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Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

9. Februar 2013

Boris Maggioni, Kindle Paperwhite – Das umfassende Handbuch

Das Buch ganz speziell und ausschließlich über den Kindle Paperwhite!

Infos, Infos, Infos zu Amazons neuestem Erfolgsmodell: dem Kindle Paperwhite. Jeder, der bereits einen Paperwhite hat oder darüber nachdenkt, ihn zu bestellen, sollte dieses Buch unbedingt lesen!

Was immer man von einem Begleitbuch für seinen neuen Kindle auch erwarten mag, hier wird man fündig. Dieses Buch ist Handbuch, Gebrauchsanleitung, Begleitbuch und unterhaltsame Lektüre in einem.

"Ein Sachbuch muss genauso viel Spaß machen wie ein Roman", sagt der Autor und vermittelt hier massenhaft Wissen über und um den Kindle Paperwhite auf eine Art und Weise, die Laien und Profis gleichermaßen gerecht wird.

Bestellung - Erstes Einschalten - Unterschiede zu bisherigen Kindle-Modellen - erste Schritte - Gebrauchsanleitung - Tipps & Tricks - Der neue Touchscreen - Erweiterte Nutzungsmöglichkeiten - Amazon Kindle-Shop - Anfertigen von Screenshots - Amazon Cloud - Kostenlose Bücher - Bildbetrachter - Tastenkürzel ohne Tasten - Selbst Bücher erstellen - Sinnvolles Zubehör - Spiele und andere Apps - Jailbreak und Hacks - Updates einspielen - Reparatur und Wartung und noch viel, viel mehr Infos.


Leseprobe aus dem Kapitel „Tipps & Tricks“


Die Darstellungsqualität erhöhen:
Wie schon zuvor erwähnt wurde: Der Kindle kann die Darstellung einer neuen Seite auf zwei verschiedene Arten durchführen. Entweder er baut die Seite komplett neu auf oder er ändert sie nur soweit wie eben nötig. Im ersten Fall hat man die beste Bildqualität, aber bei jedem Umblättern eine deutlich sichtbare Dunkelpause. Bei der Alternative verändert sich nur die Schrift, die Dunkelpause entfällt. Dabei wird allerdings der Kontrast bei jedem Blättern geringfügig schlechter, gegebenenfalls kann man Nachbilder des vorherigen Seiteninhalts erkennen, das sogenannte Ghosting.
Normalerweise fällt dieses Ghosting so gering aus, dass sich nur wenige Anwender daran stören. Beim Kindle Paperwhite kommt es aber in bestimmten Lichtsituationen dazu, dass die eingebaute Beleuchtung diese Nachbilder überproportional deutlich hervorhebt. Das kann so weit gehen, dass Anwender, die sich der Ursache nicht bewusst sind, glauben, der Kindle Paperwhite hätte verglichen mit seinen Vorgängern ein schlechteres Display erhalten – was aber definitiv nicht stimmt.
Letztlich bin ich nicht der Ansicht, dass man den Effekt dramatisieren sollte. Man kann trotz Ghosting jeden Text problemlos und ermüdungsfrei lesen, der Kontrast ist dann eben nur geringer, sodass das Display eventuell etwas flau oder gar schattig wirken kann. Wer sich daran stört, braucht einfach nur die Aktualisierung der Seite bei jedem Blättern einzuschalten (Menü, Einstellungen, LeseoptionenSeite aktualisieren auf EIN). Dann entsteht zwar bei jedem Blättern eine Dunkelpause, diese fällt aber erheblich kürzer aus als ein normales Umblättern in einem gedruckten Buch.
Um das auszuprobieren, gehst du im Menü auf die Einstellungen, blätterst dann bis zu dem Menüpunkt „Seite aktualisieren“und stellst dies ein oder aus. Wenn dort „Ausschalten“ steht, dann ist die Seitenaktualisierung eingeschaltet, es gibt also Dunkelpausen bei jedem Blättern und maximale Bildqualität. Wenn dort hingegen „Einschalten“ („turn on“) steht, wird die Seite nur nach sechs Mal Blättern komplett neu aufgebaut. Probiere einfach aus, was dir mehr liegt. Falls du die Seitenaktualisierung ausgeschaltet hast, dann aber später in einer anderen Lichtsituation nicht mehr mit der Qualität zufrieden sein solltest, ändere es einfach wieder.

