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11. September 2012

Romana Grimm, Wie ich auszog, Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam


So hat sich der Krimi-Autor Thomas Pohl den "Morgen danach" ganz bestimmt nicht vorgestellt. Auf der Flucht vor seiner Eroberung und der Suche nach dem Nikotinkick muss er sich so einigen Unannehmlichkeiten stellen: Erst blockiert ein nervöser Typ den Zigarettenautomaten, und als er dann doch endlich an eine Schachtel kommt, bestehen die Glimmstengel noch nicht einmal aus Tabak, sondern aus Plastik und Druckerfarbe.
Schnell wird ihm klar, dass dieser Tag nicht nur beschissen angefangen hat, er kann auch nur noch schlimmer werden, denn in den Zigaretten ist ein hochbrisanter und vor allem krimineller Auftrag einer Bankerfamilie aus Liechtenstein versteckt. Snyder, der Typ vom Zigarettenautomaten, will seinen Auftrag wiederhaben und schreckt weder vor Entführung noch Gewalt zurück, um ihn zu bekommen.
Thomas erlebt den miesesten Tag seines Lebens, und der eklatante Mangel an Gelegenheiten für eine Zigarettenpause ist noch sein geringstes Problem ...


Leseprobe

Man kennt das. Es ist einer dieser Tage, an denen man in einem fremden Bett neben einer fremden Frau aufwacht und sich fragt, wieso man sich den Scheiß eigentlich antut.
Es liegt nicht wirklich an der Frau, immerhin sieht sie gut aus und hat mich gestern zu sich nach Hause eingeladen, sondern eher an der eigenen Unausstehlichkeit. Man weiß genau, dass man sie nie wiedersehen will und trotzdem hat man am Abend zuvor ordentlich Süßholz geraspelt, um sie ins Bett zu kriegen. Ich hab sie nicht mal angeschwindelt. Ich fand sie tatsächlich attraktiv und sexy und mit ein paar Cocktails intus auch relativ erträglich. Allerdings war das gestern Abend. Jetzt will ich nur noch eine Kippe, einen starken Kaffee und meine Ruhe.
„Wo gehst du hin?“, fragt sie schläfrig, als ich mich aus ihrer klammernden Umarmung befreie und aufsetze.
Ich blinzle angestrengt. Fahles Licht offenbart knallpinke Tapete und weiße Möbel. Um Gottes Willen.
„Ich brauch ne Zigarette“, brumme ich.
„Oh.“ Sie ist wohl Nichtraucherin und hat dasselbe scheinbar auch über mich gedacht.
„Gibt es einen Automaten in der Nähe? Ich hab keine mehr.“ Das war nicht mal gelogen. Ich habe nie Zigaretten dabei, wenn ich durch die Bars ziehe. Das macht es leichter, morgens zu verschwinden, weil man immer eine Ausrede parat hat.
„Unten an der Ecke“, murmelt sie enttäuscht. „Kannst du gar nicht verfehlen.“ Sie zögert kurz, fragt dann aber doch die unerfreuliche Frage: „Bleibst du zum Frühstück?“
Obwohl ich ein echter Mistkerl bin, enttäusche ich meine Eroberungen nicht gerne. Man will ja vielleicht noch mal wiederkommen. „Wenn du unbedingt willst“, sage ich daher. „Wo soll ich klingeln?“
Sie seufzt erleichtert und nennt mir dann ihren Nachnamen. Vielleicht hätte sie mir ihren Vornamen auch noch mal verraten sollen, den hab ich nämlich schon längst vergessen. Vielleicht war es Paula oder Lena oder so was.
„Ich beeile mich“, grummle ich, während ich mich nach meinen Klamotten umsehe. Mein Hemd liegt neben dem Bett, meine Hose in der Ecke und meine Socken sind spurlos verschwunden. Glücklicherweise finde ich wenigstens meine Unterhose, nachdem ich unter dem Bett nachgesehen habe. Am liebsten würde ich ja duschen und mich rasieren, aber ich will nicht länger als nötig bleiben. Und nach ihrem Blumenduschbad will ich auch nicht unbedingt riechen. Ergeben ziehe ich mich an und ignoriere meinen juckenden Bartschatten.
