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Rezensionen

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11. August 2012

Rosita Hoppe, Nur ein Traum

Carolin hat alles, wovon viele Frauen träumen.
Einen netten Mann, eine Tochter, ein Haus, relativen Wohlstand und Freundinnen, die mit ihr durch dick und dünn gehen, dennoch spürt sie, dass ihr etwas im Leben fehlt. Das Verhältnis zu ihrem Mann hat sich im Laufe der Jahre abgekühlt, es ist nicht mehr diese allumfassende Liebe, die sie einst verbunden hat. Sie leiden beide darunter und doch gibt es anscheinend keinen Ausweg aus dieser Situation. Da lernt sie Robert kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Nur die Verantwortung ihrer Familie gegenüber hindert sie daran, für Robert alles aufzugeben.
Carolin spricht sich mit ihrem Mann aus und beide sind bereit, um ihre Liebe zu kämpfen und einen Neuanfang zu wagen, doch ausgerechnet in diesem Augenblick schlägt das Schicksal grausam zu.
'Nur ein Traum?' ist ein Roman, der Mut macht nicht aufzugeben und auch unter widrigsten Umständen nicht zu vergessen, dass das Leben weitergeht und noch manche Überraschung parat hält. Nicht jede Geschichte hat ein Happy End wie der Roman 'Nur ein Traum?', aber es ist den Versuch wert, dem Leben eine Chance zu geben.



