Salon

Salon

Rezensionen

Gerne stelle ich Ihr Buch vor.

31. Januar 2015

Emma Wagner, Das Handy in der Hummersuppe



Was tut man, wenn der Freund auch nach sechs gemeinsamen Jahren nicht mit dem heiß ersehnten Heiratsantrag rausrückt?
Man ertränkt seine iPhone in Hummercremesuppe – das ist zumindest die Vorgehensweise von Amelie.
Da ihr Freund auch ihr Chef ist, hat das leider zur Folge, dass sie dringend einen neuen Job benötigt. Und der hat es in sich! Die Marotten der Kollegen erscheinen alles andere als liebenswert, die beiden Chefs sind sich nie einig und das Firmenmaskottchen, Dogge Tristan, kotzt den wichtigsten Kunden vor die Füße.
Doch auch daheim hat Amelie keine Ruhe, sondern muss sich nicht nur mit skurrilen Nachbarn sondern auch dem Kampf-Kater ihrer besten Freundin herumschlagen.
Zum Glück arbeitet in der neuen Firma auch Noah, ein echter Lichtblick, denn er ist fröhlich, humorvoll und gutaussehend. Nur sein merkwürdiges Verhalten gibt Amelie zu denken. Schnell ist klar: Noah verbirgt etwas.


Leseprobe:

Kapitel I
 „Der erfolgreiche Karrierist trifft keine voreiligen Entscheidungen. Jede seiner Handlungen ist wohldurchdacht!“

