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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

26. September 2012

James Henry Burson, Du hast keine Zukunft, nutze sie





Diesmal weiche ich von der gewohnten Weise ab, in der ich Rezensionen verfasse, denn dieses Buch lässt sich nicht „besprechen“ im herkömmlichen Sinn. Ich habe lange überlegt, wie ich an die Lebensgeschichte von James Henry Burson herangehen soll, und bin zu dem Schluss gekommen, ich schreibe ihm, der mir auch lieber Autorenkollege ist, einen offenen Brief.

Lieber James,

Du beginnst den 1. Band Deiner persönlichen Geschichte mit diesen Zeilen:  

Ein bisschen über die Seele reden…
Was ist das Innerste? Dinge, die man nicht verraten darf.
Wenn Tränen sich anfühlen, als würde jemand dein Gesicht
streicheln.
Wenn nur das pulsierende Blut in deinen Adern dich wissen
lässt, dass du noch lebst.
Wenn dir die Anstrengung den letzten Sinn raubt.
Dann überlässt du dich dem kleinen Tod.
Schlafen, nur noch schlafen.
Wenn das Erwachen dich so erschreckt, dass du dich darüber
enttäuscht wieder in die Kissen sinken lässt.
Wenn die Trauer dich immer und immer wieder überkommt.
Wenn die Einsamkeit zur Erfüllung wird.
Dann gibt es dich schon nicht mehr.
Sterben ist der letzte Schritt.
Wer sich umbringt, ist in Wahrheit schon lange tot.

Ja, ein bisschen über die Seele reden. Die Wenigsten können das. Vor allem dann, wenn sie erleben mussten, was Dir in Deiner Kindheit und Jugend zugestoßen ist. Ereignisse, die mir den Atem stocken ließen, als ich Deine Geschichte las. Immer wieder fragte ich mich, wie ist das nur möglich? Wie kann ein Junge so etwas überleben? Wie kann ein Mensch mit derartigen Erinnerungen noch Lachen, sich an kleinen Alltäglichkeiten erfreuen, Spaß haben? Wie hast Du das geschafft, James? Ein Mensch, der im Kinderheim und Pflegefamilien geschunden, gedemütigt, missbraucht wurde, hat dann als Erwachsener die Kraft, als Erzieher mit jungen Menschen zu arbeiten?
Ich finde das derart bemerkenswert, dass mir die Tränen kommen. Es ist empörend und unglaublich, dass es solchen Wahnsinn gibt. Und das nicht als Einzelfall. Und doch kommst Du ohne Vorwurf an die Peiniger durch Deine Geschichte. Stark!
 
Im 2. Teil erzählst Du über deine Selbstfindung, wie Du „wurdest“. Ein Teil Deines Werdens betraf den Wunsch, ein guter Mensch zu sein. Und ich habe das Gefühl, das bist Du.  

Und da spielt es überhaupt keine Rolle, dass das Buch nicht wirklich gefeilt wurde, es ist nicht ausgehfein, wurde nicht lektoriert, wie Du, James, mich gleich warntest. Aber weißt Du was, es ist auch nicht ausgehfein und elegant, was Dir in jungen Jahren zugemutet wurde!

Trotzdem und gerade deswegen, lieber James, und auch, weil ich Dich überaus schätze, mir wünsche, dass noch viele deinen Bericht lesen mögen, ohne über Fehler zu stolpern, möchte ich Dir an dieser Stelle, ganz offiziell, anbieten, Deine beiden Bücher zu lektorieren. Nicht zu verändern, nur nachzubessern. Es wäre mir eine Herzensfreude, das für Dich und Deinen schonungslosen Lebensbericht tun zu dürfen. Es wäre schön, wenn Du das annehmen würdest.
      

Den Band 2 eröffnest Du mit einem Satz, der für mich zu einem der tollsten 1. Sätze gehört, mit denen man ein Buch beginnen kann:

Irgendwann entschied ich, dass die Welt gut sei.

Das ist derart bestrickend, auch deswegen mache ich Dir das Angebot weiter oben, lieber Kollege James Henry Burson. 
Vielen Dank für die Lektüre der Bücher, die ich absolut weiterempfehlen kann.

