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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

27. September 2012

Wolfgang Meilenstein, Pablo



Zum Inhalt:
Die gesamte Handlung findet in einem Paralleluniversum statt.
Manche Dinge laufen dort sehr ähnlich ab wie in unserem Teil der Realität, andere Dinge hingegen sind für uns sehr fremdartig, aber auch faszinierend.
Der selbsternannte Monsterjäger Pablo führt ein einfaches Leben:
Er prahlt mit seinen frei erfundenen Heldentaten, lässt sich bei jeder Gelegenheit alkoholische Getränke ausgeben und zieht unbescholtene Bürger über den Tisch.
Das kann natürlich nicht ewig gut gehen...

Fräulein Pfeffer, eine resolute ältere Dame, kocht vor Wut, denn ihr kleines Dorf wird seit einiger Zeit von merkwürdigen Ungeheuern heimgesucht.
Was liegt da näher, als sich einmal so richtig zu beschweren?
Stellt sich nur die Frage, bei wem überhaupt...

Dazu gibt es noch ein glitschiges Wesen, das irgendwie überall seine Tentakel im Spiel hat.

Wie das alles zusammenhängt? Finde es heraus!


Leseprobe:
Langsam rumpelte der Holzkarren den Weg entlang. Die zwei Ochsen, die den Karren zogen, versanken bei jedem Schritt bis zum Knöchel im Morast und ließen kleine Matschfontänen aufspritzen. Der Regen war so dicht, dass Eike und sein Partner Grom den dichten Wald, durch den der schlammige Weg führte, kaum erkennen konnten, obwohl er keine zwei Meter vom Rand des Karrens entfernt war.
Sie waren schon seit Stunden unterwegs und wollten nichts lieber, als endlich in Vacorta anzukommen. Das lange, ungemütliche Sitzen auf dem holpernden Karren in Kombination mit dem dichten Regen trug nicht gerade zu einer Verbesserung der Stimmung bei.
Auch die Geschäftsreise war nicht gerade ein Erfolg gewesen, die kleinen Götterstatuen aus Holz hatten sich so gut wie gar nicht verkauft. Sie zeigten eine hölzerne Scheibe Brot, die in Begriff war, auf die Butterseite zu fallen, angebracht mit einem Metallstab auf einem Holzsockel.
Die Brotscheibe war das Symbol des Gottes Morpo, der sich vor allem in den unteren Schichten der vacortaschen Bevölkerung zunehmender Beliebtheit erfreute.
Morpo war der Gott der täglichen kleinen Unglücke. Viele Menschen hielten es für sinnvoll, vor überraschend aus dem ersten Stock entleerten Nachttöpfen, plötzlichen Preiserhöhungen beim Händler des Vertrauens oder eben dem klassischen Brot, das auf die Butterseite fällt, geschützt zu sein.
So verloren die ganz großen Götter wie zum Beispiel Yap mit ihren Versprechungen von Seelenheil und ewigem Leben nach dem Tod [Gerüchte sprachen sogar von einer nicht näher konkretisierten Anzahl von Jungfrauen, jedoch erröteten die Priester stets, wenn man sie darauf ansprach und stammelten uneindeutige, kurze Antworten.] zunehmend an Attraktivität, denn die Bürger von Vacorta dachten praktisch: Wenn morgens der Nachttopf eines anderen über dem eigenen Kopf entleert wird, verliert das Seelenheil schlagartig an Bedeutung.
„Diese Reise war eine bescheuerte Idee von dir, Eike. Erst diese ewige Fahrt bis nach Pyros, dann die lange Suche nach einer Stadt. Was ist denn das für ein Land, das fast nur aus heißem Sand besteht und wo man stundenlang suchen muss, um auch nur ein kleines Dorf zu finden?“, beschwerte sich Grom, der von Anfang an gegen die Reise gewesen war.
„Hab ein bisschen mehr Respekt vor den Leuten in Pyros. Lange bevor es Vacorta überhaupt gab, hatten sie schon eine Schrift entwickelt und wussten von den Vorzügen eines Toilettenhäuschens. Ich konnte ja auch nicht wissen, dass dort das Licht und die Sonne als Gott verehrt werden.“, verteidigte sich Eike.
„Verehrt ist ja wohl untertrieben! Man hat uns fast aufgespießt, als sie herausbekamen, dass wir einen anderen Glauben verbreiten wollten.“
„Ach, sieh doch nicht alles so negativ. Die Ausrede mit den hölzernen Brotspezialitäten aus Vacorta hat doch funktioniert. Wir haben zwar nichts verkauft, aber wir sind aus Pyros entkommen und in zwei Stunden sitzen wir gemütlich vor einem Feuer am Kamin.“
Doch Grom ließ sich seine schlechte Laune nicht so schnell ausreden: „Pah! Ein riesiges Loch hat das in unsere Finanzen gerissen. Die Reise war teuer, wir haben kein Geld gemacht und zu Hause stand das Geschäft die ganze Zeit still. Dämliche Pyroaner. Möge Morpo sie alle strafen! Ein Licht- und Sonnengott, tss. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine Qualle zu verehren?“ [Diese Bemerkung bedarf wohl einer ausführlicheren Erklärung. Nicht nur in unserem Universum interessiert man sich für das Licht an sich und die Frage, woraus es besteht. Auch in Universum 3 entwickelte sich ab einem bestimmten Wissensstand ein Interesse für die Natur und ihre Funktionsweise.
So fand der Alchemist Strahlemann zufällig während eines Versuches, der natürlich den Zweck hatte, aus Blei Gold zu erzeugen, heraus, dass Lichtstrahlen keine richtigen Strahlen sind. Sein Interesse war geweckt und während weiterer Experimente, bei denen ungewöhnlich viele Flamingos (wegen ihrer Fähigkeit, so lange auf einem Bein zu stehen) den Tod fanden, kam er zu dem Ergebnis, dass das Licht in kleine Portionen aufgeteilt durch die Welt flog. Er nannte diese kleinen Portionen „Brocken“. Ungefähr hundert Jahre später hielt ein anderer Alchemist Herrn Strahlemann für einen ausgemachten Schwachkopf und überprüfte neben seinen Blei-Gold Experimenten dessen Theorie.
Er konnte sie nicht widerlegen, machte aber die erstaunliche Entdeckung, dass Licht anscheinend ähnlich wie Wasserwellen „wabbelt“, wie er es nannte. Die Bevölkerung stand nun vor der Aufgabe, diese beiden Theorien miteinander in Einklang zu bringen.
Anstatt jedoch irgendwelche merkwürdigen Quantentheorien und Wellenfunktionen zu entwickeln, packten sie die Sache mit gesundem Menschenverstand an.
Sie wussten: Licht ist irgendwie transparent und besteht aus wabbeligen Brocken. Niemand musste lange überlegen, es gab schließlich nur eine logische Schlussfolgerung: Das Licht ist eine Art Qualle.
Da diese Erklärung so unglaublich einleuchtend war, verbreitete sie sich sehr schnell in Vacorta und dem umliegenden Land.
Um bloß nicht als dumm und ungebildet zu gelten, wusste kurz darauf jeder darüber Bescheid.]
So stritten die zwei Händler munter weiter, während die Ochsen sich damit abmühten, den Karren durch den immer tiefer werdenden Schlamm zu ziehen. Kurze Zeit später fand die Reise jedoch eine plötzliche Unterbrechung.
Quer über dem schmalen Weg lag ein großer Baum, dem merkwürdigerweise alle Blätter fehlten, und blockierte die Weiterfahrt.
Eike und Grom sprangen vom Karren, um das Hindernis zu untersuchen.
„Das fehlt mir gerade noch. So ein dämlicher Baum! Guck doch mal, wie groß und schwer der ist. Den kriegen wir niemals weg. Verdammtes Holzding!“, machte Grom seinem Ärger Luft. Eike setzte gerade dazu an, seinem Partner zuzustimmen, als der Baum überraschend zwei große, gelbe Augen öffnete.
Knarrend und krachend richtete er sich auf, wobei einige kleinere Zweige abbrachen, und begann mit tiefer, grollender Stimme zu sprechen:
„Mir reicht es langsam! Ihr verdammten Menschen! Guckt es euch an. All meine Blätter sind ausgefallen. Habt ihr den Regen mal probiert? Nein? Solltet ihr auch nicht, der ist saurer als eine Zitrone, alles nur wegen euch. Da will man hier einmal in Ruhe ein Nickerchen machen und schon wird man angepöbelt und als verdammtes Holzding bezeichnet. Genug ist genug!
Ihr versucht uns zu töten … Doch es klappt auch anders herum!“
Während Grom nur sprachlos da stand und sich über einen sprechenden Baum wunderte, öffnete Eike bereits den Mund, er wollte den Säuregehalt des Regens überprüfen.
Dazu kam es nicht mehr.
Als der Baum mit zwei seiner gewaltigen Äste ausholte, wünschten sich Grom und Eike plötzlich, sich doch für Yap entschieden zu haben. Selbst ohne Jungfrauen erschien ein Leben nach dem Tod plötzlich äußerst attraktiv. Doch dafür war es zu spät. (...)