aus: „Der kleine Karriereratgeber“ von Lisa Bauer

Ich drehe mich auf die andere Seite und lausche schlaftrunken. Was ist das für ein Geräusch, das mich geweckt hat? Da – schon wieder! Ein Art Brummen. Bären? Nee, nicht in Heidelberg und – wenn ich so darüber nachdenke – erst recht nicht in meinem Schlafzimmer.
Mühsam öffne ich die Augen, doch kaum habe ich es geschafft, schießt mir wie der Sandstrahl beim Zahnarzt der Schmerz mitten ins Gehirn. Mit einem Aufstöhnen kneife ich die Augen wieder zusammen. Zumindest weiß ich jetzt, dass das Brummen, oder besser gesagt Schnurren, von der auf meinen Füßen liegenden Katze stammt.
Seit wann habe ich denn eine Katze?
Da taucht dunkel ein anderer Gedanke aus meinem Unterbewusstsein auf: Irgendetwas stimmt nicht mit dem Zimmer, das ich gerade eben im Zwielicht kurz gesehen habe.
Erneut öffne ich die Augen, allerdings diesmal sehr langsam, und taste verstört im Halbdunkel um mich. Eine koordinative Aufgabe, die mich in meinem momentanen Zustand etwas überfordert, zumal jemand über Nacht die Möbel umgestellt zu haben scheint, denn mein Nachtschränkchen samt Lampe ist verschwunden. Die Rollläden vor dem Fenster sind bis auf einen Spalt heruntergelassen und im diffusen Licht, das durch die zugezogenen dunklen Übergardinen ins Zimmer dringt, mache ich einen alten, dunklen Kleiderschrank aus. Und ich liege in einem Bett.
Moment mal! Das ist zwar ein Schlafzimmer – aber nicht mein Schlafzimmer!
Plötzlich bewegt sich neben mir jemand, ich schrecke zusammen und rutsche einen halben Meter zur Seite.
Habe ich mich gestern Abend etwa abschleppen lassen? Oh mein Gott! Was wird Tobias dazu sagen?
Vage erinnere ich mich an diverse bunte Getränke, die zum Großteil aus Alkohol bestanden. Das würde zumindest meine Kopfschmerzen erklären.
Ich fasse mit beiden Händen nach dieser dröhnenden Trommel auf meinen Schultern und stelle erstaunt fest, dass ich noch meine Bluse trage. Ein hastiger Blick unter die Bettdecke offenbart, dass das gleiche für meine Jeans gilt.
Gott sei Dank! Also hatte ich zumindest keinen Sex – mit wem auch immer.
Misstrauisch schiele ich nach dem Deckenberg auf der anderen Bettseite, der sich nun zu rühren scheint. Ein Gesicht taucht auf, umrahmt von dunklen Locken.
Lisa! Ich bin bei meiner besten Freundin!
Erleichterung durchströmt mich, dann stutze ich. Warum bin ich bei meiner besten Freundin?
Plötzlich habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu laufen. Nein! Das muss die Erinnerung von jemand anderem sein. So etwas würde ich niemals tun! Ich bin doch nicht verrückt. Oder doch? Das ist es! Es war nur ein Traum oder vielmehr: ein Albtraum!
Lisa neben mir streckt sich und gähnt: „Guten Morgen, Amelie. Na? Wie fühlst du dich als frisch gebackener Single? Ich jedenfalls komme mir vor wie neugeboren.“
Mit einem Aufschrei springe ich aus dem Bett und sehe mich hektisch um.
„Was ist? Was suchst du?“
„Mein Handy. Wo ist mein Handy? Wo ist meine Tasche? Ich brauche mein Handy!“
„Wieso, was ist los?“ Alarmiert richtet sich Lisa im Bett auf.
„Ich muss Tobias anrufen. Mich entschuldigen. Ihm erklären, dass ich nur betrunken war.“
Lisa sieht schlagartig hellwach aus und hebt warnend den Finger: „Oh nein! Das wirst du schön bleiben lassen!“
Ich ignoriere sie und renne panisch im Halbdunkel herum, ohne jedoch meine Tasche zu finden. Schließlich stoße ich mir den Zeh am Stuhlbein, stolpere über einen herumliegenden Schuh und knalle gegen den Kleiderschrank.
Verdammt!
Die Kopfschmerzen kehren mit doppelter Wucht zurück, sodass mein schmerzender Zeh plötzlich sehr nebensächlich wird. Stöhnend rutsche ich am Kleiderschrank entlang zu Boden, umschlinge mit den Armen meine Knie und hoffe sehnlichst, dass sich das Zimmer bald zu drehen aufhört.
„Na? Bist du jetzt zufrieden?“
Ich würdige sie keiner Antwort.
„Was ist denn nur plötzlich in dich gefahren?“
„Nur für den Fall, dass ich unter erinnerungstechnischen Halluzinationen leide: Habe ich gestern einen Zettel geschrieben?“
„Ja“, bestätigt Lisa fröhlich.
„Auf dem so etwas stand wie: Es reicht! Es ist Schluss! Ich verlasse dich!?“
„Ganz genau! Die Wortwahl fand ich klasse!“
„Und habe ich diesen Zettel tatsächlich auf den Couchtisch in Tobiasʼ Wohnung gelegt?
„Nicht zu vergessen, dass du noch seinen Lieblingsferrari aus seiner Modellauto-Sammlung mit weißer Tünche übergossen und neben den Zettel gelegt hast.“
Nicht gut.
„Und den ganzen Wein aus seinem Weinkeller in die Toilette geschüttet hast.“
Gar nicht gut.
„Und sein neues iPhone in die Schüssel mit der Hummercremesuppe geworfen hast.“
Ich schieße hoch. Scheiß auf mein Handy! Ich brauche meine Autoschlüssel! Wenn ich Glück habe, hat er es vielleicht noch gar nicht bemerkt, und wenn ich schnell bin, kann ich vielleicht das Schlimmste abzuwenden. Für die Sache mit dem Wein und dem kaputten Ferrari wird sich schon eine Erklärung finden!
Doch Lisa scheint meine Absichten zu ahnen, springt nun ebenfalls auf, hechtet zur Tür und stellt sich mit ausgebreiteten Armen in deren Rahmen.
„Wage es bloß nicht!“
„Lass mich sofort durch!“
„Ich denke nicht daran! Du bist nicht bei Sinnen!“
„Und ob ich das bin! Ganz im Gegensatz zu gestern Abend! Warum um alles in der Welt hast du mich nicht aufgehalten? Du bist meine beste Freundin!“ Anklagend zeige ich mit dem Finger auf sie.
„Eben. Genau deshalb!“
„Ich fasse es nicht! Ich habe mit dem Mann Schluss gemacht, mit dem ich seit sechs Jahren zusammen bin und den ich heiraten will. Und du hast mich nicht aufgehalten?“
„Schön, dass du ihn heiraten willst. Du vergisst dabei nur, dass er das offensichtlich nicht will!“
Das sitzt. Ich beiße mir auf die Lippe, entgegne dann aber doch beleidigt: „Er ist einfach noch nicht soweit. Er hätte seine Meinung noch geändert!“
Verächtlich schnaubt Lisa. „Wie der Verlauf des gestrigen Abends deutlich gezeigt hat!“
Langsam trete ich ein paar Schritte zurück und lasse mich mutlos aufs Bett fallen.
Wie hat das alles nur dermaßen aus dem Ruder laufen können …?

