Salon

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Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

27. Juni 2014

Frederic Brake, Hölle, LTD



Die schnelle Lektüre für Dämonen-Kenner
Dämonen sind auch nur Arbeitnehmer. Und wie alle anderen auch, sind sie gelegentlich von ihrem Arbeitsalltag, ihren Kollegen oder ihren Vorgesetzten gefrustet. Der Dämon D´Shor B´On Shai, dessen Name für die Menschen eher wie George Bonsai klingt, macht da keine Ausnahme ...
4 Geschichten aus dem bewegten Unleben des Höllendieners.

Bonus: Die allererste Boregarde-Story.
»Hölle, LTD« ist die einzige Sammlung, die alle Geschichten über D´Shor B´Onshai enthält sowie die allererste Boregarde-Story, dem Helden aus dem Schattenzeit-Zyklus. Zusätzlich und als Leseprobe für »Dunkelste Stunden« enthält das Buch die Kurzgeschichte »Bernard«

Rezension

Ich hasse sogenannten Humor,
bei dem Grimassen geschnitten werden, in dem Erzähler selbst am meisten über ihre Witze lachen, das ist nicht komisch!
Wahre Komik wird durch Ernsthaftigkeit erzeugt. Wenn die Beteiligten todernst in wahnsinnig komische Situationen gelangen, die sie selbst überhaupt nicht lustig finden.

Genau das versteht Frederic Brake meisterhaft.
Ich habe mich schiefgelacht über die Unbillen des Dämons, dessen Namen kein Sterblicher richtig ausspricht (sie sagen George Bonsai!), was den Grant des Geplagten massiv erhöht. Denn er ist sehr sehr sauer, über die neuen Weisungen der Firma Hölle. Satans Geschäft muss nämlich moderner werden, der heutigen Zeit angepasst. Und der arme Dämon hat sich an neue Richtlinien zu halten während seines Jobs als Seelenfänger. Und nicht nur ein neues Verhalten ist es, was D´Shor B´On Shai erlernen muss, oh nein, er muss in adaptierte Form die Erdlinge besuchen!
Das müssen Sie einfach lesen, ich verrate es nicht an dieser Stelle.

Leider, leider viel zuwenig davon.
So schade, dass Frederic Brake und nur einen kleinen Einblick in seinen köstlichen Erzählstil gibt. Das Buch ist viel zu kurz!
Lieber Herr Brake, mehr davon, bitte! So was Vergnügliches, Schwarzhumoriges habe ich selten gelesen, daher große Empfehlung!


Elsa Rieger

 




Der Autor
Frederic Brake, geb. 1970, ist Autor und Lektor. Er schreibt für die Reihen „Armageddon – die Suche nach Eden“ und „Schattenzeit“. Außerdem ist er im Hörspielbereich aktiv und hat u.a. für die Lady Bedfort-Reihe ein Hörspielskript beigesteuert.  Seit er 2009 beim William-Voltz-Award den 3. Platz belegen konnte, veröffentlicht er regelmäßig in Anthologien diverser Verlage.

http://hinterhofderfantasie.wordpress.com/

https://www.facebook.com/brakefrederic


Frederic Brake, Hölle, LTD

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16. Juni 2014

Enya K. und Victoria S., Das Murmelglas





Für jeden schönen Tag eine bunte Murmel in das Glas legen, um die Erinnerungen daran aufzubewahren – das ist das Vorhaben der kleinen Lala, einem Mädchen voller Fantasie und Wissensdurst.

Doch mit der Rückkehr des Stiefvaters aus dem Kosovo verändert sich alles.

Vorbei sind die Momente voller Liebe und Lachen.
Stattdessen bestimmen Angst und Schmerz Lalas Leben.
Wird sie es trotzdem schaffen, ihr Murmelglas zu füllen?


Rezension

Tausende Kinder werden jährlich allein in Deutschland missbraucht.
Die Dunkelziffer ist enorm, denn die meisten dieser Verbrechen an Leib und Seele gelangen nicht ans Tageslicht. Übrig bleiben Menschen, die für ihr Leben gezeichnet sind und selten eine Chance auf Glück haben. Wahrscheinlich gab es immer schon Pädophilie, wahrscheinlich gab es immer schon zerbrochene Kinderseelen. Meist wurde den Opfern keine Beachtung, kein Glauben geschenkt. Das wenigstens hat sich halbwegs geändert im Laufe der Zeit.