Irma sieht mir aus müden Augen nach, als ich das pinke Schlafzimmer aus der Hölle verlasse. Wahrscheinlich hat sie einen Kuss erwartet, aber das will ich uns nun wirklich nicht antun. Sie würde Gefühle reininterpretieren und ich würde nur wieder scharf auf sie werden und das ganze unnötig verlängern.
„Bis gleich“, flüstert sie hoffnungsvoll.
Ich winke, und dann bin ich raus, weg von ihr. Hat auch lange genug gedauert, zumindest fühlt es sich so an. Wie gesagt, manchmal weiß ich echt nicht, wieso ich mir die Mühe mache, wenn ich doch am nächsten Morgen wieder das Weite suche.
Als ich wenige Augenblicke später aus der Haustür auf die Straße trete, blendet mich trübes, vormittägliches Licht. Es ist erst kurz vor zehn, aber es sieht bereits jetzt aus, als würde der Tag schon wieder vorbei sein. Außerdem ist es kühl. Von der lauen Sommerwärme, die mich gestern so angetrieben hat, ist nichts mehr geblieben. Ich wünschte, ich hätte meine Lederjacke mitgenommen, zumal es auch noch leicht nieselt. Kein Schwein außer mir ist unterwegs, was das Ganze noch trostloser macht.
Mies gelaunt sehe ich mich um. Julias Behauptung, dass der Zigarettenautomat unübersehbar gleich an der nächsten Straßenecke stehen würde, stimmt nicht so ganz; ich muss erst um die Ecke gehen, um ihn zu finden. Und da die Straße, in der sie wohnt, zwei Ecken hat, um die man gehen kann, und ich in meinem Tran natürlich zuerst die falsche wähle, dauert allein das schon länger, als meiner Laune gut tut. Dann aber sehe ich ihn und ein erstes Hochgefühl erfasst mich. Wenn jetzt noch der Typ, der sich gerade eine Packung zieht, verschwinden würde, wäre mein Glück perfekt.
Dummerweise scheint der Typ es nicht eilig damit zu haben, aus dem Nieselregen zu kommen. Seine Geldkarte steckt im Automaten und er wählt eine Packung nach der anderen aus. Er ist ganz offensichtlich ein Kettenraucher, denn der Boden zu seinen Füßen ist übersät mit eingeschweißten Schachteln. Mir kommt es etwas seltsam vor, dass der Kerl jede einzelne Schachtel untersucht, ehe er sie wie eine heiße Kartoffel zu den anderen fallen lässt, aber hey, das ist nun mal Berlin! Wenn man nicht mindestens einen Kloppi am Tag sieht, stimmt mit der Stadt was nicht.
„Morgen“, spreche ich ihn nach einigen Minuten amüsierten Zuschauens an, „kann ich mal kurz ran? Ich brauch nur eine Schachtel. Kannst danach gerne weiter den Automaten leer räumen.“
Der Typ friert regelrecht ein, sogar der zitternde Finger, der gerade eine Sorte auswählen wollte, verharrt stocksteif in der Luft. Er sieht nicht besonders gut aus, so aus der Nähe betrachtet. Seine Haut ist aschfahl und glänzt vor Schweiß, die schmutzigblonden Haare sind feucht vom Niederschlag. Der auffällig unauffällige Trenchcoat hängt ihm mindestens eine Nummer zu groß vom schlaksigen Körper, als würde er nicht genug zu essen bekommen.
Ich warte geduldig darauf, dass er Platz macht, aber als er mich auch Sekunden später noch blöde anglotzt, drücke ich für ihn aus Rache eine andere Taste, als er haben wollte, und gebe ihm die Schachtel in die zitternden Hände. Erst jetzt stelle ich fest, dass einige Marken bereits leergekauft sind, darunter auch meine Lieblingssorte. Frechheit.
Er protestiert nicht, als ich mich vor den Automaten stelle und meine eigene EC-Karte in den Schlitz schiebe. Es dauert keine Minute, Geld einzuwerfen und eine Marke zu wählen. Ich nehme die Schachtel, die der Typ eben haben wollte, Rache ist schließlich süß.
„H-hey“, protestiert er kläglich.
