Salon

Salon

Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

28. September 2012

Lutz Kreutzer, Schröders Verdacht




In Aachen leiden Menschen an einer heimtückischen Vergiftung. Der Wissenschaftler Reinhard Schröder kommt ihrer Ursache auf die Spur und gerät schlagartig in den Strudel einer Verschwörung.

Was er als Urlaubsreise nach Italien geplant hatte, wird zur Flucht vor dem organisierten Verbrechen. Mit der Jagd auf Schröder beginnt eine kaltblütige Mordserie, die auf dem Gipfel des Strombolis ihren Anfang nimmt.

Doch Schröder gibt nicht auf. Und er hegt einen Verdacht ...





Zum Inhalt

   Reinhard Schröder und sein Freund Frederic Lasky besteigen während eines Sizilienurlaubs den Gipfel des Vulkans Stromboli. Da zerreißt ein Schuss die Luft. Schröder entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
   Von wem wurde der Anschlag geplant? Aus Schröders Sicht gibt es nur einen möglichen Drahtzieher: Umberto Saltini, Direktor des italienischen ICCO-Konzerns.
   Während Schröder von Saltinis gedungenen Mördern durch ganz Italien bis in die Alpen gejagt wird, sammeln seine Partner in Aachen Beweise gegen den ICCO-Konzern. Was die ICCO zu verbergen hat, sprengt all ihre Vorstellungen.
    Im Hochgebirge an der italienisch-österreichischen Grenze kommt es zwischen Schröder und seinen Verfolgern zu einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod. Und Schröders Chancen sinken von Stunde zu Stunde.



Leseprobe

Prolog

Schröder sah den Berg und erstarrte. Seine Augen klebten am Horizont. Selbst das Schwanken der Fähre konnte seinen Blick nicht zerschneiden. Lasky hatte ihm oft davon erzählt. Doch jetzt, als er den mächtigen Vulkan zum ersten Mal sah, spürte er, wie sich die Haare auf seiner Haut aufstellten. Hoch oben quoll eine Wolke aus Asche, die sich im Dunst des heißen Tages abzeichnete. Der Schlot des Strombolis hatte sie in den blauen Himmel geschleudert.
"Er spuckt wieder!" Laskys Herz raste. Seine feuchten Hände umklammerten die Reling. Das Schiff näherte sich dem Vulkan, der seinen Kegel grollend durch die Wellen des Tyrrhenischen Meeres streckte. Sein Maul sprühte glutrotes Feuer. Er war zu einer tausend Meter hohen Felspyramide gefroren, als ob die Erde ihre Seele durch eine Haut aus Meerwasser gestoßen hätte. Dieser Berg war eine von vielen Wunden des Planeten, die nie verheilt waren. Alle fünfzehn Minuten brach der Stromboli aus, begleitet von leisem Donner, der Schröder jedes Mal mit einem Schauer überschüttete.
Einige hundert Meter vor der Küste verlor die Fähre an Fahrt. Die Schraube des Schiffs heulte dumpf auf. Jetzt lief sie mit voller Kraft rückwärts. Am Heck schlug sie einen Berg aus Schaum auf. Am Bug rasselten zwei Anker, die auf den Grund der kleinen Bucht hinabsanken.
Von der Vulkaninsel kam ein hölzernes Boot auf sie zu, dessen Planken mit hellblauer Farbe gestrichen waren. Sie blitzten auf im grellen Licht der Sonne, die jetzt genau im Süden stand. Schröder hielt seine Hand über die Augen und beobachtete, wie der Rumpf des kleinen Kutters einen Keil in die Oberfläche des Wassers schnitt.
Das Boot ging längsseits. Ein Greis mit Schiffermütze warf zwei Taue zur Fähre hinauf. Während sie an dem Schiff verknotet wurden, begann der hagere Matrose an dem kleinen Bordkran Säcke und Netze zu heben.
"Warum wird hier auf dem Wasser entladen?", fragte Schröder.
Laskys Finger zeigte auf eine Ansammlung weißer Häuser, die Schröder jetzt am Südwestufer des Strombolis erkannte. "Das Dorf dort heißt Ginostra. Es hat keinen Hafen und ist deshalb nur mit dem Boot zu erreichen. Es gibt einen Fußweg über den Gipfel, der zum Hauptort führt, also nach San Vincenzo. Heute wird natürlich alles über das Wasser transportiert. Deshalb halten die Fähren oft in dieser Bucht, um die Leute von Ginostra zu versorgen."
Als letztes verluden die Männer der Besatzung drei Reisetaschen, die an einer Leine hingen. Sie gingen behutsam damit um und versuchten sie solange wie möglich mit den Händen zu führen. Der Lenker des Boots nahm den Zigarettenstummel aus dem Mundwinkel, der an seinen Lippen festgewachsen schien. Als die Taschen an Bord des Boots standen, warf der dicke Matrose mit den aufgekrempelten Hosen eine Strickleiter über die Reling der Fähre.
Schröder beobachtete, wie zwei Männer die Leiter hinunterstiegen. Der erste Mann trug einen hellen Sommeranzug und war hochgewachsen, schlank und athletisch. Als eine Böe sein Jackett zur Seite wehte, erahnte Schröder unter dem engen Hemd den muskulösen Oberkörper des Mannes. Die zurückgekämmten Haare schimmerten schwarz wie das Gefieder einer Dohle. Seine Augen waren von einer braun gefassten Hornsonnenbrille verdeckt.
Der zweite Mann war kleiner und untersetzt. Seine kräftigen Oberschenkel waren von einer weiten Hose verschleiert. Sein verschwitztes Hemd flatterte im Wind und ließ den fetten Oberkörper erkennen. Schröder verfolgte, wie er ungelenk die Leiter Sprosse für Sprosse hinabstieg. Der schwarze Schnurrbart des Mannes war am Rand heruntergezogen und rahmte ein Paar wulstiger Lippen ein, die halb geöffnet zwei Reihen nikotinbrauner Zähne freigaben.
Als die beiden Männer auf dem Deck des Bootes standen, sah Schröder, wie eine junge Frau auf die Leiter stieg. Ihre Augen waren schmal, ihre Lippen verbissen zusammengepresst. Ihre Mimik verriet Unbehagen. Sie warf einen Rucksack hinunter, den der Athlet auffing. Jedes Mal, wenn eine Brise ihr die langen brünetten Haare ins Gesicht wehte, warf sie den Kopf zurück und versuchte, mit einer  Hand ihren Blick frei zu halten. Ihre helle Bluse war weit aufgeknöpft, so dass der Wind hineinfahren konnte wie in ein Segel. Als sie am Ende der Leiter anlangte, wollte der Dicke ihr beim Herabsteigen behilflich sein. Sie wehrte ihn vehement ab.
Schröder hielt seinen Kopf in den Händen, als wären sie ein Stativ. Die Bilder, die er gerade aufsog, beeindruckten ihn. In Gedanken war er allerdings woanders. Er dachte daran, dass seine Italienreise mit einem Geschäftstermin begonnen hatte. In Mailand war er aus dem Zug gestiegen und zu einer vertraulichen Unterredung bei der Italian Cooling Plant Corporation gefahren. Die ICCO war ein internationaler Konzern, der seit langer Zeit Kühlaggregate herstellte. Mittlerweile ging die ICCO allerdings anderen Geschäften nach, die branchenverwandt waren. Und der Direktor hatte sich als ein harter Knochen herausgestellt …


