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Rezensionen

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14. Juli 2013

Alfred Franz Dworak, Wer Liebe mit Eifer sucht


„Wenn einem das Leben einen Streich spielt, dann aber gewaltig …“,
denkt sich Marius Ambach (28) an diesem Morgen. Er will sich für einen neuen Job vorstellen. Doch dann klingelt der Wecker nicht, das Taxi bleibt aus, die rettende Bushaltestelle ist außer Betrieb und der Smartphone-Akku leer.

Kann es an solch einem Tag noch schlimmer kommen? Ja, kann es! Es wird sogar noch lebensbedrohlich! Denn er trifft auf Richard Hampel, den Rikscha-Taxifahrer.

Alles auf „Reset“, besser nicht aufstehen.

Nein, denn dann würde Marius nicht auf die berauschende Achterbahnfahrt des Lebens gehen, würde nicht Sybille, seiner Traumfrau, begegnen …

„Wer Liebe mit Eifer sucht“ – ein heiter bis wolkiger Liebesroman in 3 Teilen für Frauen und Männer.

Leseprobe:

(...) Als ich aufblickte, schlotterte ich am ganzen Körper. Ob vor Aufregung oder Kälte konnte ich nicht genau definieren. Ich ging ins Bad, zog den Rest der tropfnassen Kleidung aus und stellte mich unter die Dusche. Schock, das Wasser war wider Erwarten eiskalt und wurde auch nicht wärmer. Verdammter Mist, hatte jetzt auch noch der Warmwasserboiler seinen Geist aufgegeben? Ich bin gleich wieder aus der Duschkabine rausgesprungen, habe mich abfrottiert, sofort trocken geföhnt und Vaters alten Daunenmantel übergezogen. Dann das Smartphone rausgekramt und Rikscha angerufen.
»Kennst du dich mit Warmwasserboilern aus?«

Zehn Minuten später stand Rikscha mit seiner Werkzeugtasche in meinem Bad und begann mit einem Schraubenzieher an der Abdeckung des Boilers herumzuschrauben. Er hob die Abdeckung an, Kabel kamen zum Vorschein. Er nesteltet ein Messgerät aus seiner Werkzeugtasche, wollte, wie er mir fachmännisch mitteilte, prüfen, ob Spannung anläge.
Das soll er bei mir mal messen, da liegt eine Riesen(an)spannung an.
Rikscha schüttelte mit dem Kopf.
»Keine Spannung da! Wo sind bei dir die Sicherungen?«
Meine Sicherungen sind im Kopf, wegen der Fahrenholz leider alle durchgebrannt.
»Im Keller!«
»Gibt es dort unten Licht oder brauche ich ne Taschenlampe?«
»O. k., das Haus ist zwar alt, aber nicht Jungsteinzeit!«
Rikscha grinste und ging zur Tür, die zum Kellerabgang führte.
»Ach, da haben wir ja den Schalter.«
Eine 15-W-Funzel beleuchtete schwach die Treppe. Aber unten blieb der Keller dunkel.
»Links neben der Tür ist der andere Lichtschalter für unten », ergänzte ich beinahe schuldbewusst.
»Und ich dachte, ich müsste jetzt eine Fackel anzünden und mich mit dem Buschmesser durch meterdicke Spinnweben schneiden«, blaffte Rikscha.
»Pass auf, dass dich kein Säbelzahntiger aufschlitzt«, konterte ich spaßig.
Unten angekommen schaltete Rikscha das Kellerlicht an. Vorne links hing der alte Sicherungskasten an der Wand. Rikscha schüttelte den Kopf und meinte flapsig: »Elektrojungsteinzeit, Schraubsicherungen!«
»Na und!«
»Hat doch schon seit 40 Jahren jeder Haushalt Kippsicherungen!«
Wie sich auf meine Nachfrage hin herausstellte, hatte Rikscha auch schon mal als Elektrohelfer auf dem Bau gearbeitet. Daher also sein ›profundes‹ Fachwissen.
»Hast du Ersatzsicherungen?«
Ich zuckte mit den Schultern: »Weiß nicht … nö!«
Rikscha verdrehte die Augen und tippte auf eine andere Sicherung: »Kochst du heute noch?«
Jetzt verdrehte ich die Augen und grinste: »Nö, lass mir ne Pizza kommen.«
Rikscha schraubte die Sicherung für den Herd raus, und drehte sie in die Lücke für den Warmwasserboiler, wartete einen Moment und meinte dann zufrieden: »Gut, bleibt drin!« Dann wischte er sich demonstrativ die Hände aneinander, als wolle er imaginären Dreck und Staub abstreifen. »In ’ner halben Stunde kannst du duschen.«
Als wir dann kurze Zeit später bei einem Bierchen im Wohnzimmer saßen, kam Rikscha auf den Job zu sprechen: »Und ist Rikschafahren was für dich?«
Mich fröstelte bei dem Gedanken, von früh bis spät in der Eiseskälte rumzugurken.
»Ähm, eher nicht!«
Rikscha blickte mich leicht enttäuscht an.
»Wär halt schön gewesen, wir beide …«
Keine Frage, ich mochte Rikscha wirklich gern, aber im selben Job arbeiten und abends noch zusammen abhängen, das war mir too much. Und langsam kamen in mir Zweifel auf, ob er wirklich auf Frauen stünde.
»Rikscha, das ist wohl eher dein Ding. Ich arbeite definitiv lieber drinnen.«
Rikscha atmete tief durch, nahm wortlos sein Bier und trank es, ohne abzusetzen, leer. Ich wollte ihn wieder aufmuntern, also wechselte ich schnell das Thema: »Du, die Fahrenholz kann das Haus verkaufen!«
Rikscha stellte die Bierflasche zurück auf den Tisch, spielte weiter dem Beleidigten und meinte nur gelangweilt: »Und an wen?«
»Kann ich mir aussuchen«, antwortete ich flapsig.
Langsam kam seine alte Neugier zurück: »Wie aussuchen?«
»Tja, es gibt die Bauträgervariante und die soziale Variante!«
Rikscha rutschte ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her:
»Wie, was, soziale Variante?«
»50.000 weniger, kein Abriss, dafür eine Familie mit zwei kleinen Kindern!«
»Und was wirst du nun tun?«
Was ich tun werde? (...)


Rezension folgt...


Der Autor

Alfred Franz Dworak wurde  Mitte 1960 in der Nähe von Grafing, Bayern geboren.
Zunächst im Bereich der Erwachsenenbildung (Qualitätsmanagement) eines mittelständischen Unternehmens tätig, machte er sich 1991 im Lebensberatungs-Sektor selbstständig.  1992 und 1994 erschienen dazu je ein Sachbuch und eine Tonkassette beim Verlag Peter Erd, München. Durch PR-Arbeit, TV-, Hörfunkauftritte und Printbeiträge wurde er im Umgang mit den Medien vertraut. Von 1994 an entwickelte er Spielfilm- und Serienideen für den TV-Bereich. 1998 heiratete er und wurde Vater eines Sohnes. Er legte eine berufliche Auszeit ein und kümmerte sich bis Ende 2001 hauptsächlich um die  Erziehung seines Sohnes. Zwischenzeitlich schrieb Alfred Franz Dworak Buchrezensionen und Artikel über kulturelle Events für die Süddeutsche Zeitung. Seit 2003 widmet er sich wieder voll dem Schreiben von Biografien, Romanen, Sachbüchern, E-Books und Kurzgeschichten und der Entwicklung von Drehbüchern und Dialogbüchern (z. B. Dahoam is Dahoam, Marienhof). Alfred Franz Dworak ist außerdem Referent für einige Volkshochschulen im südbayerischen Raum und als Berater für Seelen Meridian Energie Techniken tätig.



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