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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

1. März 2017

Xenia Hügel, Meine Wege – Gedichte



Buchbeschreibung:

Die Steine auf unserem Lebensweg...
Was gilt ist aufzustehen, diese aus dem Weg zu räumen, sich nicht von dem eigenen Glück, von dem persönlichen Lebensweg abbringen zu lassen.
 
Das übergeordnete Thema des Lyrikband „Meine Wege“ drängt auf den Glauben an sich selbst, die Hauptrolle im eigenen Leben zu spielen.
 
Am Ende unseres Lebens sollten wir sagen können, dass das Leben wunderbar war und man als Unikat sein Bestes gegeben hat. Lebe und sterbe glücklich! Mut wird schließlich immer belohnt.





Leseprobe:

DIE KRÄFTIGUNG DER SEELE

Ein absolut sicheres Wissen,
liegt in der Weisheit des Herzens.

Verstand und Gefühl in Kombination
nennt sich Intelligenz.
Sie wohnt in der Kategorie Moral.

Es kommt darauf an, was du tust.
Bestimme dein Handeln
nach dessen Folgen.
Es ist Teil der Gleichung
und betrifft alles.

Erhöhung des Innenlebens,
Überschreitung der Grenzen:
Schalte die Fantasie ein.

Die Kraft breitet sich aus,
durchdringt die ganze Welt.
Sieh die Sonne bei Nacht.
  



Rezension

Lyrik ist ein sehr subjektives Erlebnis
für den Leser, hat viel mit „Geschmackssache“ zu tun, viel mit dem, was der Leser selbst erlebt hat, wo er sich wiedererkennen kann.

Die Autorin schreibt ihre Gedichte
vorwiegend in der offenen Form, es handelt sich vielfach um innere Zweifel oder deren Klärung. Auch um Hoffnungen, Liebe, Naturbetrachtungen. Ein bunter Themenstrauß, der sich für mich durch Ruhe und Gefasstheit auszeichnet.
Die Leidenschaft ist nicht offensichtlich; scheinbar kühl und in wohlgesetzten Worten sind die Zeilen verfasst. Liest man aber ein Gedicht mehrmals, spürt man die Gefühle zwischen den Zeilen auf.
Ein gelungener Gedichtband.

Elsa Rieger


Die Autorin

Xenia Hügel, Geburtsjahr 1983, wohnhaft im bay. Odenwald.
Bisherige Arbeiten
Weiss + Schwarz = Grün
Enie die gute Nacht Elfe
Meine Wege
div. Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitungen


Xenia Hügel, Meine Wege – Lyrik



31. Dezember 2016

Bea Hiu, Kysano



Erde,Licht und Dunkel ist der erste Band des Mehrteilers über den Machtkampf zwischen Hell und Dunkel in der Welt Kysano.

Einst war Kysano eine prachtvolle Welt, deren Bewohner in Frieden zusammenlebten. Heute aber breitet sich das Böse immer mehr aus und gemäß einer uralten Prophezeiung gibt es nur eine Person, die verhindern kann, dass Kysano von der Dunkelheit verschlungen wird. Diese Person ist Leeza, die allerdings keine Ahnung von der Existenz Kysanos hat. Sie wurde auserwählt, die Schlüssel zu dem einen Artefakt zu finden, das angeblich die Rettung bringen soll.

Aus heiterem Himmel wird Leeza aus ihrem bisherigen Leben herausgerissen und findet sich in einer ihr völlig fremden Welt voller Magie, Illusionen, Geheimnissen und Gefahren wieder. Während sie noch daran arbeitet, sich in Kysano einzuleben und mit Hilfe ihrer neuen Verbündeten auf die Mission vorzubereiten, überschlagen sich die Ereignisse, und die Suche nach dem ersten Schlüssel beginnt.

