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Rezensionen

Vorläufig aus Zeitgründen geschlossen.

5. Oktober 2014

Madame Missou, Im schönsten Moment





Die wichtigsten Momente des Lebens kündigen sich nicht an. Sie sind plötzlich da und hoffen darauf, erkannt zu werden. 

Diese Erfahrung machen Lilli und August, als sie einander in einer unmöglichen Situation begegnen und erst zu spät begreifen, wie bedeutend diese Begegnung war. 
Wird das Schicksal ihnen eine zweite Chance gewähren...?







Leseprobe:

(...)
Ein komisches Geräusch, ein Ruck. Der Aufzug stoppte. Irgendwo zwischen dem dritten und dem zweiten Stock.
Nein!
Nein, nein, nein, verdammte Scheiße! Nicht so was, nicht mitten in der Nacht.
Der Kerl, der mit ihr im Aufzug stand, seufzte gelangweilt und drückte den Notruftaster. Das stand da wirklich: Notruftaster. Warum nicht Notruftaste? Beherrschten die Leute alle kein Deutsch?
Er drückte also den Notruftaster, lehnte dann den Kopf wartend gegen den großen Spiegel und starrte in die Luft. Warum waren in diesen dämlichen Aufzügen eigentlich immer Spiegel? Was sollte das?
Aus dem Lautsprecher an der Wand kam ein Freizeichen wie bei einem Telefon. Gleich würde sich eine freundliche oder möglicherweise auch müde Stimme melden, und sie konnten durchgeben, dass sie im Aufzug feststeckten. Dann würde spätestens in dreißig Minuten jemand vom Servicepersonal da sein und sie befreien. So jedenfalls hatte sie das mal irgendwo gelesen. Dreißig Minuten mit dem Typen, der sie wie Luft behandelte, auf höchstens zwei Quadratmetern. Traumhaft…


...später im Aufzug...

… „Kennen Sie ‚Das Schweigen der Lämmer‘? Den Film?“
Er verzog fragend und genervt das Gesicht, doch er ließ sich jetzt ebenfalls zu Boden gleiten.
„Wieso?“
„Da gibt es diese Abmachung zwischen Jodie Foster und Hannibal Lecter…“
„Das eine ist eine Schauspielerin, das andere eine Filmfigur“, belehrte er sie.
„Ja, ich weiß. Ich werfe das oft durcheinander, weil ich mich nur an eins davon erinnern kann. Ich weiß nicht mehr, wie Jodie Foster im Film hieß.“
„Clarice Starling“, sagte er.
„Sie kennen den Film also?“
„Kennt den jemand nicht?“
„Ja, meine Freundin Maja, zum Beispiel …“
„Das war eine rhetorische Frage.“ Er verdrehte die Augen.
Arsch, dachte sie, doch sie ignorierte es.
„Können Sie jetzt zum Punkt kommen? Sie wollten mir doch gerade etwas erklären?“
„Quidproquo!“, sagte sie herausfordernd.
„Was?“
„Das haben die beiden gespielt.“
„Gespielt?“, höhnte er.
„Ist doch scheißegal, wie Sie es nennen“, pflaumte sie ihn an. „Sie hat ihm etwas Persönliches von sich erzählt, dafür hat sie von ihm Informationen erhalten.“
„Und?“
„Sagen Sie mir, ob Sie Kinder haben, dann erzähle ich Ihnen was von mir.“
„Wie kommen Sie darauf, dass ich von Ihnen irgendetwas wissen will?“
„Waren Sie schon immer so ein Arsch, oder hat Sie Ihre beschissene Ehe mit Mrs Sorglos erst dazu gemacht?“
Wow! So eine war sie also. Er hatte sie verletzt und sie schoss sofort zurück, scharf und zielsicher. Das war irgendwie beeindruckend (...)



Die Autorin

Madame Missou wurde 1960 in Bamako (Mali) als Tochter des französischen Botschafters und einer argentinischen Botanikerin geboren. Sie studierte Kultur und Kunstgeschichte an der Université Paris-Sorbonne, bevor es sie im Alter von 25 Jahren in die neue Welt zog. In New York eröffnete sie die Galerie "Madame Missou`s Best World Arts" und spielte in diversen Musicals Haupt- und Nebenrollen. Anfang der 90er Jahre verkaufte sie ihre Galerie und verlagerte ihren Lebensmittelpunkt nach Europa. Zunächst lebte sie für einige Jahre in Lissabon, Kopenhagen, Moskau und London bis sie sich 1999 entschied dauerhaft nach Berlin zu ziehen. Hier lebt sie mit Ihrer Familie seit nunmehr fast 15 Jahren glücklich in Ruhe und führt ein erfolgreiches Leben als Schriftstellerin, Lebenstrainerin, Beraterin und Künstlerin.

Wenn Sie mehr über Madame Missou erfahren möchten, informieren Sie sich doch z.B. auch auf der Website http://www.madamemissou.de/
oder auf Facebook: www.facebook.com/MadameMissou


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