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Rezensionen

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21. August 2012

Rosemarie Benke-Bursian, Dunkel war's ...



Können Sterne für einen schrecklichen Mord verantwortlich sein? Ist da wirklich ein Hase mit Mütze auf einem Sandberg? Und was hat es mit Karinas Baby auf sich? Mal witzig, mal skurril und auch mal gruselig, aber immer voller Spannung, werden diese und andere Fragen von der Autorin gestellt. Die Lösung ist fast immer überraschend - oder doch nicht? Sieben groteske Geschichten und Kurzkrimis laden zum spannenden und entspannenden Leseschmaus ein.






Leseprobe

 
Ein Auto unter Verdacht

Es war ein wunderschöner, fast frühlingshafter Tag im Januar. Gertrud und Theodor gingen ihren Lieblingsweg: Ein für ´Fahrzeuge aller Art´ gesperrter Pflasterweg, der sich aus dem Dorf hinaus zwischen Wiesen und Felder in ein nahe gelegenes Wäldchen schlängelte. Hier konnten sie die Stille, das Rauschen des Windes und an diesem sonnigen Tag sogar lebhaftes Vogelgezwitscher genießen. Schweigend und bedächtigen Schrittes gingen sie nebeneinander. Theodor, der nicht mehr so gut bei Fuß war, stützte sich mit einem Stock ab. Auf der anderen Seite hatte sich Gertrud - wie immer - bei ihm eingehakt. Kurz bevor sie das Wäldchen erreichten, sah Gertrud das verlassene Auto am Straßenrand. Sofort kam Leben in ihr Gesicht.
„Sieh mal Theodor, das Auto da.“
„Ja, ja“, brummte er, „was die Leute so alles rumliegen lassen.“
„Hmm. Ist schon merkwürdig nicht? Ich meine, dass das hier so abgestellt ist.“
„Was soll da merkwürdig sein? Hat wohl jemand eine Panne gehabt.“
„Ausgerechnet hier? Und überhaupt, hier darf ja gar kein Auto fahren.“
„Tja, da wollten vielleicht welche ungestört sein.“ sagte Theodor und versuchte Gertrud zum weitergehen zu bewegen. Diese Unterbrechung des friedlichen Spaziergangs passte ihm gar nicht.
Gertrud machte sich von ihm los und ging näher an das Auto heran.
„Das sieht wie versteckt aus, findest du nicht?“
„Ich sag ja: Schäferstündchen“
„Ach Theodor. Jetzt bleib doch mal ernst. Ich denke da an ganz was anderes.“
„Und was bitte?“
„Erinnerst du dich nicht? Letzte Woche in dieser Fahndungssendung im Fernsehen. Du weißt schon, der Bankraub in Mühlfelden.“
„Nee, ich erinnere mich nicht. Außerdem ist das über 100 Kilometer von uns entfernt.“
„Was sind schon 100 Kilometer. Das Fluchtauto der Bankräuber war jedenfalls genau so eines wie dieses.“
„Ach Gertrud, du schaust zu viele Krimis. Komm jetzt weiter.“
„Theodor!“
„Was ist denn nun schon wieder?“
„Theodor, hier ist die Aktenmappe!“ Triumphierend hob Gertrud eine braune Aktentasche in die Luft. „Eine braune Aktenmappe. Genau wie bei dem Überfall.“
Misstrauisch beäugte Theodor die Tasche. „Die sieht aber schon ziemlich alt und mitgenommen aus. Wo hast du die denn her.“
„Die lag da vorne im Graben.“
„Die hat einfach jemand weggeschmissen.“
„Natürlich. Und zwar die Bankräuber. Jetzt, nachdem alle Leute das Auto und die Aktentasche von der Sendung her kennen.“
„So sehen doch alle Aktentaschen aus.“ (...)


Die Autorin
Rosemarie Benke-Bursian studierte Biologie mit Abschluss Promotion. Seit 1995 ist sie freiberufliche Journalistin und Autorin und schreibt neben Sachbüchern zu Mathematik, Physik, Astronomie und Biologie auch Gedichte, Kindergeschichten, Kurzgeschichten sowie Kurzkrimis, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden. Im Jahre 2003 gewann sie beim ABDA-Literaturwettbewerb den Sonderpreis „Kindergeschichte, kleinere Auszeichnungen für Kurzgeschichten folgten. Mittlerweile kann die Autorin auf mehrere Buchveröffentlichungen zurückblicken, seit 2012 auch im E-Book-Bereich, außerdem hält sie Lesungen und leitet kreative Schreibwerkstätten. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.


 
Rosemarie Benke-Bursian, Dunkel war's ...  

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