Leseprobe Band 1
Auszug 2. Kapitel

... Sobald sie durch das Portal getreten waren, bildete sich über ihnen ein farbiger Kreis, der sich langsam auf sie nieder senkte. Leeza hörte plötzlich Stimmen, die Worte in einer Sprache flüsterten, die sie nicht verstand. Der Kreis hatte sie jetzt ganz umfangen, begann sich zu drehen, und sie hatte das Gefühl, aus großer Höhe hinabzufallen. Dann hörte das Drehen unvermittelt auf, Leeza fühlte wieder Boden unter den Füßen. Der Kreis hob sich und gab sie frei. Syvenia wandte sich dem Portal zu, machte mit den Händen eine schnelle Bewegung von unten nach oben und es löste sich langsam auf.
Danach sah Syvenia Leeza lächelnd an und machte eine weitausholende Geste. „Wir sind in Kysano angekommen, Leeza. Willkommen daheim.“
Leeza sah sich neugierig um. Sie waren auf einer Waldlichtung gelandet. Das Sonnenlicht brach nur spärlich durch das dichte Grün der Bäume und tauchte alles in ein gedämpftes Licht. Obwohl auf Leeza alles ruhig und friedlich wirkte, sah Syvenia beunruhigt aus und blickte sich prüfend um.
„Wir müssen dringend von hier weg. Komm schnell.“ Sie wandte sich um und ging voraus.
Leeza, die Syvenias Eile nicht verstand, folgte ihr nur zögernd. Als aber sogar Jeera sie immer wieder von hinten stupste, sagte sie: „Ist schon gut, ich beeile mich ja schon“, und lief hinter Syvenia her, die am Rand der Lichtung ungeduldig auf sie wartete. Sie gingen durch den Wald, wobei sie keinem Weg folgten, sondern sich quer durch das Gestrüpp schlugen. Obwohl der Wald immer dichter wurde, schien Syvenia sehr genau zu wissen, wohin sie wollten. Leeza hingegen hatte schon lange jede Orientierung verloren. Sie schaute sich nach Jeera um und fragte sich, ob er ähnlich empfand. Gern hätte sie Syvenia gefragt, wohin sie eigentlich wanderten, da sie aber spürte, dass jetzt nicht die richtige Zeit war, um Fragen zu stellen, folgte sie ihr schweigend. Es war klar, Syvenia lag viel daran, schnell voranzukommen, denn immer wenn Leeza etwas zurückblieb, trieb die Magierin sie sofort an.
Als Leeza einmal nach dem Grund für die Eile fragte, antwortete sie nur kurz angebunden: „Es ist nicht sicher hier.“

Während sie voranschritten, betrachtete Leeza die Bäume und Sträucher. Nur einige davon waren ihr vertraut. Es gab verschiedenfarbige Laub- und Nadelbäume, und zu ihrem Erstaunen entdeckte sie auch solche, die eine Mischung aus beidem waren. An den Stämmen der Mischlinge rankte sich hellgrüner Efeu empor, während sich auf den anderen vereinzelt Pilze angesiedelt hatten. Es wuchsen auch unzählige Farne, die in der Färbung von knallrot bis dunkelgelb reichten, und an manchen Stellen war der Boden von türkisfarbigem Moos bedeckt. Die halbhohen grünblauen Sträucher waren schwer beladen mit hellblauen Beeren. Ob die wohl essbar waren, fragte Leeza sich, und wenn ja, wonach sie schmeckten.
Nach einer Weile fiel ihr auf, dass die Bäume immer enger beieinanderstanden und deren Äste hoch über ihren Köpfen ein dichtes vielfarbiges Dach bildeten, sodass kaum noch Sonnenlicht durchkam. Leeza merkte, dass sie langsam hungrig wurde, und hätte gerne gewusst, wie weit es noch war, traute sich aber nicht, danach zu fragen, denn je dichter der Wald wurde, desto wurde Syvenia. Sie schien etwas zu suchen und Leeza befürchtete, sie hätten sich verlaufen. Mittlerweile kamen sie kaum mehr vorwärts, weil die Sträucher und Bäume so dicht wuchsen. Die Luft war so dick, dass sie kaum mehr atmen konnte.
Syvenia blickte sich immer wieder nach ihr und Jeera um, wohl um sich zu vergewissern, dass sie ihr noch folgten. Nachdem sie sich gefühlte Stunden durch das Dickicht geschlagen hatten, blieb Syvenia unvermittelt stehen, blickte sich prüfend um und führte sie dann schnell durch eine kaum sichtbare Öffnung in einem hohen, stacheligen Gestrüpp auf eine kleine versteckte Lichtung.
„Hier werden wir rasten und den Morgen abwarten. In der Dunkelheit zu wandern, ist zu gefährlich“, sagte sie. „Warte hier, ich bin gleich zurück. Mir ist klar, du musst sehr müde sein, aber du darfst nicht einschlafen, bis ich zurück bin.“ Dann wandte sie sich zu Leezas Erstaunen an Jeera. „Du passt auf, dass Leeza nichts geschieht. Ich bin bald wieder da.“
Syvenia verschwand im Wald, und Leeza setzte sich ins weiche Gras. Sobald sie auf dem Boden saß, merkte sie, wie müde sie war. Sie hatte das bisher nicht gespürt. Auch war ihr gar nicht aufgefallen, dass mittlerweile die Dämmerung eingesetzt hatte. Waren sie wirklich so lange unterwegs gewesen oder verging die Zeit hier schneller? Sie streckte die Beine aus und betrachtete Jeera, der sich neben ihr auf dem Boden niederließ, nachdenklich. Er war ihr Begleiter seit Kindertagen und das Einzige, das ihr von ihrer alten Welt geblieben war...


