Salon

Salon

Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

9. September 2012

Rosemarie Benke-Bursian gibt Auskunft

Der EBOOK-SALON war wieder einmal neugierig und hat bei Rosemarie Benke-Bursian nachgefragt:

Sternzeichen: Löwe
Familienstand: geschieden
 
Beruf/Berufung: Diplom Biologin und Autorin (dabei sehe ich beides sowohl als Beruf als auch als Berufung an, ich liebe die Natur und die Wissenschaft darüber, bin neugierig und forsche gerne, aber ich liebe auch das Schreiben, Fabulieren, Erfinden von Geschichten, das Spielen mit Wörtern und das Ringen um den richtigen Ausdruck)

Warum schreibe ich: Weil sich in meinem Kopf immer wieder wie von selbst Geschichten schmieden, die einfach hinauswollen. Weil es mir viel Spaß macht, an einem Plot herumzutüfteln, bis er mir stimmig und raffiniert genug erscheint. Weil ich die Sprache liebe und die Möglichkeiten, die sie durch das Spiel mit unterschiedlichen Wörtern bietet. Weil ich mich an meinen eigenen Geschichten freuen kann, an den Figuren, die ich erschaffe, und mit denen ich dann auf Zeit so verwachse, dass ich ihre Geschichten quasi selbst mit erlebe, erleide und bejubel. Weil ich so Träume aufs Papier holen kann und Emotionen, Gedanken und Erkenntnisse, Zweifel und Weisheiten, also das, was ich sowieso in mir trage. Weil ich mich auf diese Art auch immer wieder mit selbst auseinandersetzte, zu mir finde, mich neu sortiere … ja auch das ist ein Motiv.

Wie fühle ich mich dabei: Ganz unterschiedlich. Meist schreibe ich einfach nur gerne, und wenn ich einem Fluss bin, dann stellt sich ein totales Hochgefühl ein, dann muß ich weiterschreiben, es ist fast wie eine Sucht. Aber es gibt auch die andere Seite, dass ich zweifle und verzweifle. Weil ich nicht weiterkomme. Weil ich schlecht finde, was ich geschrieben habe. Oder auch mal, weil mir viel zu viel einfällt, was ich nicht unterbringen kann und will, da es die Geschichte zu sehr aufblähen würde, und ich mich aber schwer trennen kann, von all dem Stoff, der mich da überfallen hat und ich den Überblick und die Kontrolle verliere für das, was bleiben sollte und was nicht. Doch die freudige Seite überwiegt deutlich!

Freizeit/Hobby: Lesen (Krimis, Fantasy, Humorvolles, Sachthemen aus Wissenschaft, Politik und Gesselschaft), Sport im Allgemeinen, Tischtennis als Vereinssport (große Leidenschaft!), Musik hören, Konzerte besuchen Kunst, Theater, Filme schauen (Kino, TV) Reisen, Freunde treffen, Garten, vor mich hin träumen, Neues kennen lernen und ausprobieren.

Was mache ich den lieben langen Tag: Neben Haushalt und Garten in Ordnung halten, vor allem schreiben (davon lebe ich ja und jetzt im Sommer habe ich den Luxus, auf der Terrasse schreiben zu können). Außerdem viel lesen, einen Plausch mit den Nachbarn halten und Besorgungen machen. Daneben ist fast jeder Tag noch durch externe Termine strukturiert. Zum Beispiel habe ich regelmäßige Sport- und Tischtennis-Trainingsstunden, fahre zu Turnieren, in der Wintersaison kommen die Punktspiele dazu, außerdem bin ich Jugendtrainerin Abteilungsleiterin, was weitere Termine bedingt. Dazu kommen regelmäßige Stammtische und andere Treffen (Künstlerstammtisch, Ortsteilstammtisch, Freizeit-Stammtisch, Kulturforumstreffen, Projektgruppentreffen (diverse Projekte rund ums Schreiben), mache ich mal eine Fortbildung mit, fahre zu diversen Veranstaltungen (Buchmessen, Autorentreffen, Seminaren) oder treffe mich mit Freunden, die ich sonst kaum sehe. Das heißt, dass ich meist an 4 von 5 Wochentagen irgendwo unterwegs bin. Zu Hause schaue ich auch mal TV zur Entspannung (bevorzugt, Krimis, Naturfilme, politische Sendungen) aber oft schreibe ich abends noch weiter. Als Nachteule kann ich gut bis Mittenacht arbeiten. Dann schreibe ich auch meine Mails und bin in diversen Netzwerken unterwegs (Xing, Fb, Autorenforen), denn Kontaktpflege ist ein wichtiger Part meiner Freiberuflichkeit.