Kindle zeitgleich laden und benutzen:
Wenn du deinen Kindle mit einem USB-Ladegerät oder beispielsweise an der USB-Buchse des Autoradios lädst, dann kannst du ihn dabei gleichzeitig auch benutzen. Anders verhält es sich, wenn du ihn mittels eines USB-Kabels am (eingeschalteten) Computer lädst. Dieser bindet den Kindle dann nämlich als Laufwerk in sein Dateisystem ein. Das bedeutet: Der Kindle wird einerseits natürlich geladen, gleichzeitig ist er aber im Modus für einen möglichen Datenaustausch... was sämtliche anderen Funktionen automatisch blockiert. Das muss auch so sein, denn die Geräte, die mit deinem Computer gekoppelt sind, machen (hoffentlich) nichts, was nicht vom Computer selbst ausgeht.
Kurz gesagt: Wenn du den Kindle am Rechner lädst, dann kannst du nebenher ein paar Daten draufschieben oder runterziehen, aber nicht damit lesen, Sammlungen anlegen, Einstellungen verändern und so weiter.
Aber genau das möchtest du? Kein Problem. Öffne am Computer deinen Dateimanager (bei Windows: den Explorer – nicht den Internet-Explorer ... beim Mac reicht ein beliebiges Fenster) und klicke mit der rechten Maustaste auf den Kindle (bzw. auf das Laufwerk, das ihn symbolisiert). Im aufspringenden Kontextmenü wählst du dann „Auswerfen“. Der Kindle wird dann zwar weiterhin geladen, ist aber vom Dateisystem des Rechners abgekoppelt, sodass du wieder damit lesen, Sammlungen sortieren oder die Einstellungen verändern kannst (oder was auch immer).
Wenn du übrigens nach dem Auswerfen die USB-Verbindung doch noch einmal benötigst, um vielleicht Daten zu sichern oder ein paar freie eBooks draufzuschaufeln, musst du das USB-Kabel kurz lösen und dann wieder einstöpseln, sodass dein Computer den Kindle wieder als Laufwerk ins System einbindet.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass du Laufwerke – wie hier den Kindle – sowieso immer auf die beschriebene Art und Weise auswerfen solltest, bevor du das Kabel abziehst. Zwar führt es nur selten wirklich zu Problemen, wenn man das mal vergisst, darauf ankommen lassen solltest du es aber möglichst nicht.

