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2. Oktober 2012

Sabine Reiff, Dämonendämmerung – Die Auserwählte



Dorotheas Leben als Lokalreporterin in einem verschlafenen Nest im Schwarzwald verläuft eintönig, bis sie bei einem Interview den Historiker Alexander Maar kennenlernt. Der ebenso attraktive wie charismatische Mann zieht sie schnell in ihren Bann, doch sie ahnt nicht, dass sich hinter der menschlichen Fassade ein Jahrtausende alter Dämon verbirgt, der sie zur Braut erwählt hat und das Schicksal der Welt in ihren Händen liegt, denn in Kirchbronn formieren sich dunkle Mächte…
Doro muss sich ihrer Bestimmung stellen und kämpfen, um ihr Leben, um ihre Freiheit und um eine Liebe, die alle Grenzen des Diesseits überschreitet.

Leseprobe:
PROLOG

Nachts

Es war Herbst, die Zeit des Jahres, in der sich Sommer und Winter für wenige Wochen vereinigten. Tage und Nächte beherbergten noch einen trügerisch warmen, fast zarten Hauch, doch die Kälte des Winters, die mit eisigen Klauen alles Leben umschlang, würde schon bald folgen.

Gelal witterte in das ihn umgebende Schwarz hinein; wie jede Nacht war er auf der Jagd nach Emotionen. Rastlos durchstreifte er die Träume der Menschen auf der Suche nach Gefühlen, die seine unbändige Gier nach Ekstase stillten, ihn nährten und ihm Kraft gaben. Und seit Anbeginn seiner Existenz war die Dunkelheit dabei seine stille, wohlwollende Verbündete. Nacht für Nacht offenbarte sie sich ihm als reich gedeckter Tisch, indem sie ihm die Seelenregungen der Menschen zeigte. Ihre Träume. Ihre Ängste. Ihre geheimsten Wünsche, die ihn anlockten und an denen er sich labte.
Jeder menschlichen Emotion haftete ein ureigener Geruch an und ebenso variantenreich war später der Geschmack. Angst besaß eine brennend ätzende Note und war wenig bekömmlich. Neid, Missgunst und Hass wurden von der Bitterkeit überlagert, die sie in dem jeweiligen Menschen auslösten. Diese Gefühle sättigten zwar nicht, aber sie linderten das dringlichste Verlangen. Am nahrhaftesten waren reine, unschuldige Empfindungen, wie Liebe, Glück und Zufriedenheit und ebenso verführerisch rochen sie auch. Manchmal blumig und leicht, manchmal süß und schwer, manchmal nach Sonne und Wind und ganz selten verströmten sie den unbefleckten Duft von frisch gefallenem Schnee. Er versuchte sich zu erinnern, wann dieser Wohlgeruch das letzte Mal seine Sinne berauscht hatte. Es lag Ewigkeiten zurück, denn solch reine Empfindungen waren nur sehr wenigen Menschen vorbehalten und machten sie zu außergewöhnlichen Geschöpfen.
Der Hunger nach Emotionen ergriff von seiner gestaltlosen Hülle Besitz und drängte sein Innerstes zur Vereinigung. Er ließ sich auf einer alten Eiche nieder, die majestätisch auf dem Berggipfel thronte. Von hier oben konnte er das schmale Tal zu seinen Füßen in seiner vollen Länge überblicken. Ein reißender Wildbach zerschnitt es in zwei nahezu gleiche Hälften. An seinem oberen Ende schmiegte sich ein verschlafenes Städtchen gegen die steil ansteigenden Hügel, an seinem unteren erstreckte sich eine weite Moor- und Wiesenlandschaft. Und dort, im Höllengrund, lag auch sein Versteck. Die Einheimischen mieden diesen Ort, denn seit jeher rankten sich um ihn dunkle Geschichten, für ihn hingegen war die alte Wassermühle mit der Zeit zu einem schützenden Refugium geworden. Von seinem Hochsitz beobachtete er, wie nach und nach in den Fenstern der Häuser die Lichter erloschen. Bald lag die Stadt vollständig im Dunkeln der Nacht, und er durfte sich ganz nach Incubusart in die süßen Träume seiner Opfer schleichen. Nur noch ein kurzer Moment der Gefahr trennte ihn von der weiblichen Wolllust, die auf ihn wartete, und die er begehrte, weil sie sein Dasein rechtfertigte. Es waren die Augenblicke, in denen er der menschlichen Welt seine dämonische Gestalt offenbaren musste, um seine Sinne zu schärfen und für diese Nacht die richtige Wahl zu treffen.


Rezension folgt ...


Die Autorin
Sabine Reiff ist 1968 geboren, verheiratet und lebt in der Nähe von Stuttgart. Nach über zwanzig Jahren in der Werbebranche, war es an der Zeit für ein paar grundlegende Veränderungen. So hat sie sich 2007 wieder verstärkt dem zugewandt, was sie schon in Kinder- und Jugendtagen fasziniert hat: Dem Schreiben und Erfinden von außergewöhnlichen Geschichten und den Welten, in denen sie spielen.
Mit der Veröffentlichung von Dämonendämmerung ist für Sabine Reiff ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Weitere Romane befinden sich gerade in der Überareitung und werden in den nächsten Monaten folgen.
Mehr Infos zu aktuellen Projekten finden Sie unter www.sabine-reiff.com oder treffen Sie die Autorin bei Facebook oder auf Twitter 


Sabine Reiff, Dämonendämmerung – Die Auserwählte


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