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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

29. September 2012

Alfred Franz Dworak, Der LeiterwagenXaverl






Nur wer stark ist, kann in den Bergen überleben.

1918, kurz nach Ende des 1. Weltkriegs, wiegt diese Wahrheit noch schwerer als jetzt. Denn Armut und Hunger setzen der Bevölkerung in den bayerischen Alpen stark zu. Xaverl, der in diese Zeit hineingeboren wird, ist alles andere als stark…






Leseprobe:

Prolog
Es ist der 25. November des Jahres 1918, vierzehn Tage nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages im Wald von Compiègne, der das Ende des 1. Weltkriegs besiegelt. Die Nachwirkungen dieses Albtraums, der Europa und den Rest der Welt erschüttert, sind auch in dem kleinen Bergdorf Penting, circa siebzig Kilometer südlich von München, deutlich zu spüren. Armut und Arbeitslosigkeit grassieren im Oberland.
Ob nun Monarchie oder Räterepublik, das ist den Bewohnern der Koidlalm, unweit oberhalb des kleinen Dorfes Penting gelegen, ziemlich egal, denn Hunger überschattet beide Systeme.
Vier Kinder sind beim Koidlbauern durchzufüttern, das Fünfte bereits unterwegs. Doch das kann der kleine Almbauernhof mit seinen zwei Milchkühen und zehn Ziegen kaum erwirtschaften. Ackerbau ist auf den kargen Bergwiesen unmöglich, Schnee liegt in dieser Lage von Mitte November bis Ende April. Zwar nennen die Bewohner der Koidlalm etwas Bergwald ihr Eigen, doch wie sollen sie die Bäume aus den Steillagen wegtransportieren, wenn ihnen das einzige Pferd kurz vor Kriegsende weg annektiert wurde.

1 - Die Geburt - 1918

 „Heuer ist der Winter früh dran“, denkt sich Hanni, die hochschwangere Koidlbäuerin, „es hat bereits über einen halben Meter geschneit.“
Und draußen stürmt es weiter. Hanni Ramsl richtet ihren Blick vom Fenster wieder zurück auf den Topf Wassersuppe, der auf dem Herd für das karge Abendessen köchelt. Die Haustür öffnet sich knarzend, herein kommt ihr ältester Sohn Toni, wortlos, aber über und über mit Neuschnee bedeckt. Er klopft seine Schuhe ab und stapelt das Holz neben dem Ofen, öffnet die Ofentür, schirrt die verbrannte Asche in den Schuber und legt ein paar Scheite nach.
„Hast du die Tiere versorgt?“
Toni nickt. Hanni ist stolz auf ihren Ältesten, muss er doch mit seinen dreizehn Jahren das Tagwerk eines erwachsenen Mannes verrichten, seit ihr Mann Gustl das wenige Geld auch noch vertrinkt.
„Was hat der Krieg nur aus den Menschen gemacht?“, ist ihr letzter klarer Gedanke. Toni hört in seinem Rücken plötzlich ein klackendes Geräusch. Er dreht sich um, sieht den Kochlöffel in hohen Bogen durch die Luft fliegen und auf dem Steinboden landen. Gleichzeitig strauchelt die Mutter, greift sich an den Bauch, stöhnt vor Schmerz auf. Toni lässt das Scheit in seiner Hand fallen, macht einen Riesensatz und zieht seine Mutter vom kalten Steinboden hoch. Doch sie sackt zurück, kann aus eigner Kraft nicht mehr stehen.
„Hol die Hebamme, sofort“, schreit sie Toni mit krampfender Stimme an.
Toni bemerkt die Lache auf dem Boden, die die geplatzte Fruchtblase hinterlassen hat und die ihr langer Rock verdeckt hatte.
„Nele“, schreit Toni, „die Mutter, schnell“!
„Ja, komm schon!“
Türen schlagen, Holzschuhe klappern durchs Haus. Die Tür zur Wohnstube wird aufgerissen, Nele stürmt rein.
„Mutter! … Komm Toni, bringen wir sie in die Kammer“.

Zur gleichen Zeit grölen in der rauchgeschwängerten Gaststube beim Postwirt in Penting einige Bauern und Handwerker. Der Schmid und Gustl Ramsl sitzen mit am Stammtisch. Gustl Ramsl, sturzbetrunken wie so oft, fuchtelt wichtigtuend mit den Armen. Die betagte Hebamme kommt aus der Küche in die Gaststube und ordert einen Schnaps. Sie gratuliert dem Wirt zu seiner Tochter:
„Freibier für alle“, brüllt der Postwirt stolz und überschwänglich in die Runde.
Die Bedienung zapft die Maßkrüge voll mit dunklem Fassbier. Der Wirt verteilt die Krüge an den Tischen. Plötzlich geht die Tür auf, Toni Ramsl kommt herein. Er klopft sich den Schnee aus der Kleidung, rennt auf die Hebamme zu.
„Die Mutter … das Kind kommt“.
Die Hebamme kippt sich den Schnaps in einem Zug runter.
„Danke Wirt, aber ich muss los“.
Toni geht zu seinem Vater an den Stammtisch.
„Komm mit, die Mutter braucht dich“.
Doch der Vater macht keine Anstalten aufzustehen. Er pöbelt seinen Sohn nur an:
„Einen anderen Ton, wenn du mit gestandenen Männern redest“.
Die Männer am Tisch halten einen Moment inne. Doch dann bringt die Bedienung jedem der Stammtisch-Brüder auf Geheiß des Wirtes zwei Handwürste und ein Stück Brot. Die hungrigen Gäste schlingen gierig die Würste runter, die Geschichte mit Toni ist bald vergessen.

