Salon

Salon

Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

20. Juni 2013

Deddine Kuschel-Swyter, Larrys Sohn


Darwin, die kleine Küstenstadt im Norden von Australien im Jahre 1973, ein Jahr bevor der Zyklon 'Tracy' die Stadt total zerstört. Hierher verschlägt es die junge Holländerin Clarissa van Doorn, um eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen. Ihr Leben scheint vorgezeichnet, ihre Zukunft fest geplant; zumindest in den Augen von Bernie, ihrem Freund.
Aber schon bald verlässt sie das Schwesternheim und zieht in eine Wohngemeinschaft, in einem alten Tropenhaus am Rande der Stadt.
Dort trifft sie Larry, zu dem sie tiefe Gefühle entwickelt.
Aber Larry ist anders. Nicht nur seine Hautfarbe ist anders, sondern er kommt aus einer anderen Kultur, aus einer anderen Welt.
Auch wenn er seine Aborigines Herkunft verdrängt, so kann er doch sein Erbe nicht wirklich leugnen. Und obwohl Clarissa sich sehr bemüht, seine Welt zu verstehen, oder sie doch zumindest akzeptieren zu können, es scheint ihr nicht zu gelingen.
Die Entscheidung, die sie schließlich trifft, führt sie nach Neuseeland, wo sie hofft, ein neues Leben für sich und ihren Sohn aufbauen zu können.
Aber schafft sie es wirklich, Larry aus diesem neuen Leben zu verdrängen?


Rezension:

In Liebe loslassen
ist wohl die schwerste Disziplin für uns Menschen. Wir wollen alles festhalten und besitzen, was wir lieben. Werden wir verlassen, verzweifeln wir, obwohl wir wissen, es würde sich fügen, wäre in der Beziehung alles in Ordnung. Was oft bleibt, wird „narzisstische Kränkung“ genannt. Denn im Grunde wollen wir den/die unpassenden Partner ja auch nicht mehr. Rationell betrachtet, gehen Lieben auseinander, weil das Objekt unserer Leidenschaft nicht auf Dauer kompatibel ist. Aber die Demütigung nagt an dem verlassenen Teil.

In einem fremden Land, Australien,
mit einer fremden Lebensart, dem Aborigine Larry, erlebt die holländische Larissa die große Liebe. Voller Rücksichtnahme, sich selbst und ihre Wünsche reduzierend, passt sie sich dem freiheitsliebenden Mann bis fast zur Selbstaufgabe an. Sie weiß, dass ihr das nicht gut tut, kann aber nicht anders. Dann wird sie unbeabsichtigt schwanger von Larry. Ob der Aborigine doch noch „Ja“ zu ihr und dem wachsenden Leben sagt, das ist die Frage, die Larissa bewegt.

Mäandernd, still
erzählt die Autorin diese Geschichte zweier Welten und zwei Menschen in einer Liebesfalle. Ich kann mich des Eindrucks nicht entziehen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Allzu genau und ausführlich werden Nebensächlichkeiten und Örtlichkeiten erzählt, wo es nicht unbedingt nötig wäre. Anderes hingegen, wo es ans Eingemachte ginge, wird nur gestreift, was schade ist.

Trotzdem ist es interessant
Land und Leute eines anderen Kontinents in der Geschichte kennenzulernen. Das Ambiente ist eindringlich geschildert, der Aborigine und die Hauptpersonen gut vorstellbar, die Liebesszenen schön gestaltet. 

Technik und Erzählstil
Die Autorin wechselt zwischen innerer und äußerer Perspektive, was mir im Prinzip gut gefällt, allerdings auf dem Reader schwer zu lesen ist, da die Tagebuchsicht in extrem kleiner Schrift formatiert ist, und ich immer die Schriftgröße wechseln musste, um das entziffern zu können, und wieder zurück, damit die normale Erzählung nicht nur 5 Worte pro Seite anzeigt.

Elsa Rieger



Leseprobe und Buchvorstellung hier im SALON



Die Autorin
Deddine Kuschel-Swyter wurde 1949 in Ostfriesland geboren und
lebte viele Jahre lang in Australien und Neuseeland, sowie in Lateinamerika.
Sie zog vier Kinder groß und arbeitete als Bildende Künstlerin
in der Textilkunst und Malerei (unter dem Künstlernamen Loko Suederdiek), und als Gärtnerin und Buchhändlerin.
Eigene Texte (Lyrik und Prosa) haben sie ihr Leben lang begleitet.
Mit "Traumpfade enden nicht" bringt sie ihren ersten Roman heraus.
Deddine Kuschel-Swyter lebt heute in Deutschland (in der Nähe von Göttingen) und im Süden von Spanien.



Deddine Kuschel-Swyter, Larrys Sohn

eBook und Taschenbuch bei Amazon


Keine Kommentare: