Salon

Salon

Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

24. März 2013

Laurent Bach, Mord auf Französisch


Ein toter Ex‐Geliebter wird zu Claude Bocquillons gefährlichstem Fall.
Sommer in Südfrankreich: Während sich das beschauliche Städtchen Anduze von seiner schönsten Seite präsentiert, muss Privatdetektiv Claude Bocquillon einen Fall lösen, der es in sich hat. Pascal Melot, mit dem ihn mehr als nur eine Freundschaft verband, ist auf grausame Weise ums Leben gekommen. Die Polizei will den Fall als Selbstmord zu den Akten legen, doch Claude gibt sich damit nicht zufrieden und ermittelt auf eigene Faust ...

Mit Mord auf Französisch ist Laurent Bach ein überzeugendes Debüt gelungen, das Spannung, Witz und französisches Flair vereint.


Rezension

Schwul in einer Kleinstadt
und Privatdetektiv noch dazu? Na, der Junge traut sich was! Aber Claude ist keiner, der sich vom Gerede der Leute niedermachen lässt. Natürlich kann er sich ein Coming-Out nicht leisten, das Kleinbürgertum würde ihn vielleicht teeren und federn oder gar „umerziehen“ wollen. Nur sein engster Freundeskreis weiß Bescheid. Er ist ein Mensch mit angeborener Ethik, der menschlichen Sehnsucht nach Liebe und Akzeptanz, sehr sympathisch.

Der böse Cop, der gute Kater und eine französische Prise Humor
sind treffliche Zutaten, dazu malerische Landschaftseindrücke und ein toter Mann, mit dem Claude mal eine Liaison hatte. Die Indizien sprechen von Selbstmord, der junge Detektiv und die Mutter des Toten glauben nicht daran, sehr zum Ärger des bösen Cops, einem alten Bekannten Claudes aus Zeiten der Polizeischule, die Claude verlassen musste, weil er seiner Homosexualität wegen gemobbt wurde.

Claude ist ein ganzer Kerl
und kann nun als erwachsener Mann wunderbar mit jenen umgehen, die Probleme mit seiner Sexualität haben. Er ist charmant, witzig und sehr gut gezeichnet. Manchmal schäumt ein wenig Kitsch über, der Autor hat es da ein bisschen zu gut gemeint an einigen Stellen, wo es auch ganz schön sexy zugeht. Aber das ist reine Geschmackssache, denn viele Leser mögen das ja sehr gern.   

Whodunnit?
Diese Krimiform mag ich am liebsten, wenn sie gut umgesetzt ist und der Leser bis zum Schluss miträtseln kann, wer es denn nun war. Und hier ist sie gut umgesetzt, macht Spaß, der Plot stimmt, die Protagonisten sind sorgfältig aufgebaut, das Ambiente ebenfalls.
Würde mich freuen, Claude in einem anderen Buch erneut begegnen zu dürfen.
    
Elsa Rieger




Der Autor

Laurent Bach, Jahrgang 1970, lebt in Westfalen. Nachdem er einige Jahre im Immobilien- und Baubereich tätig war, begann er erst spät mit dem Schreiben. Die Eindrücke, die er auf seinen zahlreichen Reisen nach Südfrankreich sammelte, fließen als Inspiration in all seine Geschichten ein. Mord auf Französisch ist der erste Kriminalroman des begeisterten Motorrad- und Kajakfahrers.


Laurent Bach, Mord auf Französisch


eBook und Taschenbuch bei Amazon

Kommentare:

James Henry Burson hat gesagt…

Nicht zu hart, aber auch nicht zu soft.
Mit einem Baguette, kann man keinen erschlagen - aber schmecken - das tut es.
Wie dieser Roman.
Mir gefällt, was ich lese.
Danke, für die Vorstellung.

Elsa Rieger hat gesagt…

Hihi, danke, lieber James!

Herzliche Grüße!