***

Noch vor vierundzwanzig Stunden hatte ich in Heidelbergs ebenso schönem wie teurem Stadtteil Neuenheim etliche Tüten voll frischer Lebensmittel in Tobiasʼ Penthouse-Suite verfrachtet. Dort stand ich dann in seiner High-Tech-Küche, um – mithilfe dreier eigens besorgter Kochbücher – ein Menü zuzubereiten, das eines Festtages wie diesem angemessen war: Hummercremesuppe, Lachsvariationen und Rinderfilet an Schwarzwurzelgemüse mit Mizuna und Sauce Foyot. Allein schon um das dämliche Mizuna aufzutreiben, hatte ich einen ganzen Vormittag gebraucht und mit meiner Hartnäckigkeit sämtliche Supermarktbesitzer im Umkreis zur Verzweiflung getrieben. Dann hatte ich geschält und geschnippelt, gebraten und gekocht – sodass am Ende nicht nur die Zutaten gebührend massakriert waren, sondern auch alle meine Finger. Und zwischendurch hatte ich auch noch den riesigen Esstisch, an dem locker eine ganze Fußballmannschaft samt Fans hätte verköstigt werden können, liebevoll dekoriert: Herzförmige Kerzen, die in einer gläsernen Wasserschale schwammen, Rosenblätter auf dem Tisch, unzählige Teelichter auf dem Boden. Im Nachhinein betrachtet vielleicht ein wenig kitschig. Doch wahre Liebe erfordert nun einmal eine gewisse Portion Kitsch, finde ich.
Fix und fertig hatte ich mich schließlich nach stundenlanger Arbeit unter die Dusche gestellt, mich von Kopf bis Fuß mit einem sündhaft teuren Duschgel eingeseift, das den vielversprechenden Namen „Wunderbare Verheißung“ trug, und mich anschließend vorsichtshalber noch einmal komplett mit einer parfümierten Körperlotion namens „Versuchung“ eingecremt. Mit hochgesteckten Haaren und meinem raffiniertesten – und kürzesten – Kleid saß ich schließlich abends um neunzehn Uhr am Esstisch und übte vor meinem kleinen Kosmetikspiegel einen überraschten Gesichtsausdruck. Schließlich sollte Tobias nicht denken, ich hätte gewusst, dass er mir einen Heiratsantrag machen würde. Endlich! Immerhin wartete ich seit mindestens drei Jahren darauf. Eigentlich sogar seit sechs, aber Männer brauchten ja bekanntlich etwas länger. Doch nach den ersten drei Jahren Beziehung fand ich es definitiv an der Zeit, die eine oder andere Andeutung fallen zu lassen. Gut, ich gebe zu, dass die Andeutungen sich zum Schluss nicht nur zu Zaunpfählen, sondern vielmehr zu ganzen Bauzäunen auswuchsen. Aber egal. Immerhin hat es zum erhofften Erfolg geführt, schließlich stand Viktoria aus der Buchhaltung vorgestern in der Heidelberger Hauptstraße vor dem Fenster eines Juweliers und sah drinnen plötzlich Tobias, wie er sich Ringe zeigen ließ und dann auch tatsächlich mit einer kleinen Schatulle aus dem Laden herauskam. Da er aber weder am selben Abend noch am Abend danach Anstalten machte, vor mir auf die Knie zu gehen und mich zu fragen, ob ich seine Frau werden wolle, lief es wohl auf diesen einen Tag hinaus: unseren sechsten Jahrestag. Wie romantisch! Und nun saß ich an eben diesem sechsten Jahrestag zwischen brennenden Kerzen in einem abgedunkelten Esszimmer, vor mir auf dem Tisch ein Bataillon von Schüsseln mit dampfendem Essen, und verzog, von etlichen verdutzt wirkenden Fischen aus dem riesigen Aquarium heraus beobachtet, mein Gesicht vor dem Spiegel zu verschiedenen Posen des Überraschtseins.
Irgendwann sah ich auf die Uhr. Es war bereits halb acht. Also versuchte ich, Tobi auf seinem Handy anzurufen. Leider vergeblich. Schließlich erreichte ich ihn in der Firma, doch er sagte, dass er eine halbe Stunde später käme. Ich solle ihm aber nicht böse sein, denn er hätte eine Überraschung für mich.
Hurrrraaaa! Eine Überraschung! Ein Kribbeln durchlief meinen ganzen Körper und ich verzieh ihm gerne, dass er eigentlich schon jetzt eine halbe Stunde zu spät war, sich also insgesamt um eine komplette Stunde verspäten würde. Zum Glück hatte ich das Essen auf Warmhalteplatten angerichtet.
Endlich hatte ich den perfekten Gesichtsausdruck gefunden und zog, nach einem raschen Blick auf die Uhr, noch einmal meine Lippen mit rotem Lippenstift nach. Dann gab ich einen Sprühstoß „Sinnlichkeit“ auf mein Dekolleté und mein Haar, rückte meinen Stuhl ein wenig vom Esstisch beiseite und platzierte mich mit elegant übereinandergeschlagenen Beinen so darauf, dass Tobiasʼ Blick gleich beim Betreten des Esszimmers auf sie fallen musste. Schließlich sagte er immer, ich hätte Beine wie Uma Thurman. Okay. Ich wusste selbst, dass der Unterschied zwischen meinen Beinen und denen von Miss Thurman wohl gut einen halben Meter betrug (ganz zu schweigen von diversen Dellen), doch war es schließlich der gute Wille, der zählte. Und Tobias konnte unheimlich charmant sein, wenn er wollte. In Kombination mit seinem blendenden Aussehen eine Mischung, der ich vor sechs Jahren auf Anhieb erlegen bin. (...)


Die Autorin

Emma Wagner ist das Pseudonym einer 1982 in Niedersachsen geborenen Autorin.
Nach dem Abitur verschlug es Emma Wagner zum Studium nach Heidelberg, in dessen Nähe sie auch heute noch lebt - inzwischen allerdings mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern.
Bücher jeglicher Art verschlang sie, seit sie lesen konnte. Und wenngleich sie auch immer Spaß daran hatte, ihre eigenen Einfälle zu Papier zu bringen, kam sie über ein paar Seiten nie hinaus, da in ihrem Leben ein Ereignis das nächste jagte.
Erst 2013, als sie sich zur Erholung mit ihrer Familie bei den Großeltern aufhielt, packte es sie plötzlich, sie holte ihren Laptop hervor, fing an zu tippen... und hörte erst drei Wochen später damit auf. Zur Überraschung ihrer Familie und Freunde - und nicht zuletzt zu ihrer eigenen - hielt sie plötzlich das Manuskript zu ihrem ersten Buch in der Hand.
Das Ergebnis dieser akuten Schreibattacke ist seit Januar 2014 als "Liebe und andere Fettnäpfchen" im Kindle eBooks Shop von Amazon erhältlich.


Emma Wagner, Das Handy in der Hummersuppe

eBook und Taschenbuch bei Amazon

30. Januar 2015

Thea Verano, Sex, Kids & Rock’n’Roll: Amanda rockt das Haus





„Amanda Wilbrecht ist so ‚positiv bekloppt‘ wie frau nur sein kann.“
Amanda Wilbrecht ist eine Rebellin des Alltags. Nach einer Serie von Katastrophen findet sie sich mit ihren zwei Mädchen am Ende der Welt wieder. In einem Dorf, das nichts davon ahnt, dass es in seinen Grundfesten erschüttert werden wird. Fehlt nur noch der richtige Mann …
Schlaf gut, Mergensruh, gutes, altes Dorf – bald wirst du geweckt werden. Gutes altes, liebenswertes, verschlafenes, verkommenes, korruptes Dorf.
„Klasse. Weit mehr als ChicLit und genauso unterhaltsam. Wer mit Frauen nicht die neurotische Sorge um Cellulite verbindet, wird hier fündig. Amanda ist ein anderes Kaliber.“


Rezension

Rock me, Baby, yeah!
Wie wunderbar, Chick-Lit ohne Chick, nur mit Literatur. Tiefgang durchaus, eine Heldin des Alltags ist Amanda, gezwungenermaßen Alleinerzieherin von kleinen Zwillingen, die es in ein Kaff verschlagen hat.