Band 2

Geheimnisse und Illusionen ist Band 2 des Mehrteilers über den Machtkampf zwischen Hell und Dunkel in der Welt Kysano.

Einst war Kysano eine prachtvolle Welt, deren Bewohner in Frieden zusammenlebten. Heute aber breitet sich das Böse immer mehr aus und gemäß einer uralten Prophezeiung gibt es nur eine Person, die verhindern kann, dass Kysano von der Dunkelheit verschlungen wird. Diese Person ist Leeza, die allerdings keine Ahnung von der Existenz Kysanos hat. Sie wurde auserwählt, die Schlüssel zu dem einen Artefakt zu finden, das angeblich die Rettung bringen soll.

In Band 2 sind Leeza und Jizahan durch das Portal in die Illusion der Erdmagier gelangt, um dort nach dem Erdschlüssel zu suchen. Da die Prophezeiung nur spärliche Details preisgibt, begegnen ihnen auf ihrem Weg schier unüberwindbare Hindernisse und tödliche Gefahren. Nach vielen Täuschungen, Rätseln und Kämpfen erreichen die beiden Mädchen endlich den Ort, an dem der Schlüssel vor hunderten von Jahren verborgen wurde, und wähnen sich am Ziel ihrer Mission, nur um festzustellen, dass schon wieder nicht alles so ist, wie es scheint. In der Schule der Lichtmagier werden währenddessen Feinde ausgeschaltet, geheime Pläne verfolgt und Allianzen gebildet.

Leseprobe Band 2
Auszug 1. Kapitel

...Schon hasteten sie weiter den Hang hinauf, wobei sie sich immer wieder gegenseitig stützten, um nicht abzurutschen. Etwa fünf Meter unter der oberen Kante mussten sie anfangen zu klettern.
Als sie fast oben angekommen waren, hörten sie ein fernes, heiseres Krächzen, und ein Blick hinauf zum Himmel machte ihnen deutlich, worauf ihre Verfolger gewartet hatten.
Entsetzt starrten sie auf die vier schnell näher kommenden riesigen Vögel und waren für einen Moment unfähig, sich zu bewegen. Dann schüttelte Leeza die Starre ab, griff nach Jizahans Hand und zog sie hinter einen großen Felsen. Dort duckten sie sich, so tief sie konnten, um sich vor den suchenden Augen der Vögel zu verbergen.
Obwohl sie noch weit weg gewesen waren, als die Mädchen in Deckung gingen, dauerte es nicht lange, bis die Vögel über ihr Versteck hinwegflogen. Sie kreisten einige Male über ihnen und landeten dann ein Stück von ihnen entfernt.
Kaum wagten sie zu atmen, doch sie konnten der Versuchung nicht widerstehen, den Kopf leicht anzuheben, um die Vögel genauer zu betrachten. Sie waren etwa fünfmal so groß wie normale Adler, hatten schwarz-gelbe Federn, lange, spitze Krallen und einen scharfen, gekrümmten Schnabel. Die durchdringenden gelben Augen glitzerten bösartig und ihr schauriges Krächzen schmerzte in den Ohren der Mädchen.

