Salon

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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

27. Februar 2013

Liz Ambros, Flirtfieber

Für Charlotte, Charlie, ist das Leben mit siebzehn ein Abenteuer. Sie stürzt sich flirtend und tanzend hinein unter dem Motto:
Wer viele Frösche küsst, findet seinen Traummann.
Das sorgt für familiären Zündstoff, denn ihre Mama hat ihre eigenen Vorstellungen von ihrem künftigen Schwiegersohn. Intelligent! Gut aussehend! Akademiker bevorzugt!

Charlie öffnet ihr Tagebuch aus den Swinging Sixties und gönnt sich das prickelnde Vergnügen darin zu blättern. Auf die Seiten, fertig, los! Tom, Robby, Ralf ….

FLIRTFIEBER, der erste Teil einer Serie, ist ein All-Age-Roman.
Die Oldies erinnern sich an ihre erste Liebe, die man nie vergisst. Liebeskummer und wilde Schmetterlinge unterm Nabel. Die Jungen staunen, was die Großeltern erlebten.
Ein Revival der Sechzigerjahre durch Hintergrundinformationen u.a. Musikszene, Zeitgeschichte, gespickt mit Rückblenden in die Fünfziger.

Ola, Chickas!
Nein, nein, der Modeltrainer Jorge Gonzales spielt ja gar nicht mit, keine Angst. Kann er auch gar nicht, denn der Roman spielt in den 1960ern. Er dreht sich um Mädels im Flirtfieber in einem Jahrzehnt des Aufbruchs, als Elvis Presley und etwas später die Beatles angehimmelt wurden. Ja, so war das damals, als ich Teenager war. Ich erinnere mich gut an diese Zeit, die Sehnsüchte und Ängste in dem Alter, die Kämpfe mit den Eltern, die Verliebtheiten.

Charlie ist bezaubernde 17
und flirtet kess in der Gegend herum, um unter den Fröschen den Königsfrosch herauszufinden, den Traummann. Allerdings geht sie oft ziemlich abwertend mit den Jungs um, die in ihren Augen Frösche sind.  
Aber locker setzt die Autorin Namen, Musik, Ereignisse in dieser Zeit in den Text, ohne Infodumping, sondern wie es sich zwanglos ergibt. Es ist ein fröhliches Buch, schwungvoll, voller Leben.

Manchmal war die Autorin
wohl zu schwungvoll, ließ sich mitreißen von ihren Protagonisten, denn es gibt immer mal wieder falsch verwendete Ausdrücke und Flüchtigkeiten.
Auch die Formatierung ist nicht recht gelungen, da Wörter abgeteilt werden ohne den Trennstrichstrich, im Grunde sollten eBooks als Fließtext ohne Worttrennung gestaltet werden, aber das kann natürlich auch an meinem Reader liegen. War dadurch etwas mühevoll zu lesen.


Die Autorin

Liz Ambros ist unweit der fränkischen Stadt Hof aufgewachsen, arbeitete als Sekretärin, Sachbearbeiterin, Büromanagerin und Geschäftsfrau.
Heute wohnt sie mit ihrer Familie nahe der Schweizer Grenze.
Ihr Motto: Leben und leben lassen.
Sie hat ein Faible für die Natur, Tiere, Bücher und schreibt Gegenwartsromane.






Liz Ambros, Flirtfieber


eBook bei Amazon

26. Februar 2013

Annette Eickert, Ynsanter




Pfade des Feuers Teil 1


Klappentext:

Zanthera – Eine Welt der Mysterien – die Welt der Raukarii, Iyana, Menschen und Drachen.

Zwanzig Jahre nach ihrer Verbannung taucht Tallex – die verstoßene Tochter des Hohepriesters – wieder auf und sinnt nach Rache. Sie schart Verbündete um sich, darunter den mächtigen Nekromantenzirkel, um das gesamte Land ins Chaos zu stürzen. Aber der Klerus steht ihr im Weg. Denn niemand anderer als ihr Vater ist ihr ein Dorn im Auge, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen: das Götterschwert Ynsanter. Mit diesem absoluten Machtsymbol könnte sie über das ganze Volk herrschen. Doch der Feuergott Zevenaar lässt sich von einer Sterblichen nicht vom Thron stoßen. Er benötigt das verschollene Götterschwert, um seine eigene alte Kraft zurückzugewinnen. Aus diesem Grund schickt er eine kleine Gruppe Krieger auf eine gefährliche Reise. Ihre Aufgabe ist es das zu tun, was dem Feuergott verwehrt ist. Dem Vorhaben stehen jedoch viele Hürden und Gefahren bevor. Als plötzlich auch noch die verschwundene Enkeltochter des Hohepriesters auftaucht, nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung.

Eine fantastische Reise für Jung und Alt, über wahrhaften Glauben, Liebe, Mut und Intrigen.


Leseprobe:

 
Geboren aus den Wirbeln der Zeit,
zu bringen Harmonie zwischen Chaos und Ordnung
und zu dienen der Schöpfung immerfort.

Geboren aus dem Feuer der Liebe,
das der Glaube hervorgebracht,
zu erringen den Beistand und die Zuneigung.
Doch verloren ist, was einst Hader erschuf,
und nun ist unbekannt der Ort.

Die Seele des Feuers ist erwacht.

Mächtige Geheimnisse führen durch Nebel und Dunkelheit,
getrieben in das Höllenreich des Augenblicks,
zu lernen, was es heißt – Leben und Tod.

Die Seele des Feuers brennt.

Doch geformt muss werden, was die Unendlichkeit verlor,
denn das Ende ist der Anfang,
zu führen alle gemeinsam ins Reich der Einigkeit.

Das Schwert des Feuers lebt.



