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Rezensionen

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14. Juli 2015

Eddy Zack, Ebola



Der Kongo - das schwarze Herz Afrikas.
Drei Menschen treffen in einem Urwaldkrankenhaus aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein können.
Lars Petersen will illegal geschürfte Diamanten kaufen. Dr. Eduard Dupré kam vor vielen Jahren als Missionar und Arzt an den Kongo. Jetzt ist er nur noch Arzt, seinen Glauben hat er längst verloren. Und da ist seine viel zu junge Frau Zola, trotz ihres afrikanischen Vornamens gebürtige Belgierin.
Das Krankenhaus liegt am Ebola, ein Seitenfluss des Kongo, der vor vielen Jahren der Ebola-Seuche den Namen gab. Eduard Dupré hat nicht nur mit Tropenkrankheiten zu kämpfen, sondern mit ausbleibenden Lieferungen der Hilfsorganisationen, gepanschten und längst verfallenen Medikamenten. Zur bitteren Erkenntnis, vielen Patienten nicht helfen zu können, kommen noch marodierende Regierungstruppen, Rebellen und Sklavenjägern aus dem Sudan.
Da bricht erneut die Ebola-Seuche aus.


Rezension

Ebola? Oh Himmel!
Allein der Titel flößte mir Angst ein, habe ich doch vor Kurzem Opfer dieser perfiden Krankheit in einer Zeitschrift betrachten können. Ich näherte mich also zögerlich dem Buch an.

Gnadenlos
und offensichtlich mit profundem Wissen, was in der Wiege der Menschheit, dem wunderschönen Afrika heutzutage so vorgeht: Ein großartiger Kontinent, vielfältig, reich an Naturschätzen, Schönheit, Menschen, die faszinierend sind, Fauna und Flora, gern im TV gesehen: Systematisch ruiniert. Zuerst von außen, dann innerhalb. Einer schlachtet den anderen ab, der Bodenschätze wegen. HIV und Ebola kommen dazu. Es ist tragisch, anders lässt sich das nicht sagen.

Und der Autor weiß darum, beschreibt äußerst spannend die Geschehen
um den illegalen Handel mit Rohdiamanten, von Rebellen, den Seuchen, wie es zugeht in einem Buschlazarett, die Hilflosigkeit der Medizin, der Helfer. Die Hauptfigur, Lars, ist kein Held, aber er lernt zu begreifen. Der Arzt Eduard Dupre, die schwarzen Schwestern sind viel mehr Helden, auch wenn ihr Kampf hoffnungslos ist. Eduard ist für mich der wahre Held, auch wenn er scheitert.

Insgesamt stark geschrieben, das Buch hat mich nicht losgelassen, Respekt, Herr Detlev Crusius aka Eddy Zack! Große Empfehlung!

Elsa Rieger


Der Autor




Detlev Crusius, alias Eddy Zack, muss sich für seine Romane nur wenig ausdenken. Er hat viele Jahre im Nahen Osten, in Libyen und in Russland gearbeitet. Als Matrose der Handelsmarine bereiste er als gerade mal 16-jähriger die Küsten Afrikas bis hinunter zum Kap der Guten Hoffnung, das Innere des Kontinentes im Jeep, auf dem Kamel und zu Fuß. In Mittelamerika blieb er hängen und lebte dort einige Zeit. Er kennt die Tricks der Waffenhändler, der Treuhänder in Zürich und die der Banken, denn er gehörte einmal dazu. Die Methoden der Schlapphüte des KGB und ihrer westlichen Gegenspieler hat er schmerzhaft am eigenen Leib erfahren.
Er sagt - ich schreibe aus meinem Kopf ab. Und wenn das nicht reicht, nehme ich die Köpfe meiner Freunde hinzu.
Geboren 1942 in Landsberg/Warthe (heute Gorzów Wielkopolski in Polen), aufgewachsen in Güstrow, Krefeld und auf vielen Stationen dazwischen. Detlev Crusius hat gelebt und gearbeitet in Krefeld, Köln, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Dresden, Rom, London, Moskau, Riad, Jeddah, Tripolis, Damaskus und Zürich.
Zu seiner Biografie gehören auch vier Jahre Gefängnis wegen Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das UN-Embargo gegen Libyen. Schon deshalb sind viele seiner Bücher im Wortsinn keine Romane, sondern eher Insider-Berichte.
Er ist mit einer Russin verheiratet und lebt in Spanien.


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