Hanni Ramsl liegt in den Wehen. Nele versucht sie mit der linken Hand festzuhalten, doch es gelingt ihr nicht, denn die Mutter krümmt sich vor Schmerzen. Mit der anderen Hand legt Nele ihr schnell einen kalten Lappen auf die Stirn. Endlich eine Wehenpause. Doch Hanni Ramsl gibt sich selbst keine Rast. Sie rattert ein Bittgebet zur Heiligen Muttergottes, die Perlen des Rosenkranzes in den Händen abzählend:
„Maria-bitt-für-uns, Maria-bitt-für-uns“.
Plötzlich unterbricht sie ihr Gebet.
„Nele, wo bleibt die Hebamme?“
Nele weiß, dass Toni und die Hebamme schon längst wieder da sein müssten. Der Weg ins Dorf dauert einfach nur eine Viertelstunde. Aber jetzt ist schon eine dreiviertel Stunde vergangen, seit Toni nach Penting losgegangen war. Nele wechselt den warmen Lappen, die Stirn der Mutter ist heiß, etwas stimmt nicht. Sie beruhigt ihre Mutter mit einer Notlüge:
„Toni ist doch erst eine halbe Stunde weg, die werden jeden Moment da sein“.
Notlügen, das ist sie gewohnt, denn der Vater lässt sich nur so in Schach halten. Nele reißt sich zusammen, damit die Mutter nichts von ihrer Besorgnis spürt.

Der Schneesturm lässt zwar immer mehr nach, aber der Schnee ist mittlerweile über einen Meter hoch. Toni steuert den Pferdeschlitten, den die Hebamme vom Postwirt geliehen bekam. Doch plötzlich hängt der Schlitten fest, Toni knallt mit der Peitsche. Das Pferd müht sich ab, sein Fell ist trotz der Kälte schweißgetränkt. Aber nichts rührt sich.
„Mist, wir müssen zu Fuß weiter!“
Er fordert die Hebamme zum Aussteigen auf. Die alte Frau kommt dem nach, nimmt sich ihre Tasche, steigt ab und versinkt sofort bis über die Hüfte im Neuschnee:
„Gottseidank habe ich unterm Rock eine Männerhose an!“
Toni spannt das Pferd aus, nimmt die Laterne und lässt das Tier ohne Schlitten zu Fuß weitergehen. Langsam spurt das Pferd den Weg zur Koidlalm. Toni und die Hebamme folgen mühsam dem Tritt des Tieres.
Neles kleine Geschwister, Beni (acht), Vroni (fünf) und Zenzi (drei) starren aus dem Fenster. Plötzlich sehen die Kleinen ein Licht, kurz darauf die Silhouetten eines Pferdes und zweier Menschen auftauchen. Beni hüpft von der Bank, rennt aus der Küche und schreit die Treppe hoch, dass der Toni und die Hebamme angekommen seien. Die Tür geht auf, Toni und die Hebamme treten ein.
„Wo habt ihr sie?“
Vroni nimmt die Hebamme an der Hand.
„Oben in der Kammer“, antwortet Vroni.
„Mitdommen“, kauderwelscht Zenzi und zieht am Rock der Hebamme. Die Hebamme lächelt, ordert heißes Wasser und Laken.
„Das hat die Nele schon vorbereitet“, ruft Beni.
Die Hebamme lobt die Kinder und steigt die steile Treppe hoch zur Kammer.

Der stolze Postwirt hält seine Tochter vor den Gästen in die Luft. Die Anwesenden trinken Prost auf die Kleine.
„Wie soll die Büchse denn heißen“, grölt der Schmid.
Allgemeines Gelächter brandet auf.
„Marie! Wie unsere Muttergottes.“
Der Wirt geht mit dem Baby zum Tisch, dorthin, wo Gustl Ramsl sitzt.
„Gustl, komm geh heim zu deiner Frau.“
Gustl blickt ihn belämmert an. Er ist bereits in einem Stadium des Rausches, in dem er nicht mehr so aggressiv ist. Grunzend willigt er ein, steht auf, geht zur Garderobe, zieht seinen Mantel an und verlässt das Lokal. (...)





Rezension folgt...



Der Autor:
Alfred Franz Dworak wurde  Mitte 1960 in der Nähe von Grafing, Bayern geboren.
Zunächst im Bereich der Erwachsenenbildung (Qualitätsmanagement) eines mittelständischen Unternehmens tätig, machte er sich 1991 im Lebensberatungs-Sektor selbstständig.  1992 und 1994 erschienen dazu je ein Sachbuch und eine Tonkassette beim Verlag Peter Erd, München. Durch PR-Arbeit, TV-, Hörfunkauftritte und Printbeiträge wurde er im Umgang mit den Medien vertraut. Von 1994 an entwickelte er Spielfilm- und Serienideen für den TV-Bereich. 1998 heiratete er und wurde Vater eines Sohnes. Er legte eine berufliche Auszeit ein und kümmerte sich bis Ende 2001 hauptsächlich um die  Erziehung seines Sohnes. Zwischenzeitlich schrieb Alfred Franz Dworak Buchrezensionen und Artikel über kulturelle Events für die Süddeutsche Zeitung. Seit 2003 widmet er sich wieder voll dem Schreiben von Biografien, Romanen, Sachbüchern, E-Books und Kurzgeschichten und der Entwicklung von Drehbüchern und Dialogbüchern (z. B. Dahoam is Dahoam, Marienhof). Alfred Franz Dworak ist außerdem Referent für einige Volkshochschulen im südbayerischen Raum und als Berater für Seelen Meridian Energie Techniken tätig.


Alfred Franz Dworak, Der LeiterwagenXaverl

 
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28. September 2012

Lutz Kreutzer, Schröders Verdacht




In Aachen leiden Menschen an einer heimtückischen Vergiftung. Der Wissenschaftler Reinhard Schröder kommt ihrer Ursache auf die Spur und gerät schlagartig in den Strudel einer Verschwörung.

Was er als Urlaubsreise nach Italien geplant hatte, wird zur Flucht vor dem organisierten Verbrechen. Mit der Jagd auf Schröder beginnt eine kaltblütige Mordserie, die auf dem Gipfel des Strombolis ihren Anfang nimmt.

Doch Schröder gibt nicht auf. Und er hegt einen Verdacht ...





Zum Inhalt

   Reinhard Schröder und sein Freund Frederic Lasky besteigen während eines Sizilienurlaubs den Gipfel des Vulkans Stromboli. Da zerreißt ein Schuss die Luft. Schröder entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
   Von wem wurde der Anschlag geplant? Aus Schröders Sicht gibt es nur einen möglichen Drahtzieher: Umberto Saltini, Direktor des italienischen ICCO-Konzerns.
   Während Schröder von Saltinis gedungenen Mördern durch ganz Italien bis in die Alpen gejagt wird, sammeln seine Partner in Aachen Beweise gegen den ICCO-Konzern. Was die ICCO zu verbergen hat, sprengt all ihre Vorstellungen.
    Im Hochgebirge an der italienisch-österreichischen Grenze kommt es zwischen Schröder und seinen Verfolgern zu einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod. Und Schröders Chancen sinken von Stunde zu Stunde.