Fetzt!
Obwohl die Geschichte flott voran geht, ist sie ordentlich aufgebaut, beachtlich für einen Debüt-Roman. Und diese Amanda ist einfach zum Abküssen, tough, mutig, frech, voller Liebe und auch Schmerz. Diese Frau ist wunderbar gezeichnet, spielt alle Facetten, die ich mir für griffige Figuren wünsche. Auch die rundum Agierenden sind mehrdimensional, vorstellbar und bildhaft aufgebaut. Sehr lustig auch die Wortschöpfungen der Autorin, ebenso das „Markieren“ der auftretenden Leute mit vertrauten Identitäten, wie z.B. Schlumpf oder Hotzenplotz, der Leser weiß sofort, wie diese Person tickt und aussieht. Manchmal schlägt die Autorin über die Stränge, da könnte man „weniger ist mehr“ reduzieren, was die geballten Adjektive betrifft. Ist aber sicher Geschmackssache. Krasses Cover, das die Gefühle im Buch hervorragend spiegelt.  

Der Lover schwächelt
etwas, aber das macht nichts, es geht ja um die Kraft einer Frau, die ihr Schicksal meistert. Martin, der Lover, ist die einzige Figur, die etwas blass daherkommt neben dem Orkan Amanda.

Holly und Yuma,
die Zwillingsmädchen, grundverschieden in ihrer Art, möchte ich genauso ans Herz drücken wie Amanda, die Mama. Diese erste Kindergartenszene, einfach bezaubernd. Und hier ist so viel Liebe!

Der erste Wurf
Thea Veranos ist gelungen, ich wünsche ihr viele Leser, schon lange habe ich nicht mehr ein so erfrischendes Buch gelesen! Hoffentlich gib es bald mehr von ihr.

Elsa Rieger


Die Autorin

Thea Verano ist in der Lage neben Buchstaben, Worten und Sätzen auch Noten zu schreiben. Durch ihr Musikstudium kann sie tatsächlich, neben ins Mikro Grölen, auch ganz klassisch Klavier, Geige und Flöte spielen. Aber dann hat sie doch nichts aus diesen Fähigkeiten gemacht, sich lieber reich heiraten lassen und sich mit ihrem Mann lange Zeit in der Welt herumgetrieben. „Sex, Kids und Rock’n’Roll“ ist ihr erster Roman, womit sie ihrem Gatten und seinen schriftstellerischen Ambitionen zuvor gekommen ist. Höhö.


Thea Verano, Sex, Kids & Rock’n’Roll: Amanda rockt das Haus 

eBook und Taschenbuch bei Amazon 


Für ePub-Leser:












19. Januar 2015

Martin Bühler, Todestag



Carolin ist verheiratet, hat einen elfjährigem Sohn und ist erfolgreiche Managerin in Hamburg. Im Alter von 37 Jahren erkrankt sie unheilbar an Knochenkrebs. Sie entscheidet sich für den Freitod, sie will in der Schweiz die dort legale Sterbehilfe in Anspruch nehmen. 
Der Tod kommt unaufhaltsam näher, er nimmt keine Rücksicht auf äußere Umstände. Ich begleite Carolin bis zum letzten Atemzug in der Schweiz. Das Intimste der Welt ist der Tod, der uns alle früher oder später heimsucht.

Lassen Sie sich von mir die Geschichte einer Reise erzählen, zu der ich spontan aufbreche und die mich fast an meine Grenzen führt.