Mehrere Kindles auf einem Account:
Wenn du ein gedrucktes Buch kaufst, dann halte ich es für völlig normal, dass auch andere Mitglieder deiner Familie es lesen können. Normalerweise stellt man es ja nach dem Lesen eh nur ins Regal, wo andere es sich dann heraussuchen. In diesem Sinne stellt es wohl kaum eine Urheberrechtsverletzung dar – jedenfalls sehe ich das so –, wenn auch die eBooks, die du kaufst, von deiner Familie mitgelesen werden können. Wenn aber alle viel lesen, wird der eine und einzige Familien-Kindle schnell zum heißbegehrten Objekt.
Zum Glück kann man auch mehrere Kindles mit ein und demselben Amazon-Account verbinden. In der Praxis heißt das, dass alle Kindles, die mit diesem Account verknüpft sind, auch alle Bücher laden können, die über diesen Account gekauft wurden. Demnach wäre es reine Geldverschwendung, wenn jeder in der Familie seine eBooks über einen eigenen Account kaufen würde.
Auch wenn das in der Praxis wohl nie zu Problemen führen wird, sollte man beachten, dass ein Buch maximal auf sechs Lesegeräten gleichzeitig installiert sein kann. Du kannst also durchaus auch sieben oder zehn Geräte mit deinem Account verknüpfen, aber nur bis zu sechs Stück davon dürfen gleichzeitig dasselbe eBook geladen haben. Wenn man es allerdings von einem der Geräte wieder löscht, kann ein anderes darauf zugreifen.
Mehrere Kindles auf dem gleichen Account, das ist eine gute Sache. Jedenfalls so lange, bis sich Papa oder Mama möglicherweise erotische Literatur oder auch einfach einen ziemlich brutalen Thriller zu Gemüte führen wollen – was bei einem neugierigen 10-Jährigen in der Familie möglicherweise ein Problem darstellt.
Genau für solche Fälle hat Amazon bei den aktuellen Kindles die Kindersicherung eingeführt. Damit kann man für bestimmte Geräte – wie die der Kinder – den Zugang zur Cloud und gegebenenfalls dem Shop sperren.
Aber was ist, wenn du dieses Buch zwar liest, weil du (!) dir gerade den neuen Kindle Paperwhite geleistet hast, wenn aber andere Familienmitglieder noch andere Modelle benutzen – ohne die schöne neue Kindersicherung?
Die Lösung ist verblüffend einfach: Wenn man Bücher auf einen Kindle geladen hat, dann bleiben die im Speicher, bis sie dort wieder gelöscht werden. Sie bleiben auch dann noch im Speicher, wenn man den Kindle von dem zugehörigen Amazon-Account trennt. Es spricht also nichts dagegen, einen Kinder-Kindle anzulegen, der nur mit den gewünschten Büchern befüllt und dann vom Account abgekoppelt wird. Solange man nicht nur ein gutes Passwort hat, sondern es auch geheim hält, kann man auf diese Weise nicht nur den Zugriff auf Erwachsenenliteratur verhindern, sondern die Sprösslinge auch von kostspieligen Einkaufstouren im Kindle-Store abhalten. Und wenn man neue Bücher auf den Kindle laden will, kann man ihn jederzeit wieder mit dem Account verknüpfen.
Eins noch dazu: Ich höre schon den Aufschrei: Zensur! Kontrollzwang! Man sollte seinen Kindern mehr vertrauen! Aber Leute… bitte! Alles kann sinnvoll wie auch missbräuchlich eingesetzt werden. Ein GPS-Empfänger im Kinderschuh, wie ihn jetzt eine Firma anbietet, kann natürlich dazu missbraucht werden, sein Kind zu überwachen. Ebenso kann es aber im Entführungsfall auch ein Leben retten. Eltern werden nicht plötzlich zu bösen Menschen, nur weil sie zusätzliche technische Möglichkeiten nutzen. Andererseits werden schlechte Eltern immer falsch auf ihr Kind einwirken, entweder mit Technik oder aber durch häufige und einengende Kontrollen. Ich denke, es ist nichts falsch daran, wenn Kinder nicht beliebig mit ihrem Kindle neue Bücher kaufen können. Man schickt sie ja auch nicht mit einem Blanko-Scheck in den Spielzeugladen. Und wenn man verhindert, dass beispielsweise ein 10-Jähriger „Venus im Pelz“ liest, engt ihn das nicht ein, sondern lässt ihm vielmehr die Freiheit, sich natürlich zu entwickeln und irgendwann seine eigenen Vorlieben zu entwickeln. Letztlich zeige ich hier nur die Möglichkeiten auf, die man mit dem Kindle hat. Inwieweit und zu welchem Zweck diese eingesetzt werden, muss nun einmal jeder für sich selbst entscheiden.
Noch etwas: Die Tatsache, dass der Kindle seine Bücher auch behält, wenn er an keinen Account gekoppelt ist, sollte nicht als Freibrief zu Urheberrechtsverletzungen missverstanden werden. Sollte dies überhandnehmen, beispielsweise dadurch, dass Kindles gebraucht teuer verkauft werden, weil sie 1000 kostenpflichtige Bücher geladen haben, dann wird Amazon vermutlich früher oder später reagieren und diese Möglichkeit unterbinden. Es ist also im Interesse jedes Nutzers, sich hierbei fair und geltendem Recht entsprechend zu verhalten.

