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Rezensionen

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18. September 2012

Melanie Vogltanz, Luna Atra – Der schwarze Mond



Urängste
werden lebendig. Nachtmahre treiben ihr Unwesen mit dunkler Magie, pelzige Ratten treten in Hundertschaften auf, ebenso Raben mit messerscharfen Schnäbeln. Sie ziehen mordend gegen jene ins Feld, die IHN, den Meister, aufhalten wollen. Das jagt einem Gänsehaut und Schauer über den Rücken, denn die Autorin spielt mit den archaischen Ängsten, die den Menschen innewohnt. Sie macht das ausgesprochen gut, mit einem reichen Wortschatz, oft poetischen Sätzen und außerdem einer gehörigen Portion Romantik. Das fesselt.

Langsamkeit und temporeiche Atemlosigkeit
in gut gebauter Abwechslung finden gleichermaßen statt, Melanie Vogltanz versteht es, die Leser zu fesseln. Show, don’t tell ist die Devise, die Autorin behauptet nicht, sie zeigt, was los ist bei den Menschen und Unmenschen in ihrem Roman, sie versteht ihr Geschäft des Schreibens.

Großes Wagnis eingegangen
ist die Autorin, da sie wechselnde Perspektiven der Akteure einnimmt. Zum einen die der Ich-Erzählerin, der jungen Protagonistin, die zwischen die Magierkämpfe gerät, zum anderen verschiedene Erzähler, die ebenso verstrickt sind, sei es auf der guten Seite oder auf der bösen. Voglsang hat das gut gelöst durch Cliffhanger und ordentliche Kapitelwechsel; so was kann nämlich auch ins Auge gehen, was hier keineswegs der Fall ist. Als Leser bleibt man gut am Ball. Die Figuren sind plausibel komponiert und gehen ihren Weg.
      

Technisch und grammatikalisch einwandfrei
ist das eBook, Kompliment! Da stimmt alles. Und das ist nicht immer so bei jungen AutorInnen, die schnell ihre Geschichte herausbringen wollen und sich nicht die Zeit nehmen, ihr Manuskript sorgfältig zu überarbeiten. Melanie Vogltanz ist eindeutig Insider und weiß, wie man ein gutes Buch macht.
Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich das Cover. Ich würde das überarbeiten, denn das Bild entspricht nicht dem richtig guten Inhalt, es ist einigermaßen kitschig, zudem steht kein Autorenname drauf. Finde ich nicht so gut für eine aufstrebende Autorin.   

Ich bedanke mich für das – manchmal recht grausige – Lesevergnügen und wünsche Melanie Vogltanz weiterhin viel Erfolg und mir weitere Bücher aus ihrer Feder.

Elsa Rieger





Die Autorin
Melanie Vogltanz, geboren 1992 in Wien, studiert Deutsche Philologie, Anglistik und LehrerInnenbildung an der Universität Wien. 2007 veröffentlichte sie ihr Romandebüt mit dem ersten Band der Reihe »Im Kreis der Flammen«, die in »Luna Atra – Der schwarze Mond« eine Wiedergeburt erlebt. Auch an einigen Anthologien hat sich Melanie Vogltanz mit ihren phantastischen Kurzgeschichten beteiligt, unter anderem an Veröffentlichungen im Verlag Torsten Low, im Twilightline Verlag und im Sphera Verlag. Neben ihrer eigenen literarischen Tätigkeit korrigiert und lektoriert sie auch für Verlage und Kollegen.



Melanie Vogltanz, Luna Atra – Der schwarze Mond


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