Herzlich,
Elsa Rieger



Der Autor
Du hast keine Zukunft, nutze sie, ist die doppelte Botschaft an ein Kind.
Die erste gibt ihm keine Chance - die zweite überlässt ihm selbst, was es daraus macht.
An der Stelle überlasse ich die Beschreibung des Buches gerne einer erfolgreichen Schriftstellerin, die dafür folgende Worte fand:

"Du hast keine Zukunft, nutze sie" - Kurzbeschreibung des Buches, von Carla Berling:
Das ist eine wahre Geschichte.
James wird in Heimen groß. Wut, Rache, Verzweiflung, Einsamkeit, aber auch Liebe begleiten ihn. Es gibt keine Eltern, keine leibliche Familie.
Aber es gibt eine kleine Armee, die ihn führt.
"Du landest mal in der Irrenanstalt!" prophezeit ihm ein Erzieher - und der behält Recht - nur anders, als gedacht.
James wechselt die Seiten.
Er bleibt nicht "das Opfer", er kämpft um sich - und wie!
Ein Buch, das Mut macht, das anrührt und das zeigt: "Hilf dir selbst. Gib nicht auf. Du kannst alles erreichen."



James Henry Burson, Du hast keine Zukunft, nutze sie

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Kommentare:

http://kicosbloghaus.com/ hat gesagt…

Das ist total super von dir, liebe Elsa! Auch ich habe das Buch von James verschlungen, bin immer noch tief berührt und mir außerdem absolut sicher, dass es ein Bestseller werden kann. Das Buch hat so viel Potential und dass du den letzten Kick geben möchtest, freut mich sehr!

schreibtalk hat gesagt…

Liebe Kirsten, ja, das Buch berührt, es soll viele Menschen anrühren, daher verdient es einfach, schön zu werden :-) Herzlichen Dank, ELsa

James Henry Burson hat gesagt…

Liebe Elsa - was für ein Brief!
Ich fühle es mehr, als dass ich es in Worte fassen kann.
Es berührt mich ungemein, ein solches Angebot von Dir, als versierter Schriftstellerin zu bekommen - verrät es überdies ein großes Herz.
Mich rührt die Wertschätzung, die Du dem Buch entgegenbringst.
Ich hatte schon überlegt, es deswegen zurückzuziehen.
Gerade die Fehler und (wie Carla schreibt) die Dopplungen ließen mich selbst es nicht als Wert erscheinen, daran etwas zu verbessern.
Gerade das, was man daran verbessern könnte, hat mich fast zur Verzweiflung gebracht - ich kann es nämlich nicht.
Das unterscheidet einen Autor von einem Schriftsteller.
Und wenn ich schon bei Geständnissen bin - eine Träne zu verlieren, umschrieb ich immer damit, dass ich wohl ein wenig Rauch in`s Auge bekommen habe.
Ich gebe zu, ich hatte beim Lesen eine Zigarette im Mund...
Tja, was soll ich noch sagen?
Ja - liebe Elsa - von Herzen gerne, nehme ich Dein Angebot an - hebt es das Buch doch schriftstellerisch auf ein höheres Niveau.
So würde es auch mir selbst mehr Freude bringen.
Danke, Elsa! Mit herzlichem Gruß, James Henry Burson. <3

schreibtalk hat gesagt…

Liebe James, ich hab nun auch Rauch im Auge, weil ich mich so freu über deine liebe Antwort! Ich fürchtete einen Moment, du wärest zu stolz, mein Angebot anzunehmen, aber das hätte so gar nicht zu dir als Mensch gepasst. Sehr fein, dann machen wir deine beiden Bücher piekfein zum Ausgehen! Liebe Grüße, Elsa

Dagmar hat gesagt…

Puuh ... . Jetzt habe ich diese Seite mehrmals gelesen. Sie berührt mich sehr. Am liesten hätte ich mir die Bücher gleich heruntergeladen. Aber ihr werdet verstehen. Jetzt warte ich auf die "Ausgehfeinen". :-)

Danke für diese Bücher.

LG
Dagmar

schreibtalk hat gesagt…

Liebe Dagmar, das ist ok, warte ein bisschen :-)

Wird aber noch dauern, damit die Bücher richtig schick werden!

Herzlichen Dank,
ELsa

JamesHenry Burson hat gesagt…

Ja, ich erinnere mich gerne.
Ohne Elsa Rieger, gäbe es das Buch nicht mehr.
Ich hatte vor, es wegen der grammatikalischen Fehler und vieler Dopplungen, einzumotten.
Ich bin heute noch froh und dankbar, für Elsas Engagement.
Das ist nun zwei Jahre her so lange, kennen wir uns schon und das schönste - wir haben nun eine Geschichte, die uns verbindet...
Danke. ★(•‿•)★

Elsa Rieger hat gesagt…

Ja, lieber James, 2 Jahre verbindet uns nun eine schöne Freundschaft. Ohne dein Buch hätten wir uns nicht kennengelernt.

Das wäre richtig schade!

Ganz liebe Grüße, ELsa

PS: Ich tausche jetzt die Links aus!