Nochmal: Mehre Kindles ein Account:
Die Verwendung von mehreren „Kindles“ an einem Account muss nicht heißen, dass man tatsächlich mehrere eBook-Reader hat. Auch Geräte wie Computer, Smartphones oder Tablets, auf denen die Kindle-App installiert ist, werden von Amazon als zusätzliche Kindles angesehen. Und daher gibt es das nützliche Feature, dass alle diese Geräte über den Amazon-Server synchronisiert werden. Das heißt, wenn man zum Beispiel auf dem Kindle an einer Stelle im Buch aufhört und dann in der Mittagspause die Kindle-App seines Handys startet, kann man genau an der gleichen Stelle weiterlesen.
Das ist genial… jedenfalls solange nur eine Person all diese „Kindles“ nutzt. Wenn aber mehrere Leute Geräte benutzen, die mit dem gleichen Account verbunden sind, dann ist dieses Feature eher unerwünscht – Mama möchte halt nicht da weiterlesen, wo Papa aufgehört hat. Für diesen Fall kann man die Synchronisation zwischen den Geräten auch abschalten, nicht auf den Geräten selbst, sondern unter „www.Amazon.de/meinKindle“ bzw. unter „www.Amazon.de/mk“.
Dort klickst du auf der linken Seite auf „Meine Geräte verwalten“. Wenn du dort etwas nach unten scrollst, kommst du zu der Überschrift „Gerätesynchronisierung“. Standardmäßig ist dort „AKTIVIERT“ voreingestellt. Mit einem Klick auf „Ausschalten“ rechts daneben deaktivierst du die Synchronisierung deiner Geräte.
Leider gibt es bis jetzt nur die Einstellung Ein oder Aus, also synchronisieren sich entweder alle deine Geräte oder keins. Es wäre wünschenswert – und technisch sicher auch machbar –, wenn man dort in Zukunft festlegen könnte, welche Geräte sich untereinander synchronisieren und welche nicht. Dann könnte beispielsweise eine 3-köpfige Familie zwei Mal einen Kindle jeweils mit einem Handy und einmal einen Kindle mit einem Handy und einem Computer synchronisieren lassen. Die Geräte, die untereinander synchronisiert werden sollen, müssten dazu einfach nur in Gruppen (Ordner?) zusammengefasst werden.
Um nicht falsch verstanden zu werden – auch wer die Synchronisation auf der Seite von Amazon ausschaltet, kann trotzdem seine Geräte synchronisieren. Wenn man nämlich auf einem anderen, dem Account verbundenen Kindle anfängt, das gleiche Buch zu lesen, das auch gerade auf einem anderen Gerät gelesen wird/wurde, dann fragt der Kindle nach, ob man die Synchronisierung einschalten und auf der letzten aktiven Seite weiterlesen möchte. Das ist eine gute Lösung, es ist aber nur eine Lösung von Fall zu Fall bzw. von Buch zu Buch. Besser wäre es, wenn man diese Einstellungen, wie oben beschrieben, dauerhaft einrichten könnte.

Wie viel Speicher hab ich noch?
Der Speicherplatz wurde halbiert, der verfügbare Speicher beim Kindle Paperwhite beträgt sogar nur noch rund ein Drittel des Speichers, über den noch die Modelle Keyboard und Touch verfügten. Kann das eng werden? Eigentlich nicht. Würde man den Kindle Paperwhite so weit mit Büchern befüllen, dass der Speicherplatz gegebenenfalls nicht mehr ausreichen könnte, dann wäre die Buchsammlung auf dem Gerät so unübersichtlich, dass man nur noch wenig Spaß daran hätte.
Trotzdem möchte man ab und an doch sichergehen. Wie viel Speicher ist aktuell noch übrig? Um das herauszufinden, tippe Menü... Einstellungen... Menü... Geräteinfo... und an unterster Stelle im aufspringenden Fenster kannst du sehen, wie viel Megabyte dir noch zur freien Verfügung stehen.

