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24. Oktober 2012

Barbara Stifter, i n f i n i t y - Krimi



Tina orientiert sich beruflich um und wird Polizistin in der österreichischen Provinz. Eine Serie mysteriöser Mordfälle fordert sie von Anfang an. Und das nicht nur in ihrer beruflichen Eigenschaft als Polizistin. Sie scheint auch privat in diese Serie von Morden verwickelt zu sein, denn im Chat nennt sie sich "infinity". Ein Zettel mit dieser Aufschrift findet sich bei den Toten. Tina versucht nun das Rätsel zu lösen. Koste es, was es wolle! ....








Leseprobe:

1.

… Du liegst mitten in einem nassen, kalten und glitschigen Etwas.
Du weißt nicht, wo du bist und auch nicht, was geschehen ist. Du merkst, dass du dich kaum bewegen kannst, versuchst aber trotzdem aufzustehen. Es gelingt dir nicht, alle Mühe ist umsonst.
Da hörst du etwas: In einiger Entfernung fahren Autos.
Es ist Nacht und du solltest sicher nicht hier sein, wo immer du auch gerade bist…

Mein erster Arbeitstag lag hinter mir und ich wollte nur noch nach Hause. In meinem kleinen, roten Uraltauto fuhr ich, in Gedanken den Tag im Zeitraffertempo nochmals durchlebend, einfach so dahin. Da registrierte ich plötzlich, dass ein Stück voraus, nahe des Straßenrandes, ein Moped lag. Ich hielt an und sah nach, was da geschehen war.
Zuerst erblickte ich so gut wie gar nichts, denn es war schon stockfinstere Nacht. Ich holte meine Taschenlampe aus dem Auto und leuchtete den Bereich um das Moped sorgfältig ab. Da vernahm ich mit einem Mal ein leises Jammern und sah auch schon das Bündel Elend daliegen.
Es handelte sich um einen jungen Burschen, gerade mal fünfzehn oder sechzehn Jahre alt, wie es schien. Ich ging näher hin und fragte, was denn passiert sei. Er musste sich in diesem Moment gedacht haben: „Mensch, wie blöd kann man denn fragen!“ Aber er antwortete nur: „Gott, bin ich froh, dass mich jemand gefunden hat! Ich müsste schon längst zu Hause sein!“
Ich sagte: „Komm, versuch einmal aufzustehen, ich helfe dir! Und dann bringe ich dich ins Krankenhaus!“
Anschließend versuchten wir gemeinsam mein Auto zu erreichen. Und wir schafften es sogar!
Im Krankenhaus angekommen, wurde der Junge dann medizinisch erstversorgt. Ich benachrichtigte währenddessen seine Eltern, die bald darauf eintrafen. Sie bedankten sich bei mir freundlichst für die Hilfe und ließen mich, nachdem wir unsere Adressen und Telefonnummern ausgetauscht hatten, wieder meiner Wege gehen.
Ich hoffe nicht, dass sie nach meinem Abgang noch allzu sehr mit ihrem Sohn geschimpft haben.

2.