Die Raubvögel suchten die Gegend ab, waren aber offenbar nicht in der Lage, die beiden zu sehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit gab einer von ihnen das Zeichen zum Aufbruch. Sogleich breiteten alle die riesigen Flügel aus, stiegen hinauf in den Himmel, drehten noch eine Runde über den Köpfen der Mädchen und flogen dann zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Leeza und Jizahan blieben so lange hinter den Felsen gekauert, bis die Greifvögel nur mehr kleine Punkte am Horizont waren. Dann spähten sie vorsichtig hervor, um nach ihren Verfolgern zu sehen, aber glücklicherweise waren auch die verschwunden.
„Das war extrem knapp. Was meinst du, wieso konnten sie uns nicht entdecken?“, fragte Jizahan mit bebender Stimme.
„Vielleicht hängt das mit unseren Kleidern zusammen. Syvenia sagte doch, dass der Farbton sich so verändert, dass er uns nach Möglichkeit verbirgt, erinnerst du dich?“
„Ja, das wird es wohl sein. Ich habe das Gefühl, es ist eine Ewigkeit her, dass sie das sagte, obwohl nur wenige Stunden seither vergangen sind. Jedenfalls sollten wir weiter hinaufklettern und sehen, was in dem Krater ist oder was meinst du, Leeza?“
„Einverstanden, schließlich hat uns das geheimnisvolle Pfeifen hierhergeführt und uns vor den schrecklichen Gestalten gerettet. Außerdem finde ich, wir sind hier draußen viel zu stark exponiert. Wer weiß, was sonst noch alles auf uns lauert.“
„Was im Krater auf uns lauern könnte, wissen wir auch nicht, aber noch schlimmer kann es ja wohl nicht werden. Was waren das überhaupt für Gestalten, die uns verfolgt haben?“
Leeza antwortete mit einem Schulterzucken: „Keine Ahnung, vielleicht eine Art stinkender Bergtroll. Aber egal, was es war, ich hoffe, wir begegnen ihnen nicht noch einmal.“
Sie kletterten den Rest des Hanges hinauf, und als sie schließlich oben angekommen waren, trauten sie ihren Augen nicht. Der Krater war gewaltig. In der Mitte lag ein tiefblau funkelnder See, dessen Ufer gesäumt von leuchtend orangem Schilf war. Die Wände waren dicht bewachsen, aber immerhin schlängelte sich ein schmaler Weg vor ihnen den Abhang hinunter. Die ganze Gegend wirkte friedlich und es lag ein angenehm frischer Waldgeruch in der Luft.
Jizahan stupste Leeza leicht an. „Was denkst du, ist es hier sicher?“
„Es macht zumindest den Anschein und ich hoffe jetzt einfach mal, es ist auch so. Jedenfalls finde ich es sehr viel einladender als außerhalb des Kraters.“
„Wir sollten wohl hinuntergehen und einen guten Platz zum Rasten suchen, die Sonne ist schon am Untergehen.“
Leeza schaute zum Himmel und bemerkte, dass schon die ersten Sterne zu sehen waren. Sie fragte sich, wie das möglich war, denn schließlich waren sie im Morgengrauen in Kysano aufgebrochen. Entweder verging die Zeit hier schneller, die Tage waren kürzer, oder das Portal löste eine Art Zeitverschiebung aus.
Da es klar war, dass sie auf die Frage im Moment keine Antwort finden würde, verschob sie sie auf später und antwortete: „Ja, wir sollten uns beeilen, einen sicheren Rastplatz zu finden.“
Sie folgten zügig dem schmalen Pfad, der durch den Wald abwärts führte. Es wurde nun schnell Nacht und bald erhellte nur noch das Licht der Sterne und des Mondes ihren Weg. Leeza war sich darüber im Klaren, dass es gefährlich sein konnte, in der Dunkelheit weiterzugehen, und suchte fieberhaft den Wegrand nach einem Anzeichen für einen Rastplatz ab. Als sie schon dachte, sie würden nichts finden und müssten dem Weg bis ganz hinunter zum See folgen, bemerkte sie ein paar Meter vor ihnen eine Öffnung im dichten Gebüsch. Sie blieb stehen...


Rezension
Eigentlich darf ich zu der Heldenreise zweier Teenager keine Rezension schreiben, zumindest nicht auf der Buchplattform, da ich das Vergnügen hatte, sie zu lektorieren. Aber auf meinem Blog mache ich, was ich will. Und ich will, weil mich diese Abenteuer-Fantasy-Reise begeistert hat. Die Mädels sind toll, wie sie mutig durch Illusionswelten reisen müssen, um eine Prophezeiung zu erfüllen. Natürlich begegnen ihnen viele Gefahren und Hindernisse, Welten, die extrem unterschiedlich sind und den beiden viel Grips und Kraft abverlangen, damit zurechtzukommen. Die Fantasie der Autorin Bea Hiu hat mir große Freude gemacht und ich wünsche ihr viel Erfolg!
Die Abenteuer gehen weiter, ich hoffe, demnächst.