Der Autor
Mein Vater hat mir als Kind jeden Abend eine Geschichte erzählt. Schon mit sechs Jahren stand ich mit ihm auf der Bühne. Irgendwann lernte ich, dass Geschichten nicht wahr sein müssen, nein, gut müssen sie sein. Ich beschloss Abenteurer zu werden, dann hat man mehr zu erzählen, dachte ich. Ich wurde Kletterer und Flieger und arbeitete lange als Alpin-Geologe. 1990 ging ich nach Österreich und wurde erster Deutscher im Bundesdienst am Forschungsministerium in Wien. Um mich einzustellen, mussten die extra Formulare drucken. Seither mache ich hauptberuflich PR für Technik und Wissenschaft. Als Hochschullehrer lehrte ich Marktentwicklung. Als Manager korrespondiere ich mit der ganzen Welt. Das kann bisweilen sehr komisch sein. Irgendwann dachte ich: Sachbücher und Fachpublikationen kann ja jeder, und sah auf den Berg bedruckten Papiers, der vor mir lag (jede Menge wissenschaftlicher Kram). Mit zwei Gipsbeinen schrieb ich dann meinen ersten Roman „Schröders Verdacht“, der die internationale Müll-Mafia und ihre Machenschaften seziert. Ende 2008 hat mein zweites Manuskript einen Verlag gefunden. „Gott würfelt doch“ ist im Juni 2009 erschienen. Im Sommer 2012 habe ich beide Romane als e–Books herausgebracht. „Gott würfelt doch“ war drei Tage lang bei amazon auf Platz 1 der Bestsellerliste der Top–Neuheiten Belletristik.
 
Seit Juni 2012 gibt es „Schröders Verdacht“ als eBook bei amazon. Der Erfolg war durchschlagend: Schröders Verdacht war im Kindle–Shop unter mehr als 1,4 Millionen eBooks auf Platz 1 gelistet. Mehr dazu unter:



Lutz Kreutzer, Schröders Verdacht

Keine Kommentare: