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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

21. April 2013

Nicolas David Carter, David O’Mara und die Welt der Meister Bd.1


David O’Mara will eigentlich in Marseille Medizin studieren. Doch dann kommt alles ganz anders. Er lernt den geheimnisvollen Armenier Khemal kennen und muss bald erkennen, dass die Welt ihm bis jetzt nur ihre Schattenseite gezeigt hat. David wird in die Cymdeithas, einen Geheim-Orden von Ärzten, aufgenommen und durchlebt eine strenge und phantastische Schulung. Als Student der Cymdeithas lernt er ein Leben kennen von dem er nie geträumt hätte, doch kurz nach seiner Einführung in den Orden wachsen ihm die Dinge bereits gehörig über den Kopf. Mit seiner neu gefundenen Liebe Cesha muss er nicht nur sein Weltbild von Grund auf ändern, sondern die Menschheit auch noch vor einem Untergang bewahren, den niemand kommen sieht.


Leseprobe

Aus dem ersten Kapitel:

(...)Trotzdem fragte ich Khemal, wie ich das verstehen sollte. Er winkte jedoch ab und sagte:„Wir werden wohl noch dazu kommen …“. Er lächelte mich an. Dann ergänzte er noch, dass das von mir abhänge .
„Was hängt von mir ab? “
Wir setzten uns auf eine Bank mit Blick auf die Küste und der Kapitän fuhr nun mit voller Kraft voraus.
Khemal holte aus: „Nun, du möchtest Arzt werden und so wie ich dich verstehe, kein normaler Arzt, sondern ein besonderer Arzt. An die Uni kannst du nicht, also brauchst du Hilfe, und deshalb wartete ich im Café auf dich!“ Er beendete den Satz ganz selbstverständlich und sah mich an.
„Natürlich“, dachte ich und hatte noch nicht erfasst, was der irische Armenier, der mich immer mehr verblüffte, gesagt hatte. Und als es mir dämmerte, war ich so perplex, dass ich gar nichts erwidern mochte.
Karussell. Er hatte auf mich gewartet, um mir zu helfen? Also war ich doch ein Auserwählter! Meine Vermutung war doch richtig. Höhenflug. Aber Khemal ordnete die Landung an.
„Der Brief der Universität ging in doppelter Ausführung raus, einmal zu dir und einmal nach Irland, zu deinen Eltern. Und weil deine Großmutter eine gute Freundin von mir ist, bat sie mich, dir meine Hilfe anzubieten.“ 
Landung. Nicht auserwählt, sondern von meiner Großmutter bemitleidet.
„Aber meine Großmutter ist tot.“ 
„Ja ich weiß, sie ist momentan anderweitig beschäftigt, deshalb hat sie mich ja gefragt, ob ich dir helfen könne.“
Logisch, wieso hatte ich nicht gleich daran gedacht? Wahrscheinlich hatte meine Großmutter den Hund als Kurier aus dem Jenseits geschickt, und Khemal war in Wirklichkeit ein Meer-Riese.
Nicht, dass eine allzu große Ironie in mir aufstieg, nur wurde es langsam etwas viel.
„Woher kennst du meine Großmutter?“, fragte ich ihn, denn ich dachte, dass ein paar Erklärungen mich nicht noch mehr verwirren konnten.
„Deine Großmutter war eine Studienkollegin von mir.“, sagte er.
Dass sie wahrscheinlich gute fünfundzwanzig Jahre älter als er gewesen war, schien ihn keineswegs in seiner Aussage zu verunsichern.
War ich auf einen Geisteskranken getroffen, der mich geschickt getäuscht und meine verzweifelte Stimmung ausgenützt hatte, um sich zu amüsieren oder sich zu bestätigen?
Ich ließ die letzten zwei Tage noch einmal an mir vorbeiziehen, um etwas zu finden, was mir Sicherheit in der Beurteilung meines armenischen Bekannten gab. Aber alles schien echt: die Leute im Restaurant, die ganz und gar nicht so taten, als wäre Khemal verrückt, die Tatsache, dass er fließend Französisch, Englisch mit irischem Akzent, Irisch und wahrscheinlich auch Armenisch sprach; weiter, dass Max, seine Frau und die angehende Goldschmiedin ihn mit Docteur ansprachen. Alles Indizien, die darauf schließen ließen, dass er nicht verrückt war.
Ich schwieg und brütete, während er sich erhob und auf einem Bein einmal um die Bank hüpfte. War er wahnsinnig?
Meine Großmutter hatte meinem Wissen nach nie studiert, sondern ihr Wissen und Können von einem alten Mann in Wales gelernt. Und das wahrscheinlich zu einer Zeit, als Khemal noch nicht einmal auf der Welt gewesen war.
Ich ging dem Hüpfenden nach und fragte ihn, wo er denn mit meiner Großmutter zusammen studiert hatte. Wir setzten uns wieder.
„Deine Großmutter und ich studierten in Bagdad zusammen Embryologie. Dort lernten wir uns richtig gut kennen und wurden Freunde. Sie half mir manchmal auch bei der Aussprache gewisser irischer Wörter, denn es war in Bagdad, wo ich Irisch lernte. So viel ich mich erinnere, lernte sie gerade Sanskrit, oder täusche ich mich da?“ Er schaute in sich hinein und schien zu überlegen.
Während das Schiff mit voller Kraft am Massif des Calanques vorbei fuhr, wurde ich noch unsicherer und bekam von der Schönheit der Landschaft nicht mehr viel mit. Ich überlegte.
„Meine Großmutter hatte nie, weder per Schiff noch per Flugzeug, Irland verlassen, außer dass sie als junge Frau ab und zu in Wales war. Ich weiß das ganz sicher, weil sie sich immer weigerte, mit mir meinen Onkel in Paris zu besuchen!“
„Nun denn, vielleicht war es nicht Bagdad.“ Er zögerte.
„Aber doch, es war Bagdad! Ich bin mir ganz sicher, aber du musst ja noch nicht alles verstehen!“
„Was muss ich nicht verstehen? Khemal, ich kann das nicht glauben! Du kannst doch nicht einfach behaupten meine Großmutter gekannt zu haben! Das ist unmöglich!“
Er hob seinen Finger hoch. „Nichts ist unmöglich!“
 „ Dann gib mir einen Beweis, dass du meine Großmutter gekannt hast! Sag mir ihren Namen!“
Khemal lachte mich überlegen an.
„Du willst Beweise?“
„Ja!“
„Schlechte Voraussetzungen! Viele Dinge lassen sich nur durch echte Erfahrung beweisen. Bist du autoritätsgläubig?“
„Du weichst vom Thema ab! Wie hieß meine Großmutter?“
„Du willst es wissen?“
„Ich bestehe darauf! Als künftiger Arzt muss ich mir wissenschaftliches Denken angewöhnen, und das heißt, es wird geprüft und nicht geglaubt!“
Ich begann mich wieder sicher zu fühlen. Aber gleichzeitig realisierte ich, dass damit ein Traum zu Ende gehen würde. Denn Khemal würde auf keinen Fall den Namen meiner Großmutter kennen, und so würde sich das Ganze als Hochstapelei entpuppen. Eine Hochstapelei eines sicher begabten, aber wahrscheinlich verrückten Menschen. Er war einfach zu weit gegangen, wieso musste er auch meine Großmutter ins Spiel bringen? Es hätte ihm ja klar sein müssen, dass ich nachfragen würde. Auf der anderen Seite war es gut, dass der Schwindel jetzt auffliegen würde, bevor ich mir zu viel Hoffnung machte.
„Also, willst du es wirklich wissen? Mit all den Konsequenzen, die dieser eine Name für dich haben wird?“, fragte Khemal.
„Ja! Gib es zu. Du kennst meine Großmutter nicht und du bist wohl auch kaum Arzt! Du bist verrückt!“
Ich war wütend, an der Nase herumgeführt worden zu sein.
„Du wirst ernüchtert sein!“, sagte er.
Er sprach verdammt gut Irisch, das musste man ihm lassen, und das war außergewöhnlich, zugegeben. Doch nun war es Zeit, dass ich dem Schauspiel ein Ende setzte.
„Also, wie hieß sie?“
„Nun, sie hatte verschiedene Namen. Welchen willst du?“
„Den ersten!“
„Ich gebe dir alle drei. Sie hieß Caoimhe Fionaghal Mary O’Mara!“
Ich spürte, wie ich bleich wurde und wie eine neue Realität sich zu formieren begann. Mit leise und wackliger Stimme fragte ich ihn: „Woher weißt du das?“
„Wir haben zusammen in Bagdad Embryologie studiert!“
Was tut man, wenn Märchen plötzlich Wirklichkeit werden? Etwas in mir wehrte sich gegen diese neue Realität. Er kannte also den Namen meiner Großmutter, oder vielmehr alle drei. Aber was bedeutete das? Dass er die Wahrheit sprach? (...)