Leseprobe aus „Nur ein Traum?“  

Caro war fest entschlossen, für ihre Ehe zu kämpfen. Sie versuchte immer häufiger, mit Peter über ihre Probleme zu reden. Da er jedoch nicht sah, wie sehr sie unter den ständigen Reibereien litt, hielt er diese Gespräche für Quatsch.
Ihr Herz krampfte sich zusammen, als sie daran dachte, wie sehr Lisa darunter leiden würde, wenn es ihr nicht gelänge, ihre Ehe zu retten.
Es war höchste Zeit für eine klärende Aussprache. Lisa durfte dabei natürlich nicht stören. Caro machte mit ihren Eltern ein Wochenende aus, an dem ihre Tochter bei den Großeltern bleiben konnte. Franz und Klara Wellner wohnten nur ein paar Kilometer entfernt, so dass es kein Problem war, Lisa dorthin zu bringen. Sie war gern bei ihren Großeltern, und da sie das einzige Enkelkind war, wurde sie auch ein bisschen verwöhnt.
Caro hatte Schweinefilets mit Champignons in Sahnesauce zubereitet. Dazu gab es Spätzle und einen gemischten Salat. Das war Peters Lieblingsessen. Den Tisch hatte sie dekorativ mit einem kleinen gelb-weißen Rosensträußchen, ihrem besten Geschirr und passenden Servietten gedeckt. Weiße Kerzen brannten in einem dreiarmigen Metallleuchter. Dies sollte der Auftakt für das Wochenende sein, an dem Caro alles klären und herausfinden wollte, ob ihre Ehe noch Bestand hatte.
”Ist heute etwas Besonderes?”, fragte Peter erstaunt, als er von der Arbeit kam.
Caro nahm all ihren Mut zusammen und erwiderte: ”Ja, Peter. Ich möchte, dass wir das Wochenende allein für uns haben und in Ruhe über unsere Probleme sprechen. Es geht so nicht weiter. Die ewigen Streitereien machen uns beide kaputt. Ich kann nicht mehr.”
Peter fühlte sich überrumpelt. Er hatte einen anstrengenden Tag hinter sich und fühlte sich nicht in Stimmung für derartige Gespräche.
”Lass uns erst einmal etwas essen”, schlug Caro vor. Sie öffnete eine Flasche Rotwein und schenkte ein. Peter seufzte und setzte sich an den Tisch.
”Wo ist Lisa?”
”Ich habe sie zu meinen Eltern gebracht, damit wir in Ruhe reden können.”
Die Stimmung bei Tisch war bedrückt und jeder stocherte in seinem Essen herum. Peter schob den Teller unvermittelt von sich.
”Schade, dass du dir umsonst so viel Mühe gegeben hast. Ich habe keinen Appetit.”
Wortlos räumte Caro den Tisch ab und setzte sich anschließend wieder Peter gegenüber.
”Können wir reden?”, fragte sie zaghaft. Nervös zerpflückte sie ihre Serviette in kleine Fetzen.
Peter seufzte erneut, und gab sich einen Ruck.
”In Ordnung, mir ist ja auch klar, dass es zwischen uns nicht so gut läuft. Aber manchmal bringst du mich zur Weißglut, wenn du einfach nichts mehr sagst, weil du etwas in den falschen Hals gekriegt hast. Und du erzählst mir nichts mehr. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin dir über. Nur Lisa interessiert dich noch.”
”Ich hatte auch immer das Gefühl, dass ich dir über bin. Auch du überträgst deine ganze Liebe auf Lisa. Zu ihr bist du immer lieb und aufmerksam, auch wenn du gestresst von der Arbeit kommst. Deine schlechte Laune lässt du nur an mir aus.” Ihre Stimme klang anklagend.
”Ich kann meinen Frust nicht an Lisa auslassen.”
”Aber an mir, oder wie sehe ich das? Du könntest dich wirklich mal zusammenreißen. Schüttle deinen Stress vor der Haustür ab oder rede mit mir darüber.” Leise fügte Caro hinzu: ”Und wir schlafen kaum noch miteinander.”
”Du bist manchmal so abweisend zu mir. Und kalt wie ein Fisch!”
”Wie bitte??”
”Kalt! Du bist kalt und abweisend!”
Caro schluckte. Mit so einer Anschuldigung hatte sie nicht gerechnet. Sie war entsetzt.
”Ich hatte die ganze letzte Zeit immer Angst, von dir zurückgewiesen zu werden. Deshalb habe ich oft nichts gesagt und mich innerlich zurückgezogen. Manchmal denke ich, dass ich Depressionen kriege. Außerdem hatte ich eher das Gefühl, dass du abweisend bist.”
Eine Weile sagten beide nichts.
”Vielleicht sollten wir mal zu einer Eheberatung gehen...”, begann Caro vorsichtig.
Peter sprang wütend von seinem Stuhl auf. ”Ich fasse es nicht! Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mein Leben vor irgendeinem Psychoonkel ausbreite...”
”Es... es war ja nur ein Vorschlag. Irgendetwas müssen wir tun. Ich halte es einfach nicht mehr aus...”
”Das kannst du nicht von mir verlangen!”
”Oh doch, Peter, das kann ich!” Nun war es Caro, die immer lauter wurde. ”Entweder dir liegt noch etwas an mir, oder du sagst mir gleich, dass du kein Interesse mehr an unserer Ehe hast.”
Caro holte tief Luft, dann stellte sie die Frage, die ihr am meisten auf der Seele brannte. ”Hast du eine Freundin? Eine Geliebte, meine ich?”
Geschockt sah Peter auf. ”Wie kommst du denn darauf?”
”Weil ich das Gefühl habe, dass du mich nicht mehr liebst. Es gibt keine Zärtlichkeiten und liebe Worte mehr zwischen uns. Du gibst mir absolut nicht mehr das Gefühl, dass du noch etwas für mich empfindest. Sonst würde ich nie auf den Gedanken gekommen, du könntest dich woanders trösten.”  Sie wurde immer leiser. ”...Ich sehne mich so sehr nach ein wenig Zärtlichkeit und nach einer harmonischen Beziehung..., ein kleines bisschen Glück...”
Peter sagte eine Weile nichts. ”Ich glaub, ich muss an die frische Luft. Sonst ersticke ich.” Er stand auf und ging in den Flur. Dort zog er sich eine Jacke über und nahm sein Schlüsseletui vom Haken.
”Kann ich mitkommen...?”
”Nein! Ich muss allein sein.”
 Caro starrte entsetzt auf die Haustür, die hinter ihm ins Schloss fiel.
”Oh, nein...”, kam es fast lautlos über ihre Lippen. Sie ließ sich auf eine Treppenstufe fallen und weinte hemmungslos. War dies das Ende? 




 
Die Autorin
Bücher begleiten mein Leben von Kindesbeinen an. Obwohl ich oft dachte es müsse toll sein sich Geschichten auszudenken, bin ich lange Zeit nicht auf die Idee gekommen es selbst zu versuchen. Erst im Jahre 2003 begann ich mit dem Schreiben. Es entstanden ziemlich rasch einige Kurzgeschichten und die Rohfassung zu „Nur ein Traum?“.
Doch bis zur ersten Veröffentlichung verging noch einige Zeit und ich absolvierte erst einmal einen Schreibkurs.
Seit Ende 2005 bin ich als freie Mitarbeiterin bei einer Lokalzeitung tätig.
Inzwischen sind meine Romane „Nur ein Traum?“, „Das Glück fährt Taxi“, sowie zahlreiche Shortstories bei verschiedenen Zeitschriftenverlagen, in Anthologien, Literaturkalender und als E-books, auch unter Pseudonym, veröffentlicht.

In meiner Freizeit lese ich gern oder lasse mir beim Inliner fahren den Wind um die Nase wehen.


Rosita Hoppe, Nur ein Traum?



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