglanz der Urkraft der Naturgewalten.
Nach dem Mühlgumpen, innerhalb des Dorfes, musste er sich schwäbischer Ordnung fügen. Schnurgerade, mit gleichmäßigem Gefälle gezirkelte Uferböschungen bestimmten seinen Lauf. Hatte er einmal mehr Wasser, wurde dies am Ablass ins kleine Bächle geleitet. Die untere Kunstmühle mit ihrem Betonwehr und einer hochmodernen Turbine zeigte ihm die Macht der Technik, an der er sich nicht mehr vorbeimogeln konnte. Sanft und willenlos floss er vorbei an Häusern und Hausgärten. Mächtige Erlen säumten seinen Lauf, ihre roten Wurzelbüschel sicherten die Ufer.
Unterspülte er einmal einen altersschwachen Baum, wurde die Böschung mit Faschinen – Weidenbündeln – wieder geflickt. Wer wollte schon einen Meter Gartenland freiwillig hergeben?
Jedes angrenzende Haus hatte am Bach sein Bänkchen, ein etwa ein Quadratmeter großes Holzpodium, das vom Ufer wenige Zentimeter über dem Wasser in den Bach ragte. Hier herrschte immer rege Betriebsamkeit. Man holte Gießwasser für den Garten, für die Viehtränke, zum Kartoffelwaschen. Kam man an Regentagen mit lehmverschmierten Schuhen heim, streckte man einen Fuß nach dem anderen ins Wasser und säuberte mit einem Reisigbesen die Schuhe. Meine Mutter kniete manche Stunde auf dem Bänkchen, neben sich eine große Zinkwanne, in der die Wäsche mit Soda eingeweicht, mit Schmierseife gewaschen und anschließend im Bach gespült wurde. Nahezu alle im Dorf kam mit der großen Wäsche an den Bach.
Was das spärliche Waschmittel und der Bach nicht schafften, vollendete die Sonnenbleiche. Schon zu Zeiten meiner Mutter war weiße Wäsche der Gradmesser für die Fähigkeiten einer. Hausfrau. Das bisschen Seife und Pottasche hat der Bach schadlos verdaut. Deswegen konnten wir Kinder gefahrlos ober- und unterhalb der Waschstellen Bachwasser trinken.
Die direkten Angrenzer entledigten sich ihrer kleineren Schlachtabfälle von Hasen und Hühnern meist auf die gleiche Weise. Forellen und Hechte rissen sich darum.
Wenn mal tote Ferkel oder sonstiges Kleingetier am Mühlrechen angeschwemmt wurden, schimpfte zwar der Knecht, gab aber hinter dem Rechen die unliebsame Fracht dem Bach wieder zurück. Bis zum nächsten Müller war sie eine willkommene Beute von Wasserratten, die auch eine sanierende Funktion am Bach haben.
Im Dorf wie in der Familie war alles so einfach. Wer zur Feldarbeit fähig war, bemühte sich ums tägliche Brot. Kinder und Alte versorgten Hof und Haushalt, jeder wurde gebraucht, niemand war überflüssig. Gebrechliche Alte saßen vor ihrem Austragsstübchen, wiegten den Kinderwagen oder strickten. Alles wurde weiterverwendet, selbst zerschlissene Stoffreste wurden zu schmalen Streifen zusammengenäht, zu großen Knäueln aufgewickelt und zu einem Weber in der Nachbargemeinde gebracht, der in den Wintermonaten bunte Fleckerlesteppiche knüpfte, schmucke Bodenbeläge für die „gute Stube.“
Leider hatte ich keine Großeltern am Hof. Deshalb hatten wir Kinder noch mehr Arbeit, noch mehr Verantwortung. Kartoffeln für die tägliche Schweinefütterung waschen, spülen, den Hof kehren, die Hühner füttern, Schuhe putzen und dabei noch Kindsmagd machen bei meiner kleinen Schwester. Wehe, wenn nicht alles sorgfältig getan wurde. Meine Mutter forderte mich erbarmungslos. Obwohl wir in den Sommermonaten schon um 12 Uhr die Schule verließen, blieb nicht mehr viel Freizeit. Bummeln bei der Arbeit war da nicht mehr drin. Wer als Kind die leichten, doch umfangreichen Arbeiten bewältigen muss, wird zeitlebens die Arbeit der Hausfrau respektieren.
