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Rezensionen

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25. November 2012

Alfred Franz Dworak, Der LeiterwagenXaverl




Ich bin ein halbes Bauernkind
die mütterliche Linie hat ihre Wurzeln in Osttirol. Daher war ich schon nach den ersten Sätzen in der Lebensgeschichte des armen Xaverl gefangen. Ein kurzer Roman, was kein Werturteil ist, im Gegenteil. Ich schätze es, wenn das Nötige erzählt wird, das Überflüssige vermieden, denn allzu oft werden Geschichten über Gebühr zerdehnt, damit sich die Seitenanzahl erhöht. Das ist bei diesem Buch nicht der Fall. Erfreulich!

Eine enge Dorfgemeinde
in Bayern ist der Schauplatz, der Hauptteil handelt in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts. Hart arbeitende Menschen, raue Bauern und Handwerker, die im Kampf ums tägliche Brot nicht viel Mitgefühl im Herzen tragen, sind die Akteure. Es gibt auch Ausnahmeerscheinungen, die Erbarmen mit dem Buben haben, der mit der Glasknochenkrankheit geboren wird. Dieser Teil der Dörfler sieht auch in die Seele vom Xaverl, sieht seinen messerscharfen Geist und fördert seinen Bildungshunger.
Für alle anderen aber, inklusive seinen saufenden Vater, ist er der Krüppel, der lästig ist, eine unnötige Ausgeburt. Als langsam, aber unaufhaltsam der Nationalsozialismus seine Fäden auch ums Dorf spinnt, heißt es bei den jungen, davon faszinierten Burschen, dass so einer wie der Xaverl weggehört. Doch nicht nur bei ihnen, das ganze Dorf möchte, dass er verschwindet. Er ist zu gescheit, zu unbeugsam für die Gemeinschaft. Mehr möchte ich nicht darüber erzählen, lesen Sie selbst, wie es mit dem LeiterwagenXaverl weitergeht.

Sprache und Ausdruck
mit der der Autor uns das Leben des vom Schicksal benachteiligten Buben erzählt, sind gut gewählt. Protokollierend, sachlich, journalistisch, ohne Druck auf die eigenen Tränendrüsen, ohne Pathos berichtet Alfred Dworak. Fast kühl erzählt er die grausamsten, quälendsten Ereignisse, die die Leser frösteln lassen. Und das ist wirklich gut! Alles andere wäre fehl am Platze bei so einer Geschichte. Berührt soll der Leser werden und wird es auch. Der Autor nimmt sich völlig zurück, bleibt neutral. Diesen „Trick“ finde ich äußerst gelungen!

Ich wünsche dem Buch noch viele Leser. Nebenbei bemerkt wäre das auch ein toller Stoff für einen Film!

      





Der Autor
Alfred Franz Dworak wurde  Mitte 1960 in der Nähe von Grafing, Bayern geboren.
Zunächst im Bereich der Erwachsenenbildung (Qualitätsmanagement) eines mittelständischen Unternehmens tätig, machte er sich 1991 im Lebensberatungs-Sektor selbstständig.  1992 und 1994 erschienen dazu je ein Sachbuch und eine Tonkassette beim Verlag Peter Erd, München. Durch PR-Arbeit, TV-, Hörfunkauftritte und Printbeiträge wurde er im Umgang mit den Medien vertraut. Von 1994 an entwickelte er Spielfilm- und Serienideen für den TV-Bereich. 1998 heiratete er und wurde Vater eines Sohnes. Er legte eine berufliche Auszeit ein und kümmerte sich bis Ende 2001 hauptsächlich um die  Erziehung seines Sohnes. Zwischenzeitlich schrieb Alfred Franz Dworak Buchrezensionen und Artikel über kulturelle Events für die Süddeutsche Zeitung. Seit 2003 widmet er sich wieder voll dem Schreiben von Biografien, Romanen, Sachbüchern, E-Books und Kurzgeschichten und der Entwicklung von Drehbüchern und Dialogbüchern (z. B. Dahoam is Dahoam, Marienhof). Alfred Franz Dworak ist außerdem Referent für einige Volkshochschulen im südbayerischen Raum und als Berater für Seelen Meridian Energie Techniken tätig.




Alfred Franz Dworak, Der LeiterwagenXaverl






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