Elsa Rieger


Die Autorin
Beatrice Hiu lebt mit ihrer Familie am Zürichsee. Sie hat schon früh ihre Liebe zu Fantasystories entdeckt und vor einigen Jahren entstand dann die Grundidee zum Mehrteiler über den Machtkampf in der Welt Kysano. Vor etwa zwei Jahren begann sie schließlich ihre Idee zu verwirklichen und konnte ihr erstes Buch 'Kysano; Erde, Licht und Dunkel' Ende Oktober 2015 endlich veröffentlichen. Nun ist Band 2 erschienen. 
Im Moment arbeitet sie mit Hochdruck am dritten Band und an einer englischen Übersetzung des ersten Bandes.

  




Bea Hiu, Kysano
 
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Band 2 bei Amazon




13. November 2016

Rita Hajak, Haus der Geheimnisse



Eine junge Frau aus Hamburg hofft, im Hause ihres ehemaligen Geschichtsprofessor in Cornwall/England den Unfalltod ihrer Eltern zu überwinden. 

Schnell wird Katja klar, dass im Haus ihres Gastgebers Geheimnisse verborgen sind. 

Als sie von einem ungeklärten Verbrechen erfährt, gerät sie in tödliche Gefahr ...






Rezension

Ein guter Titel
Sehr englisch in Cornwall-Atmosphäre, wie ich mir das dort vorstelle, findet sich die trauernde Protagonistin wieder, nachdem sie von einem alten Freund der Familie eingeladen wird, um seine altehrwürdige Bibliothek auf Vordermann zu bringen. Sie hofft, dadurch auf andere Gedanken zu kommen.
 

Schon bald fühlt sie,
dass dieses schöne Haus ein Geheimnis umweht ... (darüber schreibe ich natürlich hier nichts!)
Sehr suspekt erscheint ihr auch der Sohn des Hauses, der so gar nicht seinem sympathischen alten Herrn gleicht. Da ist ihr doch der junge Arzt, den es wie sie nach Cornwall verschlagen hat, viel lieber! Ja, die Liebe spielt eine sehr große Rolle für die junge Frau, die immer noch in Trauer um ihre Eltern versunken ist.


Klassische Elemente sind es, 

mit denen Rita Hajak hier arbeitet und punktet! Denn die Kombination Trauer, Geheimnis, Liebe versteht sie gelungen umzusetzen. Die Spannung wird hoch gehalten, ich war bis zum Finale angeregt, interessiert, erfreut. Ein leicht lesbarer, feiner Roman mit gut gezeichneten Charakteren im gefälligen Erzählstil, den ich gern empfehle. Auch das Cover passt absolut zu dem Inhalt.


Elsa Rieger

Die Autorin
 1950 in Frankfurt am Main geboren, erlernte ich den Beruf der Anwalts- und Notariatsgehilfin. Bald darauf heiratete ich.
Das Schreiben war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Bereits in der Schule schrieb ich mit Begeisterung Aufsätze. Später waren es Geschichten für meine Kinder. Danach war der Beruf wichtiger und die Zeit zum Schreiben fehlte. Die Jahre, die ich mit meinem Ehemann auf der Insel Fehmarn verbrachte, ließen mir genügend Zeit und Raum mich erneut der Schreiberei zu widmen. Inzwischen bin ich mit meinem Mann und meiner Muse auf vier Beinen in den Taunus zurückgekehrt.

Ich habe mehrere Bücher veröffentlicht, vorzugsweise Krimis aus der Region Taunus. Einige Kurzgeschichten sind in Anthologien, verschiedener Verlage erschienen. Jede Publikation birgt ein für mich wichtiges Thema. 


 Rita Hajak, Haus der Geheimnisse
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28. Oktober 2016

Udo Kübler, The Real Gig – Fantastische Geschichten








Geschichten zwischen Comedy und Philosophie. 
Vorgetragen von einem leidenschaftlichen Erzähler. 
Ohne Netz und doppeltem Boden.











Leseprobe

BEGEGNUNG AUF DEM ATALAYA
(2016)


Frage:
Müssen eigentlich die wirklich fetzigen Sachen immer auf Bergen passieren?