Wie sah das Dorf meiner Kindheit aus? In der Mitte stand die alles überragende Kirche mit ihrem Zwiebelturm, Zeichen bäuerlicher Frömmigkeit und barocker Lebensfreude – die Seele des Ortes. Hoch auf der Turmspitze ein goldener Wetterhahn als Filigranarbeit handwerklicher Schmiedekunst, Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit, Schutz vor Feuersbrunst und Blitzschlag. Seine Farbnuancen wechselte er mit dem Wetter. Glänzte er golden, prophezeite er beständiges gutes Wetter. War seine Farbe stumpf und matt, ist Regen im Anzug. Alte Erzählungen berichteten, dass der bayerische Hiasl sich erdreistet hatte, vom Dorfrand aus den Hahn abzuschießen. Auf alle Fälle zeugte ein Durchschuss von einem Attentat auf ihn.
Als Hof des Friedens umlagerten Gräber die herrliche Kirche. Eine hohe Mauer schirmte die Toten von der Straße, von der Hektik des Alltags ab. Eine Straßenseite daneben Schulhaus und Pfarrhof: Bildungszentrum und geistige Führung, Gehirn des Dorfes. Einen Steinwurf entfernt im Osten Brauerei und Gasthof „Krone“, im Süden Gasthof „Adler“, im Westen das „Deutsche Haus.“ Weit ausladende schmiedeeiserne Symbole reichten von den Giebelwänden bis in die Straße. Ein Hauch von Tradition. Ein nahtloser Übergang von geistiger Erbauung zu weltlichen Genüssen. Alles, was die Kirche an Sakramenten spendete, von der Taufe bis zur Beerdigung, wurde im weltlichen Bereich besiegelt.
Eine geharnischte Sonntagspredigt war im Dunst von Rauch und Bier sehr schnell verdaut. Nach einer qualvollen Osterbeichte löste erst der Alkohol die Zungen.
Nur eine Handvoll Großbauern waren entlang der Dorfstraße verstreut. Dazwischen duckten sich bescheidene Söldnerhäuser. Mehr als einen Kilometer musste man gehen, um das Dorf von Süden nach Norden zu durchqueren. Zwischen Dorfstraße und Bach siedelte der Rest der Kleinbauern. Sonst waren es meist große gepflegte Häuser, zweistöckig, weiß getüncht mit grünen Fensterläden. Die Fenster waren klein und zahlreich. Jeder Flügel war noch gevierteilt mit kleinen Sprossen. Steile Giebel, die mit einem schmalen Gesimse knapp am Mauerwerk endeten. Jedes Gehöft hatte Hofraum, Garten und Blumenrabatte. In irgendeiner Ecke stand ein mickriges Austragsstübchen, wo die Alten auf den Tod warten.
Die Bauernhäuser waren groß und geräumig, der Giebel zeigte jeweils zur Straßenseite. Eine massive Haustür führte in den Gang, der sich quer durch das Gebäude bis zum hinteren Ausgang erstreckte. Neben der Haustür ein kleines Guckfenster, die einzige Lichtquelle für den Hausgang. Rechts des Flurs die „gute Stube“, dahinter die Küche, die im Sommer auch als Wohnraum diente. Links des Flurs eine massive Holztreppe, die in vielen Stufen zu den Kammern, den Schlafräumen führte. Hinter der Treppe die Stalltüre, das Bindeglied zwischen Menschen und Tieren. Vom oberen Gang, Sohler genannt, ging noch eine Treppe zum Dachboden, wo das Korn in Dauten gelagert wurde, Bretterabgrenzungen für Weizen, Roggen, Hafer und Gerste.
Im Pfründehaus beschauliche Stille, auf dem Bauernhof pulsierendes Leben: gackernde Hühner, muhende Kühe, tobende Kinder, drei Generationen in einer Gemeinschaft, alle aufeinander angewiesen, vom werdenden Leben bis zum siechenden Ende. Für die Kleinhäusler war es ein ehernes Gesetz: Früh heiraten, damit man bald Kinder zur Arbeit hat, wenn die Alten nicht mehr helfen können. Für die Bauern erübrigte sich diese Einstellung, denn sie hatten Knechte und Mägde und waren auf Kinderarbeit nicht angewiesen. Deshalb die logische Folgerung: Je größer der Bauer, desto kleiner die Kinderschar, je kleiner der Bauer, desto größer die Zahl der Nachkommen.