Der Autor
Nicolas David Carter ist ein frei schaffender Performance Coach, Musiker und Autor. Er studierte Heilpädagogik, Naturheilkunde und Musik und arbeitete die ersten zehn Jahre nach Abschluss des Studiums als Pädagoge, Coach und Consultant in der Wirtschaft und im privaten Erziehungssektor. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Basel in der Schweiz.

Nicolas hat sich schon immer für die Grenzwissenschaften interessiert und dieses andauernde Hobby findet in all seinen Büchern einen Widerhall. Er verschlingt in seiner Freizeit Bücher aus dem medizinisch-psychologischen Bereich und arbeitet - wenn er nicht gerade schreibt - als Performance Coach im Bereich Musik.

Nicolas ist der Autor von sieben Büchern, wovon fünf zur mehrbändigen Serie der David O‘Mara Abenteuer gehören: Band 1 - Die Welt der Meister, Band 2 - Die Macht der Meister, Band 3 - Die Gegner der Meister, Band 4 - Die Schlacht der Meister, Nebenband 1 - Die Pforte der Neugierigen. Weiter hat Nicolas auch einen mystischen Thriller namens „Die Quelle der Macht“ verfasst, und ein Selbsthilfe-Buch für den englisch-sprachigen Markt herausgegeben, welches mit einem Vorwort des Bestseller Autors Joseph Bailey seinen Weg in die Welt antritt: The bridge to your future.

Seine Webseite ist: www.nicolasdavidcarter.com


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Kommentare:

James Henry Burson hat gesagt…

Bei den wenigen Worten, sehe ich mich bereits mit dem vermeintlich Verrückten, um den Tisch tanzen.
Heiter, beschwingt, geht`s in die Story.
Da wird man doch glatt verrückt - aber gerne.
Gruß, James

Elsa Rieger hat gesagt…

Hihi, danke James, super Komm.!

Liebe Grüße