Wolf im Schafspelz

Es war ein heißer Sommertag in der Hafenstadt Deir al-Bahri. Die Sonne stand im Zenit. Viele Raukarii flohen vor der ansteigenden Mittagshitze in ihre kühlen Häuser oder suchten Schatten unter den vereinzelten Bäumen. Einige Bewohner verbrachten diese Tageszeit auch gerne im Hafen. Die salzige Seeluft wehte von Westen angenehm erfrischend durch die vielen Docks, Kais und umliegenden kleinen Gassen und Häuserschluchten. An jenem Ort lungerten die finstersten Gestalten herum, vom Piraten, über Söldner, bis zum einfachen Matrosen und deren oft zweifelhaften Offizieren, sogar einige Kapitäne. Die feinen Bürger von Deir al-Bahri, die nicht sehr zahlreich waren, bewohnten das äußere Händlerviertel. Stadtwachen durchstreiften diese Gegend, doch auch unter ihnen gab es zwielichtige Zeitgenossen, deren Schweigen man sich ohne Weiteres für einige Edelsteine erkaufen konnte. So vermochten Halunken auch in der vornehmeren Gegend in Ruhe ihren Geschäften nachzugehen, ohne Gefahr zu laufen, mit einer Verhaftung – oder im schlimmsten Fall mit dem Tod durch den Strick – rechnen zu müssen.
Die beiden Kompagnons Haldnar und Iorel jedoch ließ diese Bedrohung kalt, sie hatten keine Angst vor den Stadtwachen. Sie kannten die Stadt und ganz besonders den Hafen wie ihre eigene Westentasche. Beide waren hier aufgewachsen und hatten über die Jahrhunderte eine gute Nase für spezielle Geschäfte entwickelt. Das war auch der Grund, warum sie in der glühend heißen Mittagshitze durch die Straßen zogen und eine ganz bestimmte Taverne ansteuerten.
Haldnar und Iorel waren Raukarii. Die Raukarii waren ein langlebiges Volk mit spitzen Ohren, brauner Haut, roten Haaren und bernsteinfarbenen Augen. Angehörige jenes Volkes waren in Zanthera als äußerst ausdauernd, agil, gerissen und vor allem als gefährliche und geschickte Krieger bekannt, was auf ihre streitsüchtige Vergangenheit zurückzuführen war. Sie sahen sich als das einzig wahre Volk, welches das Recht besaß, Zanthera für sich allein zu beanspruchen. Daher wunderte es keinen Raukarii, dass Leven’rauka – ihre Heimat – von Übergriffen der Menschen oder ihrer verhassten Feinde, den Iyana, verschont blieb. Allerdings dachte sowieso kein Bewohner der sehr weit südlich liegenden Handelsstadt an die Feinde im Norden.
„Bist du dir auch wirklich sicher? Ich will mich ja nicht beklagen, aber Llynmeh war schon immer geizig“, meckerte Iorel leise vor sich hin, während sie die Abkürzung durch eine Seitengasse nahmen, in der sie im Schatten der niedrigen Häuser beinahe unsichtbar wurden. Iorel war Haldnars Stellvertreter und Freund und machte keinen Hehl aus seiner wachsenden Skepsis. Sie befanden sich auf dem Weg zu einem Treffen mit einem Nekromanten. Diese kleine Gruppe Magier genoss zwar großes Ansehen unter den Schurken, war aber stets mit Vorsicht zu genießen. Nicht einmal die Aussicht auf eine gute Entlohnung half dieses Mal Iorels Zweifel auszuräumen.
Haldnar blieb stehen und sah seinen Freund, der einen Kopf kleiner war als er und dessen rotes Haar ungewaschen und lang über die Schultern fiel, scharf an. In der braunen Wildlederhose und dem beigefarbenen Baumwollhemd gab Iorel eine gute Figur ab. Sein Kurzschwert prangte am Gürtel, und einige Dolche hatte er in den Stiefeln versteckt, wie jeder, der ihn kannte, nur zu gut wusste. Iorel stand manchen Dingen gerne kritisch gegenüber, neigte jedoch im Gegensatz dazu, zu euphorisch zu sein. Die Freunde kannten sich schon ein Leben lang, hatten gemeinsam viel erlebt und vertrauten daher einander blind.
„Natürlich bin ich mir sicher, Volltrottel“, zischte Haldnar und lief augenblicklich weiter. „Llynmeh hat uns … oder eher mir … ein großes Ding versprochen, den Rest schaukle ich auf meine Weise.“ Damit war die Sache für ihn vorerst erledigt.
„Schon gut, hab’s ja nicht so gemeint“, gab Iorel klein bei, da er bei Haldnars Wutausbrüchen oft den Kürzeren zog, eilte ihm hinterher, schnaubte noch einmal beleidigt und beobachtete den anderen aus den Augenwinkeln.
Sein Freund bot mit den kurzen Haaren und dem stattlichen Körperbau ein beeindruckendes Bild. Er war geschickt im Umgang mit Waffen, besaß Köpfchen und hatte immer einen Plan in der Hinterhand. Im ledernen Waffengürtel um seine Hüfte steckte ein prächtiges Langschwert aus vielfach gehärtetem Stahl, verziert mit einem blauen Edelstein im Knauf. Es war Haldnars wertvollster Besitz, den er vor zwanzig Jahren einem tapferen Raukariikrieger bei einem brutalen Überfall vor den Toren der Stadt gestohlen hatte. Das war auch ein Grund, weshalb er es stets bei sich trug und selbst im Schlaf nicht ablegte.
Haldnar achtete nicht auf seinen Stellvertreter und marschierte unbeirrt weiter, diesmal einen Schritt schneller. Schon alleine sein Stolz ließ die Bemerkung nicht gelten, dass er sich in einem Geschäft geirrt haben könnte. Immerhin war er der Anführer der größten ansässigen Räuberbande Deir al-Bahris, und keiner seiner Schurken war bisher geschnappt worden. So sollte es auch künftig bleiben. Sie konnten zurzeit keinen Ärger gebrauchen, aber genau dieser war seit einigen Wochen ein ständiger Begleiter, was den Dieben noch den letzten Nerv raubte. Die Gruppenstärke der Stadtwache, die auf jeden Fingerzeig der Bewohner achtete und sofort zuschlug, war aus einem ihnen noch unbekannten Grund vergrößert worden. Das bedeutete für die Diebe, noch vorsichtiger vorgehen zu müssen als sie es ohnehin schon taten.
Der Nekromant, mit dem sie sich treffen wollten, war zwar ein guter Sozius, und die beiden Schurken trafen sich nicht zum ersten Mal mit ihm um Geschäfte abzuwickeln, aber Llynmeh war und blieb ein merkwürdiger Zeitgenosse, der keinerlei Späße verstand. Er gehörte dem geheimnisvollen Nekromantenzirkel der Stadt an. Dort wurden abnorme Dinge getan, von denen niemand etwas Genaueres wissen wollte. Aber dieser Geheimbund entlohnte außerordentlich gut für gestohlene Ware und nur das zählte letztendlich.
Die Hafenstadt Deir al-Bahri war nicht nur die erste Anlaufstelle für Banditen, sondern besaß auch die beste Magierschule des Landes. Raukarii aus weit entfernten Ecken von Leven’rauka kamen hierher, um Bannzauber, Beschwörungen, Illusionen, Verwandlungen oder ganz besondere Bereiche der Magie bis zur Perfektion zu studieren. Nur eine Form der Zauberkunst wurde nicht gefördert und vor allem nicht geduldet: Nekromantie, die Kunst Leben zu manipulieren, zu erschaffen und zu zerstören. Unablässig und mit aller Härte wurden jene Magier, die diesen dunklen Pfad betreten hatten, aufgespürt und bestraft, entweder mit lebenslanger Verbannung oder mit dem Tod. Jedoch gingen einige bei ihrer entarteten Kunst so geschickt vor, dass man ihnen kaum etwas nachweisen konnte. Genau diese Nekromanten hielten sich bevorzugt und in aller Heimlichkeit im Hafenviertel auf. Die hier vor Anker liegenden Koggen, Schoner und Dreimaster kamen vom Norden und von den Inseln im Süden Leven’raukas und brachten außergewöhnliche Dinge für spezielle Experimente oder den täglichen Gebrauch mit, hin und wieder sogar billige Sklaven, die zuweilen unerlässlich für ihre Arbeit waren.

Nach einigen Minuten Weg durch die Gassen saßen Haldnar und Iorel dem Nekromanten an einem kleinen Tisch in der hintersten Ecke der Taverne Zum Spielmannsfluch gegenüber. Trotz des Sonnenscheins draußen waren die Fenster verhängt und der Raum aufgeheizt durch das Küchenfeuer. Sie kauerten über drei Bechern billigen Weißweins, und Llynmeh berichtete leise, weswegen er die beiden hergebeten hatte.
„Die alte Hexe Myrvoda ist diesmal zu weit gegangen“, informierte sie Llynmeh. „Sie hat unserem Anführer einen kostbaren Gegenstand gestohlen und mit Vergeltung gedroht, wenn jemand aus unserem Zirkel dieses Objekt zurückholt. Doch hat sie nichts dazu gesagt, was passieren würde, wenn jemand anderes ihn ihr wieder unter der Nase wegstiehlt. Das bringt mich nun zu euch.“ In Llynmehs Stimme lag eine gewisse Anspannung. Die Kapuze seiner dunklen Robe hatte er tief ins Gesicht gezogen, sodass seine Verhandlungspartner das spöttische Lächeln nicht sahen.
Llynmeh war ein Raukarii mittleren Alters und für sein Volk von außergewöhnlich hoher Statur, größer noch als Haldnar. Er hatte lange dürre Finger und stets einen grimmigen Gesichtsausdruck, welcher ihm frühzeitig tiefe Falten um die Augen herum beschert hatte und seinen Blick noch jähzorniger erscheinen ließ. Nur wenige kannten sein wahres Gesicht, denn meistens starrten nur zwei arglistig funkelnde Augen aus dem Schatten seiner Kapuze sein Gegenüber an. Ein eigenartiger Geruch von Moschus und Weihrauch begleitete ihn ständig.
„Wenn ich das richtig verstehe, soll dieser Gegenstand zurückgeholt werden, und zwar von einem Raukarii, der kein Magier ist?“, hakte Haldnar nach.
„So ist es“, entgegnete Llynmeh kühl. „Myrvoda ist unserem Anführer schon länger ein Dorn im Auge, obwohl ihre Macht unserer weit unterlegen ist. Aber mit Hexenmeistern sollte man dennoch vorsichtig sein, wie uns der jüngste Vorfall gezeigt hat. Myrvoda ist verschlagen und kramt in Dingen herum, von denen sie besser die Finger lassen sollte. Und wie ich schon sagte, hat sie diesmal ihre Nase zu tief hineingesteckt.“
„Dafür muss aber einiges für mich und meine Jungs rausspringen“, gab der Bandenführer sofort zu verstehen und erhaschte in den Augenwinkeln ein bestätigendes Kopfnicken Iorels.
„Ihr besorgt mir das Artefakt und erhaltet vom Zirkel zwanzig Säcke Edelsteine. Keine Halbedelsteine, sondern die kostbaren. Das müsste als Belohnung genügen“, erklärte Llynmeh ohne Umschweife. „Außerdem könnt Ihr euch nehmen, was ihr bei der alten Hexe findet, solange ihr mir das Artefakt bringt.“
Was Haldnar und seine Männer dort finden würden, konnte ohnehin kaum von Belang für den Magier sein, und Edelsteine besaß der Nekromantenzirkel reichlich, nur der gestohlene Gegenstand musste dringend wiederbeschafft werden. Am Ende würde eine große Belohnung seines Meisters auf ihn warten und alleine das zählte.
„Die Bezahlung klingt vernünftig“, befand Haldnar, schaute dabei zu Iorel und erinnerte ihn mit einem Fußtritt unter dem Tisch an ihr vorangegangenes Gespräch. Sein Freund nickte und blickte anschließend beschämt in den Weinbecher. Die Entlohnung war mehr als ursprünglich angedacht und absolut ausreichend.
„Jetzt sagt mir aber zuerst, um was für ein Artefakt es sich handelt, bevor ich mich auf Euer Geschäft einlasse!“ Haldnar verspürte kein großes Verlangen danach sein eigenes Verderben heraufzubeschwören. Immerhin raubten er und seine Männer nicht jeden Tag eine Hexe aus, die den Gerüchten zufolge sehr viel Macht besaß.
„Es handelt sich um einen Ring, aber nicht irgendeinen x-beliebigen. Er besteht aus Silberarcharid, welches in den Minen des Brin-Krian Gebirges abgebaut wird“, erklärte Llynmeh und beobachtete den Bandenführer, der selbstverständlich nicht wusste, was daran so außerordentlich war. Um die Wichtigkeit des Ringes noch weiter hervorzuheben, fügte der Magier verschwörerisch hinzu: „Silberarcharid sieht aus wie Silber und ist doch härter als Stahl. Dieses Metall eignet sich gut für Beschwörungen aller Art und wird häufig für starke Magie benutzt. Unser Anführer hat dieses Schmuckstück mit einem Zauber belegt, der für uns Nekromanten sehr wertvoll ist. Zu erkennen ist er an den eingravierten Runen rundherum, und im Dunkeln leuchtet er leicht grünlich. Mein Führer will ihn wieder, koste es, was es wolle. Das heißt für euch, ihr steigt in Myrvodas Haus ein, findet das Artefakt und bringt es anschließend auf schnellstem Weg zu mir. Sind wir uns einig?“
„Die restliche Beute gehört mir?“, fragte Haldnar vorsichtshalber noch einmal nach.
„Ja“ Der Magier nickte und seine funkelnden Augen blitzten unter seiner Kapuze hervor.
„Dieses Ding scheint euch Nekromanten tatsächlich sehr wichtig zu sein. Mir sind die Edelsteine wichtig. Daher denke ich … wir sind uns einig. Maleas Hände sind begnadet für Diebstähle aller Art“, scherzte Haldnar und prostete Iorel zu, worauf beide ihre Becher in einem Zug leerten und der Nekromant sich ihnen anschloss.
„Wie geht es der hübschen jungen Dame eigentlich?“, erkundigte sich Llynmeh nach Malea. Heimlich hatte er ein Auge auf das viel jüngere Mädchen geworfen, das er schon einige Male mit Haldnar und seinen Männern angetroffen hatte.
„Sie ist groß geworden und ähnelt von Tag zu Tag immer mehr einer erwachsenen Frau, dabei ist sie erst zwanzig Jahre alt. Ihre Mutter scheint wohl einst eine attraktive Raukarii gewesen zu sein, und meine Naynre bringt Malea alles bei, was sie wissen muss.“
„Vielleicht ergibt sich ja bald eine günstige Gelegenheit sich mit ihr alleine und in meinem Schlafzimmer zu treffen“, sagte Llynmeh und sein Lachen klang dabei kalt und berechnend.
Iorel schluckte. Die anzüglichen Worte ließen ihn automatisch verkrampfen, denn er wusste, der Magier meinte es todernst.
„Ich glaube nicht …“, warf Iorel ein, brach jedoch abrupt ab, als Haldnar ihm einen heftigen Tritt gegen das Schienbein verpasste und böse anstierte.
„Meine Kleine wird sich bestimmt freuen“, meinte Haldnar und lächelte. Ob er mit diesem Angebot nur einen Scherz gemacht hatte oder sich doch gewisse Vorteile ausmalte, konnte keiner der anwesenden Raukarii in jenem Moment sagen. Aber eines wussten sie: Haldnar konnte genauso skrupellos und unberechenbar sein wie der Nekromant.
„Ich habe noch einen Rat für Euch“, meldete sich Llynmeh zu Wort und kam zurück zu ihrem Geschäft. „Schlagt in drei Tagen zu. Dann ist Neumond. Kein verräterisches Mondlicht wird Euch bei eurem Auftrag behindern.“
„Ich werde es mir merken“, bestätigte Haldnar und bestellte mit einem Wink bei einem Schankmädchen nochmals drei Becher des billigen Weins. „Die Rechnung geht auf mich, denn wir sollten feiern. Und vielleicht können wir uns ja im Bezug auf Malea einigen.“
Die Antwort des Nekromanten bestand in einem versöhnlichen Grinsen und anzüglichen Gedanken, während Iorel unter dem Tisch die Hände zu Fäusten ballte.

„Niemals wird mich dieser ekelhafte Kerl anfassen!“, schrie Malea aufgebracht. Vor Wut zitterte sie am ganzen Körper und starrte Haldnar an, als würde sie ihn auf der Stelle mit ihrem Kurzschwert aufspießen wollen.
„Du wirst tun, was ich dir sage und nichts anderes!“, gellte Haldnar zurück und kam bedrohlich einen Schritt auf Malea zu. Seine Stimme echote von den Felswänden der Höhle, die der Diebesbande als Unterschlupf diente.
„Niemals!“, tobte die junge Raukarii, stapfte dabei trotzig mit dem Fuß auf und hielt dem Blick des Bandenführers stand. Sie war immer noch Malea und ließ sich von niemandem, nicht einmal von Haldnar, vorschreiben, wen sie zu treffen hatte und wen nicht.
„Wir werden noch sehen, Mädchen“, entgegnete er streng und verpasste Malea eine schallende Ohrfeige, die ihr die Tränen in die Augen trieb.
Zuerst entsetzt, dann wutentbrannt und enttäuscht spuckte sie ihm ins Gesicht, drehte sich um und rannte in Richtung Ausgang davon. Ihr Weg führte Malea an fünfzehn verdutzten Gesichtern vorbei, die den Streit unauffällig aber aufmerksam verfolgt hatten. Manche unterdrückten ein Schmunzeln. Sie tranken weiter ihren billigen Fusel, saßen um mehrere Feuerstellen herum, erzählten oder spielten Karten miteinander. Malea achtete auf keinen von ihnen, sie benötigte dringend frische Luft, um das Gesagte überhaupt begreifen zu können. Sie wollte einfach nur weg, weg von Haldnar, der sie zu etwas zwingen wollte, was sie verabscheute, aber vor allem weg von ihm, weil er sie geschlagen hatte.
„Du bist so ein Idiot!“, schimpfte eine Frauenstimme. Naynre trat aus einem Seitengang in die Haupthöhle und funkelte ihren Geliebten böse an. „Was hast du dir dabei eigentlich gedacht?“
Haldnar wollte bereits antworten, wurde aber von einem warnenden Zeigefinger zurückgehalten. „Du hast überhaupt nicht gedacht, das ist es! Malea ist noch viel zu jung und außerdem werde ich nicht zulassen, dass du unsere Tochter einfach an irgendwen verschacherst und ganz besonders nicht an so einen widerlichen Möchtegern, der dem Schatten dient. Beim nächsten Mal sauf nicht zu viel und versuch dein Gehirn einzuschalten, bevor du sprichst. Ich lasse es nicht zu, dass Malea diesem Magier auch nur einen Schritt näher kommt als nötig. Und wenn es dir nicht passt, dann kannst du was erleben!“
„Sie ist deine Tochter“, korrigierte Haldnar sie. „Du hast sie adoptiert, nicht ich. Trotzdem ist Malea ein wertvolles und vollwertiges Mitglied unserer Bande, und weil ich der Anführer bin, wird sie tun, was ich ihr sage. Punkt.“
„Dann werde ich dir jetzt mal etwas sagen“, schnaubte Naynre, kam näher und verpasste ihm eine Ohrfeige, die ihn verdutzt innehalten ließ. „Bevor du weiter mit diesem Llynmeh Geschäfte machst, habe ich in Zukunft ein Wort mitzureden. Du entschuldigst dich später bei Malea und wenn nicht, dann werde ich eigenhändig deine Männlichkeit den Wölfen zum Fraß vorwerfen, verstanden?“
Anschließend machte Naynre auf der Stelle kehrt und folgte ihrer Tochter verärgert in die sternenklare Nacht hinaus.
Zurück blieb ein sprachloser Haldnar, der keine Widerworte fand und seiner Frau deshalb mit offenem Mund nachschaute. Auf der einen Seite sah er seine Vorteile, wenn er sich mit dem Magier auf das Geschäft mit Malea einließ, auf der anderen Seite wusste er auch, dass seine geliebte Naynre nur Recht hatte. Das jüngste Mitglied seiner Bande war äußerlich eine junge Frau, aber innerlich immer noch ein Kind. Erst in achtzig Jahren würde sie als erwachsen gelten, ganz egal wie sie auf andere wirkte. Mit diesen Gedanken ging er schließlich zu Iorel, um gemeinsam den genauen Ablauf des Überfalls zu planen und vielleicht in Bezug auf Malea noch eine andere Lösung zu finden. Die lachenden Bandenmitglieder ignorierte er geflissentlich.

Naynre trat ins Freie und das leise Schluchzen drang an ihre Ohren, bevor sie Malea unweit auf einem Felsen sitzend vorfand, die Hände schützend vor dem Gesicht und zitternd. Als Malea Naynres Schritte wahrnahm, hörte sie sofort auf zu weinen und wischte sich das nasse Gesicht mit ihrem Hemdsärmel trocken. Sie wollte nicht, dass ihre Mutter sie so sah, doch noch mehr Tränen suchten sich einen Weg in ihre Augen.
„Hier bist du, ich habe dich schon gesucht“, sagte Naynre sanftmütig, setzte sich neben Malea und legte ihr einen Arm um die Schultern, um sie fest an sich zu drücken.
„Ich werde niemals tun, was Haldnar sagt, vorher springe ich ins Meer…“, ließ die junge Raukarii ihrem Kummer freien Lauf.
„Das wirst du schön bleiben lassen. Und wenn einer Ärger bekommt, dann ist das Haldnar, und zwar mit mir. Das wird er nicht riskieren, glaub mir.“
Maleas Kopf ruckte nach oben und starrte überrascht in das Gesicht ihrer Mutter, in dem sich ein liebevolles Lächeln abzeichnete.
„Wieso verlangt Haldnar so etwas?“, fragte Malea schluchzend.
„Weil er mal wieder nicht nachgedacht hat“, beruhigte Naynre sie und beobachtete die leuchtenden Sterne am Nachthimmel. „Vergiss die Sache mit Llynmeh einfach, und für ihn wird es auch gesünder sein, wenn er nicht mehr daran denkt, dafür sorge ich. Doch in letzter Zeit war es nicht leicht für Haldnar. Er ist angespannt. Die Lage in der Stadt hat sich sehr zu unserem Nachteil entwickelt. Das verkraftet er nicht so leicht, fürchte ich. Weißt du, er liebt dich als Tochter genau so sehr, wie du ihn als deinen Vater liebst. Er kann nur seine Gefühle nicht zeigen. Nicht, wenn alle zusehen und er verzweifelt ist.“
„Verzweifelt?“ In Maleas Traurigkeit mischte sich plötzlich Neugier.
„Ja, verzweifelt.“ Naynre nickte. „Von Llynmeh hat er heute erfahren, warum die Stadtwachen sich verdoppelt haben. Der Stadtrat ist intensiv auf der Suche nach dem Nekromantenzirkel, dabei gehen sie unter anderem verschärft gegen Diebe wie uns vor, weil sie annehmen, dass wir gemeinsame Sache mit ihnen machen. Leider haben sie damit genau ins Schwarze getroffen. Wenn einer von uns gefangen genommen wird, sind die anderen auch nicht mehr sicher. Erst gestern hat Haldnar mit ansehen müssen, wie man einen Taschendieb gefasst und ihm auf der Stelle beide Hände abgehackt hat, um ihn dann im eigenen Blut auf der Straße liegen zu lassen. Haldnar glaubt, wenn er mit Llynmeh und den anderen Nekromanten eine gute Beziehung aufbaut, wäre es für uns alle sicherer und auch einfacher. Wir würden dann unter ihrem Schutz stehen.“
Das hatte Malea nicht gewusst. Dennoch traf sie die Erklärung mit voller Wucht. Hass flammte in ihr auf. Hass gegenüber den Mächtigen und Reichen der Stadt. Sie brauchte keinen Reichtum, um glücklich zu sein, aber darauf lief es immer hinaus, auf Macht und Vermögen.
„Ich glaube, ich verstehe langsam“, entgegnete Malea und versuchte gleichzeitig ihren Widerwillen mit einfließen zu lassen. „Aber er darf so etwas nie wieder tun. Ich weiß ja nicht einmal wie …“
„Du musst gar nichts, mein Engel“, unterbrach Naynre ihre Tochter und zog sie fester in eine mütterliche Umarmung. „Vergiss die Sache einfach, und wenn er doch etwas tun sollte, dann kommst du gleich zu mir, dann wird er mindestens einen Kopf kürzer. Es könnte allerdings sein, dass wir in nächster Zeit von hier fortziehen müssen, wenn sich die Situation in der Stadt weiter verschärft. Darüber haben wir schon vor Längerem diskutiert, obwohl dein Vater davon nichts hören will. Ich persönlich habe aber nicht vor, mein Leben in die Hände des Zirkels zu legen. Daher wäre die Flucht immer noch die beste Lösung für uns alle. Deir al-Bahri ist nicht die einzige Stadt in Leven’rauka.“ Sie löste ihre Umarmung und schob ihre Hand unter Maleas Kinn, und das Mädchen sah sie mit großen geröteten Augen an. „Außerdem bist du noch jung und meinen zukünftigen Schwiegersohn wirst du ganz alleine finden, sobald die Zeit dafür reif ist. Bei deiner Schönheit werden dir sicherlich bald die Männer zu Füßen liegen. Du bist meine Tochter und für dich würde ich selbst durch Zevenaars Feuer gehen.“
(...)


Rezension folgt ...



Die Autorin
Annette Eickert wurde im Herbst 1978 in Worms am Rhein geboren. Auf die Mittlere Reife folgte zuerst eine erfolgreiche Ausbildung zur Arzthelferin, um schließlich nach reiflicher Überlegung eine Ausbildung zur Bürokauffrau zu absolvieren. Im Juni 2005, nach der ärztlichen Diagnose Multiple Sklerose, kam die Wendung in ihrem Leben. Inspiriert von vielen Fantasybüchern, erschuf sie ihre eigenen Fantasywelten - und seitdem ist das Schreiben ihre größte Leidenschaft. Inzwischen hat sich Annette Eickert auch in andere Genres, wie z.B. Thriller und Krimi vorgewagt. Weitere Romane sind bereits in Vorbereitung.


 Bisherige Veröffentlichungen:

* Ynsanter – Pfade des Feuers Teil 1 (All-Age und High-Fantasy)
* Sträflingskarneval (Fantasy-Mystery-Thriller)
* Pech und Schwefel (All-Age und High-Fantasy)
* Ynsanter – Seele des Feuers Band 1 (All-Age und High-Fantasy)
* Ynsanter – Seele des Feuers Band 2 (All-Age und High-Fantasy)
* Feuer der Freiheit (Fantasy-Kurzgeschichte) in der Anthologie LeseBlüten Prosa 2010
* Verschlungene Pfade (Fantasy-Kurzgeschichte) in der Anthologie LeseBlüten Fantasy 2011




Annette Eickert, Ynsanter – Pfade des Feuers Teil 1. Aavaa Verlag


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25. Februar 2013

Jaqueline Flory, Das Tier ohne Rücken

Was ist geschehen?  ist die Frage, die sich jeder hungrige Dreißigjährige stellt, die auch ich mir heute stelle, doch wir finden keine Antwort, weil es die falsche Frage ist. Ich weiß, was geschehen ist in meinem Leben, wir alle wissen, was wir getan und unterlassen, welche Entscheidungen wir getroffen haben. Was wir nicht wissen, ist folgendes: Was bedeutet das, was geschehen ist?

Meine Mutter nahm sich das Leben, als ich sieben Jahre alt war. Sie erschoss sich mit der alten Militärwaffe meines Vaters. Sehr dramatisch, nicht wahr? Doch mir wurde gesagt, das wäre ihr Stil gewesen. Sie tat es in ihrem Badezimmer, dann doch zurückkehrend an ihren Ort, ausatmend, heimkehrend, erleichtert. So stelle ich es mir vor.

Ich habe immer gewusst, dass ich nicht sehr alt werde. Manche Menschen haben einen bestimmten Schwung in ihren Schritten, einen Bogen in ihren Wimpern, eine Klarheit im Blick, von der man weiß, dass sie nicht von Dauer ist, dass ihr zum Altern die Kraft fehlt.  Ich lebe seither mein Leben in Eile. Ich wehre mich beharrlich, vielleicht beharrlicher als andere, Zeit zu vergeuden, und ich bin sehr streng mit mir. Wir enden schneller in unseren ureigenen Badezimmern als wir glauben.