Antwort:
Keine Ahnung, aber manchmal ist es eben so …
(Und übrigens: Was versteht man denn unter ›wirklich fetzigen Sachen‹?)


Scheiße aber auch, dieser Aufstieg auf den Atalaya hatte es wirklich in sich gehabt. Möglicherweise lag es auch daran, dass er nicht besonders gut in Form war. Das zuzugeben hatte er aber nicht die geringste Lust.
Immerhin, jetzt hatte er es ja geschafft. Und nun würde er es sich erst einmal hier auf dem Gipfel so richtig gemütlich machen und die grandiose Aussicht über den gesamten Norden der Insel genießen. Wenn er ehrlich war, konnte er sich, wenn er noch unten war, nie vorstellen, dass die Aussicht von hier oben tatsächlich so überwältigend war. Denn der Atalaya war zwar vierhundertvierundvierzig Meter hoch und der höchste Gipfel hier in der Gegend – aber dennoch, so lange er nicht oben war …
Ergriffen blickte Jonathan Simpson auf die unter ihm liegende Bucht von Pollença, auf die Bergrücken von Formentor auf der gegenüberliegenden Seite, zu der imposanten Kulisse der Tramuntana, die sich die ganze Westküste, bis runter nach Port Andratx zog. Sein Blick ging über die weite Ebene Mallorcas, schweifte ab zur Albufera, dem großen Sumpfgebiet hinter Pto. Alcúdia, das sich bis fast nach C'an Picafort hinüber zog, und landete schließlich auf der großen Bucht von Alcúdia und den Bergrücken auf deren gegenüberliegenden Seite. Fast glaubte er da hinten sogar noch Árta wahrnehmen zu können. ›Oh mein Gott!‹, dachte er noch, während er den Blick über seine direkte Umgebung streifen ließ, um sich einen geeigneten Sitzplatz auszusuchen. ›Den ganzen Aufstieg über fragt man sich, ob man eigentlich noch ganz bei Trost ist, bei der Hitze über all das Geröll aufzusteigen. Und wenn man dann hier oben steht, dann wird einem klar, was man gesucht hat.‹
Na ja, wenn er ganz ehrlich war, wusste er immer noch nicht, was ihn dazu gebracht hatte, ausgerechnet heute, in dieser Gluthitze, hochzusteigen. Fakt war, er hatte es getan – und war jetzt doch sehr froh darüber, seinen inneren Schweinehund einmal mehr überwunden zu haben. Zumal hier oben die Sonne zwar noch immer brannte, als wolle sie einen schon einmal auf die Hölle einstimmen, die Luft aber wunderbar frisch und überhaupt nicht drückend war. Dennoch, die Sonne machte es einem wirklich nicht gerade einfach. Besser war es wohl, auf die andere Seite des Felsens zu gehen, um dort im Schatten Platz zu nehmen. Dort würde sicher auch das Wasser aus seinem kleinen Rucksack und ein Apfel, eine Birne oder ein Pfirsich dazu vorzüglich schmecken.
Und, wie er so den ersten Schritt dorthin machen wollte, fiel sein Blick auf das Ding, das genau jetzt hinter dem Felsen hervorkam.
Dieses Ding war annähernd kugelförmig und bewegte sich auf drei kurzen und pummeligen Beinchen vorwärts. Es verfügte über zwei dünne Arme, die unmittelbar unterhalb des kuppelförmigen Kopfes, der fast ohne Ansatz von Hals obenauf saß, links und rechts aus dem kugeligen Leib ragten, und es war fast ausnahmslos mit einer grauen, lederartigen Haut bedeckt. An der Vorderseite des kuppelförmigen Kopfes entdeckte Jonathan insgesamt fünf Augen. Drei in einer unteren Reihe, zwei mittig darüber. Eine Nase oder einen Mund konnte er allerdings beim besten Willen nicht entdecken. Insgesamt schätzte er die Höhe der Erscheinung auf knapp eineinhalb Meter. Der Durchmesser des kugeligen Leibs dürfte etwas mehr als einen Meter betragen.
Dass es sich um ein Lebewesen handelte, war recht eindeutig. Mindestens ebenso eindeutig war allerdings, dass dieses Geschöpf nicht die geringste Ähnlichkeit mit irgendeiner anderen Kreatur hier auf der Erde hatte. Jonathan machte sich also nicht erst die Mühe, sich zu fragen, wo er einem solchen Ding vielleicht schon einmal begegnet sein konnte, sondern ergab sich darein, dass er hier eine sogenannte Begegnung der Dritten Art hatte. Oder anders ausgedrückt: Er war sich sicher, hier einem leibhaftigen Alien gegenüberzustehen. Das löste bei ihm eine spontane hysterische Starre aus, die mit einem vorübergehenden hysterischen Sprachverlust einherging, der allerdings nicht weiter ins Gewicht fiel, da ihm sowieso nicht eingefallen wäre, was er in diesem Moment hätte sagen können.