„Ich bin ja schon weg“, maule ich ihn an. „Vielleicht solltest du mal runterkommen, so viel zu rauchen ist ungesund.“
„I-ich r-rauche nicht“, behauptet das Bleichgesicht mit weit aufgerissenen Fischaugen. „Die sind f-für ei-einen F-freund!“
„Ja, ist klar.“ Ich rolle mit den Augen, stecke meine Karte wieder ins Portmonee und wende mich ab. „Schönen Tag noch.“
Ich spüre, wie der komische Vogel mir hinterher gafft. Vielleicht ist er ja schwul und bewundert meinen sportlichen Körper. Wäre nicht das erste Mal, das hier ist wie gesagt Berlin.
Sobald ich den seltsamen Typen hinter mir gelassen habe, widme ich mich meinen Zigaretten. Ungeduldig reiße ich die Folie auf, breche das Siegel und ziehe mir eine Kippe aus der Schachtel. Gott sei Dank habe ich immer ein Feuerzeug in der Hosentasche. Jetzt noch zu warten hätte ich nicht ertragen.
Ich schnippe ein, zwei Mal, dann füllt auch schon wunderbarer, entspannender Rauch meine Lunge.
Oder auch nicht.
Hustend und würgend speie ich den Rauch sofort wieder aus. Es schmeckt nach verkohltem Plastik und irgendwelchen noch ekligeren Substanzen, echt widerlich. Entsetzt starre ich die Zigarette an, die schwarz vor sich hinkokelt. Es dauert eine Sekunde, bis mir einfällt, sie auszudrücken. Inzwischen brennen auch meine Augen. Zu solchen Gelegenheiten wird mir immer klar, weshalb rauchen tödlich ist. Bei diesen Höllenstängeln ist das auch kein Wunder!
Wütend setze ich mich wieder in Bewegung, mein Blick auf die Zigarette geheftet. Da wird sich aber ein Unternehmen auf eine ordentliche Beschwerde einstellen müssen! Wie das Ding aussieht, ganz verkohlt und labbrig, beinahe wie Plastik, das geschmolzen-
Mooooment.
Ich halte inne, als die Erkenntnis mein lahmarschiges Gehirn erhellt. Irgendwas stimmt offensichtlich mit dem Ding nicht. Ich pople ein bisschen mit dem Fingernagel am verbrannten Ende herum und tatsächlich löst sich das Papierchen ohne Probleme. Allerdings befindet sich kein Tabak darin, sondern eine weitere Schicht aus Plastik. Das erklärt auch den widerwärtigen Rauch, den ich so treudoof inhaliert habe. Wer bitte tat denn so was? Wie dumm musste man sein?
Ich pule die Zigarette der Länge nach auf und hole die kleine Plastikrolle hervor, die sich darin verbirgt. Da steht irgendwas drauf, doch mir fällt niemand ein, der sich solche Umstände machen würde. Flaschenpost ergäbe ja noch halbwegs Sinn, aber von Zigarettenpost hatte ich noch nie gehört.
Neugierig geworden betrete ich das nächste Café, das am Weg liegt und setze mich an den hintersten Tisch. Einen Kaffee wollte ich ja sowieso haben und hier hinten stört mich hoffentlich niemand. Momentan ist kein Kellner in Sicht, aber das kommt mir ganz gelegen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Um der Zigarettenfirma einen Beweis zu schicken, hole ich mein Handy raus und schieße einige Bilder von der Zigarettenschachtel, der Kippe selbst und dann noch eins von der beschrifteten Seite des Plastikröllchens. Es sieht aus, als hätte jemand eine A5-Seite bedruckt und anschließend geschrumpft, damit sie in die Zigarette reinpasst. Stirnrunzelnd versuche ich, die winzigen Buchstaben zu entziffern, welche die ganze Seite bedecken, muss aber feststellen, dass ich zu kurzsichtig bin. Grantig stelle ich den Zoom schärfer ein. Blöd, wenn man aus Eitelkeit seine Lesebrille zu Hause liegen lässt und auf andere Hilfsmittel angewiesen ist.
„Aha!“, rufe ich triumphierend, als der Handyzoom die Ameisenschrift nach einer kleinen Weile und vermutlich heroischer Rechenleistung tatsächlich auf eine lesbare Größe aufbläst. Gelobt sei mein Smartphone; was würde die Menschheit nur ohne solche Wunderwerke tun?