Leseprobe

Prolog

Schröder sah den Berg und erstarrte. Seine Augen klebten am Horizont. Selbst das Schwanken der Fähre konnte seinen Blick nicht zerschneiden. Lasky hatte ihm oft davon erzählt. Doch jetzt, als er den mächtigen Vulkan zum ersten Mal sah, spürte er, wie sich die Haare auf seiner Haut aufstellten. Hoch oben quoll eine Wolke aus Asche, die sich im Dunst des heißen Tages abzeichnete. Der Schlot des Strombolis hatte sie in den blauen Himmel geschleudert.
"Er spuckt wieder!" Laskys Herz raste. Seine feuchten Hände umklammerten die Reling. Das Schiff näherte sich dem Vulkan, der seinen Kegel grollend durch die Wellen des Tyrrhenischen Meeres streckte. Sein Maul sprühte glutrotes Feuer. Er war zu einer tausend Meter hohen Felspyramide gefroren, als ob die Erde ihre Seele durch eine Haut aus Meerwasser gestoßen hätte. Dieser Berg war eine von vielen Wunden des Planeten, die nie verheilt waren. Alle fünfzehn Minuten brach der Stromboli aus, begleitet von leisem Donner, der Schröder jedes Mal mit einem Schauer überschüttete.
Einige hundert Meter vor der Küste verlor die Fähre an Fahrt. Die Schraube des Schiffs heulte dumpf auf. Jetzt lief sie mit voller Kraft rückwärts. Am Heck schlug sie einen Berg aus Schaum auf. Am Bug rasselten zwei Anker, die auf den Grund der kleinen Bucht hinabsanken.
Von der Vulkaninsel kam ein hölzernes Boot auf sie zu, dessen Planken mit hellblauer Farbe gestrichen waren. Sie blitzten auf im grellen Licht der Sonne, die jetzt genau im Süden stand. Schröder hielt seine Hand über die Augen und beobachtete, wie der Rumpf des kleinen Kutters einen Keil in die Oberfläche des Wassers schnitt.
Das Boot ging längsseits. Ein Greis mit Schiffermütze warf zwei Taue zur Fähre hinauf. Während sie an dem Schiff verknotet wurden, begann der hagere Matrose an dem kleinen Bordkran Säcke und Netze zu heben.
"Warum wird hier auf dem Wasser entladen?", fragte Schröder.
Laskys Finger zeigte auf eine Ansammlung weißer Häuser, die Schröder jetzt am Südwestufer des Strombolis erkannte. "Das Dorf dort heißt Ginostra. Es hat keinen Hafen und ist deshalb nur mit dem Boot zu erreichen. Es gibt einen Fußweg über den Gipfel, der zum Hauptort führt, also nach San Vincenzo. Heute wird natürlich alles über das Wasser transportiert. Deshalb halten die Fähren oft in dieser Bucht, um die Leute von Ginostra zu versorgen."
Als letztes verluden die Männer der Besatzung drei Reisetaschen, die an einer Leine hingen. Sie gingen behutsam damit um und versuchten sie solange wie möglich mit den Händen zu führen. Der Lenker des Boots nahm den Zigarettenstummel aus dem Mundwinkel, der an seinen Lippen festgewachsen schien. Als die Taschen an Bord des Boots standen, warf der dicke Matrose mit den aufgekrempelten Hosen eine Strickleiter über die Reling der Fähre.
Schröder beobachtete, wie zwei Männer die Leiter hinunterstiegen. Der erste Mann trug einen hellen Sommeranzug und war hochgewachsen, schlank und athletisch. Als eine Böe sein Jackett zur Seite wehte, erahnte Schröder unter dem engen Hemd den muskulösen Oberkörper des Mannes. Die zurückgekämmten Haare schimmerten schwarz wie das Gefieder einer Dohle. Seine Augen waren von einer braun gefassten Hornsonnenbrille verdeckt.
Der zweite Mann war kleiner und untersetzt. Seine kräftigen Oberschenkel waren von einer weiten Hose verschleiert. Sein verschwitztes Hemd flatterte im Wind und ließ den fetten Oberkörper erkennen. Schröder verfolgte, wie er ungelenk die Leiter Sprosse für Sprosse hinabstieg. Der schwarze Schnurrbart des Mannes war am Rand heruntergezogen und rahmte ein Paar wulstiger Lippen ein, die halb geöffnet zwei Reihen nikotinbrauner Zähne freigaben.
Als die beiden Männer auf dem Deck des Bootes standen, sah Schröder, wie eine junge Frau auf die Leiter stieg. Ihre Augen waren schmal, ihre Lippen verbissen zusammengepresst. Ihre Mimik verriet Unbehagen. Sie warf einen Rucksack hinunter, den der Athlet auffing. Jedes Mal, wenn eine Brise ihr die langen brünetten Haare ins Gesicht wehte, warf sie den Kopf zurück und versuchte, mit einer  Hand ihren Blick frei zu halten. Ihre helle Bluse war weit aufgeknöpft, so dass der Wind hineinfahren konnte wie in ein Segel. Als sie am Ende der Leiter anlangte, wollte der Dicke ihr beim Herabsteigen behilflich sein. Sie wehrte ihn vehement ab.
Schröder hielt seinen Kopf in den Händen, als wären sie ein Stativ. Die Bilder, die er gerade aufsog, beeindruckten ihn. In Gedanken war er allerdings woanders. Er dachte daran, dass seine Italienreise mit einem Geschäftstermin begonnen hatte. In Mailand war er aus dem Zug gestiegen und zu einer vertraulichen Unterredung bei der Italian Cooling Plant Corporation gefahren. Die ICCO war ein internationaler Konzern, der seit langer Zeit Kühlaggregate herstellte. Mittlerweile ging die ICCO allerdings anderen Geschäften nach, die branchenverwandt waren. Und der Direktor hatte sich als ein harter Knochen herausgestellt …