Wenn der Kindle mal gestohlen wird:
Wenn dein Kindle gestohlen wird oder du ihn verlierst, ist das ein Problem, das deutlich über den Gerätepreis hinausgeht. Zuerst die gute Nachricht: Deine Bücher bleiben dir erhalten. Diese liegen sicher auf den Amazon-Servern, von wo du sie jederzeit wieder kostenlos abrufen kannst. Die schlechte Nachricht: Wenn du deinen Kindle nicht mit einem guten Passwort gesichert hast, dann kann der Dieb oder Finder jetzt damit eBooks einkaufen – auf deine Kosten. Und ganz ehrlich: Wer tut es sich schon an, seinen Kindle mit einem Passwort zu sichern?
Wenn du den Verlust bemerkst, was ist zu tun? Als erstes: Nein, nicht den Reiseführer, den hast du ja gerade verloren. Also das andere: KEINE PANIK!
Tief durchatmen! Bist du sicher, dass der Kindle gestohlen wurde? Nein? Bist du sicher, dass du ihn überhaupt verloren hast? Nein? Dann bitte: Suche nochmal ganz gründlich. Denk dran: Keine Panik! Also schau ganz genau nach.
Kein Kindle? Dann weiter. Wenn du ihn verloren hast, wo könnte das gewesen sein? Im Café? In der Umkleidekabine der Boutique? In der Bank, als du nach deiner EC-Karte gekramt hast? Denk genau nach. Wo warst du, und was hast du da jeweils mit dem Kindle angestellt? Wenn dir etwas einfällt, ruf da sofort an. Ist er gefunden worden? Ja? Gut. Nein? Dann weiter.
Zunächst einmal solltest du dich auf www.Amazon.de/meinKindle einloggen. Dort findest du auf der linken Seite die Überschrift „Ihre Kindle-Bibliothek“ und darunter den Punkt „Alle Artikel“. Dort stehen alle Artikel, die du bereits mit dem Kindle gekauft hast. Wenn dort noch ein paar mehr stehen, dann weißt du Bescheid: Der neue Besitzer kauft Bücher auf deine Kosten. Trotzdem keine Panik, immerhin ist die Sache jetzt klar. Wenn du in deinem Browser mittels Rechtsklick das Kontextmenü aufrufst, kannst du (bei fast jedem Browser) einstellen, dass die Seite beispielsweise jede Minute automatisch aktualisiert wird. So bleibst du über die Entwicklung auf dem Laufenden.
Jetzt ist etwas Humor gefragt. Kreiere – wie oben beschrieben – ein Buch, das nur ein bis vielleicht drei Sätze enthält. Zum Beispiel: „Ich weiß, wo du wohnst, und ich werde dich holen kommen!“ Oder: „Meinen Kindle kennst du jetzt, meine Kettensäge bald auch!“ Oder etwas konstruktiver: „Lieber Finder, es freut mich, dass Ihnen mein Kindle gefällt. Heute Nachmittag um 16:00 Uhr werde ich das Gerät über Amazon dauerhaft sperren lassen, dann wird es unbrauchbar. Falls Sie das Gerät gerne vorher (!) gegen einen Finderlohn von – sagen wir mal – 30,- Euro zurückgeben wollen, rufen Sie mich doch unter folgender Nummer an: 0123-123456.“ Die Datei nennst du „An den Finder“ und schickst sie dann per eMail-Anhang an deinen Kindle.
Dazu zwei Sachen: Erstens: Wenn du auch nur eine kleine Chance haben möchtest, deinen Kindle wiederzusehen, solltest du wirklich „Lieber Finder“ schreiben und nicht „Lieber Dieb“; obwohl „Lieber Dieb“ natürlich viel witziger wäre. Das gilt auch dann, wenn du genau weißt, dass der Kindle gestohlen wurde. Nur so ermöglichst du dem Dieb, das Gerät zurückzugeben, ohne sein Gesicht dabei zu verlieren. Und zweitens: Setz die Frist nicht zu knapp an. Vielleicht hat der Dieb noch anderes zu tun, als mit seiner neuen Errungenschaft herumzuspielen. Räum ihm also ruhig etwas Zeit ein, um deine Nachricht zu finden.
Wenn zulasten deines Accounts bereits Bücher gekauft wurden, dann weißt du, dass der Dieb den Kindle bereits mit einem Netzwerk verbunden hat. Dann muss deine Frist nicht allzu lang sein. Wenn noch keine Käufe getätigt wurden, kannst du die Frist etwas ausdehnen, vielleicht kommt deine Nachricht sonst gar nicht rechtzeitig an.
