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25. Dezember 2013

HAB SONNE IM HERZEN





Der Dichter des Jugendstils

Hab Sonne im Herzen,
ob's stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit …


Die ermunternden Zeilen »Hab Sonne im Herzen …« kennt vermutlich jeder. Sie werden häufig zitiert, tauchen in Briefen und Poesiealben auf und können nach der Melodie »Der Mai ist gekommen« beschwingt gesungen werden. Die Verse schenken spontan gute Laune.
Doch wer schuf die sonnige Botschaft, wer verfasste das damit beginnende Gedicht? – Das weiß heute kaum noch jemand. Dabei war der Urheber des Poems vor mehr als einem Jahrhundert ein Bestsellerautor. Im Laufe der Zeit vergaß ihn die literarisch interessierte Öffentlichkeit jedoch nahezu vollständig. Derzeit ist weder eine Biografie des Dichters noch eine Lebensskizze erhältlich. Die Ausbeute in Archiven ist spärlich, eine Spurensuche gestaltet sich schwierig.

Dieses Buch möchte das Dunkel ein klein wenig aufhellen.



Leseprobe

2 Gedichte von Flaischlen:

Mit fünfundzwanzig hält sich jeder für ein Genie

Mit fünfundzwanzig hält sich jeder für ein Genie
und hüb’ die Welt aus den Angeln, wüsst’ er nur wie!
Mit dreißig, vierzig dann wird’s stiller
und ruhiger am Horizont,
und schließlich gibt er zu, auch Schiller
und Goethe hätten was gekonnt.


Vom Notizblock

Etwas Geschick,
ein wenig Glück,
ein bisschen Tück,
gibt allezeit
ein Meisterstück.

Wer Glück hat, den kriegt
selbst mit dem Hut auf dem Kopf,
sein Glück, wenn es will,
auch durch den Hut noch beim Schopf.

Aufs Bücherschreiben sich zu legen,
ein danklos Ding, voll Ungemach!
Man glaubt, den Erdball zu bewegen
und ach, es kräht kein Hahn danach!

Erst verspottet und verlacht,
dann im Stillen nachgemacht,
und zuletzt als neu erdacht
mit viel Lärm zu Markt gebracht.

Lieber Wortklauber,
als Wortglauber.

Bedenkt auch, wenn ihr etwas kritisiert,
und dies und das dran auszusetzen wisst,
bedenkt, dass ein Urteil immer zugleich
ein Urteil auch über den Urteiler ist.
Was frommt Talent,
was frommt Genie,
bleibt es latent
und klärt sich’s nie?!

Nicht einem wohl genügt so ganz,
was ihm Geschick und Ungeschick brachte,
dass er, noch einmal auf der Welt,
es nicht von Grund aus anders machte.

Ein bisschen Ärger und Verdruss
gehört zum Leben.
Nur Zucker und Zibeben
wär auf die Dauer kein Genuss!

Was hilft alles Wollen, was alles Versprechen,
und wenn es das Herrlichste verheißt,
im Können liegt der Wert des Menschen,
die Tat allein ist’s, die beweist.

Nicht: wer nur redet
oder drum betet,
wer es macht,
hat die Macht.

Das Beste doch von allem Guten
ist dann und wann, fein still und brav,
und notabene ohne Träume:
in gutem Bett ein guter Schlaf.




Rezension folgt...


Der Autor

Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi verfügt über Kenntnisse und Erfahrungen aus 40 Berufsjahren als Autor, Verleger und publizistischer Berater. Der E-Book-Pate (so »Die Zeit«) ist auf Fragen des digitalen Publizierens sowie des Marketing in Social Communities spezialisiert.
Frieling betreibt mehrere Medien-, Kunst-, Literatur- und Musik-Blogs. 

Er leitet das Portal www.literaturzeitschrift.de
und wirkt als Produzent im Kulturbereich. Frieling veröffentlichte in deutschen und amerikanischen Magazinen, publizierte dutzende klassische Print-Bücher und E-Books.
Newsletter-Bestellung: frieling@aol.com


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