Nicht aber für die kleine Lala.
Sie gehört zu jenen Kindern, denen nicht einmal die eigene Mutter glaubt, was sie erzählt. Oder will es nicht glauben, denn schließlich liebt sie den Kosovo-Veteranen, Lalas Stiefvater, abgöttisch. Oder liebte ihn, ehe er schwer traumatisiert aus dem Krieg zurückkehrte und zu saufen anfing. Aber sie hält dennoch fest an der Erinnerung der einstigen Liebe. Es ist erschütternd, wie schrecklich allein das kleine Mädchen mit ihrem Entsetzen, ihren Ängsten bleibt.

Ganz vorzüglich geschriebener Roman
von den beiden Autorinnen. Stilsicher, bildhaft ist die Erzählsprache, man kann sich der Tragik nicht entziehen, möchte das Kind an der Hand nehmen und aus dem Sumpf herausziehen, der Familie das Jugendamt schicken, Lala retten. Ich möchte nicht mehr über den Inhalt erzählen, denn wie es ausgeht, müssen Sie selbst lesen.

Was ich mich jedoch frage ist,
wieso der ehemalige Soldat erst durch sein Trauma die pädophile Neigung entdeckt? Oder war er es schon immer? Das habe ich nicht herausfinden können. Daher vermute ich, es handelt sich nicht um eine angelegte Neigung, sondern um pure, grausame Machtausübung aus totaler Frustration in diesem Fall. Ähnlich wie bei dem aktuellen Thema der Vergewaltigungen in Indien; es kann nicht um Lustgewinn gehen, es geht um Macht und Erniedrigung von Mädchen und Frauen.

Unter diesem Aspekt
kann ich mit dieser Frage oben leben. Also nein, ich kann auch damit nicht leben, denn die Grausamkeit in unserer Welt greift um sich. Wie dem beizukommen ist? Wohl gar nicht. Nur im kleinen Rahmen sollen und müssen wir hellhörig sein, achtsam beobachten, was mit unseren Kindern los ist, kleine Signale wahrnehmen und nicht aus Bequemlichkeit wegschauen.

Dieser Roman drückt dies aus.
Murmelglas ist zudem ein gelungener Titel für eine wunderbare Idee, die Lala durch das Leid begleitet.

Empfehlung!

Elsa Rieger 


Die Autorinnen

Enya K. 
fing bereits als Kind an zu schreiben: kleine Geschichten, später auch Gedichte.
Aus einem Hobby wurde eine Passion.
Es folgten Kurzgeschichten und Biographisches.
Ihr bevorzugtes Genre ist jedoch die Lyrik.
In ihren Geschichten fühlt sich der Leser wie ein Geist, der durch die Seiten schwebt
und die Protagonisten auf Schritt und Tritt begleitet,
sich mit ihnen freut oder mit ihnen leidet.
Wenn sie schreibt, dann spricht die Seele, ihre, die des Lesers.
Enya K ist in Norddeutschland geboren und wohnt mit ihrer Familie in Hessen.
 
Victoria S. 
schreibt aus dem Leben – ungeschönt, mit allen Höhen und Tiefen,
aber immer fesselnd.
Bereits ihr Buch „Mein wundervolles Pariser Mädchen: Kurz(e) Geschichten“ zieht
den Leser in verschiedene Welten, erzählt unterschiedliche Schicksale
und „schubst“ ihn dann in die Realität zurück, nachdenklich,
voller unterschiedlicher Emotionen.

Enya K. und Victoria S., Das Murmelglas

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4. Juni 2014

Eduard-Florian Reisigl, Blut der Pharaonen, Band 1



Peter Varga, Hobby - Ägyptologe, stößt sich bei Recherchen für einen Kunden im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf an einem Emblem. Das Symbol, das er alsbald als ‚geheimes Symbol der Rosenkreuzer‘ identifiziert, zieht ihn in seinen Bann. Die ersten Hinweise darüber führen nach Ägypten, in die Zeit von Alexander dem Großen und der sagenumwobenen Gestalt des Hermes Trismegistos.
Plötzlich wird sein Leben auf den Kopf gestellt, er findet er sich in einer Schießerei wieder, sein Haus wird beschattet, sein Arbeitszimmer durchwühlt.
Verfolgt von Europol und einem Geheimbund, der ihm nach dem Leben trachtet, verlässt er Frankreich, seine Wahlheimat.

