Salon

Salon

Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

13. November 2012

Kathleen Stemmler, Wandel



Unprätentiös
vermag die Autorin mich mit ihren Gedanken zu den Themen Kindheit, Liebe, Verlust, eben all dem, was uns Menschen im Alltag bewegt, anzurühren.
Ganz ohne Bombastik, Kitsch oder Wortverwindungen sind die Gedichte verfasst. 
Das ist geradezu wohltuend in einer Zeit, in der vor allem das komplizierte Flechten und möglichst hermetische „Lyriken“ bejubelt wird, nach dem Motto: Je unverständlicher, desto toller muss der Text sein!



Still und zart hingegen
geht es in diesem Buch zu. Und die leisen Töne sind es, die treffen. Auch bei den dunklen Themen des Lebens wie Angst.

Hier eines von den Gedichten, die sich damit befassen:

Dünger

Blumen
aus Angst
wachsen und gedeihen
auf Boden
gedüngt mit Furcht
immer höher und höher
leuchten in der Nacht
immer der Sonne entgegen
Ungeeignet für einen Strauß in der Vase.
  

Alle archaischen Emotionen, die wir in uns tragen
spricht die Autorin an. Die Wut, die Hoffnungslosigkeit, die Sehnsucht nach einem Gegenüber, der Verlust desjenigen, den Tod und die Angst davor.
Wohlgesetzt, gedankenvoll, aber nie zu dick oder theatralisch.
Oftmals stellt Kathleen Stemmler Fragen in den Raum. Fragen, auf die es seit Anbeginn keine Antworten gibt. Wir bleiben verstrickt, das ist Menschenschicksal.


Unser Planet
und was wir damit anstellen, wie es enden könnte oder auch nicht. Auch das kommuniziert die Autorin den Lesern. Leise ...
Ein schmerzliches Gedicht über den Tod eines Wals beispielweise, das einen schlucken lässt.
Oder dieses hier:

Südpol

wachsende Blumen
in kaltem Eis
blühen
frostig
rot gelb orange
leuchten weit
die Sonne geht unter
  

Ein Gedichtband, den ich Lyrikfreunden nur ans Herz legen kann.

Elsa Rieger







Die Autorin
Geboren wurde ich 1979 im schönen Annaberg und bisher bin ich als treuer Erzgebirgler auch nicht wirklich oft auswärts gewesen (von Urlaubsreisen mal abgesehen). Das geschriebene Wort faszinierte mich schon als Kind, meine Eltern erkannten auch schon sehr früh meine Lesewut und förderten diese. Als dann die Schulzeit begann, wurde selbstverständlich Lesen mein Lieblingsfach. Bereits zu dieser Zeit erkannte ich, dass mir die "üblichen" Geschichten nicht mehr genügten, sondern meine Fantasie mehr forderte. Meine ersten Geschichten waren sehr einfach gestrickt, was nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass ich gerade 7 Jahre alt war. So wurde ich also Autorin.
Viele Jahre passierte nichts auf schriftstellerischer Ebene, bis mich schließlich ein Schulprojekt wieder auf den richtigen Weg brachte. Leider musste ich mir eingestehen, dass mir lange Romane und auch kurze Erzählungen nicht wirklich lagen. Ich hatte (und habe bis heute) keine Ausdauer für mehrseitige Geschichten. Meine Gedanken presste ich "notgedrungen" in kurze Sätze, Satzfragmente oder auch nur einzelne Wörter. Meine ersten Gedichte dieser Zeit übernahmen eine Art Tagebuchfunktion für mich, wobei ich nicht mein Leben direkt beschrieb, sondern meine Umwelt. Für das bereits erwähnte Schulprojekt verfasste ich ein Gedicht über die Sinnlosigkeit des Baumrodens und erreichte damit Platz 3 innerhalb Sachsens.
Die Leidenschaft des Schreibens hatte mich wieder in ihren Fängen und ich gab mich dem vollkommen hin. Die Gedichte aus dieser Zeit sind sehr ökologisch angehaucht, ich wollte als Teenager mal eben schnell die Welt retten. Noch während der Schulzeit machte ich auch die erste Erfahrung mit negativer Kritik. Mein Deutschlehrer (Deutsch-Leistungskurs, was sonst) sagte mir in der 11. Klasse sinngemäß, dass ich mit diesem Mist aufhören soll, da es sowieso nichts werden wird. Obwohl mich diese Worte damals sehr trafen, spornten sie mich dennoch weiter an.
In den darauf folgenden Jahren schrieb ich immer wieder meine Gedanken auf, immer im Hinterkopf: Irgendwann veröffentliche ich einmal. Dieses Irgendwann zögerte sich immer wieder hinaus. 2009 lernte ich den Autor und Musiker Fabian W. Williges kennen, welchen ich seitdem glücklicherweise zu meinen Freunden zählen darf. Durch ihn wurde mein Ehrgeiz wieder geweckt, endlich zu veröffentlichen. Ich begann also, zu sammeln, zu überarbeiten und auch neue Gedichte zu schreiben und im Mai 2011 war es soweit - ich hielt mein erstes Buch in den Händen: "Wandel". Mit diesem habe ich im September 2011 am Wettbewerb Der Neue Buchpreis des Verlages Epubli teilgenommen und einen stolzen 17. Platz von über 400 Teilnehmern im Bereich Belletristik erreicht. Gleichzeitig war ich mit "Wandel" auch der zweitbeste Gedichtband.
Im Juni 2012 brachte ich dann mein erstes Fachbuch heraus - "Kompaktes Fachwissen für Fachwirte". Da der bereits erwähnte Wettbewerb jährlich stattfindet, nahm ich motiviert wieder daran teil. Diesmal schaffte ich es - Trommelwirbel - auf Platz 5 in der Kategorie Wissenschaft.
Auch wenn ich (bisher) noch kein Bestseller-Autor bin, genieße ich jede Nachfrage nach meinem Buch, jeden Kommentar und jede Rezension.


Kathleen Stemmler, Wandel, Taschenbuch bei epubli Verlag

Bestelllink zu Amazon

1 Kommentar:

Thomas W. hat gesagt…

Ein echt tolles Buch!
Sehr empfehlenswert.