Am nächsten Morgen stand ich mit gemischten Gefühlen auf. Ich fragte mich ernsthaft, ob ich mich für den richtigen neuen Beruf entschieden hatte.
Wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich einmal Polizistin werden würde, ich hätte ihn oder sie auf der Stelle für absolut verrückt erklärt! Aber ich beschloss für den Moment, nicht weiter darüber nachzudenken - viel Nachdenken macht nämlich unnötig Kopfweh - und fuhr los, um den zweiten Arbeitstag zu beginnen…
Meine Kollegen sahen mir sofort an, dass ich echte Zweifel an mir hatte. Und ich wusste auch sofort, was sie sich dachten: „Die macht es eh nicht lange hier!“
An diesem Tag musste ich ihnen auch recht geben!
Nachdem mir ja gestern schon alle Räumlichkeiten der Wachstube mehr oder minder minutiös gezeigt worden waren und ich auch über sämtliche „Must“ und „Must not“ informiert wurde, alle Formalitäten erledigt waren und ich somit zum Bestand der kleinen Truppe gehörte, ging es heute los. Außendienst war angesagt und das konnte ich mir schließlich nicht entgehen lassen!
Der Kollege, der mich für den Anfang unter seine Fittiche nehmen sollte, wurde mir ebenfalls schon am Vortag vorgestellt. Er hieß Karl, Karl Berger, um genau zu sein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir dicke Freunde werden würden, denn, soweit ich das gestern schon raus hören konnte, war er prinzipiell gegen weibliches Personal bei der Polizei. „Als Putzfrau hätte ich dort schon arbeiten dürfen, aber als seine Kollegin!?“, dachte ich mir, dass er sich dachte.
Nun, wenn man sich wie ich mit über dreißig Jahren noch zu einem Neuanfang entschlossen hatte, ist einem so ein Vorurteil kein wirkliches Hindernis. Es gab doch schon so viele Frauen bei der Polizei, und das nicht nur im Fernsehen! Die waren ja doch überhaupt die tollsten! Oder etwa nicht?
Wie ich später erfahren sollte, war es kein Vorurteil, das er da besaß, sondern hatte mit etwas ganz Anderem zu tun.
Wir waren auf dem Weg zum Dienstauto, als uns plötzlich Kollege Brugger wie wild herumfuchtelnd nachgelaufen kam. Total außer Atem verkündete er: „Ihr müsst sofort zum See raus, da wurde eine Leiche gefunden, wahrscheinlich ein Mordfall!“
Mehr als geschockt schauten Kollege Berger und ich uns einmal an, bevor wir so richtig registrierten, was uns da eigentlich gesagt wurde. Nachdem wir beide an Bruggers Gesichtsausdruck merkten, dass er keinen Scherz gemacht hatte - es war auch nicht der 1. April - und uns beiden derselbe Gedanke durch den Kopf gegangen war („Was macht eine Leiche im Neusiedler See? So was passiert doch normalerweise nicht!“) sagten wir gleichzeitig: „Und wir sollen da hin?“
Kollege Brugger meinte nur: „Wer denn sonst, seht ihr denn hier noch jemanden außer euch?“
Da dem nicht so war, fragten wir nach, wo genau wir genau hin mussten und fuhren dann sofort los. Da ja nun wirklich nicht massenweise Leichen in, am und um den Neusiedler See herum auftauchten (und in Rust taten sie das schon fast überhaupt nicht), steckten Berger und ich in der gleichen Misere. Er war zwar schon viel länger im Dienst als ich, was ja keine Kunst war, aber diese Situation war auch für ihn ungewöhnlich, da er bisher erst ein einziges Mal an einer Mordermittlung beteiligt war, wie er mir während der Fahrt gestand.
Als wir am Fundort der Leiche ankamen, mussten wir uns vorerst einmal durch eine Gruppe herumstehender und gaffender Neugieriger hindurchzwängen. Nachdem wir endlich den toten Körper zu Gesicht bekommen hatten, erkundigten wir uns, wer denn die Leiche gefunden hätte.
Es war ein junger Mann, der uns auch gleich versicherte, dass noch niemand etwas an der Leiche oder der Umgebung verändert habe. CSI Miami, New York und Co. sei Dank!
(...)


Rezension folgt...


Die Autorin
Ich wurde als Erika Barbara Stifter am 20. Dezember 1963 im österreichischen Burgenland geboren.
Meine Jugendzeit verbrachte ich in einer winzigen Ortschaft, die sich Antau nennt und gerade mal so ca. 700 Einwohner hat. In Anbetracht des nicht gerade aufregenden Lebens dort begann ich schon sehr früh, mich schriftstellerisch zu betätigen. Ein nicht gerade weltumfassendes Werk aus dieser Zeit habe ich sogar noch aufgehoben, den Rest aber irgendwann verworfen, da ich eigentlich nie damit gerechnet habe, in späteren Jahren noch einmal auf meine Ur-Ambition zurückzukommen.
Einen großen Teil meines Erwachsenenlebens verbrachte ich als Verwaltungsdienstkraft im öffentlichen Dienst. Aufgrund familiärer Umstände war ich in der Folge leider gezwungen, mein Berufsleben aufzugeben, und im Laufe der Jahre entstand erneut mein Wunsch, zu schreiben.
Ich bin zwar in Literaturkreisen noch ein unbeschriebenes Blatt, aber beschriebene Blätter meinerseits gibt es ja bereits seit längerer Zeit in rauen Mengen, deren Dasein aber bisher noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken durfte. Sie schlummern somit mehr oder weniger geduldig vor sich hin und warten auf eventuelle Interessenten.
Da es sich hier um eine Kurzbiographie handeln soll, möchte ich im Übrigen nur noch erwähnen, dass ich verheiratet bin, zwei Söhnen das Leben geschenkt habe (ob sie das nun wollten oder nicht!) und mittlerweile seit August 2009 mit Mann, Kindern, Katzen (es sind vorläufig mal neun) und Kegel in Rohrbach in der Nähe von Mattersburg lebe.

Bei Facebook unter „Barbara Stifter“ und „Barbara Stifter – Autor“


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