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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

13. April 2013

Eine bunte Mischung Lebensgeschichten – Anthologie



Diese bunte Mischung Lebensgeschichten widerlegt, dass Facebook-Profile unreal sind, denn dahinter stehen Menschen, die von Schicksalsschlägen nicht verschont geblieben sind.
Inspiriert durch die tolle Zusammenarbeit in der Autorengruppe „WortWerk“, haben wir unsere  Facebook-Freunde gebeten, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben.
Sie, lieber Leser, erfahren offen und ehrlich, wie jeder sein Leben mit allen Höhen und Tiefen gemeistert und es geschafft hat, heute wieder zufrieden den Alltag bewältigen zu können.
Es wird über ungewöhnliche Freundschaften, lustige Kindheitserinnerungen, den Tod geliebter Familienangehöriger, den Umgang mit psychischen Krankheiten, die Diagnose Krebs, den erfolgreichen Kampf gegen Übergewicht und vieles mehr berichtet.
Darüber hinaus gibt der psychologische Berater und Motivationscoach Mikel Marz viele Tipps für eine gesunde Lebensweise.


Der Erlös dieser Anthologie kommt dem Verein „nestwärme“ e.V. zugute.

Leseprobe

Was wäre gewesen, wenn …???

Eigentlich hat alles damit begonnen, dass meine Tochter unbedingt einen Hund wollte. Sie ließ mir sogar die Wahl: „Entweder eine Dogge oder einen Dackel!“
Das fand ich sehr großzügig von ihr. ;-)
Da ich meiner Tochter bisher nur selten einen Wunsch abschlagen konnte, ist kurz darauf Langhaardackel Sam bei uns eingezogen. Er war sehr gelehrig und sooo süß.
Unsere Erziehungsmaßnahmen fruchteten, sodass er sich zu einem wohlerzogenen Dackel entwickelte und zum Stolz der ganzen Familie wurde. Wir nahmen Sammy, wie wir ihn liebevoll nannten, überall mit hin. So mancher Hundekenner war erst skeptisch, sowie er ihn sah, musste sich jedoch eines Besseren belehren lassen, nachdem er ihn genauer kennenlernte.
„Das ist ja mal ein lieber Dackel“, äußerte so mancher.
Als Sammy fünf Jahre alt war bekam meine Tochter ein Baby namens Leonie. Wir machten Sam von Anfang an mit der Kleinen vertraut. Er durfte an ihr schnüffeln und wurde sehr gelobt, wenn er sich ihr sanft näherte. Lag sie in ihrer Krabbelbox, ließ Sam sie nicht aus den Augen und passte auf sie auf. Als sie anfing zu krabbeln, lief er neben ihr her und sowie sie erschöpft umfiel, legte er sich neben sie. Es war eine Wohltat fürs Herz, Hund und Kind in einem friedlichen Miteinander beobachten zu können.
Alles wurde anders, als Leonie es endlich schaffte, sich hochzuziehen und aufrecht zu stehen. Mir entging Sams Blick nicht. Misstrauisch schaute er die Kleine an und stieß sie immer mal mit seinem Hintern schwungvoll an, als wolle er sie umwerfen. Ich wurde wachsam und grübelte über sein bis dahin unbekanntes Verhalten nach.
Umgehend berichtete ich meiner Tochter davon und sie musste mir Recht geben, als sie mit der Kleinen im Wohnzimmer spielte.
Sam gab einfach keine Ruhe mehr.
Als er anfing, sich zwischen mich und die Kleine zu drängen und dabei ab und zu sogar knurrte, machte ich mir Sorgen.
Es dauerte auch nicht mehr lange und die Situation eskalierte. Leonie machte stolz ihre ersten Schritte auf mich zu. Ich hielt ihr ein Keks zur Belohnung entgegen. Sam sah dies und wollte es wegschnappen. Auf mein „Nein“ drehte er sich blitzartig um und sprang die Kleine an, sodass sie umfiel. Er stürzte sich auf sie. Zum Glück bin ich sehr reaktionsschnell und konnte ihn im Genick packen und wegreißen. Sofort schaffte ich ihn aus dem Zimmer und schloss die Tür. Total entsetzt kümmerte ich mich um meine Enkelin. Er hatte sie am Hals gekratzt und ins Ohr gezwickt. Sie weinte und ich tröstete sie und ärgerte mich so sehr, dass ich mich nicht eher dazu entschlossen hatte, Sam nicht mehr in ihre Nähe zu lassen. Aber wann wäre da der richtige Zeitpunkt gewesen?
Ich hatte gehofft, wenn ich Sam sage, dass er Abstand zum Kind halten soll und ihn lobe, wenn er das tut, dass ihn dies bald davon überzeugen würde, dass er keine Konkurrenz zu befürchten hätte.
Die Kinderärztin gab Entwarnung und desinfizierte die zum Glück nur oberflächlichen Wunden. Trotzdem grübelte ich intensiv, wie es weitergehen könnte. Einfach den Dackel ins Tierheim abzuschieben, das kam für uns nicht infrage. Vorsorglich hielten wir ständig eine Tür zwischen Kind und Hund geschlossen. Das konnte aber auf Dauer nicht die Lösung des Problems sein.