Leseprobe

(...) Meine Mutter Lindsay liebte ihr Badezimmer. Sie liebte es so sehr, dass sie sich darin das Leben nahm.
Ich liebte unser Haus in Brooklyn. Es war ein schmales, dreistöckiges Backsteinhaus in einer Reihe identischer Backsteinhäuser in den Heights. Von meinem Zimmer im zweiten Stock aus konnte man die Brooklyn Bridge sehen. Die gleichmäßige Straße, die in regelmäßigen Abständen angeordneten Bäume, die ähnlichen Wagen, die vor den Eingängen parkten, die austauschbar erscheinenden Kinder, die in den Vorgärten spielten, waren die erste Ordnung meines Lebens. Die siebte Haustür war meine. Ich musste sie früher wirklich abzählen wenn ich von der Schule kam, weil die Häuser absolut identisch schienen. Und doch war nur eines davon mein Zu Hause, nur in einem lebten wir. Hinter dem Haus befand sich unser ziemlich verwilderter Garten. Lindsay hatte einen Gemüsegarten angelegt, hatte dann jedoch die Geduld dafür verloren und er wucherte seitdem einfach unbeachtet vor sich hin. Das Erdgeschoß bestand nur aus einem geräumigen Flur, einer großen Küche und einem sehr großen, um die Ecke führenden Raum, der erst Dads geliebten, mir riesig erscheinenden Chippendale-Tisch beheimatete, und dann, wenn man noch weiterging, in ein Wohnzimmer überging. Es hatte einen eigenen Geruch, unser Haus, den ich auch heute noch wiedererkennen würde, den ich jedoch nicht genau bestimmen kann.
Die beiden Bäder meiner Eltern faszinierten mich bereits als Kind. Trotz ihrer problematischen Ehe, trotz der vielen Streitereien, die selbst ich mitbekommen hatte, obwohl sie sich wirklich große Mühe gaben, vor mir zu verbergen, dass sie sich nicht liebten, wollte Lindsay nie ein eigenes Zimmer haben, sie hatten immer ein gemeinsames Schlafzimmer. Doch sie bestand auf ihrem eigenen Bad, in dem selbst ich ein unwillkommener Gast war. Ich habe es nicht oft gesehen, doch die wenigen Male hinterließen einen tiefen Eindruck. Das Bad meines Vaters war schlicht weiß gekachelt, Wände und Boden, die Decke war weiß gestrichen. An der Tür hing Williams Bademantel, seine Rasiersachen standen in akribischer Ordnung auf dem Rand des ebenfalls weißen Waschbeckens. Der Sims neben der Badewanne war leer, auf der Ablage in der Dusche stand ein einsames Duschgel und über dem Handtuchhalter hingen ein paar Handtücher, ebenfalls weiß. Die Stechpalme auf dem Fenstersims war ein Akt der Gnade von Lindsay, die nicht fassen konnte, wie man jeden Morgen in einer derart deprimierenden Atmosphäre seinen Tag beginnen konnte.
Lindsays Bad hingegen war eine Offenbarung. Sie hatte fast alles darin selbst gemacht. Sie hatte ein besonderes Faible für Kacheln. Sie kaufte Kacheln, oft Einzelstücke oder Restposten, wickelte sie in Handtücher und zerschlug sie im Garten mit einem Hammer. Ich habe ihr oft dabei zugesehen, doch ich durfte ihr nie helfen, es war ihr ureigenstes Ritual, niemand durfte es entweihen. Dann füllte sie die Scherben in einen Betonmischer, den sie auf einem Garagenverkauf billig erstanden hatte, und den mein Vater in den hintersten Winkel des Gartens verbannt hatte, goss etwas Wasser dazu und füllte ein wenig grobkörnigen Sand ein. Dann schaltete sie das unerträglich laute Ding ein. Sie simuliere damit das, was der Ozean mit den Steinen tue, erklärte sie mir eines Tages, obwohl ich mir damals nicht vorstellen konnte, dass ein so hässliches lautes Ding wie ein Betonmischer den Ozean imitieren konnte, doch der Sand, das Wasser und die Bewegung schliffen die Scherben und so verloren sie ihre scharfen Kanten und wurden rund und glänzend. Sie bestrich die Badezimmerwände mit Gips und klebte dann Kunstwerke aus diesen Tausenden von Keramikscherben darauf. Über der Badewanne war ein tropischer Ozean mit leuchtend grünen Wasserpflanzen entstanden aus dem einem Fische in allen Farben entgegen schwammen.
Der Unterbau der Badewanne, der Türrahmen und der Deckel einer Kommode bestand aus einem Mosaik unzähliger Farben und Formen. Aus den Waschbecken schienen riesige Blumen zu wachsen, mit satten grünen Blättern und dicken Knospen in leuchtendem Rot und Gelb. In monatelanger Kleinarbeit schuf sie sich diesen Raum. Immer wieder dröhnte der nervtötende Lärm des Betonmischers im Garten durchs Haus, immer wieder verschwand sie in ihrem Reich. Wenn die Villa Kunterbunt ein Badezimmer hatte, dann sah es so aus. Das seltsame ist, dass ich mich nicht erinnern kann, dass sie je gebadet hätte in diesem Bad, dass sie sich je länger darin aufgehalten hätte (außer wenn sie daran arbeitete), dass sie die vielen Kerzen (die sie auch selbst machte), die rund um die Badewanne standen, je angezündet hätte. Ich habe sie ihr Werk nie genießen sehen. In diesem großen Haus hatte sie nur diesen einen Raum, denn in allen anderen wirkte sie vollkommen verloren, und trotzdem verbrachte sie so wenig Zeit darin. Heute glaube ich, dass es ihr nur darum ging, sich und der Welt (und vielleicht auch und vor allem meinem Vater) zu beweisen, dass sie fähig war, sich Raum zu schaffen in dieser Welt, in Williams Welt, die er allein steuerte. Nur darum ging es. Eine Oase zu haben, auch wenn es zu schmerzlich war, sie zu oft aufzusuchen. Nur eine Erinnerung daran zu haben, wie das Leben sein sollte, wie es einmal war, wie man selbst einmal war, ehe er gekommen war. Daher verzeihe ich ihr auch, dass sie mich immer rasch verscheuchte, wenn sie mich in „ihrem“ Bad erwischte. Es musste ihr Refugium bleiben. Ich kann das so gut verstehen, weil ich aus eigener Erfahrung wusste, wie wichtig es war, wenn man mit meinem Vater zusammenlebte, sich Bereiche zu sichern – wirklich zu sichern, denn seine Invasionen waren gefürchtet; seine Art, alles aus der Persönlichkeit eines Menschen zu annektieren wie das Territorium eines besiegten Landes, berüchtigt. Noch heute denke ich an ihn wie an den Feldherrn eines feindlichen Heeres.
Meine Mutter nahm sich das Leben, als ich sieben Jahre alt war. Es war der 23. September 1983. Sie erschoss sich mit der alten Militärwaffe meines Vaters. Sehr dramatisch, nicht wahr? Doch mir wurde gesagt, das wäre ihr Stil gewesen. Sie tat es in ihrem Bad, dann doch zurückkehrend an ihren Ort, ausatmend, heimkehrend, erleichtert. So stelle ich es mir vor.
Ich spielte im Garten, als ich den Schuss hörte. Es war ein wunderschöner, warmer Herbsttag. Mein erster Blick fiel auf den Betonmischer, der reglos und unbeachtet in seiner Ecke stand. Ich lief nicht ins Haus, so wie Dad es tat, der gerade in einem Liegestuhl neben mir die Zeitung las. Ich rannte nicht nach oben, ich schrie nicht entsetzt auf und rief den Krankenwagen. Er tat es. Ich spielte weiter. In Lindsays Gemüsegarten, um den sie sich schon seit Monaten nicht mehr kümmerte, hingen faulige Tomaten an den Sträuchern. Ich fragte mich, wie sie ohne jegliche Zuwendung von ihr überhaupt hatten wachsen können. Eine halbe Stunde später stürmten weiß gekleidete Männer mit einer Trage durch unser Haus, betraten das Heiligtum, das sie doch so sorgfältig vor allen Ausstehenden beschützt hatte. Vom Garten aus sah ich das Badezimmerfenster im ersten Stock, sah meinen Vater befremdet dastehen und warten, während sich die weiß gekleideten Männer wohl über Lindsay beugten, denn sie entzogen sich meinem Blickfeld.
Dann rief mein Vater mich. Ich wünschte, er hätte es nicht getan. Nur widerwillig ging ich ins Haus und die Treppe hinauf. Ihr schönes Bad. Sie lag inmitten einer riesigen Blutlache. Sie musste sich in der Badewanne stehend erschossen haben, denn der blaue Keramikozean an der Wand war in tiefes Rot getaucht, die Fische schwammen durch ein Massaker. Erst nachdem ich lange den Raum begutachtet hatte, senkte ich den Blick auf meine Mutter. Eine Maske mit einem Blasebalg am Ende, der sich aufblies und entleerte, war auf ihrem Mund. Ihr Pullover hatte sich an der Brust schwarz verfärbt. Sie hatte sich ins Herz geschossen. Ihr hellrotes Haar hatte sich mit dunkelrotem Blut vollgesogen.
In dem Bild lag tiefer Schmerz, doch kein Schreck.
Ich habe immer gewusst, dass ich nicht sehr alt werde. Ich glaube, es gibt Menschen, die dafür geschaffen sind, eines Tages im Schaukelstuhl auf der Veranda zu sitzen und ihren Enkeln beim Spielen zuzusehen. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Und es war nicht wirklich ein Überraschung für mich, obwohl ich noch so klein war, zu entdecken, dass auch Lindsay nicht dazu gehörte. Manche Menschen haben einen bestimmten Schwung in ihren Schritten, einen Bogen in ihren Wimpern, eine Klarheit im Blick, von der man weiß, dass sie nicht von Dauer ist, dass ihr zum Altern die Kraft fehlt. Ich bin ruhelos, war es immer schon; ja, diese Ruhelosigkeit ist so in mir verankert, dass mir schon als Kind klar war, lange bevor ich auf die Blutlache, die meine Mutter umgab, blickte, dass nur das Fehlen von Zeit ihr Ursprung gewesen sein konnte. Vielleicht hatte Lindsay deshalb auch ihre Tomaten vernachlässigt: ihr war einfach die Zeit ausgegangen. Ich lebe seither mein Leben in Eile. Ich wehre mich beharrlich, vielleicht beharrlicher als andere, Zeit zu vergeuden, und ich bin sehr streng mit mir. Wir enden schneller in unseren ureigenen Badezimmern als wir glauben.
Katherine steht seit der Heiligen Catherine im Altgriechischen für Folter, wussten Sie das? Es gab viel Folter in meinem Leben. Ich habe viel geliebt. Ich habe die unverzeihliche Sünde begangen, das Wort Liebe niemals zu konjugieren, und mein Leben reichte nicht aus, um dafür zu büßen, und manchmal beschleicht mich die Ahnung, dass auch Lindsay dafür bezahlen musste, dass mein Vater und ich eine ganz eigene Vorstellung von Liebe haben, denn nichts, wirklich nichts ist gefährlicher als Vorstellungen von Liebe.
Wieso hast du mich gerufen? dachte ich nur. Musste ich das wirklich sehen?
Als hätte er meine Gedanken gelesen, hörte ich sofort die Stimme meines Vaters vom Fenster. „Deine Mutter wird ins Krankenhaus gebracht. Wir fahren mit. Hol deine Jacke.“
„Ich bleibe hier“, erwiderte ich leise, ohne den Blick von ihr abzuwenden.
„Du kannst nicht alleine hier bleiben.“
„Bitte. Ich bleibe hier.“
Er schien einen Moment zu überlegen. Ich war noch nie in meinem Leben eine Minute ohne Aufsicht irgendwo gewesen, andererseits schien ihm das Krankenhaus auch nicht der geeignete Ort für mich zu sein. „Du bleibst im Haus“, sagte er schließlich mit jener bestimmten Stimme, die einem immer den Eindruck vermittelte, er hätte niemals auch nur die geringsten Zweifel an einer Entscheidung gehabt. „Du machst niemandem die Tür auf, du gehst nicht in den Garten, du benutzt keine elektrischen Geräte. Du wartest einfach auf mich.“
Ich nickte und überlegte, was für elektrische Geräte ich hätte benutzen sollen. Als sie weg waren stand ich noch lange im Bad. Jetzt konnte mich keiner mehr vertreiben. Das Blut meiner Mutter breitete sich langsam aus, wie ein kleiner See nach und nach das Ufer einnimmt. Als das Blut fast bei meinen Fußspitzen angelangt war, verließ ich das Bad und machte die Tür zu.
„Du wartest einfach auf mich“, hatte er gesagt, und das tat ich. Ich wartete. Ich warte noch immer. (...)