Das Alien allerdings schien von seinem Anblick weniger beeindruckt zu sein. Zumindest machte es nicht den Anschein. Es blinzelte unablässig mit allen fünf Augen – allerdings in einem sehr chaotischen, für Jonathan nicht zu erfassenden Rhythmus –, hob mal den einen, dann den anderen Arm mal mehr, mal weniger etwas höher und tänzelte auf den kurzen, dicken Beinchen eine nicht zu erfassende Figur. Zwischendurch hörte Jonathan mal eher zwitschernde oder keuchende oder brummende Geräusche, die wohl von einer Art Membran kamen, die man an der Vorderseite des sehr kurzen Halses wahrnahm. Und immer und immer wieder diese Bewegungen mit den dünnen, langen Armen, die mindestens fünf Gelenke zu haben schienen, und an deren Enden jeweils eine Hand mit zwei dicken Fingern und einem Daumen saß.
Da sowohl die hysterische Starre als auch der ebensolche Sprachverlust lediglich vorübergehend waren, legte sich beides nach einigen Minuten des seltsamen Tanzens und Hantierens und Blinzelns des Aliens zumindest so weit, das sich Jonathans Mund die Worte »Ach, du heilige Scheiße« entrangen.
Daraufhin stockten der Tanz, das Hantieren und das Blinzeln des Aliens für einen Moment, und es sagte mit angenehmer Stimme klar und deutlich: »Warum, beim Schlingwiiieh, gibt mir das bescheuerte Ding nie die richtigen Informationen?« Dann räusperte es sich förmlich, stellte sich in theatralische Positur und verkündete: »Wohlan, Erdling, du darfst mich anbeten.«
Nun hatte ja Jonathan durchaus mit der einen oder anderen Überraschung gerechnet, da Aliens, wie man weiß, ganz allgemein immer für solche gut sind. Mit einem derartigen Satz allerdings hatte er nun doch nicht gerechnet.
»Hä?!«, lautete deshalb seine eindeutige Antwort.
Für einen Moment schien das Alien irritiert und blinzelte heftig mit allen fünf Augen. Dann jedoch breitete es die dünnen Arme aus, machte eine verwirrende Schrittfolge mit den Stummelbeinchen und verkündete mit vor Freude bebender Stimme: »Denn siehe, der Herr, dein Gott, hat Wohlgefallen an dir und möchte dich erhören!«
»Mich erhören?«
»Dich erhören.«
Jonathan kratzte sich am Hinterkopf. »Das verstehe ich jetzt nicht. Erhört wird man doch, wenn man um was gebeten hat, oder?«
»Durchaus«, antwortete das Alien wohlwollend.
»Aber … aber ich hab doch um gar nichts gebeten. Oder etwa doch?«
»Du hast nie um etwas gebeten?«, fragte das Alien verwundert.
»Nun, zumindest kann ich mich jetzt nicht erinnern, das getan zu haben.« Er blickte etwas ratlos zur Seite, konnte aber außer der Bucht von Pollença und den Bergrücken von Formentor dort nichts erkennen. »Zumindest nicht jetzt und hier. Also, ich meine, jetzt eben. Hier oben.« Jonathan sah das Alien treuherzig an.
Jenes schien bei diesen Worten zumindest einen Teil des bisherigen Enthusiasmus verloren zu haben, was vor allem daran zu erkennen war, dass die Spannung ein wenig aus den ausgebreiteten Armen entwichen war.
»Aber davor hast du dir schon mal was gewünscht, oder?«, fragte es dann.
»Wann genau meinst du jetzt? Jetzt, heute? Zum Beispiel während des Aufstiegs?«
»Zum Beispiel.«
»Nun, also … Klar, da hab ich mir zum Beispiel gewünscht, ich wäre schon oben.«
»Wo oben?« Das Alien deutete mit einer Hand nach oben. »Im Himmel? Meinst du oben im Himmel?«
»Gott bewahre«, wehrte Jonathan ab. »Nein, ich meine hier oben. Auf dem Gipfel.«
Das Alien sah ihn etwas ratlos an. »Aber da bist du doch.«
»Ja, klar«, sagte Jonathan. »Jetzt schon.«
Das Alien ließ nun beide Arme sinken, blinzelte nervös und schien nicht so recht weiter zu wissen.
»Ich meine, davor – gestern, oder sogar noch heute Morgen – da hab ich mir sicher auch noch andere Sachen gewünscht. Was weiß ich, vielleicht … vielleicht … Na, ich komm jetzt so spontan nicht drauf …« Jonathan ließ diesen Satz im sanften Wind verwehen, der hier oben für etwas frischere Luft sorgte. »Wenn ich’s mir allerdings recht überlege, dann kann das ja jetzt und hier nicht weiter von Belang sein, oder?« Und damit sah er das Alien erstmals so an, dass er es auch wirklich erfasste.
Dem schien das auch bewusst zu werden, aber nicht besonders gut in den Kram zu passen. »Wohlan, dann wurdest du ja schon hier und heute erhört und bist des Glanzes und der Herrlichkeit des Herrn, deines Gottes, schon teilhaftig geworden«, rief es deshalb schnell aus und reckte einmal mehr seine dünnen Arme in den Himmel.
(… wie es weitergeht, lesen Sie im Buch …)


