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Rezensionen

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5. Mai 2013

Christiane André, Robbie Williams und die kleine weiße Maus



Savannah  ist das Kind reicher und schöner Eltern aus der internationalen
Promi-Szene. Sie wächst auf in den Villen von Hollywood und den Luxus- apartments von New York. Sie reist mit eigener Nanny im eigenen Learjet. Sie hat alles, was sich andere heimlich erträumen.

Doch trotz all dieser Chancen ist Savannah unglücklich, sucht ein anderes Leben. Wie schön wäre es, normal zu sein! Und nicht immer zu pendeln zwischen: Reisen ins All, Fotoshootings und Therapien, einem Gymnasium in Gelsenkirchen, dem Dritten Weltkrieg und der Frage, wie man ihn verhindert,  Entführungen in Sao Paulo, Drogen und Diäten, den Zicken von Beverly Hills, der Erfindung des Perpetuum mobile…

Gelingt es Savannah auf ihrer wilden Lebensreise, mit sich selbst ins Reine zu kommen? Und mit der größten Hypothek von allen – mit ihrer Mutter?


Rezension

Suri, Shilo, Robbie Williams
sie alle lernt Savannah als Tochter einer unübertroffen schönen und klugen Mutter, die Model ist, und eines Vaters, der anerkannter Rock’n’Roller ist, kennen. Man denkt, von so einer Familie mit Promistatus, kann ein junges Mädchen nur träumen. Dem ist aber ganz und gar nicht so, denn eine überschöne Mutter kann einem echt den Verstand rauben. Vor allem, weil man niemals an dieses Ideal nur annähernd rankommt, pummelig und ein Kuckucksei, wie Savannah vermutet.

Zwischen Bodyguards und Jetset,
immer auf dem Flug zu wichtigen Shootings und anderen Aktivitäten ist es verdammt schwer, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Normalerweise. Nicht aber für Savannah (vielleicht doch ein vertauschtes Kind?). Denn sie ist von Anfang an Hammer, was die Persönlichkeit betrifft. Sie schafft es, trotz Hader mit der tollen Mutter, die alles kann (auch klug sein!) sich zu entwickeln. Wahrscheinlich, weil sie über den nötigen Humor verfügt, und die Gabe ausbaut, die ganze Angelegenheit, wenn es zu eng wird, von der Metaebene zu betrachten. Dieses Kindchen Savannah entpuppt sich auf wunderbare Art! Und schließlich versöhnt sie sich mit ihrer eigenen Art zu sein und damit fühlt sie sich geliebt. Ich möchte da jetzt nicht allzuviel verraten, wäre schade um den Lesegenuss.

Das Buch ist nämlich ausgesprochener Lesegenuss!
Sauber erzählt die Autorin den Wahnsinn der High Society, als würde sie selbst täglich bei den Superreichen ein und ausgehen. Mit viel psychologischem Gespür für die Teenagerseele, für Kinder, die statt Nestwärme (so sehr sich die Eltern auch abmühen) und simple Vergnügen, Tag für Tag der Sicherheitsvorkehrungen wegen einsam sind. Fabelhaft geschrieben, rasant, humorvoll, schräg und wunderbar sympathisch.

Eines der Bücher
die ich gern ein 2. Mal lesen werde, denn die Fülle und Erzähllust überträgt sich voll und ganz auf die Leserschaft. Wer eintauchen möchte in Mutter-Tochter-Konflikte, wer die oberen Zehntausend als ganz normale Menschen erleben will (auch wenn das hier fiktiv ist, wette ich, das spielt sich echt so ab, denn es ist total authentisch erzählt), soll zugreifen. Große Klasse und damit absolute Empfehlung!     

Elsa Rieger






Die Autorin

Christiane André ist in Koblenz geboren und aufgewachsen.
Schon in frühester Jugend half ihr die Literatur, die langen Jahre auf diversen Schulbänken zu überstehen. Sie studierte, probierte ein paar Berufe aus und landete schließlich wieder beim Geschichtenerzählen.
In ihrem zweiten Autorenleben schreibt sie romantische Komödien für dtv („Mensch, Amor!“, „Make me glücklich“). Im Herbst-/Winterprogramm 2013/14 erscheint „Eva und die 40 Männer“.




Christiane André, Robbie Williams und die kleine weiße Maus

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