Jetzt wird es etwas kompliziert, und du musst ein paar Entscheidungen treffen. Auf der Seite www.Amazon.de/MeinKindle kannst du nachsehen, ob die Nachricht zugestellt wurde. Wenn nicht, ist sie bei „Offene Bestellungen“ (ganz links auf der Seite) zu finden. Dann musst du überlegen, ob du den Kindle gleich von deinem Account trennen willst (um Käufe zu verhindern) oder ob du lieber noch eine Weile wartest, um den Kindle vielleicht doch noch zurück zu bekommen. Allerdings solltest du nicht zu lange warten. Du hast eine Sorgfaltspflicht, und wenn der Dieb noch Bücher kauft, nachdem du bereits von dem Diebstahl wusstest, könnte Amazon wenig Humor zeigen, wenn du später gegebenenfalls sehr viele Käufe stornieren musst.
Ist die Nachricht zugestellt, ist das weitere Vorgehen klar: Als erstes trennst du den Kindle von deinem Account, sodass der neue Besitzer damit keine Bücher auf deinen Namen kaufen kann. Dann wartest du die genannte Frist ab, erhältst du in dieser Zeit nicht den erwünschten Anruf, dann solltest du dich per eMail an den Amazon-Service wenden und die Jungs und Mädels dort über den Diebstahl informieren. Das hat mehrere Vorteile. Amazon kann (und wird vermutlich) dich informieren, wenn ein ehrlicher Finder sich dort meldet. Anhand der Seriennummer kannst du leicht als Eigentümer ermittelt werden, auch dann, wenn du das Gerät nicht neu gekauft hast – denn diese Seriennummer war ja bei deinem Account registriert. Ebenfalls mittels der Seriennummer kann Amazon das Gerät für diezukünftige Verwendung mit einem Amazon-Konto sperren. Wann immer jemand versucht, diesen Kindle mit einem Account zu verknüpfen, weiß man ja, dass das Gerät gestohlen ist. Es wäre dann allerdings ziemlich blöd, wenn der Kindle doch noch bei dir irgendwo hinter einem Kissen oder unter einem Haufen Zeitschriften liegt.
Wenn alles erledigt ist – vermutlich hast du deinen Kindle leider nicht wiederbekommen –, solltest du natürlich eventuell vom Dieb getätigte Käufe stornieren. Amazon räumt dir dafür 7 Tage Zeit ab Kauf ein, es kann aber nichts schaden, das so schnell wie möglich zu erledigen. Beachte bitte, dass man auf die Rückgabe von eBooks kein Recht hat, es ist eine freiwillige Kulanzleistung von Seiten Amazons. Es liegt also in deinem eigenen Interesse, den Schaden und Aufwand möglichst klein zu halten.
Du stornierst eBook-Käufe, indem du die Seite „www.Amazon.de/mk“ aufrufst. Gegebenenfalls wirst du dich einloggen müssen, wenn du das Passwort nicht im Browser gespeichert hast. Du kommst automatisch auf die Seite „Ihre Kindle Bibliothek“. Dort findest du alle deine Käufe. Sortiere sie mit einem Klick auf „Datum“ so, dass die aktuellsten Käufe (die des Diebes) ganz oben stehen. Klicke dann neben jedem Buch, das du zurückgeben willst, rechts auf die Schaltfläche „Aktionen“ (es reicht auch, wenn du nur den Mauszeiger drüber hältst) und wähle dort „Rücksendung gegen Erstattung“ aus. Fertig.
(Falls du dich jetzt wunderst, weil du das noch anders kennst: Ja, früher konnte man eBook-Käufe nur stornieren, indem man eine persönliche eMail an den Amazon Kundenservice schrieb. Seit Juni 2012 ist die Rückgabemöglichkeit aber in die erwähnte Schaltfläche gewandert, sodass für den Kunden – und den Kundenservice – alles viel leichter wird.)
Wenn der Dieb in schneller Folge viele eBooks gekauft und geladen hat, die du dann alle stornierst, ist es in jedem Fall eine gute Idee, eine erklärende eMail an den Amazon Kundenservice zu schreiben. Schließlich handelt es sich um einen Sonderfall, für den du keine negativen Auswirkungen auf dein Kundenkonto riskieren willst.
Außerdem kannst du bei der nächsten Polizei-Dienststelle Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Einen gefundenen Kindle nicht zurückzugeben, mag man noch als Bagatelle interpretieren, damit aber auf Kosten des Eigentümers Bücher zu kaufen, ist ein ernstzunehmendes Delikt.
Es sollte technisch nicht schwer sein, das Gerät wiederzufinden, da es ja durch die Seriennummer bei jeder Anmeldung verraten wird. Ob aber ein Gesetzeshüter den entsprechenden Aufwand dafür betreiben wird, ist eher fraglich.
Wie auch immer. Der Kindle ist weg. Das ist schlecht. Aber versuch, es positiv zu sehen: Du kannst dir guten Gewissens einen funkelnagelneuen Kindle kaufen. Und deine Bücher warten sicher in der Cloud auf dich. Das ist doch immerhin ein Trost.


