Salon

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25. September 2012

Liz Ambros, Liftintermezzo



LIFTINTERMEZZO erzählt die Geschichte einer wachsenden Patchworkfamilie, die sich Schicksalsschlägen stellen muss.

Janes Leben mit Sascha scheint perfekt, bis sie im Spätsommer 1998 einem Fremden im Fahrstuhl begegnet. Sie ahnt nicht, dass dieser kribbelnde Etagenflirt ihre Welt total auf den Kopf stellen wird …

Jane und Sascha sind ein glückliches Paar, bis Jane Peter im Lift begegnet. Steht sie am Scheideweg?
Warum nimmt Sascha nach Janes freudiger Offenbarung überstürzt das Jobangebot in Arizona an?
In Phönix lernt Sascha Debbie kennen und wird durch ein tragisches Ereignis mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
Auf der Route 66 versucht er, sein altes Leben neu zu ordnen. Weiß er am Ziel der Traumstraße, was er will?
Die Architekten Peter und Stefan sind länger als geplant, geschäftlich in Vietnam. Wird sich Peters Hoffnung, Jane wiederzusehen erfüllen?


Leseprobe:


„Hallo, Cora. Ich posiere vorm Flurspiegel in luftigen Hotpants und neuem Oberteil“, meldet Jane gut gelaunt durch den heißen Draht.
„Neu?“
„Ja. Du wirst Augen machen. Das Top ist sexy geknotet, feuerrot und mit breiten Bändern im Rücken überkreuzt.“
„Hoooh! Dieses Stofffitzelchen zeigt viel Haut.“
„Ich schwinge mich auf den Drahtesel und mit ein paar Pedaltritten bin ich in deiner Betonpalme zu unserem Womanday.“
„Du kleines Biest, Jane! Meine vier Wände sind in einem Penthouse. Bist du sicher, dass du in deinem Leibchen richtig gewickelt bist?“ Cora kichert.
Jane ist an diesem letzten Septembertag in Bombenstimmung. Die alten Weiber machen ihrem Namen alle Ehre. Die Sonne strahlt verheißungsvoll als Spätsommerschönheit vom azurblauen Himmel in ihr Badezimmerfenster. Ihre letzten Handgriffe gehören den Wimpern, die sie sorgfältig mit Mascara tuscht. Sie steckt ihre Damenfüße in die angesagten bratpfannenflachen Ballerinas und verlässt ihre Wohnung.
Jane radelt vergnügt durch die Straßen. Ihre schwarzen langen Korkenzieherlocken wehen im leichten Sommerwind. Sie fährt an einem Biergarten vorbei. Gäste sitzen entspannt unter Kastanienbäumen bei einem Glas Wein und herzhaftem Zwiebelkuchen. Kecke Spatzen hopsen auf dem Kiesboden und picken nach Krümeln.
Von Weitem erkennt sie Coras Domizil, das sich im freundlichen Gelb an einen Hang schmiegt. Ein kühler Lufthauch umfächelt ihren Körper, als sie die Haustür öffnet und zum Fahrstuhl geht. Schwungvoll gleitet sie über die Schwelle. Es blitzt und donnert in ihren Pupillen, als sich zwei fremde Augenpaare begegnen.
In der rechten Ecke des Lifts steht ein Mann. Jane, du bist glücklich mit Sascha liiert, mahnt ihre Bauchstimme.
Jane beäugt diskret ihr Gegenüber. Ein Hüne. Dieses verschmitzte Lächeln um seine Mundwinkel! Ein Charmeur mit Niveau. Dunkle Haarkringel umspielen sein attraktives Gesicht. Ein paar graue Strähnen kräuseln sich in seinem Nacken. Die präsente Länge verleiht ihm einen Touch von gepflegter, verwegener Wildheit und gleichzeitiger Arroganz. Das macht die Ladys an. Seine Augen strahlen tiefblau wie der Bodensee. Und sie können sprechen. Betörend! Ihr Sinn fürs Sehen schärft sich exorbitant. Sein schwarzer Schnauzbart ist das Tüpfelchen auf dem I. Dieses Grübchen am Kinn. Mannomann!
Jane betätigt spontan das erste Quadrat. Was soll das? Deine Busenfreundin wohnt im achten Stock, faucht ihr zweites Ich. Tür auf! Tür zu! Kein neuer Passagier.
Herr Sweety drückt auf die Zwei. Seine Füße stecken in Mokassins. Von seinem weißen Hemd hat er die oberen Knöpfe offen. Diese braune Haut!
Tür auf! Tür zu! Er bleibt.
Nummer drei, signalisiert sie mit ihrem perlmuttlackierten Zeigefinger.
Tür auf! Tür zu! Sie fahren allein weiter.
Schöne Menschen schauen Frauen und Männer gerne an. Je länger sie diesen Liftboy betrachtet, umso mehr kribbelt es unter ihrer Haut. Tür auf! Tür zu!
Der Smarty lächelt beim Fingerdruck auf das vierte Knöpfchen. Ihre Augen schaukeln sich beim Anschauen und Sympathiesignale geben gegenseitig hoch.
Tür auf! Tür zu!
Fahren wir mit dem Aufzug ins Paradies?, fragt sie sich, während ihre Fühler die Fünf aktivieren. Mit jedem weiteren Stockwerk rückt der ansehnliche Fremde näher.
Tür auf! Tür zu!
Das Kästchen mit der Zahl Sechs ist an der Reihe. Mister Unbekannt berührt ihre Hand. Das Etagentippen ist irre. Ein Spiel der Emotionen, denkt Jane einen Moment im wachen Zustand, bis sie sich von dieser ungewöhnlichen Situation gefangen nehmen lässt.
Die Luft im Fahrstuhl knistert. Ihr Puls rast. Tür auf! Tür zu!
Kein weiterer Gast drängt in den Treppenlift. Bei diesem Bilderbuchwetter tummeln sich die Bewohner mit Kind und Kegel am Ufer des Bodensees.
Die siebte Etage.
Plötzlich spürt sie seine Hände, die sie erregen. Der Beau zieht sie zärtlich zu sich und schließt sie in die Arme. Er ist größer als Jane. Ihr Kopf lehnt an seiner Schulter. Seine warme Zunge schlüpft über ihren Mund. Jane spürt den Stoff seines Oberhemdes - weich wie Seide. Sie saugt seinen angenehm herben Duft in sich auf. Tür auf! Tür zu!
Das letzte Stockwerk. Weiterhin sind ihre Lippen ineinander verschlungen. So eine gelenkige, neugierige Zunge, deutet ihr Unterbewusstsein. Beide lehnen an der Kabinenwand, geschützt vor fremden Blicken. Sie fährt mit ihren Fingerkuppen zögerlich durch seine Haare. Sie versucht, vergeblich in die Wirklichkeit zurückzufinden und versinkt in seiner erregenden Liebkosung. Ein knisterndes Flirtspiel. Acht Etagen lang. Tür auf! (...)



Rezension folgt ...






Die Autorin: 

Liz Ambros ist unweit der fränkischen Stadt Hof aufgewachsen, arbeitete als Sekretärin, Sachbearbeiterin, Büromanagerin und Geschäftsfrau.
Heute wohnt sie mit ihrer Familie nahe der Schweizer Grenze.
Ihr Motto: Leben und leben lassen.
Sie hat ein Faible für die Natur, Tiere, Bücher und schreibt Gegenwartsromane.








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