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Rezensionen

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8. Oktober 2012

Thomas Wewers, Ritter Namenlos


Über das Buch
Wie nehmen Menschen mit starken geistigen Behinderungen wahr? Was denken sie? Was fühlen sie? Warum haben sie Tics? Fragen, die sehr schwer zu beantworten sind. Thomas Wewers nähert sich in seiner Geschichte vom Ritter Namenlos diesen Fragen auf poetische Weise. Ohne pädagogisierend oder moralisierend zu werden, entführt der Autor uns sprachgewaltig in eine bizarre Bilderwelt in der der Protagonist, Ritter Namenlos, auf der Suche nach Abenteuer und Reichtum Kämpfe zu bestehen hat, bei der er nach und nach feststellt: das Schwert benötigt er nicht, um einen Schatz zu finden, sondern innere Stärke und Achtsamkeit.

Rezension

Von einem, der auszog, berühmt zu werden
denn dem kleinen Ritter Namenlos reicht es jetzt, als noname daheim herumzuhocken, seine Rüstung zu putzen und ansonsten nichts, gar nichts (!) zu erleben. Schluss damit! Er zieht aus, um ein Schloss von Hexen und anderem Gesocks zu befreien.
Auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, es handelt sich um eine Geschichte für Kinder, schlicht formuliert, in einem Märchensetting.

Soweit, so gut
dachte ich, eine klassische Heldenreise also, auf dem Weg zum Ruhm, der von Abenteuern gespickt sein wird. Denkste!
Die Geschichte vom kleinen Ritter Namenlos verlangt einem mehr ab als reines lesen. Denn je weiter ich vordrang, desto tiefer wurde ich in das Geschehen hineingezogen. Warum? Weil die Charaktere, die dem Ritter begegnen, höchst interessant sind.

Der Text ergriff mich
Mehr und mehr spann Wewers mich ein; bald hing ich fest im Spinnennetz der spannenden Metaphern. Unerklärlich sind die Personen, denen der kleine Ritter begegnet. Was tun die nur, fragte ich mich, und ertappte mich dabei, eine archaische Angst vor dem Unbekannten zu verspüren. Das Fremde macht Angst, das Abnorme macht Angst. So ist das mit uns Menschen.

Doch ich kam dahinter
spätestens an der Stelle, als der kleine Ritter Namenlos auf eine Hütte im Wald stößt. Da liegt eine Frau im Bett und spielt mit einem Knäuel aus Gummibändern. Wirft den Ball hoch, fängt ihn, wirft ihn hoch, fängt ihn, während draußen vor der Tür gefährliches Knurren ums Haus streift.
Der Frau fällt der Gummibandknäuel herunter. Und das sprengt die Schranken – ein wilder Panther dringt ein; Todesgefahr! Der kleine Ritter hat natürlich auch Angst, aber er ist klever, erwischt den Ball und gibt ihn der Frau zurück. Was wird nun mit dem blutrünstigen Panther? Nein, das verrate ich natürlich nicht! Lesen Sie das Büchlein bitte selbst.

Sie tun damit außer sich selbst auch anderen etwas Gutes, denn der Erlös kommt der Einrichtung: Theater für Menschen mit Behinderungen zugute.

Diese Geschichte handelt von Menschen.
Von denen, die anders sind. Und davon, dass wir sie nicht wegsperren, wegmachen, vergessen können und sollen. Es geht um die sanfte Annäherung. Um Akzeptanz jener, die nicht der Norm entsprechen. Das ist sehr schwierig, liebe Leser, denn am liebsten würde man sich nicht mit Unannehmlichkeiten herumschlagen müssen. Fakt ist jedoch, geistige Behinderungen mehren sich; vielleicht, weil die Welt anstrengender geworden ist, weil der Missbrauch von Suchtmitteln verstärkt stattfindet und, sofern die Behinderung nicht angeboren ist, dadurch ausgelöst werden kann, wer weiß das schon. Fakt ist auch, dass diese vielen bedürftigen Menschen nicht einfach im Narrenturm verrotten dürfen. Dass sie gefördert werden müssen, ein bisschen Glück durch Projekte wie das, für das der Autor sich engagiert, erleben sollen.
Deswegen kauft das Buch! Bitte.

Auf ein persönliches Wort
Vielleicht hat mich das Büchlein deswegen tief ergriffen, weil mein Neffe, fast noch ein Kind, an paranoider Schizophrenie leidet, und mich eine der Begegnungen in der Geschichte verdammt an ihn erinnert.

Ich hoffe, jene, die meinen Blog lesen, holen sich dieses eBook. Einfach, um zu verstehen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als ein gemütliches, angenehmes Leben.

Elsa Rieger

   

Der Autor
Thomas Wewers, staatlich anerkannter Erzieher, Heil- und Theaterpädagoge, sowie professionell ausgebildeter Clown an der Schule für Tanz und Theater (Tut) in Hannover. Arbeitete viele Jahre im Gruppendienst und als Wohnbereichsleiter in der Behindertenarbeit. Ist nun als Kulturmanager im Johannes-Busch-Haus, einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen, tätig, sowie als freischaffender Clown und als Klinikclown bei Clownsvisite e.V.
Wewers lebt mit seiner Frau, seiner 12-jährigen Tochter, einer ELO-Hündin, einem Kater und einer Katze in Lüdenscheid, einer deutschen Stadt im schönen Sauerland nahe dem Ruhrgebiet.

Der Ritter Namenlos ist sein erstes eBook.
Zur Zeit arbeitet Wewers an einem weiteren Buch mit dem Titel: Das Pflaster - 52 Geschichten aus dem Krankenhaus. Ein Klinkclown erzählt.

Unterstützen Sie unsere Arbeit einmalig mit nur 2,49,-€! Dafür erhalten Sie das E-Book "Der Ritter Namenlos - ein Märchen" Überall da, wo es E-Books gibt oder als pdf.-Datei unter http://www.konzept-integrativer-theaterarbeit.de/41680.html


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Kommentare:

Sandra-Maria Erdmann hat gesagt…

Die Rezension war sehr ergreifend. Danke dafür.

Liebe Grüße,

Sandra-Maria

schreibtalk hat gesagt…

Vielen Dank, Sandra-Maria!

Dagmar hat gesagt…

"Ich hoffe, jene, die meinen Blog lesen, holen sich dieses eBook."
Ja, ich hole mir dieses Buch. Deine Rezension, liebe Elsie, sanft und sich mit Wärme dem Thema nähernd. Das gefällt mir.
Und ich denke, eine kleine Möglichkeit zu helfen.
Dieses eBook berichtet über benachteiligte Menschen. Laßt uns nicht wegsehen.

LG
Dagmar

schreibtalk hat gesagt…

Vielen Dank, liebe Dagmar, das hilft gewiss!

LG
Elsa

Kirsten Wendt hat gesagt…

Eine tolle Rezension, die mich direkt zum Kaufen verführte. Danke!

schreibtalk hat gesagt…

Danke, liebe Kirsten, und ich freu mich für die Menschen!

Liebe Grüße
ELsa