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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

22. Mai 2013

James Henry Burson, Ein wenig über die Seele reden


Gedanken, die auf der Seele brennen, herausgelassen wirken sie befreiend. Eine Sammlung von Poesie, die im Alltag zur Entspannung dient und auch als Lebenshilfe dienen kann.


Der Zorn
Der dich am Leben hält.
Die Gegner klein erscheinen lässt.
Wenn das Blut kocht.
Mord deine Gedanken beherrscht.
Lebst du dann?
Ja, auch dann.



Rezension

Einmal zart, dann wieder hart

wie das Leben einem nun mal mitspielt. Dem Autor hat es allerhand aufzulösen gegeben, vor allem in jungen Jahren, die er in Kinderheimen, Pflegefamilien und Erziehungsheimen verbrachte. Verstoßen von der unbekannten Mutter. Das hat wohl tiefen Narben hinterlassen. Manche der verfassten Gedanken sind grob, wütend, andere verzweifelt.



Das Wort Entwürdigung kannte ich als Kind nicht.
Fühlen konnte ich es.
Schon sehr früh.



Und trotz allem Lebendigkeit
und absolutes Ja zum Dasein. Auch Dankbarkeit. Sogar der Mutter gegenüber, denn ohne sie wäre James Henry Burson nicht.

 

Glück

Wenn es nichts gibt,  was du in diesem Moment vermisst.
Der tiefste Moment der Entspannung.
Der flüchtigste aller Momente.
Sein. Nichts als Sein.
Weit weg und doch da.

Und das genießen zu können, hat das ehemalige Heimkind gelernt. Das ist sehr viel.

So wandelte ich in diesem Buch
durch die wahnsinnig ehrliche Gedankenwelt des Autors, oft sehr schlicht und einfach formuliert, erdig, direkt. So, wie Leben eben ist. Hässlich, gut, deprimierend, berauschend.

  

Die Kuh

Als Kind wünschte ich mir oft, eine Kuh zu sein.
Nicht mehr und nicht weniger.
Gras fressen, von mir aus auch Milch geben.
Den Bolzenschuss beim Schlachter würde ich nicht mitbekommen.
So träumte ich immer mal laut vor mich hin.
„Spinn nicht so rum“, hörte ich dann oft.
Warum musste mich die Gegenwart immer von der Weide holen...


Es ist schön
dass der Autor wirklich zu sich steht, sich gefunden hat, sein Leben immer wieder neu angepackt hat.


Elsa Rieger


Der Autor

Du hast keine Zukunft, nutze sie, ist die doppelte Botschaft an ein Kind.
Die erste gibt ihm keine Chance - die zweite überlässt ihm selbst, was es daraus macht.
An der Stelle überlasse ich die Beschreibung des Buches gerne einer erfolgreichen Schriftstellerin, die dafür folgende Worte fand:

"Du hast keine Zukunft, nutze sie" - Kurzbeschreibung des Buches, von Carla Berling:
Das ist eine wahre Geschichte.
James wird in Heimen groß. Wut, Rache, Verzweiflung, Einsamkeit, aber auch Liebe begleiten ihn. Es gibt keine Eltern, keine leibliche Familie.
Aber es gibt eine kleine Armee, die ihn führt.
"Du landest mal in der Irrenanstalt!" prophezeit ihm ein Erzieher - und der behält Recht - nur anders, als gedacht.
James wechselt die Seiten.
Er bleibt nicht "das Opfer", er kämpft um sich - und wie!
Ein Buch, das Mut macht, das anrührt und das zeigt: "Hilf dir selbst. Gib nicht auf. Du kannst alles erreichen."




James Henry Burson, Ein wenig über die Seele reden


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Kommentare:

James Henry Burson hat gesagt…

Ja, es war eine wütende, eine verzweifelte und kämpferische Zeit.
Gegen Widerstände groß zu werden und dabei anständig bleiben zu wollen, raubt Kräfte, die man anderweitig besser hätte einsetzen können.
Einzig die guten Geister, die "kleine Armee" gab und gibt der Mühe,ihren Erfolg.
Die Sprache ist im Gegensatz zum Erlebten gemäßigt - gerade so, wie der Autor es anstrebt...
Vielen Dank, Elsa, für die Vorstellung des Buches und deine wohlwollende Betrachtungsweise darüber.
Gruß, James

Elsa Rieger hat gesagt…

Ich habe die größte Achtung vor dir, James, die meisten mit so einer Bio landen auf einer Parkbank mit einer Pulle Rum.