Der Autor
Wolfgang Meilenstein (1965-Jetzt) lebt in einer kleinen, beschaulichen Stadt im Taunus.

Seine Liebe zum Schreiben entdeckt er vor allem in den Stunden nach Mitternacht.
Während andere Leute schlafen, fließt bei ihm die Kreativität durch Arm, Hand und Tastatur aufs virtuelle Papier.

Sobald er mehr als einen Roman verfasst hat (was bisher nicht der Fall ist), wird er vor allem durch seine große literarische Vielfalt überzeugen.
Bisher beschränkte sich seine Autorentätigkeit auf den humorvollen Fantasy-Roman "Pablo".
Hinter dem unscheinbaren Titel "Pablo" (Für den ganzen Roman hat die Fantasie gereicht, beim Titel war es aber dann vorbei) verbirgt sich Wolfgang Meilensteins erstes Meisterwerk. Mehr als ein Jahr hat der Autor auf feste Nahrung und frische Luft verzichtet, um ohne Unterbrechung an dem Roman arbeiten zu können. Herausgekommen ist ein Buch, dass sich am besten in das Genre der humorvollen Fantasy einordnen lässt.
Der Umfang beträgt 313 Normseiten.


Doch weitere Werke sind bereits in Arbeit!
Nach einer ausführlichen Marktanalyse (denn Wolfgang Meilenstein schreibt nur des Profits wegen) werden in unbestimmter, aber sicherlich ferner Zukunft zwei weitere Romane erscheinen, die genau auf die Bedürfnisse der Leserschaft abgestimmt sind.
 
Wenn Wolfgang gerade einmal nicht schreibt, schwelgt er im Luxus.
Nach dem grandiosen Erfolg seines Erstlingswerks "Pablo" kann sich Wolfgang sich den ausschweifenden Lebensstil leisten, von dem er vorher nur geträumt hatte.
 
Im Gegensatz zu vielen anderen freiberuflichen Autoren kann er es sich beispielsweise erlauben, sein Brot mit einer ganzen Scheibe Wurst zu belegen (An Feiertagen sogar mit einer dünnen Schicht Butter darunter).
 
Sein großer Traum, ein eigener Ferrari, scheint also nicht mehr fern.
Aus falschem Stolz nimmt Wolfgang keine Spenden an, hat aber nichts dagegen, wenn man sein Buch mehrmals kauft (50 Mal oder mehr wird besonders gerne gesehen).



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