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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

10. Mai 2013

Greve, Lust auf Leben. Ich bin schizophren, na und?



Endlich hat Thomas Greve ein Hobby zum Beruf gemacht. Er ist Datenverarbeitungskaufmann.

Wird er seiner Lebensplanung folgen können? Nein. Eine psychische Erkrankung ist ihm im Weg. Er lässt sich aber nicht unterkriegen. Immer wieder neue Ziele bereichern sein Leben. 

Eines Tages erfüllt sich sogar sein größter Kindheitstraum... Diese Autobiografie möchte den Lesern den Mut geben, an Träume zu glauben.



Rezension:

Nun, was kann ich über dieses Buch sagen?
Ich könnte sagen, toll, was Herr Greve alles geleistet hat, wie er mit eisernem Willen die Crux seiner Erkrankung soweit in den Griff bekam, dass er arbeiten kann, fleißig war und nicht aufgab. Das könnte ich alles über diese Autobiographie sagen. Aber das wäre viel zu wenig.

Es ist nämlich viel mehr, was mich bewegte beim Lesen dieses Buches.
Ich weiß aus eigener schmerzlicher Erfahrung im Familienkreis, was es bedeutet, mit einer Erkrankung wie Schizophrenie zu leben. Zuerst der Schock des Erkrankten selbst, dass da etwas nicht stimmt mit einem selbst, dann die Sorge und Angst der Angehörigen, die Not beider Seiten, wie damit umgehen, wie ein halbwegs erfreuliches Leben gestalten, wie dies alles meistern? Das treibt alle Beteiligten um und fast in den Wahnsinn. Ein Kreislauf beginnt: Einweisung, Medikamentenbomben, neuer Versuch, eigenständig existieren zu können, ja zu müssen, denn die Eltern werden eines Tages nicht mehr ihre Schutzfunktion ausüben können, irgendwann nicht mehr da sein. Psychotische Schübe, die dem Menschen selbst, noch mehr seinen Lieben, heftige Angst einjagen, Kummer ohne Ende.

Und dann schreibt hier ein Hoffnungsträger
Thomas Greve hat gelernt, mit seiner Krankheit eine Art Freundschaft einzugehen, statt sie als Feind zu betrachten. Wenn man so will, lässt sich sagen, er hat die Schizophrenie um den Finger gewickelt, indem er sich nicht unausgesetzt damit beschäftigt hat, sondern neugierig und eifrig trotz etlicher Enttäuschungen, Entbehrungen und Niederlagen sein Leben in die Hand genommen hat. Selbstbewusst und fleißig, niemals aufgegeben, sich nicht entmutigen lassen. Das ist einfach groß!

Konstantin Wecker schrieb einmal ein Lied
aus dem ich hier für Thomas Greve und seine Familie eine bestimmte Strophe zitieren möchte, die wunderbar passt. Damit möchte ich mich für die, vielleicht nicht literarischen, aber emotional berührenden Lesestunden bedanken:

Doch bleib nicht liegen,
denn sonst gräbt sich etwas fest in deinem Hirn,
was dir irgendwann den Mut zum Atmen nimmt.
Und auf einmal prägt dir einer dieses Zeichen auf die Stirn,
das die Wege, die du gehen willst, bestimmt.

Jetzt ist nur wichtig, dass man spürt,
das Denken hat dir Angst gemacht.

Thomas Greve, Sie sind ein mutiger Mann und ich freu mich, dass ich Ihnen durch Ihr Buch begegnen durfte.

Elsa Rieger
  







Die Autoren

THOMAS GREVE
-            geboren am 14.12.1970 in Gera, ist er in der Thüringer Kleinstadt Bad Köstritz aufgewachsen und lebt nun in der Hansestadt Rostock.
-            Nach dem Abschluss der 10klassigen POS erlernte er den Facharbeiterberuf „Instandhaltungsmechaniker“ im VEB Wohnungsbaukombinat Rostock und später den Beruf eines IHK Datenverarbeitungskaufmanns.
-            Seit Ende 1993 ist er psychisch erkrankt und wurde aufgrund seiner Erkrankung 1996 erwerbsunfähig berentet.
-            Schon während der Schulzeit schrieb er gern Aufsätze und Berichte. Dies nutzte er vorwiegend zum Verfassen von Pressemitteilungen für seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten.
-            2003 schrieb er einen Erfahrungsbericht, der die Grundlage der gemeinsam mit seinem Vater im Jahre 2012 herausgegebenen Autobiografie „Lust aufs Leben: Ich bin schizophren – na und?“ bildet.


KURT GREVE
-            geboren am 16.05.1940 in Elbing, (gehört heute zu Polen),
-            Nach dem Abitur 1958 an der Kinder- und Jugendsportschule Rostock erlernte er die Berufe eines Maschinenschlossers in der Neptunwerft Rostock und später den Beruf eines Betonfacharbeiters beim VEB Wohnungsbaukombinat Rostock.
-            Beim VEB Tiefbaukombinat Rostock qualifizierte er sich zum Tiefbaumeister. Er arbeitete überwiegend im Gründungsbereich des fünfgeschossigen Wohnungsbaus im Wohnungsbaukombinat Rostock.
-            Nach der Wende 1989 wurde aus dem Kombinat die ELBO-Bau AG. In deren Auftrag arbeitete er 1991 und 1992 als Polier an der Trasse im Ural (Russland).
-            Zwischen 1947 und 2005 war er wohnhaft in Rostock.
-            Nunmehr wohnt er in Bargeshagen, Landkreis Rostock.
-            Er ist verheiratet, hat vier Kinder.
-            Die Anregung zum Schreiben erhielt er insbesondere in der Oberschulzeit durch seinen Klassenlehrer Dr. Erich Fabian, der zu dieser Zeit gleichzeitig der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes im Ostseebezirk Rostock war, sowie durch den Romancier Ehm Welk, den er persönlich kennengelernt hatte.
-            Heute, als Rentner, ist er Mitglied der Werkstatt für kreatives Schreiben der Volkshochschule Bad Doberan.



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