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22. Januar 2014

Henry Malewsky, Südlich des Glücks



Wer einen Engel liebt, ist unweit des Teufels: eine romantisch komische Geschichte über die Gratwanderung von Lust und Liebe.

Verliebt, verlobt, vermasselt. Das ist Henry – unverbesserlicher Frauenheld und einst erfolgreicher Schriftsteller. Seine Bibel ist „Was Frauen wollen“ und auf seinem Nachttisch liegt eine angerissene Packung Kondome.
Dass er verlobt ist, stört den moralisch ambivalenten Chaoten wenig bei der Ausübung seines frivolen Lebensstils. Doch als er eines Tages zufällig seine Jugendliebe wiedertrifft und die Schmetterlinge in seinem Bauch zu fliegen beginnen, ist das Chaos vorprogrammiert.
Wird Henry seiner schlüpfrigen Linie treu bleiben oder werden letztlich seine Gefühle siegen?


Leseprobe

Kapitel 1

Jugendfreunde (Auszug)

»Mir bleibt nicht lange Zeit«, dachte er und streichelte sanft die lockige Mähne seiner geliebten Jeanette. Er versuchte, innerlich dieses Gefühl zu akzeptieren, dass es unrecht sei, was beide taten. Ungeachtet dessen stieg Henrys Puls vor Erregung ins Unermessliche. »Liebste, du berührtest mein Herz. Viele andere auch, aber du ... Du hast es gestohlen und trägst es mit Stolz neben deinem eigenen.« Henry wäre eine Menge Ärger erspart geblieben, hätte er diesen Satz nicht einzig in seiner Fantasie gesagt.
Den Anflug von Ekstase schob er beiseite, obwohl er das ungern machte. Bald jedoch stünde seine Verlobte vor der Tür. Er musste die vormals abgezogene Bettwäsche aufspannen, die schwarzen Haare aufsammeln, die überall in der Wohnung herumlagen und versuchen, gegenüber Delila sexuelle Frische zu simulieren. Zeit, Bewegung in die Sache zu bringen, was sich schwieriger erwies als gedacht.
Jeanettes zierlicher Hintern sah einladend aus. Er wirkte wie eine Pforte in eine bessere Welt. Eine, in der Milch und Honig im Übermaß flossen und die Zeit stillgestanden wäre. »Ihr schnuckeliger Arsch wartet nur darauf, dass jemand kommt, anklopft und um Einlass bittet«, dachte er und näherte sich der Tür des nächsten Sakrilegs. Ihr Hintern symbolisierte ihr Aushängeschild schlechthin, und bildete eine Art Wahrzeichen ihrer Promiskuität. Henry hätte liebend gern hineingebissen wie in einen Apfel. Die süße, saftige Frucht der Sünde. »Lass es, Junge«, forderte er sich selbst auf, doch es nutzte nichts. Ihr Anblick verursachte ein Feuerwerk in seinen Lenden, welches ausschließlich sie zu löschen imstande war. Zurückhaltung schien hoffnungslos. Es handelte sich nicht nur um ihrer beider Lust, die sie befriedigen wollten. Sie spürten ein unbändiges Verlangen nacheinander. Ein Hunger, schier unstillbar. Feuer in ihren Augen, Brennen auf ihren Lippen. Die Welt um sie herum spielte keine Rolle, und so wuchs Henrys Angst, für diese Frau mehr zu empfinden als er durfte. »Verdammt«, flüsterte eine Stimme in ihm, »du darfst nicht an das L-Wort denken!« Er mochte diese unbeschwerte Liebelei, aber wollte nicht aus der Wanne der Gewohnheit steigen, in der er jahrelang mit seiner Verlobten badete. Er wagte, es zu verdrängen. Es krampfhaft zu unterdrücken: das »L-Wort«.
Henry streifte Jeanettes Haar beiseite. Im Moment, als er ihren Hals küsste, verbannte er kurze Zeit sämtliche nennenswerte Emotionen aus seinen Gedanken. Er versuchte, seine Konzentration ausschließlich auf ihrer beider körperlichen Belange zu richten, was ihm nicht sonderlich leicht fiel. Seine Gefühle der Göttlichen gegenüber glichen einer Horde wildgewordener Irrer, die mit aller Kraft probierte, die Tür zu seinem Herzen einzutreten. Er wusste nicht, wie lang sein Wille diese noch imstande war verschlossen zu halten. Vorerst blieb sie jedoch verriegelt. Bittersüß lächelnd signalisierte Jeanette, munter zu sein und das Streicheln bemerkt zu haben. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen, und Henry glaubte, sie wisse, dass in seiner Hose eine Party stattfindet, bei der sie der Ehrengast sei.
Seine Liebste erkannte unschwer, welchen Grad der Erregung er peinlich berührt vorantrug, als er sich behutsam auf ihren nackten Po setzte. Sanft versuchte er, mit dem Instrument seiner Lust einen Weg durch ihre knackigen Backen zu bahnen. Die zerbrechliche Gazelle griff nach hinten. In ihren Händen verwandelte sie besagtes Arbeitsgerät zu ihrem Spielzeug. Fort an wusste er, dass es keinen Grund gab, zaghaft zu bleiben oder es zu verstecken. Ihre Begierde schien der seiner ebenbürtig. Das Verlangen, ihre beiden anmutigen Körper zu vereinen. Die Gedanken daran, ihre Taten seien treulos, zerplatzten im Nu wie Seifenblasen. »Lass mich in dich«, hauchte er, fasste um sie und umschloss ihre Hüfte. Mit seinen Fingern glitt er ihren schweißnassen Hals hinunter, verharrte an ihren Brüsten. »Lass mich in dich, und wir zeugen Krieger.«

Ja, Henry wusste um ihre Begierden bescheid. Ihre Abgründe, die hinter ihren Gefühlen und ihrem Herzen verborgen lagen. »Du Göttliche«, flüsterte er, bevor sie einander ihrer Lust hingaben.
Behutsam zog er ihre Schultern nach oben. Er drehte Jeanette vorsichtig zur Seite, die bis zu diesem Moment auf ihrem Bauch ausharrte. Nun, rücklings liegend, ihre Beine spreizend, signalisierte diese in Missionarshaltung, dass es für beide ein unvergesslicher Morgen werden sollte. Trotz ihrer souveränen Ausstrahlung mitsamt ihrem strotzenden Selbstbewusstsein, wirkte sie zerbrechlich. »Dieses anziehende Ding«, dachte Henry, »Zart. Verletzlich. Nicht ihr Äußeres, sondern ihre Seele.« Ein Teil von ihm drang in ihren Körper ein, ein anderer intensiv in ihr Bewusstsein. Jeanette sah keinen Grund, zu widerstehen. Ihrem Liebsten vertraute sie. Ihrem Heiland. Die letzte Hoffnung in ihrem durch Schmerzen, Verluste und Ängste geprägtem Leben. Sämtliches setzte sie auf eine Karte, gab allen Gefühlen nach und entführte ihn in ihre Welt. Jene, deren graue Wände farbliche Erleuchtung herbeisehnten. Die Fassade einer unantastbaren Frau machte sie begehrenswert und verwundbar zugleich und verwandelte Henry in eine tickende Zeitbombe.

Kapitel 2

Wir sollten drüber schlafen (Auszug)

Henry war ein seelisches Wrack, am wackelnden Kneipentisch sitzend, an dem er regelmäßig mit Delila zu Abend aß. Dieses Mal bestellte er einen Burrito. Zu Beginn wurde ein doppelter Tequila serviert. Das Restaurant besaß einen abstrakten spanischen Namen, weshalb es allezeit hieß, man gehe zum »Mexikaner«. Neben der leuchtenden Inschrift über der Eingangstür, manche Buchstaben flackerten störend, prangte ein überdimensionaler Plastikkopf eines dicken Mannes samt Sombrero und Tequilaflasche. Lächelnd offenbarte er Zahnlücken, die ausdrückten, dass er beim Thema Mundhygiene nicht genau hinschaute. Sein Grinsen vermittelte den Eindruck, es ginge in Ordnung, ließe man sich volllaufen, um anschließend in der Toilette ausgiebig zu kotzen - was Henry regelmäßig tat. Wogegen er diesen feuchtfröhlichen Abend anders erlebte als zuvor. Er hörte eine seltsame, imaginäre Stimme, während seine Gabel in der Gemüsebeilage des Essens stocherte. Sie klang entfernt, fast metallisch. Je mehr Tequila seine Kehle hinunterfloss, desto deutlicher vernahm er das Hallen. Ob wegen des Alkohols seine Fantasie ihm einen Streich spielte? Tatsächlich war es ein durch seine verletzte Psyche erschaffenes Alter Ego, das aus den Tiefen seiner Seele kroch, um ihn dazuzubringen, eine Entscheidung zu treffen.

Ich bin Henrys entfachtes Gefühl der Ablehnung. Ich sage, diese Frau hat es nicht verdient, von der Geduld seines eingeschüchterten Herzens toleriert zu werden!

Hypnotisiert, in Trance, unterbewusst hoffend, nicht zu sabbern, lauschte er in lähmender Pose den Ausschweifungen in seinem Kopf. Diese Stimme, das Echo. Die Gefahr für seine Verlobung. Es bläute ihm militärisch hochtrabend ein, dass aus dem zarten Engel über Jahre eine biestige Cholerikerin heranwuchs, die eine Last für seine Glückseligkeit bedeute. Zu feige, das zuzugeben, geschweige, vom Pfad der Gewohnheit abzukommen, läutete dieses Flüstern dessen ungeachtet eine Kehrtwende ein. Dieser Hauch von Gewalt und Durchsetzungsvermögen, rasant aufkeimend, bereitwillig, auszubrechen.

Du bist nicht deine Romane. Nicht das Geld, das du damit verdienst. Nicht der klapprige Benz, den du fährst. Nicht eine Figur aus deinen Geschichten. Du bist nicht deine scheiß Blundstone. Nein. Du bist das lächerliche, beschwichtigende Grinsen, das deine überflüssige Liebe ihr gegenüber, zu rechtfertigen versucht. (...)


Rezension folgt...


Der Autor

Henry Malewsky, schrieb Kurzgeschichten bereits als Fünftklässler. Seinen ersten Roman konnte er dank heutiger Möglichkeiten im Jahr 2013 veröffentlichen. Parallel gründete er den Selfpublishing Verlag »GhostBooks«, unter dem er seine zukünftigen Werke präsentieren wird.

»GhostBooks« legt sich nicht auf ein bestimmtes Genre fest, sondern konzentriert sich vielmehr auf guten Inhalt und qualitativ hochwertige Arbeit, welche die Leser begeistern soll. An sich als Selfpublisher stellt Gründer Henry Malewsky selbstverständlich hohe Ansprüche, die in professionellen Veröffentlichungen münden sollen.

Er lebt und arbeitet in der Messestadt Leipzig, von wo aus er mit dem Label »GhostBooks« dem Selfpublishing einen besonderen Stempel aufdrücken möchte.

http://www.ghostbooks.de/p/sudlich-des-glucks-buchreihe.html


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