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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

14. Juni 2013

Paul Sandmann, Tristan






Eine Chronik über den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts

Tauche ein in die Finanzmetropole Europas – London – kurz vor Ausbruch der Finanzkrise: Dem erfolgreichen Investmentbanker Tristan liegen sowohl Männer als auch Frauen zu Füßen.
Er bedient sich ihrer, kann jedoch für niemanden tiefere Empfindungen entwickeln.
Bis er Isabella Eco begegnet ...





Rezension:

Banker sind kaltschnäuzig,
so heißt es. Je mehr sie verkaufen können, desto größer ist ihr Ansehen. Das ist das Milieu, in dem Tristan, ein junger, aufstrebender Mann Karriere macht. Er ist attraktiv, die schönsten Frauen kann er haben, wovon er auch reichlich Gebrauch macht. Beneidet von den Kollegen führt er ein  freies Leben ohne finanzielle Sorgen. Und dann begegnet ihm die Liebe. Eine Frau, die sich ihm nicht an den Hals wirft, wie er es gewöhnt ist, eine Frau, die fast schüchtern und damit umso begehrenswerter in Tristans Augen ist.

Eine Chronik des Zeitgeistes unseres Jahrhunderts
nennt der Autor sein Werk. In der Tat, das ist es. Es geht um Reichtum, Armut, Oberflächlichkeit, Betrug, das meisterhaft über den Tisch ziehen von Menschen in Not, dubiose Immobiliengeschäfte der Banken.

Tristan ist romantisch, aber nur, wenn es leicht geht.
Wird es kompliziert, schafft er es, sich binnen Minuten zu entlieben. Schließlich ist er zu Größerem geboren, als sich Sorgen aufzuhalsen. Mann ist eben, was man ist. Das sogenannte Größere, für das er sich entscheidet ... nunja, lesen Sie einfach, was Tristan widerfährt. Dem Sog der Karriere ist schwer zu entsagen.

Der Erzählstil ist leidenschaftlich,
die Figuren gut geführt, das Ambiente und Setting bestens ausgeführt. Interessant der Wechsel der Erzählstimme, je nachdem, ob die Szene im knallharten Geschäftsbereich von Tristan spielt oder im privaten. Sobald es privat wird, nimmt der Leser den Durst nach Liebe wahr, der Autor greift zu einer romantischen Sprachmelodie, üppig, ausladend.
Technisch gab es einige Probleme, die der Autor mittlerweile behoben hat, wie ich informiert wurde. Ich war beeindruckt von dieser modernen „griechischen“ Tragödie und auch bedrückt vom Zeitgeist, in dem wir alle leben müssen.

Elsa Rieger


Leseprobe hier im SALON  
    

Über den Autor


Paul Sandmann ist Dauer-Reisender, Träumer, Liebhaber klassischer Musik und der bildenden Künste. Er schreibt seitdem er zwölf Jahre alt ist und liest seiner Freundin seit wenigen Monaten seine Geschichten vor. An dem vorliegenden Roman hat er sechs Jahre gearbeitet.
Paul Sandmann ist gefühlte dreiunddreißig Jahre alt.


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