Leseprobe

Im Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE die Strecke von Hamburg nach Würzburg. Ich saß neben einer Frau, mit der ich nach kurzer Zeit ins Gespräch kam. (…) Sie erzählte mir eine Geschichte: Ihre Schwester Carolin sei im Alter von 37 Jahren an unheilbarem Knochenkrebs erkrankt und jetzt – drei Jahre später – sei das Endstadium erreicht. Sie habe sich für den Freitod in der Schweiz entschieden. Sie sei verheiratet und habe einen elfjährigen Sohn. (…)
Diese Zugfahrt endete viel zu schnell, denn ich hätte mich mit meiner Mitreisenden noch sehr viel länger unterhalten können. Tage später dachte ich immer noch über das Gespräch im Zug nach.
Ich fasste den Entschluss, mich mit dem Thema Tod und Freitod zu beschäftigen.
Mich ergriff das Interesse an den Beweggründen der Menschen, die bewusst und gezielt in den Tod gehen. Ich nahm deshalb Kontakt zu meiner damaligen Zugbekanntschaft auf und fragte sie über Facebook, ob ein Gespräch mit ihrer Schwester möglich sei und ob sie für mich den Kontakt herstellen könne. Nur wenige Stunden später antwortete mir Carolin selbst via Facebook. Grundsätzlich, so schrieb sie, sei sie bereit, darüber zu sprechen, insbesondere über ihre letzten Jahre.
Am folgenden Tag sprach ich das erste Mal am Telefon persönlich mit Carolin. Ich war sehr überrascht, wie offen sie darüber sprach, an einem bestimmten Tag bewusst in den Tod zu gehen.
Ihre Beweggründe waren ganz andere als ich anfangs gedacht hatte. Ich hatte angenommen, dass sie sich die Schmerzen und Qualen ersparen wollte, aber es war ganz anders. Sie machte mir klar, dass sie diesen Weg gehen wollte, um ihrem elfjährigen Sohn und ihrem Mann den Anblick des Elends – so nannte sie es – zu ersparen.
Sie wollte ihren letzten Schritt in der Schweiz alleine gehen. Ihre beste Freundin lehnte es ab, mit Ihr zu kommen und bei Ihr zu sein, denn sie konnte es einfach nicht.
Unüberlegt sagte ich damals zu ihr, dass doch ich mitkommen könne. Sie antwortete spontan: „Warum nicht? Besser als alleine zu sterben.“
Mein Vorschlag war unüberlegt und dumm gewesen. Ich konnte mir nicht einmal sicher sein, dass ich emotional dazu in der Lage war, beim Sterben eines Menschen dabei zu sein, nicht virtuell, sondern live und real. (...)

Der Autor
Martin Bühler wurde am 01.11.1973 in der kleinen schwäbischen Stadt Krumbach geboren.
Nach seiner Schulzeit studierte er Aquakultur und arbeitete mehrere Jahre in Italien und Spanien.
Seit dem Jahr 2001 lebt er an der westlichen Küste Nordfrieslands in der Nähe der Hafenstadt Husum.
Im Jahr 2011 fing er erstmals an, offen über das Thema Samenspende und Kinderwunscherfüllung zu sprechen und zu schreiben.
2012 schrieb er sein erstes Buch „Der Samenspender Martin1973“, anfangs veröffentlichte er als Selbstverleger, später über den Miller Verlag.
Danach folgten Ratgeber zur Kinderwunschthematik wie „Schwanger ohne Sex“ und „Familienglück durch private Samenspende“.
Zum Thema Kinderwunsch durch Samenspende entstanden zahlreiche Beiträge, u. a. bei Stern TV (RTL), Mona Lisa (ZDF) und Planetopia (SAT1).
Danach erfolgten Berichterstattungen des Axel Springer Verlages, u. a. in Bild der Frau und Bild.de.
Seine Begeisterung, bestehende Tabus in unserer Gesellschaft anzusprechen und öffentlich zu diskutieren, wuchs von Tag zu Tag. Mit seiner provozierenden Art, öffentliche Diskussionen anzuregen, gefällt ihm und wurde zur Passion. Die Themen sind mittlerweile umfangreich und vielschichtig.
Sein Motto ist: Das Leben schreibt die interessantesten
Geschichten.

Die aktuellen Blogs sind:
Weitere Infos über seine Autorentätigkeit finden


Martin Bühler, Todestag

eBook und Taschenbuch bei Amazon