Ich beginne, den Text zu lesen und ziehe schon bei den ersten beiden Wörtern kritisch die Mundwinkel nach unten. Top Secret? Das ist ja wohl ein schlechter Scherz! Da pfriemelt irgend so ein Penner dusselige Gagtexte in eine Zigarette – meine Zigarette – und lässt den Mist dann auf die Leute los, die ihn nichtsahnend rauchen und sich fragen, was der Scheiß eigentlich soll? Das ist nicht witzig, wenn man an einem Freitagmorgen sein Nikotin braucht!
Während ich mich aufrege, hat mich endlich eine junge Kellnerin entdeckt. Sie kommt auf mich zugeschlendert und grüßt mich dann in typisch studentischer Manier: „Morjen. Wat kann ick dir bringen?“
„Kaffee“, sage ich schlicht. Ich betrachte fasziniert ihre zahllosen Piercings, die sie in Augenbrauen, Ohren, Nase und Lippen trägt. Mir drängt sich unweigerlich die Frage auf, wo die Gute noch überall gepierct ist.
„Willste noch wat dazu? Wir ham Frühstück.“ Sie deutet auf ein mit Kreide beschriebenes Schild hinter der Bar.
„Nur Kaffee, danke.“ Ich grinse, als ihre mannigfaltig durchstochenen Lippen sich zu einem Schmollmund verziehen. Wäre sie nicht so durchgeknallt (dreifarbige Haare, also bitte!), hätte ich sie wahrscheinlich hübsch gefunden, aber in meinem Alter fahre ich nicht mehr so auf junge Studentinnen ab. Ich bevorzuge meine Frauen etwas älter und erfahrener, und vor allem ohne überflüssige Löcher im Körper.
„Okay, wie de willst.“ Sie schlurft davon und ich bin wieder allein mit meiner Scherzzigarette und ihrem rätselhaften Innenleben.
Mein Smartphone hat sich in der kurzen Zeit verdunkelt, so dass mir meine eigene, unrasierte Visage vom schwarzen Bildschirm entgegen starrt. Genervt bemerke ich, dass ich auf dem Kopf aussehe wie ein Wischmopp, von den Augenringen ganz zu schweigen. Ich muss dringend nach Hause und unter die Dusche. Vorher werde ich mich nicht wie ein ganzer Mensch fühlen. Vielleicht hätte ich wenigstens Miriams Bürste ausleihen sollen; längere Haare können eine richtige Plage sein, vor allem, wenn man es nicht brauchen kann.
Eitel wie ich bin, kämme ich mir mit den Fingern durch den dunklen Filz, in der Hoffnung, noch etwas retten zu können, aber genauso gut hätte ich versuchen können, einer Kuh Stepptanz beizubringen.
Apropos Kuh, die Kellnerin ist fertig damit, den Kaffeeautomaten zu malträtieren und bringt mir die Tasse an den Tisch.
„Hier is’ dein Kaffee“, verkündet sie überflüssigerweise. Sie wirft einen Blick auf meine in den Haaren verfangenen Finger und grinst. „Den kannste brauchen, wa?“
„War ne lange Nacht“, kontere ich. Der Kaffeegeruch steigt mir in die Nase. Er erinnert mich daran, wie müde ich noch bin, und dass ich eigentlich gar keine Zeit für diese Pause habe. Ich hätte noch nicht einmal Zeit für meinen Ausflug ins Nachtleben gehabt, weil mich mein Verleger heute Mittag im Büro erwartet und ich dafür erfahrungsgemäß besser fit sein sollte, aber manchmal muss man eben einfach den Kopf frei bekommen.
„Biste sicher, dass de nüscht essen willst?“, bohrt sie noch einmal. „Siehst aus, als könnteste dit vertragen.“
Ich denke kurz darüber nach und komme zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich Recht hat. Ich bestelle das Fitness-Frühstück, das aus lauter gesundem Zeug besteht und bringe sie damit zum Lächeln. Piercing-Girl ist offensichtlich ein kleiner Öko. Vermutlich würde sie am Liebsten in einem Reformhaus wohnen und bei Birkenstock jobben, um sich ihr Studium in Agrarökologie zu finanzieren, welches es ihr später mal ermöglichen soll, autark auf ihrem eigenen kleinen Bauernhof zu leben.
Dieses Gedankenspiel erheitert mich und lenkt mich beinahe von meinem Vorhaben ab, den blöden kleinen Zettel zu lesen, den ich eben fotografiert habe. Dummerweise ist er in den letzten drei Minuten weder vom Erdboden verschluckt noch von Aliens entführt worden, daher beschäftigte ich mich nun ernsthaft mit der Lektüre der Botschaft. Wer weiß, vielleicht ist es ja was Ernstes, das würde mich für den ganzen Stress wenigstens halbwegs entschädigen. Die Vorstellung, dass irgend so ein armer kleiner Wicht wegen mir seine Befehle vom großen bösen Boss nicht erhalten hat (in dem Fall war das wohl die Schweißfresse von eben), ist irgendwie lustig.
Mein Smartphone zeigt mir die abfotografierte Seite, auf der immer noch in Kapitälchen TOP SECRET steht. Soweit so gut. Danach folgt eine Zahl, eine 3. Und dann beginnt der Text, der mir regelrecht die Schuhe auszieht. Der Irre, der die falschen Zigaretten in Umlauf gebracht hat, faselt irgendwas von einem Wipe Out und irgendwelchen Zeitfenstern, und dass diesem Auftrag diverse Pläne anliegen würden. Ernüchtert nehme ich eine weitere Zigarette aus der Schachtel, öffne das Papier und fördere tatsächlich ein weiteres Plastikröllchen zutage, das ebenfalls TOP SECRET ist und eine Nummer hat. Ich fotografiere auch dieses, lese den Text und beschließe dann, dass ich erstens besser alle Zigaretten kontrollieren und, falls noch mehr Nummern kommen, sie der Reihe nach sortieren und zweitens mal meinen Bruder anrufen sollte. Der kennt sich mit so einer verrückten Scheiße aus und wird wissen, ob das dumme Gelaber hier ernst zu nehmen ist, oder ob es sich lediglich um das harmlose Werk eines Bekloppten handelt.
Während ich die restlichen Zigaretten aufpule und den Inhalt raushole, kommt Piercing-Girl mit meinem Frühstück und fragt mich, wo sie die geballte Fitness hinstellen soll. Der Anblick von Orangensaft, angeblich frisch gepresst, lässt meinen Magen qualvoll rumoren, und zwar nicht vor Hunger. Ich verkneife mir eine Grimasse und helfe ihr, indem ich die bereits abfotografierten Plastikblättchen beiseite schiebe. Fotos machen dauert glücklicherweise nicht lange.
„Was machst’n da?“, fragt sie unverblümt und legt dabei den Kopf schief. Sie sieht aus wie ein aufmerksamer Vogel. Dass sich ihre Haare nicht in ihren Ohrpiercings verfangen, ist für mich ein erneuter Anlass zu unverhohlenem Staunen.
„Ich bin in eine Schnitzeljagd geraten“, behaupte ich und schieße die letzten paar Fotos. „Aber ich habe jetzt alle Hinweise zusammen. Warte, ich räum das eben weg.“ Ich nehme die Blättchen und stopfe sie zurück in die leere Zigarettenschachtel. Die nutzlosen Filter und Tabakkrümel landen im Aschenbecher.
„Und wat jagste?“  (...)


Rezension folgt ....



Die Autorin
Romana Grimm wurde 1983 geboren und von rechtschaffenen Leuten aufgezogen. Den eindringlichen Wunsch, nach Abschluss der Schule einen "sicheren" Arbeitsplatz zu finden, teilte Romana nur bedingt mit ihren Eltern; bereits mit Anfang 20 wusste sie, dass sie ihren Lebensunterhalt lieber mit kreativer Arbeit verdienen wollte. Seither arbeitet sie mal mehr und mal minder fleißig an der Erreichung dieses Ziels. Dabei beschränkt sie sich nicht auf bestimmte Genres, sondern entdeckt sich und ihre Lust am Schreiben mit jeder Geschichte neu. Ihr erklärtes Ziel ist es, Menschen auf eine Reise zu schicken und sie hautnah an ihren Abenteuern teilhaben zu lassen.

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Romana Grimm, Wie ich auszog, Zigaretten zu holen und als Retter der Welt zurückkam



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