Der Autor
Mein Vater hat mir als Kind jeden Abend eine Geschichte erzählt. Schon mit sechs Jahren stand ich mit ihm auf der Bühne. Irgendwann lernte ich, dass Geschichten nicht wahr sein müssen, nein, gut müssen sie sein. Ich beschloss Abenteurer zu werden, dann hat man mehr zu erzählen, dachte ich. Ich wurde Kletterer und Flieger und arbeitete lange als Alpin-Geologe. 1990 ging ich nach Österreich und wurde erster Deutscher im Bundesdienst am Forschungsministerium in Wien. Um mich einzustellen, mussten die extra Formulare drucken. Seither mache ich hauptberuflich PR für Technik und Wissenschaft. Als Hochschullehrer lehrte ich Marktentwicklung. Als Manager korrespondiere ich mit der ganzen Welt. Das kann bisweilen sehr komisch sein. Irgendwann dachte ich: Sachbücher und Fachpublikationen kann ja jeder, und sah auf den Berg bedruckten Papiers, der vor mir lag (jede Menge wissenschaftlicher Kram). Mit zwei Gipsbeinen schrieb ich dann meinen ersten Roman „Schröders Verdacht“, der die internationale Müll-Mafia und ihre Machenschaften seziert. Ende 2008 hat mein zweites Manuskript einen Verlag gefunden. „Gott würfelt doch“ ist im Juni 2009 erschienen. Im Sommer 2012 habe ich beide Romane als e–Books herausgebracht. „Gott würfelt doch“ war drei Tage lang bei amazon auf Platz 1 der Bestsellerliste der Top–Neuheiten Belletristik.
 
Seit Juni 2012 gibt es „Schröders Verdacht“ als eBook bei amazon. Der Erfolg war durchschlagend: Schröders Verdacht war im Kindle–Shop unter mehr als 1,4 Millionen eBooks auf Platz 1 gelistet. Mehr dazu unter:



Lutz Kreutzer, Schröders Verdacht

27. September 2012

Wolfgang Meilenstein, Pablo



Zum Inhalt:
Die gesamte Handlung findet in einem Paralleluniversum statt.
Manche Dinge laufen dort sehr ähnlich ab wie in unserem Teil der Realität, andere Dinge hingegen sind für uns sehr fremdartig, aber auch faszinierend.
Der selbsternannte Monsterjäger Pablo führt ein einfaches Leben:
Er prahlt mit seinen frei erfundenen Heldentaten, lässt sich bei jeder Gelegenheit alkoholische Getränke ausgeben und zieht unbescholtene Bürger über den Tisch.
Das kann natürlich nicht ewig gut gehen...

Fräulein Pfeffer, eine resolute ältere Dame, kocht vor Wut, denn ihr kleines Dorf wird seit einiger Zeit von merkwürdigen Ungeheuern heimgesucht.
Was liegt da näher, als sich einmal so richtig zu beschweren?
Stellt sich nur die Frage, bei wem überhaupt...

Dazu gibt es noch ein glitschiges Wesen, das irgendwie überall seine Tentakel im Spiel hat.

Wie das alles zusammenhängt? Finde es heraus!