Rezension

Okay, ich habe die Erzählungen „THE REAL GIG“ von Udo Kübler
lektoriert. Das hält mich aber nicht davon ab, eine Rezension zu den Erlebnissen des Protagonisten Jonathan Simpson zu schreiben. Schließlich habe ich ein Naheverhältnis zu dem jungen Mann, da er auch in anderen Werken des Autors die Hauptrolle spielt.

Oder spielt der Autor mit ihm?
Denn das ist der Knackpunkt dieser überaus klugen und zugleich amüsanten Geschichten um Jonathan. Der arme Kerl tappt doch ständig in unglaubliche Situation, während der Autor Kübler sich ins Fäustchen lacht.
Man könnte auch sagen, Jonathan Simpson ist der Prototyp des Menschen an sich, der sich mit Glaube, Liebe, Hoffnung sowie Hochmut, Abenteuerlust und Versagen auseinandersetzten muss, weil sein Autor das so will.

Aber dann, ja dann
ist so, dass die Erzählungen plötzlich unvollendet in der Luft hängen! Der Leser denkt sich vielleicht: Ja, spinnt der Kübler jetzt?
Nein, ganz und gar nicht, denn der Kübler bedient sich einer super Finte: Er lässt den geplagten Protagonisten auf seinen Autor treffen, gemütlich bei „THELMA’S“, einer Kneipe und tauscht sich mit ihm aus. Es entspinnen sich interessante Dialoge zur eben erlebten Geschichte, teils philosophisch, teils sehr komisch, denn Jonathan ist manchmal wütend, dass er eine schöne Geschichte ohne Happy End verlassen musste, teils aber auch sehr dankbar, einer prekären Situation entkommen zu sein.

Eine wunderbare Idee
mit so einer Finte zu arbeiten. Die Geschichten um Jonathan Simpson sind wirklich lesenswert. Waren sie schon vor dem Lektorat, das mir großes Vergnügen gemacht hat.


Elsa Rieger

Der Autor

Udo Kübler – Jahrgang 1951, geboren in Heidelberg – beschäftigt sich in seinen Erzählungen, Kurz-geschichten und Novellen am liebsten mit hypo-thetischen Situationen, denen er mit seinem Leib- und Seelen-Protagonisten JONATHAN SIMPSON zu Leibe rückt.
Kein Szenario scheint zu abwegig oder bizarr, als dass man es nicht mit Jonathans gelassener Bereitschaft, sich wirklich jeder Herausforderung zu stellen, erlebbar und nachvollziehbar machen könnte.
Und so scheint auch der Verdacht nicht völlig unbegründet, mitunter schicke der Autor den wackeren Protagonisten vor allem deshalb in seine Geschichten hinein, um selbst davon lernen – ja vielleicht sogar diese erst verstehen zu können …


Udo Kübler, The Real Gig – Fantastische Geschichten