Jedes Lebewesen braucht zu seiner Entwicklung Ruhe, Zeit und Geborgenheit. Wo gab es diese Voraussetzungen besser als in der Landwirtschaft. Wenn der Acker durch Düngen, Pflügen, Eggen und Graben auch noch so sehr strapaziert wurde, betrat ihn doch keiner mehr, sobald die Saat in die schützende Erde eingelegt war. Saat und Unkraut keimten und wuchsen in einer Gemeinschaft. Erst wenn das Getreide kniehoch stand, begann das Jäten, eine mühsame Arbeit. Es war keine Vernichtungsaktion, sondern eine selektive Auslese. Disteln, großblättriger Sauerampfer, Ackerwinden und alle rücksichtslosen Senkrechtstarter, die das Getreide überragten, ihm Licht, Kraft und Nahrung nahmen, wurden ausgerissen, ausgestochen. Für mich war es immer eine Genugtuung, wenn ich eine ausgestochene Distel am Ackerrain liegen sah, kraftlos, welkend, sterbend.
„Freund, du kannst mich bei der Getreideernte nicht mehr stechen.“ All die bescheidenen Bodendecker wie Stiefmütterchen, Vogelmiere und Veronica, die im Schatten des Getreidefeldes dahinvegetierten, wurden wohlwollend in der Lebensgemeinschaft belassen. Nicht nur die Pflanzen, auch die Tiere lebten ohne Leistungsdruck in Ruhe und Freiheit, eingebunden in die Lebensgemeinschaft Bauernhof. (...)

(...)
Ruhe und Zeit wurden dem keimenden Korn bis zur Reife gegeben. Es musste weder Spritzmittel noch mästenden Kunstdünger verdauen. Nestwärme und freien Auslauf ohne Leistungsdruck durch Kraftfutter erlaubte man den Hühnern. Genauso erfolgte die Aufzucht der Kinder. Schon die Geburt ging ohne große Umstände vor sich. Wenn die Mutter plötzlich fehlte, konnte mein Vater so nebenbei sagen: „Kinder, seid nicht so laut, die Mutter liegt im Bett, ihr ist nicht ganz gut.“ Uhls Hebamme, die gleich in der Nachbarschaft wohnte, kam sie besuchen, eine ausgefranste Tasche im Arm. Fremder Lysolgeruch durchströmte das ganze Haus. Hörte man dann ein helles Kinderschreien, so kam der Vater: „Kinder, der Storch hat ein kleines Brüderle gebracht.“ Wir gaben uns damit zufrieden. Eine Geburt war nichts Außergewöhnliches, sie wiederholte sich fast jedes Jahr, wie Frühling und Herbst. Ein Tribut frommen Gehorsams.
In den folgenden Wochen besuchten uns die Nachbarsfrauen. Sie kamen zum Kindbettschenken. Obligatorisch waren eine Mark oder ein Kinderjäckchen. Meistens konnte sich meine Mutter noch im gleichen Jahr revanchieren. Nach ein paar Wochen kamen die Basen aus Mindelzell und Thannhausen zur sonntäglichen Taufe. Sie waren bei allen Kindern die Taufpaten – das Dotle. Bei meinen jüngeren Geschwistern habe ich diese Zeremonie miterlebt. Allerdings interessierten mich nur das gute Essen und die Bonbons.
War die Taufe im Sommer, so blieb die Mutter einige Wochen daheim beim Kind. Später wurde der Säugling mir anvertraut. Es gab eine genaue Anweisung: Die Milch abkochen, in die Flasche gießen und solange die Flasche in kühles Wasser halten, bis sie handwarm ist. Windeln zum Wickeln lagen genug bereit. Mutter ging ja nur am Nachmittag für einige Stunden aufs Feld.
Sobald die Mutter fort war, störte mich das Schreien des Säuglings nicht mehr. Aber kurz vor ihrer Rückkehr umsorgte ich ihn, gab ihm den Schnuller, bei uns Zapfen genannt, legte ihn trocken und schaukelte die große Kinderchaise, nur damit sie ihn friedlich antraf. Denn sonst wäre eine Missstimmung aufgekommen, die mir selten gut bekam.
Eine Bauersfrau mit einer Schar kleiner Kinder hatte schon Unmenschliches zu leisten. Feld-, Stall- und Hausarbeit und dann noch Kinder versorgen. Meine Mutter war zudem noch sehr akkurat. Es türmten sich oft Berge von Wäsche. Ich hörte meinen Vater beim Morgenessen oft fragen: „Mutter, du bist ja heut gar nicht im Bett gwesa?“ „Ach, i hab aufm Kanapee a bissle knoarat (gedöst).“ Schlimm war es in einem eisigen Winter. Die gute Stube war ein Krankenlager für vier Kinder. Keuchhusten und Lungenentzündung. Selbst der Arzt war hilflos. Diese Erstickungsanfälle, begleitet von hohem Fieber brachten Mutter und Kinder zur Verzweiflung. Ich als Ältester bekam am meisten mit. Meine Mutter kam über einen Monat nicht aus ihren Kleidern, denn mein Vater war in der Krankenpflege ungelenk.