Ich ging zu unserem Tierarzt und fragte ihn um Rat. Er hörte sich alles an und sagte dann zu mir: „Sie werden mit Sam nie Ruhe bekommen. Er will mit der Kleinen Rangordnung machen, weil sie jetzt größer ist als er. Und sie ist noch viel zu klein, um ihm so Kontra zu geben, dass er es auch versteht.“
Daraufhin war mir klar, dass Sam uns verlassen muss, denn Leonies Sicherheit ging schließlich vor.
Am Abend suchte ich im Internet in Kleintierbörsen, ob nicht durch Zufall jemand einen Dackel sucht. Es dauerte auch gar nicht lange und ich wurde fündig. Ich las die Anzeige eines alleinstehenden Mannes, der unbedingt einen Langhaardackel bei sich aufnehmen wollte, da seiner ein paar Monate zuvor verstorben war. Mein Herz raste, als ich ihm eine Nachricht zukommen ließ und unseren Fall ehrlich schilderte. Damit er Sam schon mal sehen konnte, schickte ich Fotos mit.
Am nächsten Morgen schaute ich nach, ob er geantwortet hatte. Wieder konnte ich kaum glauben, was ich zu lesen bekam.
„Ihr Sam sieht ja aus wie mein verstorbener Hund. Gern würde ich ihn kennenlernen. Da ich alleinstehend bin und bereits in einem Alter, in dem ich keine Kinder mehr bekommen werde, wird das kleine Problem, das Sam hat, bei mir bestimmt nicht auftreten.“
Nach zwei Tagen kam er zu uns. Ich war aufgeregt, ging trotzdem positiv an die Sache heran.
„Schau mal, Sam“, sagte ich, „es kommt Besuch für dich.“
Sammy freute sich sehr und hüpfte an dem netten Mann hoch, der ihn auch gleich überschwänglich begrüßte. Er war mir sympathisch, worüber ich erleichtert war. Trotzdem schlugen meine Gedanken Purzelbäume und ich wägte alles ab. Der Mann setzte sich auf einen Stuhl und hast-du-nicht-gesehen, sprang Sam auf dessen Schoß. Ich stutzte und konnte es nicht glauben.
Wir unterhielten uns oder besser gesagt, ich erzählte ihm aus Sams bisherigem Leben und fragte ihn aus, wie sein Tagesablauf wäre und wie Sams Alltag bei ihm ablaufen würde. Alles was ich zu hören bekam gefiel mir. Sam würde fast nie allein sein müssen, außerdem gäbe es auch noch einen Kater.
„Das ist kein Problem“, meinte ich und berichtete stolz, dass Sam mir bei der Aufzucht von zwei Katzenbabys geholfen hatte und seitdem friedlich mit denen zusammen lebt.
Nach einer Weile packte ich Sams Kissen, einen Sack seines Futters, die Leine und etwas Spielzeug ein und drückte dem Mann einen Zettel in die Hand, worauf ich geschrieben hatte, was Sam frisst und was nicht und auf welche Befehle er hört – sozusagen eine Bedienungsanleitung. Danach war es mir wichtig, dass der Abschied schnell über die Bühne ging. Sam lief ohne zu zögern mit dem Mann mit und sprang in das fremde Auto, als könnte er es gar nicht erwarten, seinem neuen Leben entgegenzufahren. Mir standen die Tränen in den Augen, aber das zählte nicht. Manchmal muss man eben schwere Entscheidungen treffen.
Am nächsten Morgen rief mich der Mann an und berichtete ganz aufgeregt, dass Sammy sofort nach der Ankunft aus dem Auto gehüpft ist, über die Straße zur Hündin einer Nachbarin lief und erst mal mit ihr spielte. Auf dem Grundstück drehte er eine Schnüffelrunde und im Haus machte er sich sofort über das Katzenfutter her und leckte den Napf blitzeblank. Oh, das hatte ich vergessen zu erwähnen, dass unsere Katzen extra auf einem Schrank gefüttert werden, damit Sam nicht rankam. Na gut, das hatte der Mann unterdessen selbst gemerkt und ab sofort auch so gemacht. Als er am Abend ins Bett ging, sprang Sam wie selbstverständlich mit hinein, suchte sich eine bequeme Schlafstellung und schlief ein. Sam schien im Paradies gelandet zu sein, musste ich lächelnd feststellen (...)

Die Autoren
Anika Werkmeister, Lena Glück, Karla Fischer, Kerstin Werner, Christine Erdic, Sebastian Görlitzer, Jutta Pratsch, James Henry Burson, Bettina Wiedig, Carola Schulze, Margit Sonntag, Alfred Franz Dworak, Martin Kreuels, Barbara Wagner-Macció, Heidi Dahlsen, Britta Wisniewski, Tino Kempe, Ulrike Jansen, Andrea Ade, Danka Todorova, Mathias Heckendorn, Sandra-Grace Sunshine, Britta Schiemes, Nicole Franziska Horn, Mikel Marz


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