Rezension hier im SALON


Die Autorin
Ich wurde 1976 geboren und bin seit Jahren als Übersetzerin für allgemeinsprachliche, politische und wirtschaftliche Texte tätig. Durch meine Liebe zur Sprache und zum geschriebenen Wort an sich bin ich schon sehr früh auch zum Schreiben gekommen. „Das Tier ohne Rücken“ ist nun mein erster Roman. Ich pendle mit meiner Familie zwischen New York und München und arbeite derzeit an meinem zweiten Roman.


Jaqueline Flory, Das Tier ohne Rücken

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24. Februar 2013

Christiane André, Robbie Williams und die kleine weiße Maus

Savannah  ist das Kind reicher und schöner Eltern aus der internationalen
Promi-Szene. Sie wächst auf in den Villen von Hollywood und den Luxus- apartments von New York. Sie reist mit eigener Nanny im eigenen Learjet. Sie hat alles, was sich andere heimlich erträumen.

Doch trotz all dieser Chancen ist Savannah unglücklich, sucht ein anderes Leben. Wie schön wäre es, normal zu sein! Und nicht immer zu pendeln zwischen: Reisen ins All, Fotoshootings und Therapien, einem Gymnasium in Gelsenkirchen, dem Dritten Weltkrieg und der Frage, wie man ihn verhindert,  Entführungen in Sao Paulo, Drogen und Diäten, den Zicken von Beverly Hills, der Erfindung des Perpetuum mobile…

Gelingt es Savannah auf ihrer wilden Lebensreise, mit sich selbst ins Reine zu kommen? Und mit der größten Hypothek von allen – mit ihrer Mutter?