Wie oft sprang meine Mutter mitten in der Nacht zur Stubentür hinaus und schrie markerschütternd: „Vater, komm schnell, der Ulrich erstickt!“ Oder: „Schnell, der Wilhelm erstickt.“ Es waren meine zwei jüngsten Brüder. Ich sah die blauen Gesichter nach Luft ringen.
Tag für Tag, Woche für Woche das gleiche Martyrium und keine Besserung. In einer Woche starb Ulrich, in er nächsten Wilhelm. Tränen – Schmerzen – Verzweiflung. Der Mailingerschreiner brachte jeweils ein weißes Särgchen, man legte es mit dem Kind in den Sohler, nach drei Tagen kam der Totengräber, nahm es unter den Arm und brachte es zur Beerdigung auf den Friedhof, denn ein Leichenhaus kannten wir nicht.
Ein frostiger Winter – ein großes Kindersterben. Kurz waren die Freuden der Taufe, lang die Schmerzen der Trauer!
Viele Monate herrschten Totenstille, Niedergeschlagenheit und Kummer im Haus. Wir Kinder waren brav, folgsam wie noch nie. Wenn meine Mutter abends am Tisch saß und versonnen strickte, brach sie plötzlich in Tränen aus: „Zwei Buben auf einmal!“ Mein Vater legte wortlos sein Buch beiseite, weil seine Augen wässrig waren. Wir Kinder weinten mit. Bei jedem Abendgebet wurden die beiden toten Brüder mit eingeschlossen. Meine Schwester Hedwig, die schon seit Jahren bei Bauern diente, kam am Sonntagnachmittag mit ihren Freundinnen, denn unser Haus war für sie die einzige Begegnungsstätte, „Heimgarten.“ Die sonst kichernden lebenslustigen Mädchen waren ernst und bedrückt. Wo früher Dorfneuigkeiten und Klatsch die Unterhaltung gewürzt hatten, kreiste jetzt das Gespräch um die verstorbenen Kinder. Wie nett sie gewesen waren, welche blauen Augen sie gehabt hatten usw.
Wenn meine Mutter am Bach Wäsche schrubbte, kam die Mailingerin, ansonsten eine derbe Frau, und tröstete sie: „Schau Marie, die Kinder sind im Himmel, des sind Engela; wer weiß, was sie hättat no mitmacha müssa, mir gehat sowieso schlechte Zeiten entgegen. Aber gelt, wenn ma’s amaul hat, dann will ma’s nimmer hergeba. Dr liabe Gott wird scho gwisst hau, warum er’s gholt hat.“ Anteilnahme und frommes Gottvertrauen linderten solche Schicksalsschläge. Unser Dorf war abgekapselt von der Außenwelt, ohne die Ablenkung durch öffentliche Medien. Da schwangen die Wellen des Schmerzes sehr lange, bis sie von der Zeit geschluckt wurden. (...)


Der Autor
Martin Bühler wurde am 01.11.1973 in der kleinen schwäbischen Stadt Krumbach geboren.
Nach seiner Schulzeit studierte er Aquakultur und arbeitete mehrere Jahre in Italien und Spanien.
Seit dem Jahr 2001 lebt er an der westlichen Küste Nordfrieslands in der Nähe der Hafenstadt Husum.
Im Jahr 2011 fing er erstmals an, offen über das Thema Samenspende und Kinderwunscherfüllung zu sprechen und zu schreiben.
2012 schrieb er sein erstes Buch „Der Samenspender Martin 1973“, anfangs veröffentlichte er als Selbstverleger, später über den Miller Verlag.
Danach folgten Ratgeber zur Kinderwunschthematik wie „Schwanger ohne Sex“ und „Familienglück durch private Samenspende“.
Zum Thema Kinderwunsch durch Samenspende entstanden zahlreiche Beiträge, u. a. bei Stern TV (RTL), Mona Lisa (ZDF) und Planetopia (SAT1).
Danach erfolgten Berichterstattungen des Axel Springer Verlages, u. a. in Bild der Frau und Bild.de.
Seine Begeisterung, bestehende Tabus in unserer Gesellschaft anzusprechen und öffentlich zu diskutieren, wuchs von Tag zu Tag. Mit seiner provozierenden Art, öffentliche Diskussionen anzuregen, gefällt ihm und wurde zur Passion. Die Themen sind mittlerweile umfangreich und vielschichtig.
Sein Motto ist: Das Leben schreibt die interessantesten
Geschichten.

Die aktuellen Blogs sind:
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Martin Bühler, Schattenlicht