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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

8. April 2013

Winacht und Noel, Flederzeit

Das Leben des Krimiautors Matthias ist seit dem frühen Tod seines Stiefsohnes Elias, an dem er sich schuldig fühlt, zerstört. Ehefrau Lida hat ihn daraufhin verlassen und seinen Rivalen Iven geheiratet. Schreiben kann Matthias auch nicht mehr.
Erst fünf Jahre später rafft er sich auf, sein Trauma aufzuarbeiten – indem er seine Erlebnisse in einen Krimi verpackt. Als er nach einem vielversprechenden Anfang damit jedoch nicht weiterkommt, entschließt er sich, an den Ort des Geschehens zurückzukehren.
In der Höhle, in der Elias einst erstickt ist, fallen plötzlich Fledermäuse über Matthias her. Panisch flieht er, stürzt, wird ohnmächtig.
Als er wieder zu sich kommt, liegt er neben einer Leiche.
Da taucht Lida auf. Sie hat Elias bei sich, lebendig und wohlbehalten. Doch beide kennen ihn nicht.
Entsetzt muss Matthias feststellen, dass er in seinem eigenen Krimi gelandet ist. Aber auch wieder nicht, denn Lida ist Mila, Elias Ilya – und beide leben im Jahr 1293.
Was zum Teufel ist nur geschehen?


Rezension:

Diesmal keine Zeitmaschine wie einst bei H. G. Wells
die den Protagonisten Matthias ins tiefe Mittelalter reisen lässt, nein, Fledermäuse sind es, deren Bisse Zeit und Raum aufheben. Wie der oben genannte Klappentext erläutert, geht es nicht nur um die utopische Fantasie, sich in andere Zeiten katapultieren zu lassen, nein, da ist viel mehr in dem Buch drin. Haben wir nicht alle manchmal die Idee, in einem früheren Leben existiert zu haben? Von Inkarnation zu Inkarnation zu reisen, aber leider zwischenzeitlich alles vergessen zu haben. Bedauerlich. In diesem Buch gibt es aber noch eine 3. Ebene, den Krimi, den Matthias schreibt. Ist er vielleicht in seinem eigenen Buch gelandet? Was ist nun passiert: Zeitreise, Rückkehr in sein bislang unbekanntes Vorleben oder ins Buch gefallen? Das treibt ihn um, wenn er mal Zeit zum Nachdenken hat, denn was los ist im Mittelalter, das raubt ihm ja pausenlos den Atem!

Und dem geneigten Leser, der Leserin ebenfalls
denn man folgt dem überraschten Mann in diese ferne Zeit, leidet, ängstigt sich, freut sich, ist glücklich, gespannt, findet Johannes sowas von erotisch, wie er um Mila buhlt, wünscht andererseits Matthias Frieden in dieser Welt, weit weg vom Kummer der Jetztzeit. Mehr verrate ich nun nicht, bin aber sicher, Flederzeit muss eine Fortsetzung bekommen, ich habe munkeln gehört, es ist bald soweit.
Kleiner Einwand, Mila führt mir fürs Mittelalter eine etwas zu moderne Dialogsprache. Vielleicht bin ich da zu pingelig, denn die Spannung im Buch nimmt einen auf jeden Fall mit. Von dem o.g. Einwand abgesehen, ist Flederzeit wunderbar gebaut und erzählt.

Zwei Autorinnen haben einander gefunden
und so eine Zuammenarbeit bewundere ich sehr! Ich weiß, wovon ich rede, da ich auf dem Gebiet schon Erfahrungen gesammelt habe. Es ist wirklich nicht einfach, ein rundes, gelungenes Werk zusammen hinzubekommen. Da muss diskutiert werden, immer wieder die Richtung neu fokussiert werden, die Erzählsprache eindeutig sein, damit ein homogener Eindruck entsteht; kurzum, das ist viel Arbeit. Wenn das Resultat dann so aussieht wie Federwelt, da kann ich nur Respekt sagen und den Hut ziehen. Brava, Signoras!

Wärmste Empfehlung!

Elsa Rieger
     




Die Autorinnen
Maria G. Noel
„Ich möchte den Menschen schöne und spannende Geschichten erzählen!“
Jahrgang 1958, Diplom-Sozialpädagogin, verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in Oberbayern.
Intensiv schreibt sie seit 2008. Zunächst zur Übung innerhalb eines vorgefertigten Rahmens, mit verschiedenen Veröffentlichungen im Internet. Zahlreiche Rückmeldungen haben ihr bestätigt, dass sie mehrheitstauglich schreiben kann.
Dabei hat sie Runa kennen- und schätzen gelernt. Gemeinsam mit ihr ist sie in Schreibtechnik, Perspektiven- und Prämissenarbeit getaucht, hat ihren Schreibhorizont erweitert und durch gemeinsame Überarbeitung der bereits bestehenden Geschichten gelernt, das, was sie bisher rein intuitiv getan hatte, nun gezielt einsetzen zu können.
Maria mag bunte, dichte, actionreiche, vielfädrige Plots, liebt es, Spuren und Andeutungen auszustreuen und später alle Fäden zusammenzuflechten und schließlich aufzulösen.
Ihre Figuren verhalten sich menschlich, normal, wie du und ich. Das, was in ihnen vorgeht, übersetzt sie gern in symbolische, konkret beobachtbare Außengeschehnisse. Sprache dient für sie dazu, das, was sie erzählen will, so auszudrücken, dass jeder es versteht.
Zwei Jahre schrieb sie für verschiedene Zeitschriften Kurzromane, sogenannte True-Stories, und Kurzkrimis.
Ihre Kurzgeschichte: 'Cassiels Wunder' gewann bei einem Schreibwettbewerb und wurde in der Anthologie 'Geschichten vom Fliegen IV' veröffentlicht.

Runa Winacht
„Ich möchte das, was ich über Beziehungen gelernt habe, in Geschichten verpacken und Leser dazu bringen, darüber nachzudenken!“
Jahrgang 1970, Sonderschul-Beratungslehrerin und angehende Heilpraktikerin für Psychotherapie, verwitwet, vier Söhne, wohnhaft in Schleswig-Holstein.
Mit dem Schreiben hat sie nach dem Tod ihres Mannes begonnen – ein Fanfiktion-Beziehungsdrama, um ihre anfangs komplizierte Beziehung mit ihm aufzuarbeiten und ihn in Gedanken näher heranzuholen.
Ihr Hauptinteresse galt schon immer zwischenmenschlichen Beziehungen und wie diese sich entwickeln. In ihren Geschichten lässt sie den Leser an jedem einzelnen Schritt dieser Entwicklung teilhaben. Die dramatische und leicht idealisierte Handlung spielt sich hauptsächlich im Innern der Protagonisten ab. Sie erzählt, was diese denken und fühlen und wie das ihr Handeln beeinflusst.
Früher neigte sie dazu, Außengeschehnisse zu ignorieren und nur rein prämissenrelevante Innenhandlung zu schreiben. Erst in ihrer Zusammenarbeit mit Maria konnte sie davon überzeugt werden, dass äußere Ausschmückungen notwendig sind, um eine Geschichte leichter und unterhaltsamer zu gestalten.

Runa und Maria haben sowohl einzeln als auch gemeinsam bereits mehrere Romane geschrieben. 'Flederzeit – Der Sturz in die Vergangenheit' ist ihre erste Veröffentlichung.





Winacht und Noel, Flederzeit

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