Leseprobe:
Langsam rumpelte der Holzkarren den Weg entlang. Die zwei Ochsen, die den Karren zogen, versanken bei jedem Schritt bis zum Knöchel im Morast und ließen kleine Matschfontänen aufspritzen. Der Regen war so dicht, dass Eike und sein Partner Grom den dichten Wald, durch den der schlammige Weg führte, kaum erkennen konnten, obwohl er keine zwei Meter vom Rand des Karrens entfernt war.
Sie waren schon seit Stunden unterwegs und wollten nichts lieber, als endlich in Vacorta anzukommen. Das lange, ungemütliche Sitzen auf dem holpernden Karren in Kombination mit dem dichten Regen trug nicht gerade zu einer Verbesserung der Stimmung bei.
Auch die Geschäftsreise war nicht gerade ein Erfolg gewesen, die kleinen Götterstatuen aus Holz hatten sich so gut wie gar nicht verkauft. Sie zeigten eine hölzerne Scheibe Brot, die in Begriff war, auf die Butterseite zu fallen, angebracht mit einem Metallstab auf einem Holzsockel.
Die Brotscheibe war das Symbol des Gottes Morpo, der sich vor allem in den unteren Schichten der vacortaschen Bevölkerung zunehmender Beliebtheit erfreute.
Morpo war der Gott der täglichen kleinen Unglücke. Viele Menschen hielten es für sinnvoll, vor überraschend aus dem ersten Stock entleerten Nachttöpfen, plötzlichen Preiserhöhungen beim Händler des Vertrauens oder eben dem klassischen Brot, das auf die Butterseite fällt, geschützt zu sein.
So verloren die ganz großen Götter wie zum Beispiel Yap mit ihren Versprechungen von Seelenheil und ewigem Leben nach dem Tod [Gerüchte sprachen sogar von einer nicht näher konkretisierten Anzahl von Jungfrauen, jedoch erröteten die Priester stets, wenn man sie darauf ansprach und stammelten uneindeutige, kurze Antworten.] zunehmend an Attraktivität, denn die Bürger von Vacorta dachten praktisch: Wenn morgens der Nachttopf eines anderen über dem eigenen Kopf entleert wird, verliert das Seelenheil schlagartig an Bedeutung.
„Diese Reise war eine bescheuerte Idee von dir, Eike. Erst diese ewige Fahrt bis nach Pyros, dann die lange Suche nach einer Stadt. Was ist denn das für ein Land, das fast nur aus heißem Sand besteht und wo man stundenlang suchen muss, um auch nur ein kleines Dorf zu finden?“, beschwerte sich Grom, der von Anfang an gegen die Reise gewesen war.
„Hab ein bisschen mehr Respekt vor den Leuten in Pyros. Lange bevor es Vacorta überhaupt gab, hatten sie schon eine Schrift entwickelt und wussten von den Vorzügen eines Toilettenhäuschens. Ich konnte ja auch nicht wissen, dass dort das Licht und die Sonne als Gott verehrt werden.“, verteidigte sich Eike.
„Verehrt ist ja wohl untertrieben! Man hat uns fast aufgespießt, als sie herausbekamen, dass wir einen anderen Glauben verbreiten wollten.“
„Ach, sieh doch nicht alles so negativ. Die Ausrede mit den hölzernen Brotspezialitäten aus Vacorta hat doch funktioniert. Wir haben zwar nichts verkauft, aber wir sind aus Pyros entkommen und in zwei Stunden sitzen wir gemütlich vor einem Feuer am Kamin.“
Doch Grom ließ sich seine schlechte Laune nicht so schnell ausreden: „Pah! Ein riesiges Loch hat das in unsere Finanzen gerissen. Die Reise war teuer, wir haben kein Geld gemacht und zu Hause stand das Geschäft die ganze Zeit still. Dämliche Pyroaner. Möge Morpo sie alle strafen! Ein Licht- und Sonnengott, tss. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine Qualle zu verehren?“ [Diese Bemerkung bedarf wohl einer ausführlicheren Erklärung. Nicht nur in unserem Universum interessiert man sich für das Licht an sich und die Frage, woraus es besteht. Auch in Universum 3 entwickelte sich ab einem bestimmten Wissensstand ein Interesse für die Natur und ihre Funktionsweise.
So fand der Alchemist Strahlemann zufällig während eines Versuches, der natürlich den Zweck hatte, aus Blei Gold zu erzeugen, heraus, dass Lichtstrahlen keine richtigen Strahlen sind. Sein Interesse war geweckt und während weiterer Experimente, bei denen ungewöhnlich viele Flamingos (wegen ihrer Fähigkeit, so lange auf einem Bein zu stehen) den Tod fanden, kam er zu dem Ergebnis, dass das Licht in kleine Portionen aufgeteilt durch die Welt flog. Er nannte diese kleinen Portionen „Brocken“. Ungefähr hundert Jahre später hielt ein anderer Alchemist Herrn Strahlemann für einen ausgemachten Schwachkopf und überprüfte neben seinen Blei-Gold Experimenten dessen Theorie.
Er konnte sie nicht widerlegen, machte aber die erstaunliche Entdeckung, dass Licht anscheinend ähnlich wie Wasserwellen „wabbelt“, wie er es nannte. Die Bevölkerung stand nun vor der Aufgabe, diese beiden Theorien miteinander in Einklang zu bringen.
Anstatt jedoch irgendwelche merkwürdigen Quantentheorien und Wellenfunktionen zu entwickeln, packten sie die Sache mit gesundem Menschenverstand an.
Sie wussten: Licht ist irgendwie transparent und besteht aus wabbeligen Brocken. Niemand musste lange überlegen, es gab schließlich nur eine logische Schlussfolgerung: Das Licht ist eine Art Qualle.
Da diese Erklärung so unglaublich einleuchtend war, verbreitete sie sich sehr schnell in Vacorta und dem umliegenden Land.
Um bloß nicht als dumm und ungebildet zu gelten, wusste kurz darauf jeder darüber Bescheid.]
So stritten die zwei Händler munter weiter, während die Ochsen sich damit abmühten, den Karren durch den immer tiefer werdenden Schlamm zu ziehen. Kurze Zeit später fand die Reise jedoch eine plötzliche Unterbrechung.
Quer über dem schmalen Weg lag ein großer Baum, dem merkwürdigerweise alle Blätter fehlten, und blockierte die Weiterfahrt.
Eike und Grom sprangen vom Karren, um das Hindernis zu untersuchen.
„Das fehlt mir gerade noch. So ein dämlicher Baum! Guck doch mal, wie groß und schwer der ist. Den kriegen wir niemals weg. Verdammtes Holzding!“, machte Grom seinem Ärger Luft. Eike setzte gerade dazu an, seinem Partner zuzustimmen, als der Baum überraschend zwei große, gelbe Augen öffnete.
Knarrend und krachend richtete er sich auf, wobei einige kleinere Zweige abbrachen, und begann mit tiefer, grollender Stimme zu sprechen:
„Mir reicht es langsam! Ihr verdammten Menschen! Guckt es euch an. All meine Blätter sind ausgefallen. Habt ihr den Regen mal probiert? Nein? Solltet ihr auch nicht, der ist saurer als eine Zitrone, alles nur wegen euch. Da will man hier einmal in Ruhe ein Nickerchen machen und schon wird man angepöbelt und als verdammtes Holzding bezeichnet. Genug ist genug!
Ihr versucht uns zu töten … Doch es klappt auch anders herum!“
Während Grom nur sprachlos da stand und sich über einen sprechenden Baum wunderte, öffnete Eike bereits den Mund, er wollte den Säuregehalt des Regens überprüfen.
Dazu kam es nicht mehr.
Als der Baum mit zwei seiner gewaltigen Äste ausholte, wünschten sich Grom und Eike plötzlich, sich doch für Yap entschieden zu haben. Selbst ohne Jungfrauen erschien ein Leben nach dem Tod plötzlich äußerst attraktiv. Doch dafür war es zu spät. (...)





Der Autor
Wolfgang Meilenstein (1965-Jetzt) lebt in einer kleinen, beschaulichen Stadt im Taunus.

Seine Liebe zum Schreiben entdeckt er vor allem in den Stunden nach Mitternacht.
Während andere Leute schlafen, fließt bei ihm die Kreativität durch Arm, Hand und Tastatur aufs virtuelle Papier.

Sobald er mehr als einen Roman verfasst hat (was bisher nicht der Fall ist), wird er vor allem durch seine große literarische Vielfalt überzeugen.
Bisher beschränkte sich seine Autorentätigkeit auf den humorvollen Fantasy-Roman "Pablo".
Hinter dem unscheinbaren Titel "Pablo" (Für den ganzen Roman hat die Fantasie gereicht, beim Titel war es aber dann vorbei) verbirgt sich Wolfgang Meilensteins erstes Meisterwerk. Mehr als ein Jahr hat der Autor auf feste Nahrung und frische Luft verzichtet, um ohne Unterbrechung an dem Roman arbeiten zu können. Herausgekommen ist ein Buch, dass sich am besten in das Genre der humorvollen Fantasy einordnen lässt.
Der Umfang beträgt 313 Normseiten.


Doch weitere Werke sind bereits in Arbeit!
Nach einer ausführlichen Marktanalyse (denn Wolfgang Meilenstein schreibt nur des Profits wegen) werden in unbestimmter, aber sicherlich ferner Zukunft zwei weitere Romane erscheinen, die genau auf die Bedürfnisse der Leserschaft abgestimmt sind.
 