Leseprobe

Mai 2040
- 1.00.00 vor EVA, Lat. – 36.3, Long. 28.3
Reiner Sauerstoff ist eine wahrhaftige Granate für das Gehirn. Oder warum sonst zieht jetzt mein Leben an meinem inneren Auge vorbei, und zwar in etwa so schnell, wie wir uns selbst gerade bewegen?
Wir sind bei GMT 054/07:45:38, Speed 17235,69 mph, Altitude 334 km; die Daten hat John gerade durch­gegeben, damit sie wissen, dass wir nicht durchdrehen. Dabei ist die Kilometerangabe das Perfide – sonst wird immer in Meilen gerechnet, und wenn man jetzt über die km stolpert, wissen sie, dass man den Ausstieg nicht schaffen wird.
In zehn Minuten müssen wir in die Luftschleuse. John hat mir erzählt, dass die Zeit da drin wie im Fluge vergeht, so viel werden wir zu tun haben. Er war schon dreimal draußen; er muss es wissen.
Weltraumspaziergang. Wie unglaublich passend, dass sie das EVA nennen: Extra-Vehicular Activity. Leider bin ich nicht die erste Frau, die eine EVA macht; aber ich bin definitiv die erste Touristin hier draußen. Obwohl ich ganz cool tue, bin ich eigentlich die ganze Zeit wie vom Donner gerührt.
Wie wird es da draußen sein? Seit langem schon versuche ich mir diesen Moment vorzustellen: Sanna schwebt im All. Irgendwie bilde ich mir ein (und ich weiß, dass es völlig bescheuert ist), ich bekäme eine Antwort auf viele meiner Fragen – als ob die Antworten irgendwie sinn- und ziellos im leeren Raum herumtrieben, bis ich sie mir schnappte; als würde alles einen Sinn ergeben, wenn man nur den einen Schritt nach draußen schaffte.
Und dann ist da noch etwas, das mich vor diesem Augenblick zurückzucken lässt: die Vorstellung, ich könnte mit einer langsamen, fast eleganten Bewegung die Schnur kappen, einen letzten Blick werfen auf die Station und den Planeten darunter und dann nur noch nach vorne schauen, in die schwarze Weite da draußen, die so verlockend die Befreiung von allen Zweifeln verspricht. Ich könnte einfach davontreiben wie all die Antworten. Ich würde ihnen den passenden Abgang liefern, eine Story, die niemand mehr toppen könnte.
Vermutlich ist es John, der mich von solchen Aktionen abhalten wird. Er weiß es nicht, aber er wirkt ziemlich beruhigend auf mich. Wenn er mich mit seinen schwarzen Augen ansieht, sehe ich die Jahrhunderte seines Volkes auf dem Hintergrund seiner Netzhaut vorüberziehen. John Walking Horse. Was ist dagegen schon meine Geschichte?
Ich grinse ihn an unter meiner Sauerstoffmaske, aber dann denke ich trotzdem wieder – mit der Geschwindigkeit von etwa 7.700 Meilen pro Sekunde – an meine eigene Vergangenheit. An die verrückten, schrecklichen und hin und wieder schönen 36 Jahre auf diesem blauen Ball da unten, den ich in etwa 58 Minuten leibhaftig vor mir sehen werde. Und natürlich an meine Mutter.


Kapitel 1
2004 - 2012

Meine Mutter war der „Größte Anzunehmende Glücksfall der Welt“, und etwa 30 Jahre lang machte sie mir das Leben zur Hölle. Das Prob­lem war, dass sie perfekt war, so perfekt, dass es jeden Menschen in den Wahnsinn treiben musste, und zwar insbeson­dere dann, wenn man ihre Tochter war. Und doch eigentlich das kleine, entzückende Ebenbild dieser großen, großartigen Frau hätte sein sollen.
Selbstverständlich konnte ich nicht erwarten, dass irgendein Mensch auf dem Erdball dafür Verständnis hatte. Schließlich kannte jeder meine Mutter und wusste, wie perfekt sie war. Jeden Abend schliefen vermutlich Millionen kleiner und großer Mäd­chen auf der ganzen Welt ein mit dem Gedanken, wie schön es doch wäre, wenn sie auch eine so tolle Mutter hätten.
Sie alle hatten ja keine Ahnung.

Ich hatte natürlich auch ein paar Jahre gebraucht, bis mir däm­merte, wo ich hineingeraten war. Am Anfang hatte es sich ja auch ziemlich gut angelassen:
Ich war an einem strahlenden Mai-Sonntag im Cedars Sinai-Hos­pital in Los Angeles zur Welt gekommen und tauchte schon drei Tage später als fetter weißer Klecks in den News-Spalten und Klatschblättern der Welt auf: ein dickes Bündel Tücher auf dem Arm meiner Mutter. Die Bildunterschriften identifizierten mich als Savannah Lea Elizabeth, 0, die von ihrer glücklichen Mutter eigenhändig aus der Klinik getragen wird. (Es gab tatsäch­lich zwei Blätter, die die 0 benutzten; ich fand die Ausschnitte Jahrzehnte später in der umfangreichen Sammlung meiner Eltern, die den kompletten Dachboden unseres Hauses in Gelsenkirchen einnahm. Es war ein sehr großer Dachboden.)
Das schmale Gesicht meiner Mutter ist auf diesen Fotos eine Spur blasser als sonst; darüber hinaus finden sich keine Spuren einer eben erst überstandenen Entbindung oder anderer Strapazen auf ihren Zügen. Sie strahlt. Sie hat eben, zusammen mit meinem Vater, eine kurze, improvisierte Pressekonferenz gegeben, meinen Namen verkündet und ein paar allgemeine Aus­künfte über die Geburt erteilt: 12 Stunden Wehen, normaler Ver­lauf, kein Kaiserschnitt (und stolz darauf). Meine Eltern wissen, dass die Reporter in der Klinik herumschnüffeln und zur Not auch die letzte Krankenschwester-Schülerin bis nach Hause ver­folgen werden, wenn sie ihnen nicht genügend Futter geben. Fo­tos von mir kriegen sie keine. Fotos wird Michel Comte in zwei Wochen machen, die Agentur meiner Mutter wird sie verkaufen, und der Erlös wird an Unicef gehen. Meine luxuriöse Existenz wird also bereits in sehr zartem Alter dafür verwendet, Gutes zu tun – ein schönes Gefühl, vermutlich.
Meine Mutter: Lena Berger, 29 zum Zeitpunkt meiner Geburt. Im Alter von 17 in einem Bochumer Kaufhaus von einem Talentscout entdeckt. Mit 18 Vertrag bei Elite und internationaler Durchbruch. Bis 25 achtmal auf dem Cover von Vogue, Hunderte Male auf anderen Covern und ein glorreiches Mal auf dem von Time. Denn Lena Berger ist nicht irgendein Model, sie ist etwas Besonderes. Die Maße ihres Gesichtes liegen zu 99 Prozent auf der international anerkannten, wissenschaftlich ermittelten Ideallinie, und die zwei Millimeter, die eine Augenbraue und die Oberlippe davon abweichen, machen den sensationellen Effekt, dass jedermann dieses Gesicht anschauen muss und nie wieder vergisst. Und Lena Berger sorgt auch ansonsten dafür, dass man sie nicht aus den Augen verliert: Sie arbeitet nur mit den besten, berühmtesten Leuten. Sie versprüht Charme, Witz und Esprit, wo sie geht und steht. Sie spendet große Summen an die richtigen Institutionen. Sie verzaubert Oprah Winfrey und Larry King. Sie wird ins Weiße Haus eingeladen. Und mit 27 heiratet sie meinen Vater, und die yellow press der ganzen Welt bringt orgiastische Bildstrecken über das drei Tage währende, paradiesische, von Elton John ausgerichtete Fest auf Mustique. (...)





Die Autorin

Christiane André ist in Koblenz geboren und aufgewachsen.
Schon in frühester Jugend half ihr die Literatur, die langen Jahre auf diversen Schulbänken zu überstehen. Sie studierte, probierte ein paar Berufe aus und landete schließlich wieder beim Geschichtenerzählen.
In ihrem zweiten Autorenleben schreibt sie romantische Komödien für dtv („Mensch, Amor!“, „Make me glücklich“). Im Herbst-/Winterprogramm 2013/14 erscheint „Eva und die 40 Männer“.



Christiane André, Robbie Williams und die kleine weiße Maus


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