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Rezensionen

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21. April 2014

Dennis Will, Depressiv leben



Der Autor Dennis Will ist selbst an einer Depression erkrankt. Er weiß, wie schwierig es für Außenstehende und Angehörige ist, die Krankheit Depression zu verstehen und nachvollziehen zu können. Aus diesem Grund schreibt er in seinem E-Book über sein nicht immer einfaches und sehr bewegendes Leben mit seiner Depression. Er erzählt über seine Kindheit, in der die Krankheit Depression bei ihm bereits präsent war, setzt sich kritisch und hinterfragend mit seiner Vergangenheit auseinander und gibt mit Hilfe von nachdenklichen Texten und Gedichten Einblicke in die Gedankenwelt eines depressiven Menschen.


Rezension

Was für ein gut aussehender junge Mann,
war mein erster Eindruck, als ich das Cover sah. Einer, der aussieht, als wäre ihm das Glück in die Wiege gelegt worden. Jemand wie er kann doch nur erfolgreich sein, jede Menge Sympathie bekommen und Spaß im Leben haben.

Wie doch der erste Eindruck täuschen kann!
Dennis Will leidet seit seiner Kindheit an schwerer Depression. Und er schreibt ausführlich und sauehrlich darüber in diesem Buch. Es dürfte sich um eine reaktive Depression, gepaart mit einer endogenen handeln. Reaktiv aufgrund etlicher Schicksalsschläge, endogen, weil ihm die Krankheit, statt es oben gedachten Glücks, in die Wiege gelegt wurde.

Einige meiner guten Freundinnen und Freunde leiden
ebenfalls an dieser teuflischen Erkrankung, die man nicht sehen kann, die deswegen von vielen Mitmenschen als Jammerei oder Hypochondrie nicht ernstgenommen wird. Das verstärkt das Leid der Betroffenen. Wie sollen sie auch erklären können, dass ihnen die Welt grau oder schwarz erscheint, dass sie wirklich oft nicht in der Lage sind, morgens aufzustehen, sich zu waschen und sich dem Tag zu stellen? Das ist Schwerarbeit!

Überaus eindrucksvoll schreibt der Autor
hier über seine persönliche Situation, wie er lernen muss, damit umzugehen, nachdem er sich lange geweigert hatte, die Krankheit anzuerkennen. Schließlich lernt er, dass jeder Kampf dagegen aussichtslos ist, dass er sich mit ihr arrangieren muss, um überleben zu können. Das Buch ist behutsam geschrieben, mutig und mutmachend für andere Betroffene, dazwischen poetische Momente, in denen Dennis Will seinen Gefühlen Raum gibt.

Das Buch ist gut geschrieben, die Formulierungen klar und ehrlich, ich kann es wärmstens empfehlen.

Elsa Rieger        




Leseprobe hier im SALON



Der Autor Dennis Will auf seinem Blog:


Dennis Will, Depressiv leben

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