Wenn Wolfgang gerade einmal nicht schreibt, schwelgt er im Luxus.
Nach dem grandiosen Erfolg seines Erstlingswerks "Pablo" kann sich Wolfgang sich den ausschweifenden Lebensstil leisten, von dem er vorher nur geträumt hatte.
 
Im Gegensatz zu vielen anderen freiberuflichen Autoren kann er es sich beispielsweise erlauben, sein Brot mit einer ganzen Scheibe Wurst zu belegen (An Feiertagen sogar mit einer dünnen Schicht Butter darunter).
 
Sein großer Traum, ein eigener Ferrari, scheint also nicht mehr fern.
Aus falschem Stolz nimmt Wolfgang keine Spenden an, hat aber nichts dagegen, wenn man sein Buch mehrmals kauft (50 Mal oder mehr wird besonders gerne gesehen).



Wolfgang Meilenstein, Pablo

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26. September 2012

James Henry Burson, Du hast keine Zukunft, nutze sie





Diesmal weiche ich von der gewohnten Weise ab, in der ich Rezensionen verfasse, denn dieses Buch lässt sich nicht „besprechen“ im herkömmlichen Sinn. Ich habe lange überlegt, wie ich an die Lebensgeschichte von James Henry Burson herangehen soll, und bin zu dem Schluss gekommen, ich schreibe ihm, der mir auch lieber Autorenkollege ist, einen offenen Brief.

Lieber James,

Du beginnst den 1. Band Deiner persönlichen Geschichte mit diesen Zeilen:  

Ein bisschen über die Seele reden…
Was ist das Innerste? Dinge, die man nicht verraten darf.
Wenn Tränen sich anfühlen, als würde jemand dein Gesicht
streicheln.
Wenn nur das pulsierende Blut in deinen Adern dich wissen
lässt, dass du noch lebst.
Wenn dir die Anstrengung den letzten Sinn raubt.
Dann überlässt du dich dem kleinen Tod.
Schlafen, nur noch schlafen.
Wenn das Erwachen dich so erschreckt, dass du dich darüber
enttäuscht wieder in die Kissen sinken lässt.
Wenn die Trauer dich immer und immer wieder überkommt.
Wenn die Einsamkeit zur Erfüllung wird.
Dann gibt es dich schon nicht mehr.
Sterben ist der letzte Schritt.
Wer sich umbringt, ist in Wahrheit schon lange tot.

Ja, ein bisschen über die Seele reden. Die Wenigsten können das. Vor allem dann, wenn sie erleben mussten, was Dir in Deiner Kindheit und Jugend zugestoßen ist. Ereignisse, die mir den Atem stocken ließen, als ich Deine Geschichte las. Immer wieder fragte ich mich, wie ist das nur möglich? Wie kann ein Junge so etwas überleben? Wie kann ein Mensch mit derartigen Erinnerungen noch Lachen, sich an kleinen Alltäglichkeiten erfreuen, Spaß haben? Wie hast Du das geschafft, James? Ein Mensch, der im Kinderheim und Pflegefamilien geschunden, gedemütigt, missbraucht wurde, hat dann als Erwachsener die Kraft, als Erzieher mit jungen Menschen zu arbeiten?
Ich finde das derart bemerkenswert, dass mir die Tränen kommen. Es ist empörend und unglaublich, dass es solchen Wahnsinn gibt. Und das nicht als Einzelfall. Und doch kommst Du ohne Vorwurf an die Peiniger durch Deine Geschichte. Stark!
 
Im 2. Teil erzählst Du über deine Selbstfindung, wie Du „wurdest“. Ein Teil Deines Werdens betraf den Wunsch, ein guter Mensch zu sein. Und ich habe das Gefühl, das bist Du.  

Und da spielt es überhaupt keine Rolle, dass das Buch nicht wirklich gefeilt wurde, es ist nicht ausgehfein, wurde nicht lektoriert, wie Du, James, mich gleich warntest. Aber weißt Du was, es ist auch nicht ausgehfein und elegant, was Dir in jungen Jahren zugemutet wurde!

Trotzdem und gerade deswegen, lieber James, und auch, weil ich Dich überaus schätze, mir wünsche, dass noch viele deinen Bericht lesen mögen, ohne über Fehler zu stolpern, möchte ich Dir an dieser Stelle, ganz offiziell, anbieten, Deine beiden Bücher zu lektorieren. Nicht zu verändern, nur nachzubessern. Es wäre mir eine Herzensfreude, das für Dich und Deinen schonungslosen Lebensbericht tun zu dürfen. Es wäre schön, wenn Du das annehmen würdest.
      

Den Band 2 eröffnest Du mit einem Satz, der für mich zu einem der tollsten 1. Sätze gehört, mit denen man ein Buch beginnen kann:

Irgendwann entschied ich, dass die Welt gut sei.

Das ist derart bestrickend, auch deswegen mache ich Dir das Angebot weiter oben, lieber Kollege James Henry Burson. 
Vielen Dank für die Lektüre der Bücher, die ich absolut weiterempfehlen kann.

Herzlich,
Elsa Rieger



Der Autor
Du hast keine Zukunft, nutze sie, ist die doppelte Botschaft an ein Kind.
Die erste gibt ihm keine Chance - die zweite überlässt ihm selbst, was es daraus macht.
An der Stelle überlasse ich die Beschreibung des Buches gerne einer erfolgreichen Schriftstellerin, die dafür folgende Worte fand:

"Du hast keine Zukunft, nutze sie" - Kurzbeschreibung des Buches, von Carla Berling:
Das ist eine wahre Geschichte.
James wird in Heimen groß. Wut, Rache, Verzweiflung, Einsamkeit, aber auch Liebe begleiten ihn. Es gibt keine Eltern, keine leibliche Familie.
Aber es gibt eine kleine Armee, die ihn führt.
"Du landest mal in der Irrenanstalt!" prophezeit ihm ein Erzieher - und der behält Recht - nur anders, als gedacht.
James wechselt die Seiten.
Er bleibt nicht "das Opfer", er kämpft um sich - und wie!
Ein Buch, das Mut macht, das anrührt und das zeigt: "Hilf dir selbst. Gib nicht auf. Du kannst alles erreichen."



James Henry Burson, Du hast keine Zukunft, nutze sie

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25. September 2012

Liz Ambros, Liftintermezzo



LIFTINTERMEZZO erzählt die Geschichte einer wachsenden Patchworkfamilie, die sich Schicksalsschlägen stellen muss.

Janes Leben mit Sascha scheint perfekt, bis sie im Spätsommer 1998 einem Fremden im Fahrstuhl begegnet. Sie ahnt nicht, dass dieser kribbelnde Etagenflirt ihre Welt total auf den Kopf stellen wird …

Jane und Sascha sind ein glückliches Paar, bis Jane Peter im Lift begegnet. Steht sie am Scheideweg?
Warum nimmt Sascha nach Janes freudiger Offenbarung überstürzt das Jobangebot in Arizona an?
In Phönix lernt Sascha Debbie kennen und wird durch ein tragisches Ereignis mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
Auf der Route 66 versucht er, sein altes Leben neu zu ordnen. Weiß er am Ziel der Traumstraße, was er will?
Die Architekten Peter und Stefan sind länger als geplant, geschäftlich in Vietnam. Wird sich Peters Hoffnung, Jane wiederzusehen erfüllen?


Leseprobe:


„Hallo, Cora. Ich posiere vorm Flurspiegel in luftigen Hotpants und neuem Oberteil“, meldet Jane gut gelaunt durch den heißen Draht.
„Neu?“
„Ja. Du wirst Augen machen. Das Top ist sexy geknotet, feuerrot und mit breiten Bändern im Rücken überkreuzt.“
„Hoooh! Dieses Stofffitzelchen zeigt viel Haut.“
„Ich schwinge mich auf den Drahtesel und mit ein paar Pedaltritten bin ich in deiner Betonpalme zu unserem Womanday.“
„Du kleines Biest, Jane! Meine vier Wände sind in einem Penthouse. Bist du sicher, dass du in deinem Leibchen richtig gewickelt bist?“ Cora kichert.
Jane ist an diesem letzten Septembertag in Bombenstimmung. Die alten Weiber machen ihrem Namen alle Ehre. Die Sonne strahlt verheißungsvoll als Spätsommerschönheit vom azurblauen Himmel in ihr Badezimmerfenster. Ihre letzten Handgriffe gehören den Wimpern, die sie sorgfältig mit Mascara tuscht. Sie steckt ihre Damenfüße in die angesagten bratpfannenflachen Ballerinas und verlässt ihre Wohnung.
Jane radelt vergnügt durch die Straßen. Ihre schwarzen langen Korkenzieherlocken wehen im leichten Sommerwind. Sie fährt an einem Biergarten vorbei. Gäste sitzen entspannt unter Kastanienbäumen bei einem Glas Wein und herzhaftem Zwiebelkuchen. Kecke Spatzen hopsen auf dem Kiesboden und picken nach Krümeln.
Von Weitem erkennt sie Coras Domizil, das sich im freundlichen Gelb an einen Hang schmiegt. Ein kühler Lufthauch umfächelt ihren Körper, als sie die Haustür öffnet und zum Fahrstuhl geht. Schwungvoll gleitet sie über die Schwelle. Es blitzt und donnert in ihren Pupillen, als sich zwei fremde Augenpaare begegnen.
In der rechten Ecke des Lifts steht ein Mann. Jane, du bist glücklich mit Sascha liiert, mahnt ihre Bauchstimme.
Jane beäugt diskret ihr Gegenüber. Ein Hüne. Dieses verschmitzte Lächeln um seine Mundwinkel! Ein Charmeur mit Niveau. Dunkle Haarkringel umspielen sein attraktives Gesicht. Ein paar graue Strähnen kräuseln sich in seinem Nacken. Die präsente Länge verleiht ihm einen Touch von gepflegter, verwegener Wildheit und gleichzeitiger Arroganz. Das macht die Ladys an. Seine Augen strahlen tiefblau wie der Bodensee. Und sie können sprechen. Betörend! Ihr Sinn fürs Sehen schärft sich exorbitant. Sein schwarzer Schnauzbart ist das Tüpfelchen auf dem I. Dieses Grübchen am Kinn. Mannomann!
Jane betätigt spontan das erste Quadrat. Was soll das? Deine Busenfreundin wohnt im achten Stock, faucht ihr zweites Ich. Tür auf! Tür zu! Kein neuer Passagier.
Herr Sweety drückt auf die Zwei. Seine Füße stecken in Mokassins. Von seinem weißen Hemd hat er die oberen Knöpfe offen. Diese braune Haut!
Tür auf! Tür zu! Er bleibt.
Nummer drei, signalisiert sie mit ihrem perlmuttlackierten Zeigefinger.
Tür auf! Tür zu! Sie fahren allein weiter.
Schöne Menschen schauen Frauen und Männer gerne an. Je länger sie diesen Liftboy betrachtet, umso mehr kribbelt es unter ihrer Haut. Tür auf! Tür zu!
Der Smarty lächelt beim Fingerdruck auf das vierte Knöpfchen. Ihre Augen schaukeln sich beim Anschauen und Sympathiesignale geben gegenseitig hoch.
Tür auf! Tür zu!
Fahren wir mit dem Aufzug ins Paradies?, fragt sie sich, während ihre Fühler die Fünf aktivieren. Mit jedem weiteren Stockwerk rückt der ansehnliche Fremde näher.
Tür auf! Tür zu!
Das Kästchen mit der Zahl Sechs ist an der Reihe. Mister Unbekannt berührt ihre Hand. Das Etagentippen ist irre. Ein Spiel der Emotionen, denkt Jane einen Moment im wachen Zustand, bis sie sich von dieser ungewöhnlichen Situation gefangen nehmen lässt.
Die Luft im Fahrstuhl knistert. Ihr Puls rast. Tür auf! Tür zu!
Kein weiterer Gast drängt in den Treppenlift. Bei diesem Bilderbuchwetter tummeln sich die Bewohner mit Kind und Kegel am Ufer des Bodensees.
Die siebte Etage.
Plötzlich spürt sie seine Hände, die sie erregen. Der Beau zieht sie zärtlich zu sich und schließt sie in die Arme. Er ist größer als Jane. Ihr Kopf lehnt an seiner Schulter. Seine warme Zunge schlüpft über ihren Mund. Jane spürt den Stoff seines Oberhemdes - weich wie Seide. Sie saugt seinen angenehm herben Duft in sich auf. Tür auf! Tür zu!
Das letzte Stockwerk. Weiterhin sind ihre Lippen ineinander verschlungen. So eine gelenkige, neugierige Zunge, deutet ihr Unterbewusstsein. Beide lehnen an der Kabinenwand, geschützt vor fremden Blicken. Sie fährt mit ihren Fingerkuppen zögerlich durch seine Haare. Sie versucht, vergeblich in die Wirklichkeit zurückzufinden und versinkt in seiner erregenden Liebkosung. Ein knisterndes Flirtspiel. Acht Etagen lang. Tür auf! (...)