Lieblingsbuch: Das wechselt. Wenn mich ein Buch überzeugt, gefangennimmt, fesselt, beeindruckt, dann wird es in dem Moment für eine Weile mein Lieblingsbuch – bis ein anderes kommt, dass ich toll finde. Wenn überhaupt, würde ich den Kleinen Prinzen als Lieblingsbuch wählen, denn das ist eines, dass mich berührt, wann immer ich es in die Hand nehme.
Lieblingsmusik: Die gibt es wirklich nicht. Aber Phasen, in den ich bestimmte Musik besonders gerne höre, die gab und gibt es immer wieder. Pink Floyd, Queen, Mozart, Dvorak, die Oper von Hänsel und Gretel, Phantom der Oper und Les Miserable, um mal so einen kurzen Ausblick zu geben. Zurzeit höre z.B. sehr gerne Moonfleet & Other Storys von Chris de Burg. Bei vielen neuen Stücken merke ich mir allerdings meist einfach nicht mehr Namen und Titel, auch wenn sie mir gefallen.
Lieblingsfilm: Das wird ja immer schwieriger. Nein, da habe ich jetzt echt keinen. Da mache ich mir einfach zu wenig Gedanken drum. Was nicht heißt, dass ich nicht immer mal wieder einen ganz toll finde. Aber dann auch vergesse, weil mir anderes wichtiger ist.
Lieblingsdichter: Damit kann ich auch nicht dienen. Ich lese viel zu viel, als dass sich da jemand so besonders heraus kristallisieren könnte. Ich mag die Schreibe von vielen Autoren sehr gerne, andererseits liebe ich die Abwechslung, wie bei allem und was mich gerade besonders anspricht, hängt immer auch von meinen Stimmungen ab. Was ich besonders anziehend finde, ist, wenn jemand wohldosiert einen feinsinnigen bis bissigen Humor versprüht.
Lieblingssport: Ja, den gibt es jetzt allerdings absolut: Tischtennis und noch mal Tischtennis!
Lieblingsfarbe: Blau. Oder doch rot? Grün? Hmm, kommt eigentlich drauf an, woran diese Farbe klebt. Bei Kleidern habe ich andere Lieblingsfarben als etwa bei Möbeln oder Blumen. Aber ich weiß, welche Farbe ich nicht mag: Rosa!
Lieblingswunsch: Mit einer Autorenfreundin und Wolfsexpertin die Wölfe in Kanada oder im Yellowstone Park beobachten. 

Meine schönsten Gefühle: Wenn ich ganz eins mit mir bin.
Mein schlechtestes Gefühl: Das allerdings behalte ich für mich.

Der erste Gedanke, wenn ich morgens aufwache: Morgens kann ich noch gar nicht denken.

Lebensmotto: Keins und viele. Also es gibt keines, was mich so grundsätzlich und immer begleitet, aber ich habe doch Phasen, wo mich immer wieder die gleichen ansprechen und ja, der Situation Sinn geben. Zum Beispiel:
- Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)
- Wir verlangen, das leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. (Hermann Hesse)
- Liebe ist der Entschluss, das Ganze eines Menschen zu bejahen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen. (Otto Flake). 

Was ich gerne sehe: Natur, vor allem die grüne Natur, und dann Wasser. Wasser das über Steine plätschert oder sich an Felsen bricht und dabei schäumt und wild erscheint. Da könnte ich stundenlang zuschauen und abschalten - nicht denken und nicht reden.
Wovon ich träume: Den Wunsch / Traum von der Wolfsbeobachtung habe ich schon. Doch Träume habe ich eigentlich viele: Zum Beispiel: Noch mehr Tischtennissiege einzufahren und ja, mal ein Turnier zu gewinnen. Und natürlich: Weitere Bücher zu veröffentlichen und mit ihnen erfolgreich zu sein. Ich weiß nicht, ob ich DEN Bestseller bräuchte, aber immerhin, nah dran würde ich mich schon wünschen, vor allem dann aber mit mehreren Büchern. Also nicht DER Bestseller, sondern viele Bücher weit oben. Mit nur einem guten Buch - und würde es noch so lange auf Platz 1 stehen - wäre ich nicht wirklich zufrieden. Ich möchte ja weiter schreiben. Und das Gefühl, mich selbst nicht mehr toppen bzw. nicht mehr erreichen zu können, hätte doch was richtig Niederschmetterndes für mich. So sehr ich mich über Erfolge freuen kann, so sehr bin ich auch jemand, der erwartungsvoll in die Zukunft schauen möchte. Ja, zum Glück habe ich viele Träume und sie wachsen immer auch noch nach und so bleibt immer noch einer, für den es sich zu leben und kämpfen lohnt.
Was mich freut: Mein Sohn. Mein Garten …Dass ich viele gute Freunde habe. Wenn ich neue Angebote bekomme, wenn ein Buch angenommen wird, wenn ich ein neues Buch von mir in Händen halte, wenn ich beim Tischtennis gewinne, wenn ich Komplimente bekomme, wenn jemand etwas Unerwartetes für mich tut, wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern. Dass ich nach einem Kreuzbandabriss und anschließender Operation inzwischen schon beinahe wieder so beweglich wie früher Nein ich kann gar nicht alles aufzählen, es gibt einfach zu viel, über das ich mich freuen kann.
Was ich gern habe: Wenn man mir den Rücken massiert.
Wen ich liebe: Meinen Sohn. Alle anderen behalte ich für mich.
Was ich liebe: Meinen Garten, meinen Sport, meine Arbeit, wenn man mir den Rücken massiert …
Was mich aufregt: Intoleranz, Kleingeister, Ungerechtigkeit, wenn man Bürokratie über gesunden Menschenverstand erhebt, wenn Dummheit das Sagen bekommt.
Wofür stehe ich (ein) / wofür "brenne" ich: Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit. Für den Schutz von Schwachen, Tieren, der Natur … alle die nicht für sich selbst eintreten können.
Was ich niemals tun würde: Man soll ja nie nie sagen und so halte ich es auch, da ich schon manches getan habe, was ich vorher nicht gedacht hätte, dass ich es tun könnte / würde.
Aber ich denke mal, ich würde nie jemand umbringen können - außer in meinen Geschichten.
Was ich immer wieder tun würde: Mein Leben so leben, wie ich es bisher getan habe mit all den getroffenen Entscheidungen.
Womit ich mich beschäftige: Oh je, es wäre leichter zu sagen, womit ich mich nicht beschäftige - zumindest gedanklich: Formel 1, ob unser neuer Bundespräsident seine Lebensgefährtin heiraten wird und ob der nächste 13. auf einen Freitag fällt. Aber alles andere treibt mich um.