Ein spannender Roman, voller überraschender Wendungen und fesselnder Abenteuer. Hier finden sich Historie und Gegenwart vereint!


Leseprobe:

Prolog

Achet Aton, 1351 BC
Der junge Pharao Amenophis IV saß mit seinem Lehrer im Haus des Lebens und lauschte gespannt den Erzählungen des Wanderpriesters, der soeben aus dem fernen reich der Phönizier zurückgekehrt war.
»Ich sah es nicht, oh Herr, nein. Es war mir nicht vergönnt, das große Geheimnis mit meinen eigenen Augen zu erblicken. Doch hörte ich davon, als die dortigen Herren des Tempels mich einluden, mit ihnen das Brot zu teilen.«
»Das Brot zu teilen? Gab es den kein Fleisch, Gemüse oder frische Früchte?«, unterbrach der Pharao die Erzählungen.
»Nein - es wurde Brot gereicht, trockenes Brot und saurer Irep. In dieser Zeremonie, die sie zu ehren ihren einzigen, allmächtigen Gottes …«
»Ein Gott? Welche lästerlichen Worte!«, mischte sich der Lehrer ein. »Edler Pharao, es bringt Unheil über unser Land, wenn ihr diesem gefallenen Priester weiter das Wort erlaubt.«
Missmutig bedeutete Amenophis IV seinem Lehrer, zu schweigen. »Fahrt fort, Weitgereister.«
»Sie erklärten mir, dass auf dieser Tafel das Wissen der Welt geschrieben steht. Eine Stele, aus grünem Stein gehauen und so groß, wie der kleinste der Berge auf dem Achet Chufu. Von dem einen Gott beschrieben, um den Menschen die Weisheit eines vergangenen Volkes zu übermitteln.«
Amenophis IV schaute in die Runde der anwesenden Priester. Dort saßen sie, die Heiler, die dem Gott Sachmet huldigten, die Balsamierer, Rechtsprecher, Schreiber - die schlimmsten von allen, ihren Ibis-köpfigen Thot verehrend und über allem thronend das widderköpfige Antlitz des Re, der täglich wiedergeborene Sonnengott. Leise sprach er: »Der eine, ob nun Re, Ra oder Aton genannt, soll unser einziger Gott sein, so steht es geschrieben in Stein! Hier, in dieser Einöde soll ihm zu Ehren eine Stätte des Lebens erblühen und auf immer daran erinnern. Du sollst keinen Gott neben mir huldigen!«
»Mein Pharao Amenophis IV, wie kannst du es wagen?«, unterbrach der oberste der anwesenden Priester den jungen Pharao, der erhaben aufstand und mit gebieterischer Stimme sprach: »Ich errichte Achet Aton für Aton, meinen Vater, an diesem Platz. Ich überschreite die südliche Stele von Achet Aton nicht nach Süden, ich werde die nördliche Stele von Achet Aton nicht nach Norden überschreiten, um dort Achet Aton zu erbauen. Auch errichte ich es ihm nicht auf der Westseite von Achet Aton, sondern ich baue Achet Aton auf der Seite des Sonnenaufgangs, an einer Stelle, die er sich selbst bereitet hat und die für ihn durch ein Gebirge umrahmt ist. Man baue mir ein Grab im Berg von Achet Aton, wo die Sonne aufgeht, in welchem meine Bestattung erfolgen soll nach Millionen von Regierungsjubiläen. Man bestatte darin nach Millionen von Jahren die Große Königliche Gemahlin Nofretete und man bestatte darin nach Millionen von Jahren die königliche Tochter Meritaton.«


Der Autor
Eduard-Florian Reisigl, geb. 1970 in einem idyllischen Bergdorf in Tirol, lebt im Elsass und ist schon in jungen Jahren als begabter Geschichtenerzähler aufgefallen. Er ist nebenberuflicher Schriftsteller, der sich sein Hobby zur Passion machte, in denen er sein, ihm in die Wiege gelegtes Interesse an Sagen und Legenden mit in seinen Romanen einfließen lässt.

Homepage: www.reisigl.net

Veröffentlichungen:
Eine bunte Mischung Geschichten für Kinder 2 (Autorengruppe WortWerk)


Blut der Pharaonen - Band 1 (Chichili / Satzweiss)

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