Rezension folgt ...






Die Autorin: 

Liz Ambros ist unweit der fränkischen Stadt Hof aufgewachsen, arbeitete als Sekretärin, Sachbearbeiterin, Büromanagerin und Geschäftsfrau.
Heute wohnt sie mit ihrer Familie nahe der Schweizer Grenze.
Ihr Motto: Leben und leben lassen.
Sie hat ein Faible für die Natur, Tiere, Bücher und schreibt Gegenwartsromane.








Liz Ambros, Liftintermezzo Preis: 2,99 €  E-Book-Kindle-Amazon




24. September 2012

Ben Bertram, Männertour




Männertour, aha, das kann ja was werden
dachte ich mir, als ich das Buch in Händen hielt. Zunächst ein eher zäher Einstieg mit Verschlafen, jeder Menge Milchkaffee und diversen Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, war ich ein bisschen gelangweilt, als es aber dann losging mit der Tour, wurde ich versöhnt.
3 Männer auf der Suche nach Freiheit, der Heilung vom Liebesschmerz, und im Gepäck eine Schildkröte, machen sich für vier Monate vom Acker. Rauf in den Norden, ans Meer. Nun zieht das Buch an mir, wie wird es den Kerlen ergehen, werden sie nur saufen, Mädchen aufreißen, oder etwas kennenlernen, was sie bisher vermisst hatten?

Es ist die Sehnsucht
die Männer gern unter Muskeln verstecken. Doch in jedem von ihnen wohnt auch der kleine Junge, der Ängste hat, der geliebt werden möchte, so wie er ist. Hinterm Witze reißen, Saufen, plumpe Anmache steckt eine äußerst sensible Struktur, die zittert vor Furcht, verletzt zu werden. Und natürlich werden die Kerle verletzt. Oft, weil sie nicht genau wissen, wie man dem weiblichen Geschlecht umgehen soll. Das Drama des Lebens.
Bertram weiß das. Zeigt es an den dreien auf Tour. Nicht vordergründig, nur im Subtext kann man das wahrnehmen, denn nach außen plätschert die Geschichte oft humorvoll, manchmal kindisch (jaja, Männer). Man muss schon genau lesen, um dahinter oben genanntes zu sehen. Aber es ist da.

Stilistisch
wäre das Buch allerdings noch ausbaufähig, nicht alles ist so detailliert erwähnenswert, wie es dasteht, manchmal ist der Plauderton hart am Tagebucheintrag, was die Frische, die durchaus vorhanden ist, ein wenig unterminiert. Etwas knapper wäre an einigen Stellen wünschenswert. Hier und da würde es dann rauer und spröder werden, was einer Männertour nicht schaden könnte. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Technisch
ist manches an der Buchausführung zu bemängeln. Ein paar Fehler sind eingebaut (oder nicht ausfindig gemacht worden) und dann die Anführungsstriche für die direkte Rede, aus der Großteile des Buches bestehen! Merkwürdige << rahmen die Dialoge ein, aber nicht immer, manchmal sind jedoch auch die gängigen „ vorhanden. Keine Ahnung, warum das so formatiert, und vor allem keine Entscheidung getroffen wurde, welche Zeichen denn nun erwünscht sind. Es raubte mir teilweise die Lesefreude. Der Verlag tät gut daran, das Problem in einer weiteren Auflage zu bereinigen. Beim eBook wäre es ja gleich behebbar.

Alles in allem
ein lesenswertes Buch, in dem man recht gut die Gefühle der Männer kennenlernen kann nach dem Motto: Es ist nicht alles so, wie es scheint. Oder mit Grönemeyer gesungen:
Männer weinen heimlich,
Männer brauchen viel Zärtlichkeit,
ohh Männer sind so verletzlich,
Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich


Und das ist schön, kommt wunderbar raus in Ben Bertrams Roman.

Elsa Rieger
       


Der Autor
Ben Bertram ist das Schreibpseudonym von einem waschechten Hamburger Jung und Autor.

Am 14.05.1968 erblickte er das Licht der Welt und fand im Umgang mit Witz und Wort schnell ein Hobby, welches er seit vielen Jahren pflegt.
Er lebt in seiner Lieblingsstadt Hamburg und verbringt viel Zeit auf der Insel Sylt, auf die er sich auch gerne zum Schreiben zurückzieht.
Mit Blick auf das Meer kommen ihm immer wieder neue Ideen um noch viele weitere Bücher zu schreiben und vor allem, um hoffentlich viele Leser mit seinen Büchern zu erfreuen.
Am 30.09.2011 erfüllte er sich einen seiner größten Träume. Sein erstes Buch kam, unter dem Titel "Ben - Wolken schmecken...!", auf den Büchermarkt.
Eine Geschichte über Träume, Liebe und Freundschaft.
Mit seinem zweiten Buch "Männertour! ... Aber anders!" ist er gerade fertig geworden und er hat auf der Suche nach einem Verlag, der als guter, zuverlässiger und starker Partner zu seinem neuen Werk steht, den Traumstunden Verlag in Essen (Britta Wisniewski) gefunden!
Hier der Trailer zur Männertour!

Sein Kopf und sein Notizbuch sind voller Ideen für sein drittes Werk und er freut sich riesig darauf, mit diesem Buch zu beginnen.
Ben versucht nach dem Motto:
"Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen...!"
zu leben und es gelingt ihm immer besser!
Wer mag, darf mich auch gerne auf meinen Seiten besuchen kommen:
http://www.facebook.com/pages/M%C3%A4nnertour-Aber-anders/239040192843469


GANZ WICHTIG:
"Nur wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken ...!"

Ben Bertram, Männertour, Traumstunden Verlag
ISBN:  978-3942514231