Dein tollsten Kindheitserlebnis: Mir fallen zwei ein, die für mich in etwa gleich toll waren:
1) Als ich unerwartet doch noch ein Fahrrad zu Weihnachten erhielt
2) Als ich in Leichtathletik mit riesigem Abstand das beste Ergebnis meiner Jahrgangsstufe erzielte.

Ich glaube an: Dass es mehr gibt, als das, was wir uns vorstellen können.
Diese Welt ist: unsere einzige, unsere schönste und absolut erstaunlich in ihrer perfekt ausgetüftelten Komplexität.
Schönheit ist: das, was mein Herz berührt
Mir ist wichtig, dass: mein Sohn seinen ganz eigenen Weg geht.
Das Wichtigste: sind für mich immer die Menschen

Was kommt: weiß ich nicht, will ich auch nicht wissen. So bleibt mein Leben spannend und gibt Raum für ganz viele schöne Träume.
Was bleibt: Ja, das frage ich mich auch manchmal. Eine endgültige Antwort habe ich noch nicht gefunden.
Was ich am liebsten habe und dennoch herschenken würde: Das, was ich am liebsten habe, kann ich nicht herschenken, da es mir nicht gehört.

Mit welche Persönlichkeit möchtest du einen Tag verbringen können: Ach je… können? Es gibt viele Persönlichkeiten, mit denen ich mich gerne mal unterhalten würde oder essen gehen, oder … aber einen ganzen Tag? Timo Boll!

Mein aktuelles Projekt: Ich habe nicht nur ein Projekt, sonder ziemlich viele parallel: Einen längeren Artikel für eine Fach-Zeitschrift, eine Sach-Artikel-Paket und eine Artikel-Serie für ein Gesundheitsportal entwickeln, neue E-Books schreiben (sind thematisch schon abgesprochen), endlich meine Homepage gestalten, Agentursuche für meine Kinderbücher, eine größere Lesung sowie meine Ferienschreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche vorbereiten (läuft beides im September), ein Künstlerbuchprojekt leiten, eine Schreibwerkstatt für Erwachsene ins Leben rufen, die Augen offen halten für mögliche neue Projekte und nicht zu vergessen: Eigen-Marketing betreiben!
Mein Wunschprojekt: Ein Kinderbuch für einen namhaften Verlag zu schreiben zu können

Herzlichen Dank, liebe Rosemarie, für dieses tolle Interview!


Die Autorin Rosemarie Benke-Bursian studierte Biologie mit Abschluss Promotion. Seit 1995 ist sie freiberufliche Journalistin und Autorin und schreibt neben Sachbüchern zu Mathematik, Physik, Astronomie und Biologie auch Gedichte, Kindergeschichten, Kurzgeschichten sowie Kurzkrimis, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden. Im Jahre 2003 gewann sie beim ABDA-Literaturwettbewerb den Sonderpreis „Kindergeschichte, kleinere Auszeichnungen für Kurzgeschichten folgten. Mittlerweile kann die Autorin auf mehrere Buchveröffentlichungen zurückblicken, seit 2012 auch im E-Book-Bereich, außerdem hält sie Lesungen und leitet kreative Schreibwerkstätten. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

Die Veröffentlichungen:

Keine Kommentare: