Salon

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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

27. März 2014

Jacqueline Flory, Die Jagd des Jägers



Jede Frau hat das Recht zu töten, was sie zerstört.
Es gibt ihn, diesen einen Tag, auf den alle anderen Tage nur Vorbereitung waren, den grenzenlosen Moment, in dem alles möglich ist, man alles kann, alle Kräfte dieses zerbrechlichen Lebens in sich vereint um das zu tun, was getan werden muss. An diesem Tag wird alles zu einem Atemzug, die Hand hebt sich zu dem einen Kraftakt, für den man auf der Welt ist. Die Reise ist zu Ende, man ist da, da, wo immer das auch ist, erkennt die Sekunde echten Lebens, erlebt sie - und dann ist es vorbei.
Alice und Georgia, zwei junge Frauen auf ihrem Weg nach Las Vegas. Ein Schuss beendet ihre Reise in der Wüste, kurz vor ihrem Ziel. Doch in der Stadt der Sünde ist selten etwas so, wie es scheint.
9 Personen. 9 Perspektiven.
Und jemand muss für diesen Mord bezahlen.


Rezension

Verschlungen
habe ich dieses Buch, miteinander verschlungen sind die Schicksale der, aus 9 Perspektiven erzählten, Charaktere.
Es ist Alltag, was den wunderbar gezeichneten Protagonisten widerfährt in Las Vegas, der Glitzertand-Stadt in der Wüste. Und Wüste ist die Ehe eines Bilderbuchpaares; sie sind schön und perfekt, man möchte sie beneiden, sein wie sie, wenn nicht ...
... Alaska, ein Wunderwesen, unperfekt, chaotisch und von animalischem Eros alle Träume der Menschen um sie stört und zerstört.

Eine junge Frau sucht den Vergewaltiger
und Mörder ihrer Freundin, während einer Reise durch Las Vegas. Wie ein Bullterrier verbeißt sie sich in die Suche, wird niemals aufgeben, obwohl es so aussieht, als würde sie ihn nie finden können in dieser Stadt des Scheins.
  
Dazwischen ein rauer Kerl,
besitzergreifend, gewalttätig und moralfrei: Hunter.
Wüsste ich nicht, dass dieser Roman von der Jungautorin Jaqueline Flory geschrieben ist, hätte ich auf zwei der ganz großen amerikanischen Schriftstellerinnen getippt: Joyce Carol Oates oder Siri Hustvedt.

Dies ist aber der 2. Roman von Jaqueline Flory,
die zum Teil in USA lebt. Und das liest man in der Erzählart. Rasant geht es los, im Wechsel mit quälend langsamen Passagen, genau dort, wo man es fast nicht mehr aushält. Das Leben. Den Schmerz. Die Ohnmacht. Und seltener die Momente von Glück. Packend, tragisch in einer scheinbaren Idylle! 
Und hervorragend erzählt, wie auch ihr Debütroman: Das Tier ohne Rücken.


Absolute Empfehlung!

Elsa Rieger 



Die Autorin
Ich wurde 1976 geboren und bin seit Jahren als Übersetzerin für allgemeinsprachliche, politische und wirtschaftliche Texte tätig. Durch meine Liebe zur Sprache und zum geschriebenen Wort an sich bin ich schon sehr früh auch zum Schreiben gekommen. Ich pendle mit meiner Familie zwischen New York und München.

Jacqueline Flory, Die Jagd des Jägers
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