Der Autor
Mein Name ist Boris Maggioni, und durch eine genetische Mutation bin ich in der glücklichen Position, nie zu altern und für alle Zeit 20 Jahre alt zu bleiben.
Darauf ruhe ich mich allerdings nicht aus. Erst letztes Jahr habe ich die Welt auf einem Waveboard umrundet. Das war direkt nach meinem Weltrekord im Auto-über-den-Kopf-Stemmen und kurz vor dem Ehrentitel "Meister aller Wissensgebiete", der mir von einem Zusammenschluss aller Universitäten der Welt verliehen wurde. Meine wirklich großen Erfolge möchte ich hier aber nicht nennen, das würde einfach zu sehr nach Angeberei aussehen. Habe ich schon erwähnt, dass ich immer die Wahrheit sage?!
Und jetzt ganz ohne Scheiß: Ich finde Selbstdarstellungen doof, daher auch der oben zu sehende Einleitungstext. Eins aber möchte ich hier doch sagen: In meinen Büchern steckt mein Herzblut. Ich versuche, sie für dich, als Leser, so gut zu schreiben, wie ich nur irgendwie kann. Wenn du etwas zu kritisieren hast oder Fragen offen bleiben, dann zögere bitte nicht, mich per eMail oder auch auf Twitter bzw. Facebook anzuschreiben. Vielleicht dauert es mal etwas, aber ich werde garantiert antworten.
Und jetzt: RUF MICH... äh, quatsch, ich meine: KAUF MEIN BUCH !

Boris Maggioni, Kindle Paperwhite – Das umfassende Handbuch

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